Senf pflanzen – Aussaat, Pflege und Ernte

Senf pflanzen – Aussaat, Pflege und Ernte

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Viele kennen Senf nur als würzige Paste aus dem Glas. Dabei ließe sich die Senfpflanze (Sinapis) als Gewürzkraut eigentlich auch unkompliziert im Kräutergarten kultivieren. Ein Pluspunkt hier: Sinapis dient nicht nur als Küchengewürz, sondern auch zur Grunddüngung im Garten. Darüber hinaus sind die gelben Radblüten des Krautes sehr ziervoll und deshalb ein echter Hingucker im Nutzbeet. Wie Aussaat und Ernte von Senf zu Hause gelingt, erfahren Sie hier.

Kultur von Senf – Standort und Aussaat

Senfpflanzen sind sowohl in Eurasien, als auch in Afrika heimisch und gehören wie ihre Verwandten aus der Gattung Kohl zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Ein wichtiger Hinweis für die Standortwahl, denn Kreuzblütler dürfen weder im Kräuter- noch im Gemüsebeet nebeneinander gepflanzt oder gesät werden. Grund hierfür ist der enorme Nährstoffhunger dieser Pflanzen, der den Boden schnell auslaugt und bei Mischkultur zum Eingehen des konkurrenzschwächeren Kreuzblütengewächses führt. Wer Senfarten als Gewürz- oder Gründüngungspflanzen anbauen möchte, der sollte demnach die Fruchtfolge beachten. Wird Senf hingegen fern von Kohl und Co. kultiviert, kann dies dem Boden sehr guttun. Der Tiefwurzler ist nämlich dafür bekannt, das Erdreich aufzulockern, zu belüften und ihm schädliche Schwermetalle zu entziehen. Bauern nutzen Sinapis darum gerne als ein- bis zweijährige Zwischenfrucht zur Gründüngung und Bodenreinigung auf ihren Feldern.

Die Aussaat der anspruchslosen Senfpflanzen kann ähnlich jener der Kresse auf dem bloßen Küchenpapier oder im Topf erfolgen. Später reicht dann gewöhnliche Gartenerde als Pflanzsubstrat aus, wobei der Boden einen gewissen Kalkgehalt und damit neutrale bzw. alkalische Werte zwischen 7,5 und 8,5 besitzen sollte. Daneben wünscht sich Senf einen sonnigen Standort. Hier bilden die Senfkörner ihre würzige Schärfe optimal aus. Besonders gerne gesät werden hierzulande Weißer Senf und Ackersenf. Eine Überwinterung erübrigt sich bei den meist einjährigen Gewürzkräutern.

Pflanztipp: Neben anderen Kreuzblütengewächsen wie Kohl oder Senf-Kohl darf Sinapis zwar nicht stehen, jedoch gibt es eine Fülle anderer Gemüse- und Kräuterpflanzen, mit denen sich Senf wunderbar versteht. Hierzu zählen zum Beispiel Mais, Weizen und Erdbeeren. Gerade von letzteren soll die Senfpflanze erfolgreich Nematoden fernhalten. Als Gründüngung kommen Senfarten für besagte Gewächse ebenfalls in Frage. Wer nach weiteren Ideen für Mischkulturen sucht, der kann sich an die traditionellen Pflanzpartner des Kohls halten, die Senf ebenfalls gerne als Beetnachbar oder Gründüngung akzeptieren.


Einzelheiten zum Standort für Senf:

  • Sinapis ist als einjährige Pflanze gänzlich unkompliziert
  • die Aussaat erfolgt auf Cellulose-Küchenpapier oder im Topf
  • danach den Senf an sonnigem Standort in kalkhaltige Gartenerde pflanzen
  • pH-Wert des Bodens: neutral bzw. alkalisch, zwischen 7,5 und 8,5 Punkten
  • als Kreuzblütler Senfpflanzen nicht neben Kohl und anderen Kreuzblütlern kultivieren
  • auch als Vor- oder Folgepflanzung ist das Gewürz hier ungeeignet
  • bei anderen Gemüse- und Kräuterpflanzen dient Senf als Gründüngung
  • Gartenboden wird durch die Gründüngungspflanzen außerdem gelockert und gereinigt
  • gute Pflanzpartner: Mais, Weizen und Erdbeeren
  • an Erdbeeren hält das Gewürz Nematoden fern
  • übliche Beetnachbarn von Kohl kommen ebenfalls für Mischkultur in Frage
  • beliebte Arten sind Weißer Senf und Ackersenf


  1. Pflanzschritt – Wahl des Aussaattermins: Die Aussaat des Senfs auf Küchenpapier oder im Zimmertopf hat den Vorteil, dass die Samenkörner nicht wie im Freiland von Vögeln weggepickt werden können. Wer im Beet sät, sollte hier eine Saattiefe von etwa 2 cm berücksichtigen, um den Gartenvögeln die Samenkörner nicht auf dem Serviertablett zu präsentieren. Der beste Termin für die Aussaat liegt Ende April bis Mitte Mai. Hier steht dem Gewürz an einem hellen Standort genug Licht für die Keimung zur Verfügung. Keimfähiges Saatgut in Form von Senfkörnern lässt sich in jedem gut sortierten Gartenhandel oder im Onlineshop erstehen.
  2. Pflanzschritt – Aussaat der Senfkörner: Nehmen Sie einen mit Erde gefüllten Topf oder eine kleine Schale zur Hand. Letztere legen Sie mit Cellulose-Küchenpapier aus und befeuchten dieses ausreichend. Danach säen Sie die Senfkörner auf dem Anzuchtuntergrund aus. Wichtig ist, dass die untere Hälfte der Senfkörner stetigen Kontakt zum Wasser hat. Halten Sie das Küchentuch bzw. die Anzuchterde deshalb konstant feucht. Die Keimung sollte dann bei normaler Zimmertemperatur innerhalb von fünf bis sieben Tagen einsetzen. Mit Erde müssen Sie die lichtkeimenden Samen nicht bedecken.
  3. Pflanzschritt – Umpflanzung der Senfkeimlinge: Sobald aus den Senfkörnern robuste kleine Pflänzchen erwachsen sind, sollten sie endgültig in einen Topf gesetzt werden. Hier können sich die Jungpflanzen ungestört fertig entwickeln. Drainieren Sie den Pflanzbehälter am besten mit Kies, um einen guten Wasserablauf zu garantieren. Ab Anfang Juni dürfen die Senfpflanzen dann in den Garten oder auf den Balkon umziehen. Der Reihenabstand beträgt nun 15 bis 20 cm. Damit die Pflanzen hier bei Wind nicht umknicken, können Sie bei Bedarf einen Bambusstab als Wuchshilfe anbringen.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Senfkörner: Ende April bis Mitte Mai
  • im Freiland Saattiefe von 2 cm beachten, um Vögel von den Körnern fernzuhalten
  • im Haus mit Erde gefüllten Topf oder Schale mit gut befeuchtetem Küchenpapier nutzen
  • Senfkörner darauf aussäen und den Anzuchtboden konstant feucht halten
  • die Keimung sollte dann innerhalb von 5 – 7 Tagen erfolgen
  • auf Küchenpapier ausgesäte Körner nach der Keimung in Topf setzen
  • nachdem die Jungpflanzen gut entwickelt sind umtopfen oder ins Freiland pflanzen
  • Reihenabstand: 15 bis 20 cm
  • ein Bambusstab als Wuchshilfe ist nun empfehlenswert
Wissenswertes: Nicht nur der Gattungsname der Tigerblumen stiftet bei Laien gerne Verwirrung. Auch Beinamen wie Tigerlilie, Pfauenlilie, Pfauenblume oder Leopardenblume sorgen oftmals für Verwechslungen der Tigridia mit Zierpflanzen, die ähnliche Namen tragen. Vor allem der Begriff „Pfauenblume“ wird hier häufig sehr leichtfertig verwendet. Neben der Tigridia pavonia ist er nämlich auch für den als Stolz von Barbados bekannten Pfauenstrauch (Caesalpinia pulcherrima) und die Blauen Pfauenblumen (Dies iridioides) gebräuchlich.


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Pflege des Senfs – gießen, düngen und ernten

Ist die Anzucht des Senfs erst einmal geglückt, zeigt er sich überaus anspruchslos. Außer ausreichend Sonnenlicht und gelegentlichen Wassergaben benötigt er eigentlich keinerlei Pflege. Mit Blick auf die Vorliebe der Senfarten für Kalk darf sogar kalkhaltiges Leitungswasser zur Bewässerung verwendet werden. Eine zusätzliche Düngung ist für die Gewürz- und Gründüngungspflanzen nicht notwendig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Arten des Senfs benötigen kaum Pflege
  • nur den Boden der Gewürz- und Gründüngungspflanzen leicht feucht halten
  • kalkhaltiges Leitungswasser darf genutzt werden
  • eine Düngung des Krauts ist nicht nötig


Die nährstoffhaltigen Stängel und Blätter der Senfarten machen sie zu einer wunderbaren Gründüngung im Garten. Man kann das Pflanzengrün entweder zu Mulch verarbeiten oder klein geschnitten in den Standortboden anderer Gartenpflanzen einbringen. Die Senfblätter im Speziellen eignen sich allerdings nicht nur zur Gründüngung, sondern können gemeinsam mit den Senfkörnern als Küchengewürz verwendet werden. Ernten kann man die Senfblätter meist schon drei bis vier Wochen nach der Anzucht. Die Senfkörner werden dagegen erst nach der Blüte im Herbst geerntet, sobald das Laub beginnt, abzuwelken und die Schoten hörbar rasseln.

Zur Weiterverarbeitung der Senfkörner werden die reifen Schoten abgeschnitten und für etwa vier Wochen getrocknet. Danach geben Sie die Schoten am besten in ein Sieb, dessen Löcher nur etwas größer als die Senfkörner sind. Durch das Sieben (ggf. auch manuelle Öffnung hartnäckiger Schoten) lassen sich die Samenkörner so am leichtesten von der Hülle trennen. Im Übrigen ist Senf nicht nur wegen seines Geschmacks sondern auch wegen seiner Heilwirkung interessant. So gelten die Inhaltsstoffe der Senfpflanzen beispielsweise als verdauungsfördernd, herzstärkend, entgiftend und antiseptisch, weshalb sie nicht nur als Gewürz- und Gründüngungspflanzen, sondern auch als Heilkräuter von Bedeutung sind.

Vermehrung durch Aussaat: Wer einige Schoten des Senfs im Herbst stehen lässt, der kann eventuell auf eine Selbstaussaat der Pflanze hoffen. Wer auf Nummer Sicher gehen oder das Gewächs vollständig zur Gründüngung verwenden möchte, der sammelt die Senfkörner aber komplett ab und beginnt im nächsten Frühjahr erneut mit der Anzucht.


Kurztipps zum Ernten und Vermehren:/u>

  • Ernte der Pflanzenteile zur Gründüngung schon ca. 1 Woche nach der Anzucht möglich
  • die Gründüngungspflanzen danach einfach als Mulch oder Dünger verwenden
  • Senfblätter und Senfkörner lassen sich zudem als Gewürz oder Heilkräuter nutzen
  • Körnerschoten werden aber erst im Herbst nach der Blüte geerntet
  • hier mit dem Schnitt abwarten, bis die Schoten hörbar rasseln
  • danach etwa 4 Wochen trocknen und anschließend die Körner durch ein Sieb filtern
  • für Vermehrung einige Senfkörner aufheben und im Frühjahr neu aussäen
  • eine Selbstaussaat klappt nicht immer, kann jedoch getestet werden

Interessante Arten des Senfs

Die Senfpflanze gibt es in insgesamt vier Arten, wobei hierzulande meist nur der Weiße Senf und der Ackersenf in Kultur sind. Daneben finden auch die Varianten des Kohlsenfs Verwendung. Sie werden nur allzu gerne mit dem echten Senf verwechselt, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie den Senfpflanzen sehr ähnlich sehen und bei der Senfherstellung ebenfalls eine Rolle spielen. Um Verwechslungen vorzubeugen, hier eine kleine Übersicht:

SorteBeschreibung
Ackersenf
Sinapis arvensis

Blütezeit: März bis Oktober
Blütenfarbe: gelbe Radblüten
Wuchshöhe: 20 bis 100 cm
Herkunft: Asien, Europa, Nordafrika
Besonderheiten: ein- bis zweijährig; als Bienenweide und Gewürzpflanze in Verwendung
Weißer Senf
Sinapis alba
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: hellgelbe Radblüten
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Herkunft: Asien, Europa, Nordafrika
Besonderheiten: ein- bis zweijährig; beliebte Bienenweide, Gewürz- und Heilpflanze; dient außerdem als Gründüngung
Schwarzer Senf (Senf-Kohl)
Brassica nigra

Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: gelbe Radblüten
Wuchshöhe: 30 bis 200 cm
Herkunft: Arabien, Europa, Nordafrika
Besonderheiten: bis -18 °C winterhart; Bienenweide und Gewürzkraut; benötigt sandige, lehmige oder tonige Standortböden; nicht mit, vor oder nach Senfpflanzen am selben Standort anbauen
Brauner Senf (Indischer Senf)
Sinapis juncea

Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: gelbe Radblüten
Wuchshöhe: Asien, Osteuropa
Herkunft: 30 bis 100 cm
Besonderheiten: bis -18 °C winterhart; benötigt lehmige, sandige oder tonige sowie kalkfreie Standortböden und einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert von 6 bis 7,3 Punkten; Oberbodendicke von mind. 15 cm ist Voraussetzung für erfolgreiche Kultur; keine Mischkultur oder direkte Fruchtfolge mit Sinapis-Arten
Abessinischer Senf (Äthiopischer Senf)
Brassica carinata

Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: gelbe Radblüten
Wuchshöhe: 50 bis 100 cm
Herkunft: Äthiopien, Afrika
Besonderheiten: einjährig; benötigt lehmige, sandige oder tonige Standortböden; für Mischkulturen und Fruchtfolgen mit Sinapis-Arten ungeeignet


Senf – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Für die echte Senfpflanze sind keine nennenswerten Schadbilder bekannt. Findet entgegen aller Empfehlungen jedoch eine Mischkultur mit oder Gründüngung bei Senf-Kohl statt, so kann dies an beiden Pflanzen das Risiko eines Befalls durch Kohlhernie erhöhen.

Fazit

Was Bauern an der Senfpflanze längst zu schätzen wissen, könnte auch für Gärtner von Interesse sein. Denn Senf-Arten eignen sich wunderbar als Bodenverbesserer und Gründüngung für andere Gartengewächse. Eine Ausnahme bilden diesbezüglich andere Kreuzblütler, mit denen Senf auf keinen Fall gemeinsam gepflanzt werden darf. Ansonsten ist Sinapis in Mischkultur, wie auch in Einzelpflanzung, aber unglaublich pflegeleicht und benötigt kaum Zuwendung. Senf selbst zu pflanzen anstatt ihn zu kaufen, ist also definitiv eine Überlegung wert!

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