Ulme pflanzen – Pflanzvorgang, Pflege und Schnitt

Ulme pflanzen – Pflanzvorgang, Pflege und Schnitt

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Die auch als Effe oder Rüster bekannte Ulme (Ulmus) ist ein hochwachsender Laubbaum, der vor allem in den nördlichen Regionen Europas und Amerikas heimisch ist. Je nach Art gedeiht die Ulme dabei zu einem immergrünen oder auch laubabwerfenden Gehölz, das bis zu 40 m hoch und 600 Jahre alt werden kann. Der Standort für Ulmen im Garten will daher wohl überlegt sein. Nützliche Tipps zum Pflanzen und Pflegen des Laubbaums erhalten Sie in diesem Ratgeber.

Ulmenbaum pflanzen – Standort und Ablauf

Ulmen gehören zur Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae). In den Regionen Mitteleuropas sind diesbezüglich hauptsächlich die Feldulme (Ulmus minor), Flatterulme (Ulmus laevis) sowie die Bergulme (Ulmus glabra) vertreten. Von letzterer ist zudem eine Sondervariante namens Ulmus glabra ‚Camperdownii‘ mit hängenden Ästen erhältlich, die auch Trauerulme, Laubenulme oder Hängeulme genannt wird. Erkennen lassen sich Ulmen vor allem an ihren ovalen Blättern. Sie ähneln stark dem Blattwerk der Haselnuss und sind am Blattrand doppelt gesägt. Artenabhängig verbleiben die Ulmenblätter entweder das ganze Jahr über am Baum oder Fallen im Herbst ab.

Damit sich Ulmus im Garten zu einem kräftigen Laubbaum entwickeln kann, benötigt der Laubbaum einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Besonders geeignet sind außerdem feuchte, nährstoffreiche und kalkhaltige Sandböden, die einen schwach sauren bis alkalischen pH-Wert zwischen 5,5 und 8,0 aufweisen. Ungeeignet sind hingegen schwere Böden aus Lehm oder Ton. Sie neigen zu Staunässe und sorgen deshalb schnell für Krankheiten am Ulmenbaum.

Einzelheiten zum Standort für Ulmen:

  • Ulmus benötigt sonnigen oder halbschattigen Standort
  • Boden muss frisch-feucht sein, darf aber keine Staunässe ansetzen
  • aus diesem Grund gut durchlässige und sandige Böden wählen
  • Lehm- oder Tonböden sowie allzu trockene Substrate sind hingegen ungeeignet
  • das Substrat sollte nährstoffreich und kalkhaltig sein
  • pH-Wert des Bodens: schwach sauer bis neutral, zwischen 5,5 und 8,0
  • Ulmen werden bis zu 40 m hoch, daher ausreichend Platz im Garten einplanen
  • beliebte Arten sind Ulmus minor, Ulmus laevi und Ulmus glabra
  • Ulmen sind bis -35 °C winterhart und benötigen somit keinen Winterschutz

Zur Pflanzung von Ulmen eignen sich vor allem vorgezogene Bäumchen, die Sie in fast jeder Baumschule oder in gut sortierten Gärtnereien erwerben können. Bei der Pflanzung des Jungbaums ist wie folgt vorzugehen:

  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Ulmen lassen sich sowohl im Frühling als auch im Herbst pflanzen. Oft ist der frühe Herbst besser geeignet, da die Bäume hier noch genügen Zeit zum Anwurzeln haben, bis der erste Frost auftritt. Im Frühling drohen dagegen oft noch Spätfröste, weshalb man Ulmus hier frühestens nach den Eisheiligen pflanzen sollte.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Pflanzung wird der Boden tiefgründig aufgelockert, da Ulmen zu Beginn ihrer Wachstumsphase tiefreichende Pfahlwurzeln ausbilden. Zusätzlich ist es sinnvoll, Sand sowie Kompost oder Hornspäne unterzumischen, um für ausreichende Substratdurchlässigkeit und eine gute Grunddüngung zu sorgen. Anschließend wird ein Pflanzloch ausgehoben, das den doppelten Umfang des Wurzelballens besitzen sollte. Eine Kiesdrainage im Pflanzloch sorgt anschließend für einen besseren Wasserablauf.
  3. Schritt – Ulmenbaum pflanzen: Stellen Sie die jungen Ulmenbäumchen für etwa 10 Minuten in einen Eimer voll Wasser, bevor Sie sie in das Pflanzloch setzen. Der Vorgang lässt sich wunderbar für die Zeit während der Bodenvorbereitung anberaumen. Sobald keine Luftbläschen mehr aus dem Eimer aufsteigen, dürfen Sie die Bäumchen dann an ihren finalen Standort pflanzen. Setzen Sie die Ulmen aber nicht zu tief und gießen Sie die Bäume nach der Pflanzung großzügig an.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Ulmus: Herbst oder Frühjahr
  • in den ersten Wochen nach der Pflanzung darf kein Frost auftreten
  • Boden zuvor tiefgründig lockern und Kompost oder Hornspäne untermischen
  • die Zugabe von Sand kann die Bodendurchlässigkeit verbessern
  • anschließend Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • für Optimierung des Wasserablaufs Kiesdrainage ausbringen
  • Wurzelballen für ca. 10 min in Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • danach Ulmenbaum nicht zu tief ins Pflanzloch setzen und großzügig angießen
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Pflege der Ulme – gießen, schneiden und vermehren

Eine gute Winterhärte können Ulmen nur ausbilden, wenn sie ausreichend tiefe Wurzeln im Erdreich ausbilden. Wichtig hierfür ist eine großzügige Bewässerung, denn auch wenn Staunässe am Standort des Ulmenbaums tunlichst zu vermeiden ist, so gilt er doch als feuchtigkeitsliebend. Für eine optimale Bewässerung bietet sich das Mulchen mit Rindenmluch an. Gießen Sie lieber einmal richtig durchdringend, anstatt immer wieder nur oberflächlich zu bewässern. Nachdem die Ulmenwurzeln ausreichend tief ins Erdreich gewachsen sind, beschränkt sich die Bewässerung meist auf anhaltende Trockenphasen im Sommer. Mit Blick auf die Nährstoffvorlieben der Ulmenbäume ist auch kalkhaltiges Wasser kein Problem.

Auch über eine Düngung im Frühjahr freut sich die Ulme sehr. Geeignet ist hier neben auch spezieller Baumdünger. Spätestens nach Juli sind dann allerdings sämtliche Nährstoffgaben einzustellen, damit die Ulmentriebe nicht unnötig weich werden. Hierdurch könnte der Baum im Winter nämlich vermehrt Frostschäden nehmen und krankheitsanfälliger werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • in jungen Jahren Ulmus regelmäßig gießen
  • das Substrat sollte konstant feucht sein, ohne Staunässe aufzuweisen
  • eine Schicht Rindenmulch verbessert die Bodenfeuchtigkeit enorm
  • ist der Ulmenbaum ausgewachsen reicht eine Bewässerung in Trockenphasen
  • kalkhaltiges Wasser ist zum Gießen durchaus empfehlenswert
  • Düngung der Ulmen erfolgt im Frühjahr mit Kompost oder Baumdünger
  • im Sommer, etwa gegen Juli / August sind Düngemaßnahmen dann einzustellen

In der Regel benötigen Ulmen keinen Rückschnitt um zu kräftigen Bäumen zu gedeihen. Dennoch können Auslichtungsschnitte oder schonende Formschnitte die Wuchsdichte der Ulme verbessern und ihre Blütenbildung anregen. Ein solcher Schnitt wird am besten an frostfreien sowie trüben Tagen zwischen Februar und März angewandt, kurz bevor die Ulme austreibt.

Schneiden Sie vorrangig nach innen wachsende Äste und über den Boden ragende Wurzeltriebe aus. Trockene Äste könnten auf eine Baumerkrankung hinweisen und legend neben dem Schnitt auch eine Baumkontrolle nahe. Welke Blätter könnten beispielsweise auf das berühmt berüchtigte Ulmensterben hinweisen. Bei geringem Befall kann ein beherzter Schnitt hier noch viel ausrichten.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Ulmen benötigen nicht zwingend einen Rückschnitt
  • gelegentliche Form- oder Auslichtungsschnitte sind aber möglich
  • Schnittzeitpunkt: Februar bis März, vor dem Austrieb
  • eine frostfreie und trübe Witterung ist zum Schnitt empfehlenswert.
  • vorwiegend nach innen wachsende Äste und Wurzeltriebe kürzen
  • trockene Äste und welke Blätter können auf eine Erkrankung hinweisen
  • aus diesem Grund den Schnitt auch zur Baumkontrolle nutzen

Interessante Arten und Sorten der Gattung Ulmus

Die Gattung Ulmus umfasst 21 Arten, von denen 14 allein in China vorkommen. Doch auch in Europa sind diverse Ulmenarten heimisch. Neben der Feld-, Flatter- und Bergulme gibt es dabei noch einige weitere europäische Ulmenarten, die sich für eine Pflanzung im Garten eignen. Zudem existieren einige Sorten und Hybriden, die durch besonders originelle Blattfärbungen oder Astformen bestechen. Wer sich für eine Ulme im Garten entschieden hat, sollte jedoch darauf achten, in welchen Höhenlagen die gewählte Art zu Hause ist. Nachstehend einige Empfehlungen für unentschlossene:

SorteBeschreibung
Bergulme
Ulmus glabra
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: rote Blüten, grüne, gelbgrüne oder rotgrüne Blätter
Wuchshöhe: 35 bis 50 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: wächst in Höhenlagen von 1300 m; Ulmus glabra ist eine Elternart der Holländischen Ulme
gute Sorten: 'Atropurpurea', 'Camperdownii' (auch: Hängeulme, Laubenulme oder Trauerulme), 'Cornuta', 'Concavaefolia', 'Crispa', 'Exoniensis', 'Horizontalis' (auch: Schirmulme), 'Lutescens' (Gelbulme), 'Monstrosa', 'Nana' (Zwergulme), 'Nitida', 'Purpurea', 'Rubra'
Englische Ulme
Ulmus procera
Blütezeit: Februar bis April
Blütenfarbe: rotbraune Blüten, grüne Blätter
Wuchshöhe: 1 bis 40 m
Herkunft: England, Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: wächst in Höhenlagen von 600 bis 1000 m
Feldulme
Ulmus minor
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: rotbraune Blüten, rotgelbe oder rotgrüne Blätter
Wuchshöhe: 20 bis 30 m
Herkunft: Eurasien, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: wächst in Höhenlagen bis zu 2000 m; gemeinsam mit Ulmus glabra ist Ulmus minor Elternart der Holländischen Ulme
gute Sorten: 'Argenteo-Variegata', 'Christine Buisman', 'Dampieri', 'Dicksonii', 'Gracilis', 'Koopmannii', 'Lombartsii', 'Louis van Houtte', 'Marmorata', 'Pendula' (Hängeulme), 'Propendens', 'Purpurea', 'Ruepellii', 'Silver Gem', 'Umbraculifera', 'Variegata', 'Viminalis'
Flatterulme
Ulmus laevis
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: rotbraune Blüten, grüne Blätter
Wuchshöhe: 20 bis 40 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: wächst in Höhenlagen bis 1600 m
gute Sorten: 'Argento-Variegata', 'Aureo-Variegata', 'Colorans', 'Ornata', 'Punctata', 'Rubra', 'Tiliifolia', 'Urticaefolia'
Holländische Ulme
Ulmus x hollandica
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: rote Blüten, grüne oder goldgelbe Blätter
Wuchshöhe: 30 bis 40 m
Herkunft: Holland, Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Hybridkreuzung aus Ulmus glabra und Ulmus minor; wächst in Höhenlagen bis 1600 m
gute Sorten: 'Wredei' (Goldulme), 'Groeneveld', 'Jaqualine Hiller', 'Dampieri Aurea'


Ulme – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Die Ulme wird gelegentlich von Schädlingen wie der Ulmen-Gallblattlaus oder Gallmilben befallen. Sie haben Verfärbungen bzw. Veränderungen an den Blättern des Baumes zur Folge, können in der Regel aber effektiv durch das Spritzen von Brennnesselsud vertrieben werden.

Tückischer ist hingegen der Ulmensplintkäfer, der seine Eier unter die Borke der Ulme legt und dort eine gefährliche Pilzkrankheit überträgt, die zum Ausbruch des Ulmensterbens führt. Die Erkrankung ist in Europa seit 1920 für ein flächendeckendes Sterben zahlreicher Ulmenbäume verantwortlich und wird durch den Schlauchpilz Ophiostoma hervorgerufen, der die Wasserleitbahnen im Frühholz verstopft. Das Ulmensterben macht sich dabei vor allem durch verwelkte und vergilbte Blätter sowie trockene Äste bemerkbar. Leider sind derzeit keine effektiven Maßnahmen gegen diese Erkrankung bekannt, weshalb befallene Ulmen umgehend gefällt werden müssen. Aufgrund seiner besonderen Aggressivität ist das Ulmensterben meldepflichtig.

Fazit

Ulmus ist ein ausdauernder und hochwachsender Laubbaum, der bevorzugt in gemäßigten bis mild-kalten Klimaregionen gedeiht. In kalkhaltigen und feuchten Böden, die ausreichend Nährstoffe aufweisen, können Ulmen zahlreiche Jahrhunderte überstehen und Wuchshöhen bis zu 40 m erreichen. Unterstützen können sie das Wachstum Ihres Ulmenbaums durch eine verbesserte Wasserversorgung mittels Mulchen sowie Frühlingsdüngungen mit Kompost oder Baumdünger. Regelmäßige Kontrollen der Äste und Blätter sind ebenfalls wichtig, denn Krankheiten wie das gefährliche Ulmensterben sollten frühzeitig erkannt werden.

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