Stiefmütterchen – Aussaat, Pflege, Sorten

Stiefmütterchen – Aussaat, Pflege, Sorten

© Marco Uliana - Fotolia.com
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Als Stiefmütterchen bezeichnet man eine bestimmte Gruppe aus der Familie der Veilchengewächse (Violaceae). Das Blümchen ist vor allem aufgrund seiner zarten Blütenblätter sehr beliebt, die in verschiedenen Farbvariationen erscheinen. Auch ihren Namen hat das Stiefmütterchen der Extravaganz seiner Blüten zu verdanken. Das untere, besonders schmuckvoll erscheinende Blütenblatt steht dabei sinnbildlich für die Stiefmutter selbst, während die beiden angrenzenden Nebenblütenblätter ihre leiblichen Töchter symbolisieren. Die halb verdeckten Blütenblätter sind hingegen als Sinnbild für die ungeliebten Stieftöchter zu verstehen, welche im ‚Familienportrait der Blüte‘ metaphorisch im Hintergrund gehalten werden.

Zum Anbau im Garten gerne genutzt werden das Acker-Stiefmütterchen, das kultivare Gartenstiefmütterchen (viola wittrockiana), sowie ein daraus gekreuzter Hybrid namens Hornveilchen (Viola cornuta). Leider sind gekreuzte Exemplare meist schon nach einem Jahr verblüht, da die überdimensional großen Blütenblätter die Pflanzen sehr viel Kraft kosten. Im Fachhandel gibt es jedoch auch mehrjährige Stiefmütterchen zu erstehen.



Stiefmütterchen pflanzen – Standort und Ablauf

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Während die Spätblüher der Veilchen Vollsonne vorziehen, bevorzugen im Sommer blühende Exemplare den Halbschatten. Auch wachsen Sorten wie das Hornveilchen besser auf steinigem Untergrund, wohingegen das Gartenstiefmütterchen mit Kompost angereicherte, entwässerte Erde liebt. Ebenso ist der Standort für Gartenstiefmütterchen im Idealfall stickstoff- und basenreich, was einem pH-Wert von 6,5 bis 8 entspricht. Das Acker-Stiefmütterchen im Speziellen ist jedoch weniger Blütenintensiv, dafür aber robuster und verträgt deshalb auch eher trockenen Boden gut.

Wird das Stiefmütterchen in Kübeln oder Kästen angepflanzt, reicht gewöhnliche Blumenerde absolut aus. Die Veilchen machen sich wunderbar als farbenfrohe Nachbarn von Tulpen und Narzissen. Mit Ausnahme des wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor). Dieses enthält hochwirksame Inhaltsstoffe gegen Akne und Ekzene und sollte deshalb gesondert kultiviert werden, um die stoffliche Konzentration zu fördern.

Einzelheiten zum Standort im Überblick:

  • Stiefmütterchen mögen, je nach Sorte, Halbschatten oder Vollsonne
  • Hornveilchen mag steinigen Boden
  • Garten-Stiefmütterchen bevorzugen nährstoffreichen Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8
  • für Acker-Stiefmütterchen wird trockener Boden empfohlen
  • in Kübelpflanzung reicht gewöhnliche Gartenerde aus
  • Tulpen und Narzissen sind gute Nachbarn der bunten Veilchen
  • ausschließlich das wilde Stiefmütterchen sollten gesondert kultiviert werden

Viola-Sorten wachsen im Topf, Balkonkasten oder direkt im Garten gleichermaßen gut. Die Veilchengewächse können dabei entweder als Topfware ausgepflanzt oder aus Samen gezogen werden. Die folgende Anleitung hilft Ihnen dabei.

  1. Schritt – Pflanzen vorziehen: Stiefmütterchen bevorzugen zum Keimen schattige, dauerhaft feuchte Standorte im Garten. Handelsübliche Blumenerde bietet in der Regel eine optimale Grundlage. Geeigneten Schatten erzielen Sie, indem Sie ein dickeres Tuch oder einen Eimer über die Aussaat stülpen. Ein durchgehend schattiger Standort im Haus ist ebenfalls annehmbar. Erfolgen sollte die Aussaat idealer Weise Ende Mai bis Anfang Juni.
  2. Schritt – Stiefmütterchen aussäen: Geben Sie je drei Samen in ein Pflanzloch, das etwa 1 bis 2 cm tief sein sollte. Decken Sie die Mulde locker mit Erde zu und sorgen sie durch Abdecken der Erdoberfläche für eine rasche Keimung der Viola.
  3. Schritt – Pflanzen pikieren: 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat ist das Pikieren der Viola an der Reihe. Setzen Sie die vereinzelten Pflanzen im Abstand von 20 bis 25 cm so um, dass die feinen Wurzeln gut mit Erde bedeckt sind. Ob im Garten, Topf oder Kübel spielt dabei keine Rolle.
  4. Schritt – Pflanzen angießen: Nachdem Sie die Viola gut mit Erde zugedeckt haben, gießen Sie die neu eingesetzten Pflanzen mit Leitungswasser an. Überschwemmen Sie die Jungpflanzen aber nicht, sondern halten Sie die Erde lediglich mäßig feucht.

Kurzschritte zu Aussaat und Pflanzvorgang im Überblick:

  • Stiefmütterchen wachsen im Garten (Freiland) oder im Topf gleichermaßen gut
  • normale, nährstoffhaltige Gartenerde für die Anzucht verwenden
  • Aussaat zwischen Mai und Juni vornehmen
  • Viola nach 4 bis 6 Wochen pikieren und vereinzelt umpflanzen
  • Topfware ebenso wie Jungpflanzen – Abstand von 20 bis 25 cm einhalten
  • Staunässe vermeiden und für mäßige Dauerfeuchtigkeit nach dem Pflanzen sorgen

Pflege der Stiefmütterchen – gießen, düngen und schneiden

© o_april - Fotolia.com
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Hornveilchen sind insgesamt etwas robuster als gewöhnliche Arten der Viola, was Witterung und Wasserzufuhr betrifft. Grundsätzlich sollten Sie bei Stiefmütterchen aber darauf achten, dass der Boden im Garten gut durchfeuchtet ist. Staunässe ist zu vermieden, da die Wurzeln der Pflanzen sonst faulen. Gerade bei Stiefmütterchen im Topf muss die Wasserzufuhr diesbezüglich wohldosiert werden.

Die Sommerblüher unter den Veilchen schätzen es, wenn sie alle zwei Wochen einen flüssigen Volldünger erhalten. Wird bei der Pflanzung noch Komposterde untergemischt, sind Viola mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • gut befeuchtete Erde ohne Staunässe ist optimal
  • unzureichender Wasserabfluss sorgt für Wurzelfäulnis
  • sommerblühende Viola benötigt alle zwei Wochen Volldünger
  • Komposterde ist ein idealer Düngerersatz

Alle Arten der Viola kommen mit Trockenphasen gut zurecht und auch das Überwintern im Freiland stellt für Gartenstiefmütterchen und Hornveilchen kein Problem dar. Damit die Pflanzen ihre Energie aber auf die Schönheit ihrer Blüten und einen gesunden Wuchs konzentrieren können, ist es hilfreich, verwelkte Blüten und Blätter zu entfernen oder abzuschneiden. Bedenken Sie jedoch, dass das winterharte Stiefmütterchen bei Kälte seine Blüten einrollt, was nicht mit einem Verwelken verwechselt werden sollte. Während den Wintermonaten selbst müssen Sie Ihre Veilchen im Garten nicht pflegen.

Vermehren: Verwelkte Blüten der Veilchen enthalten Saatgut, welches am potentesten ist und bleibt, wenn es trocken und mäßig warm gelagert wird. Die Aussaat erfolgt im frostfreien Frühjahr, im warmen Zimmer. Sobald aus den Samen kleine Pflanzen sprießen, können Sie diese ab Mai ins Freiland setzen.

Kurztipps zur Pflege und Vermehrung:

  • Stiefmütterchen und Hornveilchen sind sehr winterhart
  • gelegentliche Trockenphasen werden ebenfalls gut überstanden
  • verwelkte Blüten und Blätter der Veilchen für besseren Wuchs entfernen oder abschneiden
  • Vermehrung der Pflanzen über Anzucht der Samen
  • Viola benötigen in den Wintermonaten keine Pflege

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Stiefmütterchen

ArtBeschreibung
Hornveilchen
(Viola cornuta)
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: gelb, blau, blauviolett, purpurviolett
Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
Herkunft: Pyrenäen
Eignung für Anbau: gut in Steingärten und Staudenbeeten
Besonderheiten: kleine Blüten, frosthart, Sonnenanbeter
Gartenstiefmütterchen
(Viola wittrockiana )
Blütezeit: März bis Oktober
Blütenfarbe: extrem vielfältig
Wuchshöhe: 20 bis 25 cm
Herkunft: Kulturform
Eignung für Anbau: gut in Gärten, Balkonen und Terrassen
Besonderheiten:frosthart, grosse Blüten, lange Blütezeit
Parma-Veilchen / weisses Veilchen
(Viola alba)
Blütezeit: Januar bis April
Blütenfarbe: reinweiß bis lilablau
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Herkunft: Mittelmeergebiet
Eignung für: mäßig im Freiland
Besonderheiten: benötigt Plusgrade, schöne Schnittblumen
Wildes Stiefmütterchen
(Viola tricolor)
Blütezeit: März bis September
Blütenfarbe: gelb, weiss, blauviolett in Nuancierung
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Anbau: gut im Freiland, als Randbepflanzung
Besonderheiten: Heilwirkung, winterhart

Stiefmütterchen – mögliche Schädlinge und ihre Bekämpfung

Stiefmütterchen können von einigen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Die Veilchen sind allerdings sehr robust und ein Befall geschieht selten. Wird eine Pflanze dennoch krank, erscheint es fraglich, ob Rettungsmaßnahmen hilfreich sind, vor allem wenn es sich um einjährige Exemplare handelt. Bei zweijährigen Veilchen gehen sie am besten wie folgt vor:

Blattläuse: Bei leichtem Blattlausbefall kann ein Gemisch aus Lavendel- und Teebaumöl (auf 250 ml Wasser kommen jeweils 20 Tropfen ätherisches Öl) Abhilfe schaffen. Sprühen Sie die befallenen Pflanzen kurzerhand damit ein und achten Sie darauf, den Sprühvorgang nach der Mittagssonne durchzuführen, um ein Verbrennen der Blüten und Blätter zu vermeiden. Auch kalter Kaffee als Spraykur kann helfen. Beide Methoden sind über fünf Tage hinweg bis zu dreimal täglich anzuwenden.

Grauschimmel: Grauschimmel ist eine ansteckende Pilzinfektion, die sich über den Wind verbreitet. Zu erkennen ist der Grauschimmel an einem grauen, samtigen Belag, der sich auf den Blättern der befallenen Pflanze festsetzt. Stiefmütterchen werden zwar eher selten davon befallen, ist dies aber doch einmal der Fall, ist die Pflanze leider nicht mehr zu retten. Entsorgen Sie die Viola dann sofort, werfen Sie die Pflanze jedoch nicht in den Kompost, sondern in die Biotonne.

Mehltau: Echter Mehltau (Erysophaceae) wird durch Schlauchpilze verursacht, welche in Form von mehlartigem Belag hauptsächlich die Oberseite der Pflanzenblätter befallen. Falscher Mehltau (Peronosporaceae) hingegen zählt zu den Eipilzen und dringt in die Pflanze selbst ein, von wo aus er sich bis an die Blattunterseiten der Stiefmütterchen vorarbeitet. Trockenes Wetter begünstigt die Verbreitung beider Mehltauarten, wobei eine Eindämmung im Anfangsstadium durch regelmäßiges besprühen der befallenen Blätter mit Knoblauch- oder Zwiebelsud gelingen kann. Bei größerem Befall wird eventuell der Einsatz von niemhaltigen Spritzmitteln oder Kieselsäure notwendig.



Fazit

Ob kleinblättriges Hornveilchen oder großblättriges Gartenstiefmütterchen – Arten der Viola punkten durch ihre unaufdringliche Farbenschönheit und ihre zierliche Eleganz. Sie sind auch in der kälteren Jahreszeit ein schöner Blickfang und dank ihrer pflegeleichten Art schon beinahe ein Muss für jeden Gärtner.

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