Ziergarten vs. Gemüsegarten

Ziergarten vs. Gemüsegarten

In früheren Zeiten gehörte ein Gemüsegarten bei Familien, die ein eigenes Haus und damit einen Garten besaßen, fast zum Standard. Dies lag zum Teil daran, dass Gemüse in den Geschäften nicht in einer solch großen Auswahl angeboten wurde und dieses im Vergleich zum eigenen Anbau recht teuer war. Der Gemüseanbau lohnte sich daher schon allein in finanzieller Hinsicht. Heute werden Gärten jedoch auch häufig als Ort genutzt, wo sich die Freizeit auf angenehme Weise verbringen lässt. Diese Gärten werden daher mit Gehölzen und Blumen bepflanzt, die vor allem optisch attraktiv sind. Darüber hinaus gibt es Gärten, die einen Ziergarten und einen Gemüsegarten vereinen. Auf diese Weise ist für frisches Obst und Gemüse und gleichzeitig für einen privaten Rückzugsort im Freien gesorgt.



Die Vor- und Nachteile des Gemüsegartens

Nachdem in den letzten Jahren und Jahrzehnten der eigene Gemüseanbau nicht mehr ganz so attraktiv erschien, haben einige Skandale in der Lebensmittelbranche und auch ein verändertes Gesundheitsbewusstsein dafür gesorgt, dass der Anbau von eigenem Gemüse inzwischen wieder recht beliebt geworden ist. Selbst Menschen, die nur über einen Balkon verfügen, bauen dort in Töpfen Gemüse, Obst und Kräuter an. Ein wichtiger Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, dass auf diese Weise gesichert ist, dass im Gemüse keine gesundheitsschädigenden Düngemittel oder Insektizide enthalten sind. Stattdessen können die Pflanzen durch Kompost oder natürliche Dünger aus dem Handel mit allen Nährstoffen, die sie für ein gutes Wachstum und die Fruchtbildung benötigen, versorgt werden.

Der Nachteil eines großen Gemüsegartens liegt darin, dass Sie den ganzen Sommer über viel zu tun haben. Jeden Monat reifen unterschiedliche Gemüsearten, die Sie kaum allesamt frisch essen können. Schon bei der Planung eines Gemüsegartens sollten Sie sich deshalb darüber im Klaren sein, dass Sie in dieser Zeit mit dem Pflücken und dem anschließenden Waschen, Zerkleinern und dem Einfrieren oder Einkochen beschäftigt sein werden. Wenn Sie berufstätig sind, bedeutet dies, dass Sie einen mehr oder weniger großen Teil Ihrer Freizeit für diese Arbeiten opfern müssen. Anders als bei einem Ziergarten, bei dem Sie Ihre Nachbarn bitten können, in Ihrem Urlaub für die nötige Bewässerung der Pflanzen zu sorgen, wird die Ernte Ihres Gemüses kaum jemand übernehmen. Eine längere Abwesenheit ist daher im Prinzip nur außerhalb der Sommersaison möglich.

 

Die Vor- und Nachteile eines Ziergartens

Ob ein Ziergarten mehr oder weniger Arbeit als ein Gemüsegarten verursacht, ist vor allem davon abhängig, welche Pflanzen Sie dort setzen. Einige Gewächse sind äußerst pflegeleicht und können fast sich selbst überlassen werden, andere brauchen dagegen sehr viel Aufmerksamkeit. Generell empfinden viele Hobbygärtner die Arbeit im Garten jedoch als angenehm und betrachten sie als schönen Ausgleich zum Berufsalltag. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, können Sie ruhig Pflanzen wählen, die ein wenig Pflege benötigen. Andernfalls entscheiden Sie sich am besten für besonders robuste Pflanzen wie die Stauden oder die Steingartenpflanzen, die oftmals sogar ohne Bewässerung auskommen.

Abgesehen von der Versorgung mit ausreichend Wasser haben Sie im Sommer in einem Ziergarten nur relativ wenig zu tun. Die meisten Arbeiten wie den Rückschnitt von Sträuchern oder das Düngen der Pflanzen erledigen Sie am besten im Frühling und im Herbst. Im Hochsommer können Sie daher das schöne Wetter genießen und es sich in Ihrem Garten bequem machen.

Ein weiterer Vorteil eines Ziergartens gegenüber einem Gemüsegarten besteht darin, dass er auch im Winter gut aussieht, soweit er geschickt bepflanzt wurde. In den Beeten im Gemüsegarten stehen zu dieser Zeit nur noch einige Gemüsearten wie der Grünkohl, die erst im Winter geerntet werden. Ansonsten liegt der Garten brach und ist dadurch nicht wirklich dekorativ. Ein Ziergarten kann dagegen mit immergrünen Gehölzen und Bodendeckern bepflanzt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Pflanzen, die sehr spät oder sehr früh im Jahr oder sogar im Winter blühen. Wenn Sie beim Einkauf der Pflanzen für Ihren Ziergarten ein wenig auf die Blütezeit achten, können Sie sich das ganze Jahr über an Blüten erfreuen.

 

Der Kompromiss zwischen den beiden Alternativen

Nun folgen noch einmal die Vor- und Nachteile der beiden Beetformen zusammengefasst. Dennoch gilt: Lassen Sie sich die beiden Beete durch den Kopf gehen und entscheiden Sie in aller Ruhe.

 



Gemüsegarten

Vorteile:

  • Frisches Gemüse aus eigener Produktion
  • Auch bei kleinem Platzangebot realisierbar
  • Gemüse lässt sich aus Restgut/gewonnenen Samen selbst ziehen

Nachteile:

  • Gemüse nimmt aus der Luft trotzdem Schadstoffe auf (gerade in der Innenstadt)
  • Pflegeintensiv
  • Je nach Größe des Gartens Überproduktion

Ziergarten

Vorteile:

  • Prachtvoller als ein Gemüsegarten
  • Unterschiedlich gestaltbar
  • Je nach Pflanzen sehr pflegeleicht
  • Teils wintertauglich

Nachteile:

  • Kein Nutzen
  • Teuer in der Zusammenstellung

Beim Anlegen Ihres Gartens müssen Sie sich aber natürlich nicht unbedingt zwischen einem Gemüsegarten und einem Ziergarten entscheiden. Beide Varianten lassen sich hervorragend miteinander kombinieren. Auch eine Trennung zwischen Nutz- und Ziergarten ist nicht nötig. In alten Bauerngärten wurden Zier- und Nutzpflanzen nebeneinander in die Beete gesetzt und sorgten auf diese Weise für eine schöne Optik des Gartens und eine reichliche Ernte von frischem Obst und Gemüse.

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