Zwiebeln im Garten – Tipps und Infos

Zwiebeln im Garten – Tipps und Infos

Die Zwiebel (Allium cepa) gehört zu den besonders pflegeleichten Pflanzen im Garten. In einem klassischen Gemüsegarten sollte sie auch auf keinen Fall fehlen, denn immerhin gibt es kaum ein deftiges Gericht, das ohne die würzige Lauchzwiebel auskommt. Auch bieten Zwiebelsorten eine ungeahnte Vielfalt, was Form, Farbe, Größe und sogar den Geschmack der Zwiebeln ableangt, was vielfältige Pflanzmöglichkeiten bietet. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen dem Anbau im Frühling oder im Herbst, sodass Sie Ihre Zwiebelkultur sogar in Winterbeeten fortsetzen können. Finden Sie hierzu nachstehend einige wichtige Tipps und Infos zu Zwiebeln im Garten.



Über die Zwiebel

Die Zwiebel gehört zusammen mit Knoblauch, Schnittlauch und Porree zur Gattung Lauch und folgt hier im Großen und Ganzen denselben Kulturbedingungen. Eigentlich ist die würzige Lauchzwiebel dabei eine mehrjährige Pflanze, die ohne weiteres auch dauerhaft im Garten angesiedelt werden kann. im Gemüseanbau wird sie im Rahmen der Zwiebelernte jedoch nur einjährig kultiviert und nach der Ernte neu ausgebracht. Würde man sie länger stehen lassen, so käme an der Pflanze wie bei vielen anderen Alliumarten schöne, strahlend weiße Blüten zum Vorschein, die lauchtypisch in einem kugelförmigen Blütenstand zusammengefasst sind.

Die Zwiebel gehört zur Gruppe der Lauchgewächse (Allioideae), die innerhalb der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) eine eigenständige Unterfamilie bilden. Den Lauchgewächsen, und hier insbesondere den Arten des namensgebenden Lauchs, ist dabei ein sehr intensives Aroma gemeinsam, das zu großen Teilen auf den schwefelhaltigen Inhaltsstoffen der Laucharten, allen voran den schwefeligen Aminosäuren Alliin und Isoallin  beruht. Diese sind es auch, die der Zwiebel einen antioxidativen, blutdrucksenkenden und antibakteriellen Effekt verleihen. In den Augen brennen die Schwefelverbindungen der Zwiebeln dagegen bekanntlich sehr unangenehm. Und auch im Verdauungstrakt können sich die vorübergehend mit Blähungen bemerkbar machen. Das tut der Gesundheitswirkung der Zwiebel aber keinen Abbruch, die neben medizinisch Wirksamen Aminosäuren auch eine ordentliche Portion an Vitaminen und Mineralien enthält, wie zum Beispiel Vitamin C, Kalium, Calcium und Magnesium.

 

Zwiebelblüte | © Das Grüne Archiv

Grundsätzlich stellt Allium cepa eine traditionelle Feldfrucht dar, die schon seit über 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze genutzt wird. Von den alten Ägyptern über das antike Griechenland und Rom bis ins Mitteleuropäische Mittelalter hinein, wo die Zwiebel in zahlreichen Kloster- und Bauerngärten Hochkonjunktur feierte, ist die würzige Zwiebelknolle eigentlich aus kaum einem Kulturkreis wegzudenken. Dabei hat die Zwiebel sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Beispielsweise wurde sie früher gerne zum Einreiben von schmerzenden und juckenden Insektenstichen verwendet. Bei Erkältung, Halsschmerzen und Husten kennt die Volksheilkunde zudem warme Zwiebelwickel als Behandlungsmaßnahme. Innerlich wird sie dagegen meist als Gemüse oder auch in Form von Zwiebelsaft angewendet, etwa zur Stärkung des Immun- oder Herz-Kreislauf-Systems.

Übrigens: Zwiebeln gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Neben der herkömmlichen Speisezwiebel dürften hier insbesondere die länglichen Schalotten, die großwüchsige Gemüsezwiebel, die kräftig gefärbte Rote Zwiebel, sowie die perlfarben schimmernden Sorten der Weißen Zwiebel und der Silberzwiebeln sein. Auch wenn sich hier und da die Pflanzzeit gehörig unterscheidet, können sie alle doch zu gleichen Standortbedingungen gepflanzt werden. Dabei ist es im Übrigen das einfachste, seine Gartenexemplare aus dem aktuellen Gemüsesortiment im Handel auszuwählen.

Zwiebelsorten:

Anbau von Zwiebeln im Garten

Wenn Sie selbst Zwiebeln anpflanzen möchten, benötigen Sie hierfür sogenannte Steckzwiebeln. Eine Aussaat wäre theoretisch zwar auch möglich, sie ist jedoch bei Zwiebeln recht umständlich und daher eher für professionelle Betriebe geeignet. Beim Zeitpunkt haben Sie die Wahl zwischen dem Frühling und dem Herbst oder Sie wählen beide Termine, um zweimal pro Jahr ernten zu können. Die besten Monate zum Setzen der Steckzwiebeln sind der April und der Oktober. Bei den im April gesetzten Zwiebeln ernten Sie im Hochsommer, bei den im Oktober gesetzten im darauf folgenden Frühjahr. Wenn Sie größere Mengen Zwiebeln anbauen und diese als Vorrat einlagern möchten, sind die Zwiebeln, die im Frühjahr gesteckt werden, hierfür am besten geeignet.

Für den Anbau von Zwiebeln wählen Sie am besten ein sonniges Beet. Achten Sie aber darauf, den Standort jährlich zu wechseln. Beim Boden gibt es keine Besonderheiten zu beachten, denn die Zwiebeln sind relativ anspruchslos. Eine einigermaßen lockere und nährstoffreiche Erde reicht daher völlig aus. Die Steckzwiebeln setzen Sie in Reihen mit einem Abstand von 20 bis 25 Zentimetern. Die Tiefe der Pflanzlöcher ist abhängig von der Sorte, die Sie gekauft haben. Graben Sie die Löcher daher so tief, dass die Zwiebeln noch ein wenig herausragen, nachdem Sie sie mit Erde bedeckt haben. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen in einer Reihe sollte etwa zehn Zentimeter betragen. Wenn alle Zwiebeln gesteckt sind, gießen Sie das Beet und achten in der folgenden Zeit darauf, dass die Erde nicht austrocknet.

 

Zwiebel im Beet | © Das Grüne Archiv

Die Pflege der Zwiebeln

Während ihres Wachstums benötigen die Zwiebeln weiterhin ausreichend Feuchtigkeit, ansonsten gibt es für Sie nicht allzu viel zu tun. Auch auf das Hacken der Beete sollten Sie verzichten, denn hierbei verletzen Sie schnell die Wurzeln der Zwiebeln. Sollte sich zwischen den Pflanzen Unkraut bilden, reißen Sie dieses am besten von Hand aus.

 

Pflanz- und Pflegetipps in der Übersicht:

  • Pflanztermin: April oder Oktober
  • Standort: sonnig, Boden: normale Gartenerde
  • Pflanzabstand: 10 cm in der Reihe, 20 bis 25 cm zwischen den Reihen
  • Pflege: mäßig gießen und Unkraut von Hand entfernen

 



Die Ernte der Zwiebeln

Zwiebeln sind reif für die Ernte, wenn ihr Laub welk geworden ist. Verwenden Sie für die Ernte möglichst keine spitzen Arbeitsgeräte, denn hierbei könnten Sie wiederum die Zwiebeln beschädigen. Ziehen Sie die Pflanzen stattdessen einfach an ihrem Laub aus der Erde. Wenn Sie die Zwiebeln einlagern möchten, sollten Sie darauf achten, dass sie vorher gut abtrocknen können. Entfernen Sie daher mit den Händen die Erde und legen Sie die Zwiebeln an einer geschützten Stelle nebeneinander aus. Sollte kein Regen zu erwarten sein, können Sie Ihre Zwiebeln auch einfach im Garten ausbreiten. Traditionell wird das Laub der Zwiebeln gern zu Zöpfen geflochten, um den Vorrat im Keller aufzuhängen. Dies hat den Vorteil, dass die Zwiebeln von allen Seiten belüftet werden und dadurch nicht so leicht zu schimmeln beginnen.

 

gesunde Zwiebel im Querschnitt | © Das Grüne Archiv

Soweit sie schon gut abgetrocknet sind, können Sie aber auch das Laub entfernen, um allein die Zwiebeln in einem Karton oder einer Holzkiste an einem kühlen und dunklen Ort aufzubewahren. So haben Sie über einen langen Zeitraum immer eine frische Zwiebel zur Hand. Hier noch einmal die wichtigsten Erntetipps für Zwiebeln:

  • keine spitzen Gegenstände zum Ernten nutzen
  • Pflanzen einfach am Laub aus der Erde ziehen
  • Nach der Ernte zum Trocknen auslegen
  • An einem kühlen und dunklen Ort aufbewahren
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