Tigerblume – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Tigerblume – Pflanzen, Pflege, Schneiden

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Der Name der Tigerblume (Tigridia) ist eigentlich etwas irreführend, denn nicht alle Arten dieser originellen Zierpflanze weisen tatsächlich ein Tigermuster auf. Viele Tigerblumenarten, darunter auch die beliebte Tigridia pavonia, besitzen eher ein geflecktes Muster, das mehr an einen Leoparden oder Jaguar denn an einen Tiger erinnert. Arten- bzw. sortenabhängig beschränkt sich das Muster dabei entweder auf die Blütenmitte oder bezieht auch die dreizähligen Radblüten der Tigerblume mit ein. Sowohl die Blüten- als auch die Musterfarbe der Tigridia variieren dabei in verschiedenen Weiß-, Gelb-, Violett- oder Rottönen. Ein einmaliges Farbspektakel, dass aus Tigerblumen ganz besonders extravagante Zierpflanzen macht. Tigridia pavonia hat zudem auch einen gewissen Nutzfaktor, denn ihre Blumenzwiebeln schmecken gegart wie Süßkartoffeln und sind in der mexikanischen Heimat dieser Tigerblume ein traditionelles Nahrungsmittel. Was es sonst noch über Tigridia zu wissen gibt und wie man die schöne Zierpflanze am besten kultiviert, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Pflanzung der Tigerblume – Standort und Ablauf

Die Tigerblume gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) und ist ausschließlich in Südamerika heimisch. Vor allem in der mexikanischen Flora finden sich unzählige Arten der Tigridia, was bereits verdeutlicht, dass es die exotische Zierpflanze eher warm und hell mag. Sonnige oder vollsonnige Standorte mit ausreichendem Windschutz sind somit am besten geeignet.

Als Standortboden wünschen sich Tigerblumenarten ein lockeres, sandig-lehmiges und humoses Substrat. Dieses sollte nach Möglichkeit immer frisch-feucht sein und einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert von 6,0 bis 7 aufweisen. Ideal ist eine Erdmischung, die zu 2 Teilen aus Kübelpflanzenerde, 1 Teil Sand und einem 1 Tongranulat oder Bimskies besteht. Gute Beetnachbarn im Freiland sind Schwertlilien, Lilien, Tulpen, Gladiolen und Sommerhyazinthen. Den schönen Blumenstauden ist gemeinsam, dass sie Blumenzwiebeln als Überdauerungsorgane ausbilden, weshalb sich eine alljährliche Gemeinschaftspflanzung im sommerlichen Zwiebelblumenbeet anbietet. Besonders gerne wird bei uns die Pfauen- oder Echte Tigerblume (Tigridia pavonia) gepflanzt.

Pflanztipp: Winterhart ist die Tigerblume leider nicht. Ein Freilandstandort kommt deshalb allenfalls im Sommer in Frage kommt. Allerdings lassen sich die Blumenzwiebeln der Tigerblume im Herbst problemlos ausgraben und bis zum nächsten Frühling in einem Topf im Haus überwintern. Danach kann man die Blumenzwiebeln im Frühling auf der Fensterbank vorziehen und Tigridia bis zum Sommer als Zimmerpflanze halten. Als Balkonpflanze im Kübel kommen Tigerblumen ebenfalls schön zur Geltung.


Einzelheiten zum Standort für Tigridia:

  • Tigerblume ist hauptsächlich in der mexikanischen Flora beheimatet
  • ein sonniger bis vollsonniger sowie windgeschützter Standort ist daher unerlässlich
  • der Standortboden sollte locker, humos, frischfeucht und sandig-lehmig sein
  • Tipp: 2 Teile Kübelpflanzenerde, 1 Teil Sand und 1 Teil Tongranulat oder Bimskies
  • Tigridia ist nicht winterhart und kann darum nur den Sommer im Freiland zubringen
  • hier ihre Blumenzwiebeln am besten gemeinsam mit anderen Zwiebelblumen pflanzen
  • gute Beetnachbarn sind Gladiolen, Lilien, Schwertlilien, Sommerhyazinthen und Tulpen
  • alternativ Tigerblume als Balkon- oder Zimmerpflanze halten
  • sehr beliebte Art ist die als Pfauenblume bekannte Echte Tigerblume (Tigridia pavola)


  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Da Tigridia nicht winterhart ist, darf sie aller frühestens im Juni ins Freiland, wenn die Temperaturen konstant über 10 °C liegen. Am besten wird sie bis dahin langsam an die Außentemperaturen gewöhnt. Die Eingewöhnungsphase kann nach den letzten Spätfrösten im Mai beginnen. Alternativ ist eine Auspflanzung im Warmhaus ab April möglich.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Damit die Blumenzwiebeln der Tigerblume im Boden nicht auf Hindernisse stoßen, muss das Pflanzsubstrat vor dem Setzen der Zwiebeln gründlich aufgelockert werden. Entfernen Sie gewissenhaft größere Steine und Unkrautreste. Grobe Erdbrocken werden feinkrümelig zerkleinert. Danach kann das Standortsubstrat mit Humus, Sand und Tongranulat bzw. Bimskies optimiert werden. Ergänzend ist in 5 bis 10 cm Bodentiefe eine Kiesdrainage auszubringen.
  3. Schritt – Tigerblume pflanzen: Setzen Sie Blumenzwiebeln der Tigridia etwa zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebel groß ist. Achten Sie auch auf einen Pflanzabstand von mindestens 12 bis 15 cm, damit die Zwiebeln genügend Platz zur Entfaltung haben. Nach dem Setzen der Blumenzwiebeln sollte dann zunächst sparsam gegossen werden. Erst, wenn die Pflanze sichtbar austreibt, können Sie die Bewässerung langsam erhöhen.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Tigridia im Freiland: Juni, mit Akklimatisierung nach den Eisheiligen
  • Pflanztermin für Vorzucht im Warmhaus: April
  • Boden vor dem Setzen der Zwiebeln gut auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • danach das Substrat mit Humus, Sand, Tongranulat oder Bimskies optimieren
  • eine Kiesdrainage in 5 bis 10 cm Bodentiefe verbessert den Wasserablauf
  • Setztiefe der Blumenzwiebeln: 2 – 3-fache Größe der Zwiebeln
  • Pflanzabstand: 12 – 15 cm
  • nach dem Setzen der Zwiebeln zunächst sparsam gießen bis Tigridia deutlich austreibt


Wissenswertes: Nicht nur der Gattungsname der Tigerblumen stiftet bei Laien gerne Verwirrung. Auch Beinamen wie Tigerlilie, Pfauenlilie, Pfauenblume oder Leopardenblume sorgen oftmals für Verwechslungen der Tigridia mit Zierpflanzen, die ähnliche Namen tragen. Vor allem der Begriff „Pfauenblume“ wird hier häufig sehr leichtfertig verwendet. Neben der Tigridia pavonia ist er nämlich auch für den als Stolz von Barbados bekannten Pfauenstrauch (Caesalpinia pulcherrima) und die Blauen Pfauenblumen (Dies iridioides) gebräuchlich.


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Tigerblume pflegen – gießen, düngen und schneiden

Der Standortboden der Tigerblume sollte bis zum Herbst immer leicht feucht sein. Staunässe ist aber dennoch zu meiden, denn gerade die Rhizome von Zwiebelblumen sind bei Überwässerung äußerst anfällig für Fäulnis. Ein guter Anzeiger für Wasserüberschuss sind die Blätter der Tigridia. Werden diese welk, so ist die Bewässerung unverzüglich einzustellen.

Wer seine Tigerblume alljährlich in frisch optimierte Freilanderde setzt, der muss die Zierpflanze eigentlich nicht zusätzlich düngen. Nur Kübelpflanzen die mehrere Jahre im selben Substrat zubringen, werden von April bis September alle vier Wochen mit Flüssigdünger versorgt. Alternativ kann man im Frühling Düngestäbchen in die Erde stecken.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Tigerblume bis zum Herbst leicht feucht halten, ohne Staunässe zu erzeugen
  • sobald die Blätter anfangen zu welken, das Gießen einstellen
  • Düngung ist bei frisch gesetzten Zwiebeln nicht nötig
  • Kübelpflanzen von April bis September 1 x monatlich mit Flüssigdünger versorgen
  • ersatzweise im Frühling Düngestäbchen nutzen

Wer keine Selbstaussaat seiner Tigerblumen anstrebt, der kann die Blütenstiele der Pflanzen abschneiden, sobald sie verblüht sind. Die Blätter der Tigridia sollten bis zum Herbst aber unbedingt noch an der Pflanze verbleiben, damit sie vor dem Winter noch ausreichend Licht absorbieren und so Nährstoffe in der Blumenzwiebel speichern kann. Erst, wenn die Blätter vergilben, dürfen Sie diese ebenfalls abschneiden.

Vermehrung durch Selbstaussaat oder Zwiebelteilung: Wenn Sie die welken Blüten der Tigerblume nicht zurückschneiden, sät sich die Pflanze eventuell von selbst im Garten aus. Erfolgversprechender ist allerdings die Teilung der Zwiebelknollen. Diese erfolgt wie bei allen Zwiebelblumen durch vorsichtiges abtrennen der Tochterzwiebeln. Am besten führen Sie diese Maßnahme nach der Überwinterung durch, denn hier können die Brustzwiebeln gleich erneut verpflanzt werden und haben bis zum nächsten Herbst ausreichend Zeit, um zu kräftigen Knollen heranzuwachsen.


Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Blütenstiele können abgeschnitten werden, sobald die Blüten verwelkt sind
  • Blätter der Tigerblume hingegen bis zum Herbst an der Pflanze belassen
  • für Vermehrung durch Selbstaussaat die Blütenstiele ebenfalls stehen lassen
  • Zwiebelteilung von Frühling bis Sommer vor der Neupflanzung durchführen


Tigerblume überwintern – so gelingt’s

Wie bereits erwähnt, ist Tigridia nicht winterhart. Ihre Zwiebeln müssen deshalb im Oktober ausgegraben und frostfrei überwintert werden. Geben Sie die Zwiebelknollen einfach in einen Topf voll Erde und stellen Sie diesen an einen kühlen und dunklen Ort im Haus, an dem die Temperaturen nicht unter 7 °C fallen. Während der Wintermonate dürfen die Zwiebeln gerne alle 4 Wochen moderat gegossen werden. Die Wassergaben sollen jedoch nur der Austrocknung vorbeugen, daher bitte nicht überwässern!

Interessante Arten und Sorten der Tigridia

Außer der Tigridia pavonia werden bei uns eigentlich kaum andere der bis zu 55 Tigerblumenarten kultiviert. Ein Stöbern in den Sommerangeboten der Gärtnereien lohnt sich aber, denn manchmal findet man hier seltene Schätze. Hier einige Empfehlungen:

SorteBeschreibung
Echte Tigerblume (Pfauenblume)
Tigridia pavonia

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: orangerote Blüten mit gelb-rot gefleckter Blütenmitte
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Herkunft: Mexiko
Besonderheiten: Sorten in weiß, gelb, rot und violett erhältlich
gute Sorten: 'Alba', 'Aurea', 'Canariensis', 'Lilacea', 'Speciosa'
Hallbergs Tigerblume
Tigridia hallbergii

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: weiß-schwarzviolett getigerte Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Herkunft: Mexiko
Besonderheiten: Tigridia hallbergii ist eine der wenigen Tigerblumenarten mit echtem Tigermuster
Schwertblättrige Tigerblume
Tigridia lancifolium

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: gelborange Blüten mit gefleckter Mitte
Wuchshöhe: 40 bis 60 cm
Herkunft: Mexiko
Besonderheiten: Tigridia lancifolium wird gerne gemeinsam mit Elfenblume und Schaumblüte gepflanzt
Van-Houten Tigerblume
Tigridia van-houteei

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: grün-violett gefleckte Blüten, getigerte Mitte
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Herkunft: Mexiko
Besonderheiten: aufgrund ihrer Zweifachmusterung sehr selten
Violette Tigerblume
Tigridia violacea

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: violette Blüten mit gesprenkelter Mitte
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Herkunft: Mexiko
Besonderheiten: sehr zarte Blätter mit seltener, filigraner Musterung


Tigerblume – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Bis auf Schnecken sind keine nennenswerten Schadbilder an Tigridia bekannt. Die Weichtiere lassen sich aber problemlos mit entsprechenden Bekämpfungsmaßnahmen wie Schneckenkorn oder Schneckenzäune von den für sie sehr schmackhaften Blumenzwiebeln fernhalten.

Fazit

Die Tigerblume ist eine exotische Zierpflanze, welche überwiegend in der mexikanischen Flora beheimatet ist. Gemäß ihrer Herkunft benötigt sie bei uns sonnige, warme und geschützte Standorte, wobei zumindest im Sommer eine Freilandpflanzung möglich ist. Im Herbst lassen sich die Zwiebeln der Tigerblume dann unkompliziert ausgraben und bis zum nächsten Frühling im Haus verwahren. Besonders schön sehen die exotischen Blumen mit dem auffälligen Leoparden- oder Tigermuster neben anderen Zwiebelblumen aus. In Gemeinschaftspflanzung lässt sich so zum Beispiel ein sommerliches Blumenbeet aus Tigerblumen, Lilien und Schwerlilien zaubern.

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