Sonnenhut – Standort, Pflanzen, Pflege

Sonnenhut – Standort, Pflanzen, Pflege

© K.-U. Häßler - Fotolia.com
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Mit seinen in zahlreichen Farben erstrahlenden Blüten verschönert der auch als Igelkopf bekannte Sonnenhut (Echinacea) jede Gartenanlage. Dabei zählen umgangssprachlich auch sogenannten Rudbeckien zu den Sonnenhüten, denn ihre kegelförmigen, leicht herabhängenden Zungenblüten besitzen ebenfalls die Form eines Hutes. Es ist jedoch ratsam, die beiden Pflanzen nicht zu verwechseln. So haben die Pflanzen nicht nur leicht abweichende Standortbedingungen sondern unterscheiden sich auch in Sachen Heilwirkung. Nur die echte Echinacea besitzt die vielgerühmten Heilkräfte, die von vielen privaten Anwendern beschworen wird, während Rudbeckien kaum zur Nutzung als Heilpflanze geeignet sind. Um die bewusste Unterscheidung beider Pflanzengattungen voranzutreiben, möchten wir Ihnen im Folgenden nur die Kultivierung von ‚echtem‘ Sonnenhut beschreiben.


Wissenswertes: Schon die Ureinwohner Amerikas sollen entdeckt haben, dass Echinacea gegen Husten, Halsschmerzen und Mandelentzündungen helfen soll. Entsprechende Sprays, Tabletten und Kapseln sind auch heute noch in Apotheken erhältlich. Zudem wird Sonnenhut in der Neuzeit gegen Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen, sowie bei schlechter Wundheilung eingesetzt. Bevorzugte Sorten für derartige Zwecke sind Echinacea angustifolia, pallida und purpurea.




Sonnenhut pflanzen – Standort und Ablauf

Der aus Nordamerika stammende, bis zu 1,60 Meter hohe Sonnenhut gehört, wie auch die Rudbeckien, zur großen Familie der Korbblütler (Asteraceae). Wenngleich die beiden Stauden aber zur selben Pflanzenfamilie gehören, stellen sie bisweilen unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort. Einzig in Sachen Lichtverhältnisse kommen die Pflanzen auf einen Nenner, denn Rudbeckien wie Sonnenhüte bevorzugen einen vollsonnigen, warmen Standort. Sonnenhut im Speziellen toleriert dabei kaum Abweichungen. Bereits im hellen Schatten fällt seine Blüte spärlicher aus. Fällt Ihre Wahl auf den Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea), sollten Sie zudem auf einen windgeschützten Standort zu achten.

In Sachen Bodenansprüche sind Rudbeckie und Sonnenhut wesentlich weniger gleichgesinnt. Wo Rudbeckien bei Trockenheit empfindlich reagieren, bleibt der Sonnenhut relativ geduldig. Es ist ihm bisweilen sogar lieber, etwas trockener zu stehen, als dauerhafter feuchter Erde ausgesetzt zu sein. Ob angustifolia, pallida oder purpurea – die Standorterde für Echinacea sollte demnach stets gut durchlässig, dafür aber nährstoffreich sein. Leicht säuerliche bis leicht basische Böden mit pH-Werten um 5,5 bis 7,5 sind ideal, was den Eigenschaften eines normalen Gartenbodens in der Regel entspricht. Gute Pflanznachbarn sind Eisenhut, Rittersporn und Salbei.

Einzelheiten zum Standort für den Sonnenhut:

  • Echinacea benötigt vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort
  • im Schatten oder Halbschatten reduziert Sonnenhut seine Blüte
  • gern gepflanzte Sorten: angustifolia, pallida und purpurea
  • die Stauden brauchen nährstoffreiche, sowie durchlässige aber speicherfähige Erde
  • pH-Wert des Bodens: leicht sauer bis leicht basisch zwischen 5,5 und 7,5
  • gute Nachbarpflanzen für Sonnenhut: Eisenhut, Rittersporn und Salbei


© 7monarda - Fotolia.com
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  1. Schritt – der richtige Pflanztermin: Sonnenhut gibt es mittlerweile ganzjährig zu kaufen. Es empfiehlt sich allerdings, gerade winterharte Stauden der Echinacea immer im Herbst zu pflanzen. Zu dieser Jahreszeit muss sich der oberirdische Teil nicht mehr auf den energieraubenden Blütenaustrieb konzentrieren und kann stattdessen seine Kräfte in die Wurzeln lenken, welche im noch sommerwarmen Boden schnell austreiben. Milde Übergangstemperaturen und genügend Regenfälle unterstützen diesen Vorgang.


  2. Schritt – Standortvorbereitung: Wenn Sie den richtigen Standort für Ihre Echinacea ausgewählt haben, ist es an der Zeit, den Boden vorzubereiten. Sofern Sie die Pflanze in ein Gefäß setzen, ist der Aufwand natürlich weit geringer als im Freiland. Ein angemessen großer Topf mit guten Abflussmöglichkeiten genügt, um die Pflanzung vorzunehmen. Im Freiland sollten Sie dagegen zunächst Gartenerde von alten Pflanzen- oder Wurzelteilen, sowie von größeren Steinen befreien. Im Anschluss lockern Sie das Substrat gründlich auf. Idealerweise haben Sie reifen Kompost zur Hand, den Sie in kleinen Mengen unter die Pflanzerde mischen können. Dies verspricht dem Sonnenhut nämlich von Anfang an eine gute Nährstoffversorgung und stärkt seinen Wuchs nachhaltig.


  3. Schritt – Sonnenhut pflanzen: Lösen Sie die Conatinerpflanzen behutsam aus ihrem Topf und entwirren Sie verhedderte Wurzeln sanft. Um die Verwurzelung positiv zu beeinflussen, können Sie die alte Erde vorsichtig vom äußeren Wurzelballen schütteln. Ist jener dafür zu trocken, sollten Sie ihn vor dem Pflanzen für ein paar Sekunden ins Wasserbad stellen. Das Pflanzloch sollte der anderthalben Größe des Wurzelballens entsprechen und nach dem Einpflanzen mit Gießaufsatz angewässert werden.


Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • frostharte Stauden der Echinacea im Herbst pflanzen
  • Standort vor der Einpflanzung gut vorbereiten
  • Erde gut auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • Bodensubstrat vor der Pflanzung mit Kompost anreichern
  • Echinacea bei trockenem Wurzelballen kurz in Wasser stellen
  • Pflanzlich sollte 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • nach dem Einpflanzen Sonnenhut erstbewässern

Pflege des Sonnenhuts – gießen, düngen, schneiden

Beim Gießen können Sie an der Echinacea nicht viel falsch machen, so lange Sie Staunässe tunlichst vermeiden. Steht die Pflanze im Freien, reichen die jährlichen Regenfälle meist aus, um den Feuchtigkeitsspeicher der Standorterde aufzufüllen. Nur bei längeren Trockenphasen, die mehrere Tage dauern, kann Zugießen erforderlich sein. Nutzen Sie hierfür am besten leicht abgestandenes Regenwasser, ist dieses dem Sonnenhut doch am liebsten.

Ähnlich unkompliziert wie im Wasserbedarf ist die Staude Echinacea auch beim Düngen. Im Frühjahr vor und im Herbst nach der Blüte tut es der Echinacea gut, wenn Sie Kompost um den Wurzelbereich ausbringen. Falls Sie keinen frischen, reifen Kompost zur Hand haben, sind im Handel für die Natur unbedenkliche Ersatzprodukte erhältlich. Da von genügend Nährstoffen auch die Heilwirkung der Stauden profitiert, freuen sich vor allem Echinacea angustifolia, pallida und purpurea über die Nährstoffzufuhr. Ansonsten ist eine Düngung aber nicht nötig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • normale Regenfälle decken den Wasserbedarf der Echinacea
  • in lang anhaltenden Trockenphasen gesammeltes Regenwasser zugießen
  • Düngung von Sonnenhut im Frühling und Herbst
  • Kompost oder ökologischen Kompostersatz über dem Wurzelbereich ausbringen
  • weitere Düngemaßnahmen sind bei der Pflanze nicht notwendig

In jungen Jahren benötigt der farben- und wuchsfreudige Sonnenhut keinen Rückschnitt. Natürlich können Sie verblühte Teile der Pflanze jederzeit entfernen, um die Bildung neuer Blüten zu entfernen, doch ein regulärer Staudenschnitt ist erst im vierten bis fünften Standjahr angebracht. Schneiden Sie die Staude hier nach der Blüte auf 10 bis 15 Zentimeter zurück, damit die Echinacea im Folgejahr wieder kräftig austreiben kann. Wenn Ihre mehrjährige Staude schon lange am gleichen Ort steht, können Sie diese ggf. auch vorsichtig ausgraben und umpflanzen. Sonnenhut ist nicht an seinen Standort gebunden und verschmerzt einen Wechsel des Wuchsbodens daher erfahrungsgemäß gut.

    Vermehren durch Aussaat: Im Gegensatz zur Erstpflanzung von Echinacea im Herbst sollte die Aussaat im Frühling (März bis spätestens Ende Juni) stattfinden. Weichen Sie die Samen vor der Ausbringung über Nacht ein, bis sie leicht aufgequollen sind. Anzuchtschälchen sind als Aussaatgefäß ideal und normale Gartenerde reicht als Boden für die Samen völlig aus. Diese werden in einem Abstand von 1 bis 2 Zentimetern gesät und nur mit 2 bis 4 Millimeter Erde bedeckt. Ferner benötigt Echinacea Wärme und gute Luftzirkulation, um zu gedeihen. Stülpen Sie deshalb eine durchsichtige, mit kleinen Löchern versehene, Plastiktüte über die Anzuchtschale und sorgen Sie für eine warme Umgebung um die 20 °C. Für genügend Feuchtigkeit sorgt ein Wasserzerstäuber, mit dem Sie die Erde täglich besprühen. Sobald die Keimlinge nach etwa 8 Wochen zu ca. 15 Zentimeter großen Setzlingen herangewachsen sind, können Sie die Jungpflanzen im Abstand von 30 bis 40 Zentimeter ins Gefäß oder Freiland auspflanzen.


    Vermehrung durch Wurzelteilung: Ab dem vierten oder fünften Lebensjahr können Sie die Wurzeln der Echinacea im Herbst freilegen und mit einem scharfen Messer oder einem Spaten faustgroße Wurzeltriebe abteilen. Achten Sie auf junge Triebspitzen, da diese ein erneutes Verwurzeln garantieren. Die Ausbringung der Wurzelschnittlinge erfolgt unmittelbar nach der Teilung nach den Schritten der Erstpflanzung.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • verwelkte Blüten der Echinacea absammeln um Blütenneubildung zu fördern
  • bodennaher Rückschnitt von Sonnenhut erst ab dem 4. Standjahr
  • Staude hier nach der Blüte auf ca. 10 bis 15 cm zurück schneiden
  • ergänzend zum Rückschnitt kann eine Umpflanzung erfolgen
  • für Vermehrung durch Aussaat Samen der Echinacea 1 Nacht in Wasser einweichen
  • Samen in Anzuchtschalen im Abstand von 1 bis 2 cm ausbringen
  • danach mit 2 bis 4 mm Erde bedecken und an warmen Standort mit 20 °C stellen
  • durchsichtige, mit Löchern versehene Plastiktüte über Anzuchtschale stülpen
  • Befeuchtung der Samen erfolgt durch Wasserzerstäuber
  • nach ca. 8 die 15 cm großen Jungpflanzen ins Freiland setzen
  • Mindestabstand der jungen Stauden im Beet beträgt 30 bis 40 cm
  • für Vermehrung durch Wurzelteilung Sonnenhut ab dem 4. Standjahr ausgraben
  • Wurzelballen mit scharfem Messer in Faustgroße Wurzeltriebe zerteilen
  • einzelne Schnittlinge sollten junge Triebspitzen besitzen
  • Ausbringung der Wurzelschnittlinge wie bei Erstpflanzung
  • Wurzelteilung der Pflanze findet idealer Weise im Herbst statt

Sonnenhut überwintern

Sonnenhüte sind bis zu -40 °C winterhart. Sie brauchen daher keine aufwändigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Es reicht aus, wenn Sie Ende Herbst eine Schicht Mulch über dem Wurzelbereich ausbringen, um diesen vor Frostschäden zu schützen. Ansonsten übersteht Echinacea die kalte Jahreszeit aber ohne Probleme.

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Echinacea

Nach neuester Überarbeitung der Pflanzensystematik werden neun Arten und je zwei Varietäten zur Gattung Echinacea gezählt. Sie alle bestechen durch eine Fülle an möglichen Farben ihrer Blüten, sowie variable Wuchshöhen, dank derer sich Sonnenhut für jeden Gartenzweck eignet. Eine farben- und sortenreiche Auswahl beliebter Arten möchten wir Ihnen nachstehend aufzeigen:

SorteBeschreibung
Roter Sonnenhut
Echinacea purpurea
Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: weiße bis orange und rosa bis rote Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Magnus', 'Powwow Wil Berry', 'Prairie Splendor', 'White Swan', 'Rubinstern', 'Green Jewel'
Gelber Sonnenhut (Rudbeckie)
Echinacea paradoxa
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelbe Blüten
Wuchshöhe: 70 bis 90 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorten: 'Goldsturm', 'Full Sun' 'Goldquelle', 'Rustic Dwarfs', 'Goldball'
Schmalblättriger Scheinsonnenhut
Echinacea angustifolia
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: rosa Blüten
Wuchshöhe: 50 bis 70 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: winterhart bis -40°C
Prärie-Igelkopf
Echinacea pallida
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: rosa Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 140 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: hängende, längliche Blütenblätter

Sonnenhut – Mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

© Sonja Birkelbach - Fotolia.com
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Sonnenhüte schützen nicht nur das menschliche Immunsystem, sie schützen sich auch selbst vor vielen Schädlingen und Fressfeinden. Einzig die Jungpflanzen werden gerne von Schnecken heimgesucht. Um sie vor den hungrigen Gartenbewohnern zu schützen, sollten Sie die Pflänzchen regelmäßig untersuchen und etwaige Schnecken entfernen. Ökologische Schneckenkörner können auch helfen, sofern die Schneckenplage zu groß ist. Als weitere Schadbilder sind bekannt:

    Mehltau – Ab und an kann es vorkommen, dass die robusten Sonnenhüte trotz bester Pflege von Mehltau befallen werden. Mehltau, zu erkennen an einem abwischbaren Belag auf den Blättern, behandeln Sie am besten mit Brennnesselsud oder einer milchsauren Lösung, wobei die Gemische mit einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzenteile aufzutragen sind. Für den Brennesselsud übergießen Sie eine Handvoll Brennnesseln mit einem Liter heissen Wasser. Für saure Milchlösungen eignet sich ein Wasser-Milch- oder ein Wasser-Molke-Gemisch, jeweils im Verhältnis 2:1.


    Blattnematoden: Die auch Blattälchen genannten Blattnematoden richten eine Art Saugschaden an der Pflanze an. Zu erkennen ist ein solcher Befall an hellen, rötlichen Flecken auf den Blättern, welche entlang der Blattaderbegrenzungen verlaufen. Gegen diesen Befall können Sie leider nichts anderes tun, als die befallene Staude zu entfernen. Entsorgen Sie das Gewächs aber nicht im Kompost, sondern nur im Hausmüll.



Fazit

Ob als Heilpflanze oder als reine Gartenverschönerung – die unkomplizierte Echinacea empfiehlt sich sowohl Gartenanfängern als auch Fortgeschrittenen. Durch ihre länglichen Blüten in verschiedenen Farben wird die Pflanze zu einem angenehm dezenten Blickfang und auch Schmetterlinge, Bienen und andere Nützlinge freuen sich sehr über Sonnenhüte in Ihrem Garten. Achten Sie aber auf einen sonnigen Standort, da die Korbblütler im Schatten und Halbschatten sehr schnell ihre Blüte einbüßen.

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