Winterschneeball – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Winterschneeball – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© digitalfoto105 - Fotolia.com
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Pflanzen der Gattung Schneeball (Viburnum) gehören zur Familie der Moschuskrautgewächse. Die Bezeichnung Winterschneeball wird in diesem Zusammenhang sowohl für die Unterart Duftschneeball (Viburnum farreri) als auch für die daraus gezüchtete Hybridsorte Bodnant-Schneballs (Viburnum bodnantense) verwendet. Ihren Namen haben die bis zu 3,5 Meter hohen Stauden des Schneeballs dabei der rundlichen Anordnung ihrer Blüten zu verdanken, welche sich bei günstigen Witterungsverhältnissen bereits ab November zeigen. Sie erscheinen meist weiß oder blassrosa und riechen bei einigen kultivaren Sorten wie dem Duftschneeball sogar nach Vanille. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass sowohl Blätter und Rinde, als auch die dunkelblauen Steinfrüchte der Pflanze für Menschen giftig sind.



Winterschneeball pflanzen – Standort und Ablauf

Bodnant-Schneeball und Duftschneeball sind zwar gleichermaßen winterhart, jedoch nur bedingt starkfrostresistent. Gerade die Blüten des Viburnum vertragen Frost nur sehr schlecht. Pflanzen Sie die Stauden daher nah an einer Hauswand oder Mauer, die ihn vor eisigen Frostwinden schützen kann.

In Sachen Licht- und Bodenverhältnisse bevorzugt der Schneeball vollsonnige Standorte mit mäßig trockener Erde, die getrost einen pH-Wert zwischen 5,5 und 8 aufweisen darf. Da der Winterschneeball ein Flachwurzler ist, nimmt er durchaus etwas Erdfläche in Beschlag und eignet sich daher in erster Linie als Einzelsteher, sowie als Mitglied einer Strauch- oder Baumhecke. Siedeln Sie Ihren Schneeball also in einem Abstand von mindestens 1, besser 1,5 bis 2 Meter zu anderen Pflanzen, damit Wurzelgedränge unter der Erde vermieden wird.

Einzelheiten zum Standort für den Winterschneeball:

  • Schneeball geschützt nahe einer Mauer pflanzen
  • die Blüten des Winterblühers vertragen keinen Starkfrost
  • Pflanze bevorzugt trockenen Boden
  • pH-Wert zwischen 5,5 und 8 ist akzeptabel
  • Viburnum bodnantense benötigt viel Sonne
  • Standortabstand von 1 bis 2,5 Meter zu anderen Pflanzen einhalten
  • Pflanze ist gut für Einzelstellung geeignet

Pflanzen können Sie Ihren Winterschneeball ohne Probleme von Frühjahr bis Spätherbst. Ist es nicht möglich, die Stauden direkt nach Erwerb im Garten anzusiedeln, bringen Sie die Pflanze an einen windgeschützten Ort und achten Sie bis zur Ausbringung auf regelmäßiges Gießen.

  1. Standort auswählen: Der Winterschneeball ist keine anspruchsvollen Pflanze, was Standort und Bodenbeschaffenheit betrifft. Abgesenkte, grubenähnliche Standorte sollten Sie jedoch vermeiden, da die Pflanzen Staunässe nicht mögen.


  2. Schneeball pflanzen: Setzen Sie den Wurzelballen in ein ausgehobenes Pflanzloch mit anderthalbem Durchmesser des Wurzelballens. Achten Sie hierbei auf einen Abstand von 1,5 bis 2 Meter zu Mauern oder Nachbarpflanzen. Eine gutes Festdrücken der Erde, sowie eine Schicht alter Kompost über der frisch gesetzten Pflanze schadet nie und empfiehlt sich sogar bei eher saurem Boden.


  3. Schneeball gießen: Nach der Pflanzung ist es sinnvoll, die Stauden gut anzuwässern, um eventuelle Hohlräume zwischen den Wurzeln zu vermeiden. Vor dem nächsten Gießen müssen Sie die Erdoberfläche dann aber vollständig trocknen lassen.

Kurzschritte zum Pflanzvorgang im Überblick:

  • Winterschneeball von Frühling bis Herbst pflanzen
  • grubenähnliche Standorte bei der Pflanzung meiden
  • Stauden im Abstand von 1,5 bis 2 Meter pflanzen
  • Erde nach dem Pflanzen festdrücken und Kompost darüber ausbringen
  • Pflanze gut anwässern um Hohlräume zwischen den Wurzeln zu verschließen

Pflege des Winterschneeballs – gießen, düngen, schneiden

© eyetronic - Fotolia.com
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Für das Gießen des Schneeballs kann problemlos Leitungswasser verwendet werden. Allerdings möchte die Pflanze weder austrocknen noch schwimmen. Mäßiges aber regelmäßiges Gießen ist demnach die geeignetste Strategie, um den Viburnum gesund zu halten. Ein guter Indikator für die Gießintervalle ist die oberste Erdschicht: ist sie trocken, benötigen die Stauden wieder Wasser.

Ein Düngen ist beim Winterschneeball nicht notwendig. Die Gewächse der Gattung beziehen alles was sie für ihr Wachstum benötigen, aus der sie umgebenden Erde. Über eine gelegentliche Schicht Mulch freut sich die Pflanze natürlich trotzdem. Dafür kann Grünschnitt, Kompost oder auch Rindenmulch verwendet werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Schneeball mit Leitungswasser mäßig aber regelmäßig gießen
  • oberste Erdschicht als Wasserstandsanzeige benutzen
  • Gewächs benötigt keinen Dünger
  • Mulch kann zur Unterstützung der Pflanze verwendet werden

    Schneiden: Leichte Formschnitte empfehlen sich beim Winterschneeball weit mehr als radikale Rückschnitte. Letztere verhindern mit großer Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanze im Folgejahr üppig blühen und somit ihrem Namen gerecht werden. Ist ein Zurückschneiden aber notwendig, sollte dies nach der Blüte stattfinden. Vermeiden Sie es hierbei, die neuen Triebe zu beschädigen, da genau das zum Blütenausfall führt.


    Überwintern: Wie bereits erwähnt ist der Winterschneeball ein Winterblüher, was bedeutet, dass er im Winter keine besondere Pflege braucht. Einzig die Blüten können bei eisigem Wind Schaden nehmen, lassen sich jedoch auch nur schwer davor schützen. Eine Schicht Mulch über dem Wurzelbereich kann aber zumindest den in der Erde gelegenen Teil des Viburnum vor extremem Starkfrost bewahren.


    Vermehren: Vor dem Wintereinbruch zwischen August und Oktober können dem Winterschneeball Stecklinge entnommen werden. Schneiden Sie dafür einen Trieb ab, den Sie anschließend mit der Gartenschere auf 10 bis 15 Zentimeter kürzen. Entfernen Sie Blüten und große Blätter, damit die kleine Pflanze wertvolles Wasser sparen kann. Setzen Sie den Steckling zu zwei Dritteln in einen vorbereiteten Topf mit der Erde. Ob Anzuchterde oder normale Blumenerde ist im Falle des Viburnum unerheblich. Auf eine helle, warme Umgebung sollten sie hingegen Wert legen, damit die kleinen Sprösslinge nach wenigen Wochen umgetopft werden können

Kurztipps zum Schneiden, Überwintern und Vermehren:

  • Zurückschneiden ist beim Winterschneeball nicht unbedingt notwendig
  • nur leichte Formschnitte anwenden, Neutriebe nicht beschädigen
  • eisige Winde schaden den Blüten des Winterschneeballs
  • bei extremem Starkfrost wirkt eine Schicht Mulch schützend
  • Pflanzen über Stecklinge vermehren
  • Triebe zwischen August und Oktober abzwicken
  • Stecklinge in einen Topf mit Blumenerde pflanzen
  • Topf an warmem, sonnigem Platz stellen

Übersicht zu verschiedenen Sorten des Winterschneeballs

Die Gattung der Schneebälle umfasst weltweit ungefähr 100 bis 200 Arten, wobei jedoch nur 2 Grundarten in Mitteleuropa heimisch sind. Zu den für eine Kultivierung geeigneten Sorten gehören darüber hinaus einige Asia- und Hybridsorten, wie der Viburnum bodnantense. Dieser ist keine eigene Urpflanze, sondern eine kultivare Kreuzung aus Viburnum farreri und dem Viburnum fragrans. Insgesamt werden folgende Arten und Sorten des Viburnum für einen Anbau im Garten genutzt:

SorteBeschreibung
Winterschneeball 'Charles lamont'
(Viburnum bodnantense 'Charles lamont')
Blütezeit: November bis März
Blütenfarbe: dunkelrosa Knospen, rosa Blüten
Wuchshöhe: 250 bis 300 cm
Herkunft: England
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, in Einzelstellung
Besonderheiten: Winterblüher, krankheits-/schädlingsresistent
Winterschneeball 'Dawn'
(Viburnum bodnantense 'Dawn')
Blütezeit: Februar bis Mitte April
Blütenfarbe: weissrosa
Wuchshöhe: 200 bis 250 cm
Herkunft: Hybride
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch
Besonderheiten: frühe Blüte
Winterschneeball Deben
(Viburnum bodnantense 'Deben')
Blütezeit: November bis März
Blütenfarbe: weiss
Wuchshöhe: 250 bis 300 cm
Herkunft: England
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, in Einzelstellung
Besonderheiten: Winterblüher, auffällige Blüten
Koreanischer Duftschneeball
(Viburnum carlesii)
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: rosa Knospen, weisse Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
Herkunft: Korea
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, im Kübel
Besonderheiten: frostharte Blüten
Gemeiner Schneeball
(Viburnum opulus)
Blütezeit: April bis Juni
Blütenfarbe: cremeweiss
Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
Herkunft: Nordafrika, Europa
Eignung für Anbau: gut in Einzelstellung
Besonderheiten: windfest, wird sehr breit (1,75 - 2.5 Meter)
Gefüllter Schneeball 'Roseum'
(Viburnum opulus 'Roseum')
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: weiss bis zartrosa
Wuchshöhe: 250 bis 350 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, in Mischhecken
Besonderheiten: visuelles Highlight

Winterschneeball – mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

Blattläuse sind üblicherweise die einzigen Schädlinge, die dem Winterschneeball gefährlich werden können. Als Untersorte der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha) ernähren sich hauptsächlich von Pflanzensaft. Zu diesem Zweck kappen die 1 bis 2 mm großen Schädlinge mit ihrer zumeist grünlichen Färbung die Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr zu Blüten und Blättern. Durch besagten Transportstau fallen wie bei allen von Blattläusen geplagten Pflanzen auch beim Viburnum die Blätter ab, Im Extremfall kann hierbei sogar die Blüte im betroffenen Jahr ausfallen.

Blattläuse haben eine Menge natürlicher Feinde. So können Sie beispielsweise Nützlinge wie Marienkäfer gezielt zu deren Bekämpfung einsetzen. Dennoch ist es ratsam, den Strauch ab dem Frühling in regelmäßigen Abständen von zwei Wochen mit einer Ackerschachtelhalmbrühe zu besprühen. Dank dieser Maßnahme ist der Winterschneeball nahezu abgehärtet gegen einen erneuten Befall durch Blattläuse. Zusätzlich kann ein Sud aus Brennnesseln (12 Stunden Ziehzeit) oder Schwarztee (2 bis 3 Stunden Ziehzeit) helfen.



Fazit

Der Winterschneeball, insbesondere der Duftschneeball mit seinem vanilleartigen Duft, ist ein wahres Schmuckstück im heimischen Garten. An geschützten Standorten gepflanzt und gut gepflegt, spendet der Winterblüher selbst in der kühlen Jahreszeit noch optische Freuden. Vom Verzehr der Früchte ist mit Blick auf ihre Giftigkeit jedoch abzusehen.

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