Wandelröschen – Standort, Pflege, Überwintern

Wandelröschen – Standort, Pflege, Überwintern

Unter den Sträuchern gibt es kaum eine Pflanze, die ähnlich eindrucksvolle Blüten besitzt wie das Wandelröschen (Lantana). Schon die rechteckigen Blütenknospen sorgen beim Betrachter für Faszination, da ihre mosaikförmige Anordnung absolut einmalig ist. Sprießen dann im Sommer noch die Blüten des Wandelröschens, die im Laufe der Blütezeit mehrmals ihre Farbe wechseln, bleibt kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei Lantana um eine der extravagantesten Zierpflanzen überhaupt handelt. Kein Wunder also, dass Wandelröschen beliebte Garten- und Balkonpflanzen sind. Wie man die farb- und formfrohe Pflanze richtig kultiviert, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.



Wandelröschen pflanzen – Standort und Ablauf

Das Wandelröschen gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) und ist überwiegend in den tropischen Gebieten Südamerikas, Südafrikas und Südasiens heimisch. In den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas kann die Pflanze darum nicht im Freien überwintern. Eine Kultur als Topf- oder Balkonpflanze scheint damit deutlich besser zu sein, als eine Pflanzung im Freilandbeet. Außerdem sollte der Standort für Lantana windgeschützt, sonnig und warm sein. Im Schatten lässt die Blüte schnell nachlassen.

Als Standortsubstrat empfiehlt sich für Wandelröschen ein kalkfreier, nährstoffreicher sowie sandig-lehmiger Boden. Er sollte für eine verbesserte Bodendurchlässigkeit mit Kies oder Blähton optimiert werden. Der pH-Wert des Bodens liegt mit 5 bis 7,5 Punkten im sauren bis basischen Bereich.

Einzelheiten zum Standort für Wandelröschen:

  • Lantana benötigt sonnige, warme und geschützte Standorte
  • die tropische Pflanze ist nicht winterhart und muss darum im Haus überwintern
  • Wandelröschen darum lieber als Topf- oder Balkonpflanzen kultivieren
  • ein nährstoffreicher, kalkfreier und sandig-lehmiger Boden ist wichtig
  • Beimengung von Kies oder Blähton verbessert die Bodendurchlässigkeit
  • Boden-pH-Wert: sauer bis neutral, zwischen 5 und 7,5 Punkten

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit werden Wandelröschen erst ab Mitte Mai nach den Eisheiligen gepflanzt. Um die Frühlingssonne voll auszunutzen und die Blütenbildung des Wandelröschens anzuregen, ist in den ersten Wochen ein Standort auf der Südseite des Hauses sinnvoll.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Das Standortsubstrat sollte vor der Pflanzung bei Bedarf mit Sand und Kies angereichert werden. Bedenken Sie auch, dass es sich im Falle der Lantana um einen Strauch handelt, der bis zu 1 m groß werden kann. Bei Topfkulturen für den Balkon oder die Terrasse muss deshalb ein ausreichend großes Pflanzbehältnis gewählt werden. Dieses sollte unbedingt Bodenlöcher zum Wasserablauf besitzen. Ergänzend kann eine Kiesdrainage im Topf Staunässe vorbeugen.

3. Schritt – Wandelröschen pflanzen: Bei der Pflanzung des Wandelröschens ist nicht allzu viel zu beachten. Setzen Sie einzelne Exemplare der Pflanze im Mindestabstand von 20 cm zu Artgenossen und Nachbarpflanzen und stellen sie sicher, dass die Wurzeln des Blütenstrauchs beim Einpflanzen nicht beschädigt werden. Falls Sie Lantana als mehrjährige Topf- bzw. Balkonpflanze kultivieren, müssen Sie das Gewächs von Zeit zu Zeit umtopfen.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin: Mitte Mai, nach den Eisheiligen
  • Substrat vorab mit Sand und Kies anreichern
  • Topf muss Ablauflöcher besitzen sollte eine Kiesdrainage erhalten
  • Pflanzabstand für Wandelröschen: 20 cm
  • Wurzeln beim Einpflanzen nicht beschädigen
  • mehrjährige Kulturen für den Balkon regelmäßig umtopfen
Gewöhnliches Wandelröschen ‚Esperanta‘ | © by Das Grüne Archiv

Wandelröschen pflegen – gießen, düngen, schneiden

Wandelröschen sind, vor allem bei Balkon- und Topfstandorten, äußerst wasserhungrig. Im Sommer muss hier oftmals zweimal täglich gegossen werden, wobei sich der frühe Morgen sowie die Abendstunden besonders anbieten. Staunässe ist natürlich dennoch zu meiden, was sich durch das Abgießen überflüssigen Wassers im Topf erreichen lässt. Zudem sollten Sie erst nachgießen, wenn die obere Erdschicht vollständig abgetrocknet ist. Da Wandelröschen keinen Kalk vertragen, ist Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser zu verwenden.

Damit Wandelröschen ihre exorbitante Blütenpracht entwickeln können, benötigen sie einiges an Nährstoffen. Gedüngt werden die Balkonpflanzen am besten mit Flüssigdünger für Blütensträucher oder organischen Düngemitteln wie Guano. Geben Sie den Dünger von Mai bis August alle zwei Wochen an die Balkonpflanzen ab und achten Sie bei der Dosierung auf die geltenden Herstellerangaben. Weitere Düngemaßnahmen sind an Lantana nicht notwendig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Wie alle Balkonpflanzen benötigen Wandelröschen konstante Bewässerung
  • in sommerlichen Trockenphasen sind ggf. 2 Gießgänge pro Tag nötig
  • am besten früh morgens und abends gießen
  • überschüssiges Gießwasser sofort aus dem Topf schütten
  • wegen Kalkunverträglichkeit des Wandelröschens Regenwasser verwenden
  • alternativ kann in Ausnahmen abgestandenes Leitungswasser genutzt werden
  • gedüngt wird von Mai bis August alle 14 Tage mit Flüssigdünger für Blütensträucher

Sobald die Wurzeln des Wandelröschens durch die Abflusslöcher des Pflanztopfes wachsen ist es Zeit, den schönen Blütenstrauch umzutopfen. Das neue Pflanzbehältnis ist dann stets eine Nummer größer zu wählen als der alte Topf. Zu große Töpfe sind ungeeignet, da die Balkonpflanze hier vermehrt Wurzeln anstatt Blätter und Blüten ausbildet. Das Umtopfen folgt den Richtlinien der Erstpflanzung und sollte demzufolge im Mai erfolgen.

Da Wandelröschen ihre eindrucksvollen Blüten nur an Jungtrieben entwickeln, müssen mehrjährig kultivierte Pflanzen entsprechend geschnitten werden. In Abhängigkeit von den Formvorstellungen des Gärtners sind ältere Triebe deshalb bis um die Hälfte zurück zu setzen. Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt liegt im Frühling, zu Beginn des Blattaustriebs. Abgeschnittene Triebe lassen sich problemlos für die Stecklingsvermehrung verwenden. Wer im Sommer zusätzlich welke Blüten entfernt, wird gelegentlich sogar mit einer Zweitblüte belohnt.

Wichtig: Trotz seiner Schönheit ist das Wandelröschen eine Giftpflanze. Sowohl die Steinfrüchte als auch die Blätter und Triebe der Pflanze führen große Mengen an toxischen Lantaden, Icterogeninen und Triterpenen. Bei Kontakt können die Pflanzengifte Vergiftungserscheinungen auslösen, die in ihrer Schwere einer Vergiftung durch die Tollkirsche ähneln. Tragen Sie beim Schnitt des Wandelröschens darum stets Schutzhandschuhe!

Kurztipps zum Umtopfen und Schneiden:

  • Lantana umtopfen, sobald Wurzeln durch die Abflusslöcher des Topfes wachsen
  • neues Pflanzgefäß nur eine Nummer größer wählen
  • zu große Töpfe beeinträchtigen Blatt- und Blütenbildung
  • Zeitpunkt des Umtopfens: Mai
  • Blüten des Wandelröschens blühen nur an jungen Trieben
  • alte Triebe mehrjähriger Kulturen darum regelmäßig zurückschneiden
  • Altholz kann bis um die Hälfte gekürzt werden
  • Zeitpunkt für den Schnitt: Frühling, zum Blattaustrieb
  • im Sommer zusätzlich welke Blüten entfernen, um Zweitblüte anzuregen
  • Vorsicht: Wandelröschen ist giftig, darum immer Schutzhandschuhe tragen
Wandelröschen auf der Veranda | © by Das Grüne Archiv

Wandelröschen überwintern – so geht’s

Die magische Blütenpracht des Wandelröschens ist eigentlich viel zu schade, um nach nur einem Standjahr im Müll zu landen. Eine Entsorgung ist aber auch nicht nötig, wenn man weiß wie man den Blütenstrauch überwintern muss. Bringen Sie Ihr Wandelröschen hierfür schon Ende September ins Haus, bevor die Temperaturen unter den Nullpunkt fallen. Der Zimmerstandort sollte hell sein und eine Raumtemperatur von 5 bis 10 °C aufweisen. Kalthäuser und Wintergärten sind als Schutzquartier zum Überwintern also ideal.

Gegossen wird die Balkonpflanze im Winter dann nur mäßig, um die Pflanze vor dem Austrocknen zu schützen. Gegen Februar dürfen Sie die Wassergaben, ebenso wie die Raumtemperaturen dann wieder erhöhen, um das Wandelröschen schrittweise aus dem Winterschlaf zu wecken.

Interessante Arten und Sorten der Gattung Lantana

Obwohl die Gattung Lantana gut 150 Arten aufweist, gibt es keine Variante der Pflanze, die bei uns ausreichend winterhart ist. Die originellen Blüten des Wandelröschens entschädigen jedoch voll und ganz, sodass es sich durchaus lohnt, den Blütenstrauch alljährlich zu überwintern. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Zuchtsorten, die kompakter wachsen als viele Wildsorten. Vor allem das Gewöhnliche Wandelröschen (Lantana camara) besitzt eine große Sortenvielfalt, die mit einer Fülle an Farbvariationen besticht. Nachstehend eine kleine Übersicht zu besonders schönen Arten und Sorten der Lantana:

SorteBeschreibung
Dreifarbiges Wandelröschen
Lantana trifolia
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: blau-violette, weiße oder pinke Blüten
Wuchshöhe: 60 bis 150 cm
Herkunft: Südamerika, Südasien
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart
gute Sorten: 'Lavender Popcorn'
Gewöhnliches Wandelröschen
Lantana camara
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: weiße, gelbe, orange, rote oder rosa Blüten
Wuchshöhe: 40 bis 100 cm
Herkunft: Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: schlecht
Besonderheiten: verträgt keine Temperaturen unter 1,2 °C
gute Sorten: 'Aureum', 'Bandana Rose', 'Calippo Gold', 'Confetti', 'Esperanta' (Serie), 'Fabiola', 'Golden Sunrise', 'Goldsonne', 'Harlequin', 'Kolibri', 'Lucky' (Serie), 'Luxor' (Serie), 'Mohican', 'New Gold', 'Orange King', 'Pink Caprice', 'Professor Raoux', 'Samantha', 'Schloss Ortenburg', 'Schneewittchen', 'Simon' (Serie), 'Snow Ball', 'Suntana White', 'Tropic' (Serie), 'Yellow'
Gold-Wandelröschen
Lantana depressa
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: goldgelbe Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 45 cm
Herkunft: Mittel- und Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart
Hängendes Wandelröschen
Lantana montevidensis
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: blaue, violette, rosa oder weiße Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Herkunft: Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -9 °C winterhart
gute Sorten: 'Alba', 'Lavender Swirl', 'Loneweep', 'Monma', 'Monswee', 'Peaches & Cream', 'Trailing Lavender', 'Trailing Purple', 'Trailing White', 'Violet'
Wüsten-Wandelröschen
Lantana achyranthifolia
Blütezeit: blüht ganzjährig
Blütenfarbe: weiße bis rosa Blüten
Wuchshöhe: 60 bis 90 cm
Herkunft: Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -9 °C winterhart
Zitronen-Lantane
Lantana canescens
Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: weiße bis zitronengelbe Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 200 cm
Herkunft: Südamerika
Eignung für Kultivierung: schlecht
Besonderheiten: nur bis -1 °C winterhart

Wandelröschen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Es gibt nicht viele Schadbilder, die dem Wandelröschen gefährlich werden können. Wurzelfäule lässt sich vermeiden, indem die Pflanze nicht übergossen wird. Weiße Fliegen und Blattläuse machen sich zwar nach der Überwinterung gerne an der geschwächten Pflanze breit, lassen sich aber durch Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer zuverlässig bekämpfen.



Fazit

Die vielfarbige Blütenpracht der Lantana ist wirklich überwältigend und tröstet sogar über die mangelnde Winterhärte der Pflanze hinweg. Wichtig sind sonnige, warme und geschützte Standorte, weshalb der Blütenstrauch mit Vorliebe als Balkonpflanze kultiviert wird. Solange Sie die Wandelröschen richtig überwintern, sind sie zudem äußerst pflegeleicht. Bei der Farbauswahl der Balkonpflanzen bleiben darüber hinaus kaum Wünsche offen, denn von Weiß über Gelb, Orange und Rot bis hin zu Rosa, Violett und Blau gibt es Wandelröschen in allen Farben.

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