Sellerie – Anbauen, Standort, Anbau und Ernte

Sellerie – Anbauen, Standort, Anbau und Ernte

© Tim UR - Fotolia.com
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In Europa wird Sellerie (Apium) etwa seit dem 17. Jahrhundert angebaut und gilt hier seither zum traditionellen Wintergemüse. Als Heilpflanze wurde Apium allerdings bereits in der Antike hoch geschätzt, wo man ihn als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel bei Verdauungsstörungen, Gicht und Nierensteinen anwandte. Sogar als Antirheumatikum und Aphrodisiakum kam Sellerie damals zum Einsatz. Wer sich die geschmacklichen und medizinischen Vorzüge des Selleries selbst in den eigenen Garten holen möchte, für den haben wir hier eine kleine Anleitung zum Anbau der Gemüsepflanze.

Wissenswertes: Sellerie ist äußerst nahrhaft und wirkt sich durch eine hohe Anzahl an Vitaminen, Antioxidantien, Eisen und Folsäure äußerst positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Sein Wirkstoff Apigenin stoppt zudem die Vermehrung von Krebszellen. Genießen können Sie Sellerie dabei nicht nur als Salatgemüse, sondern auch in Form von Selleriesaft und als würzige Zutat für so manche Suppe oder Soße.


Sellerie im Garten anbauen – Standort und Ablauf

Die Gattung Sellerie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Ihre Arten sind vorwiegend in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel zu finden, gedeihen hin und wieder aber sogar in tropischen Gebirgsregionen. Als klassisches Soßen- und Suppenwürzmittel unterscheidet man gemeinhin zwischen Knollensellerie und Staudensellerie. Während Staudensellerie nur eine kleine Knolle ausbildet, sind die Rhizome des Knollenselleries besonders dick und fleischig. Aus diesem Grund werden von Staudensellerie nur die oberirdischen Pflanzenteile als Gewürzkraut genutzt, wohingegen bei Knollensellerie die namensgebenden Wurzelknollen als Suppengrün oder Wurzelgemüse verwendet werden.

Zur Kultivierung von Sellerie jedweder Art eignen sich Aussaat und Direktpflanzung gleichermaßen. Anbauen sollten Sie die Pflanzen dabei in sonniger Lage und nährstoffreichem Boden mit einem neutralen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Bei früher Aussaat erfolgt die Anzucht am besten in Töpfen auf der hellen Fensterbank. Eine Aussaat im Garten ist hingegen erst bei einer konstanten Außentemperatur von mindestens 16 Grad möglich. Gute Beetnachbarn für Selleriepflanzen sind Salat, Spinat, Gurken, Tomaten oder auch Kohlgemüse.

Wichtig: Beete, auf denen Sie Sellerie anbauen, sollten frühestens 4 Jahre nach der Erstkultivierung wieder mit Sellerie bepflanzt werden.


Einzelheiten zum Standort für Sellerie:

  • Selleriepflanzen mögen licht- und nährstoffreiche Standorte
  • pH-Wert des Standortbodens: neutral, zwischen 6,5 und 7,5 Punkten
  • zu unterscheiden ist zwischen Knollensellerie und Staudensellerie
  • Knollensellerie wird als Suppengrün oder Wurzelgemüse verwendet
  • Staudensellerie stellt würzige Blatt- und Stangenkräuter
  • Frühzuchten am besten in Töpfen auf der Fensterbank vorziehen
  • im Garten Sellerie erst ab Außentemperaturen von mind. 16 °C anbauen
  • gute Pflanzpartner: Gurken, Kohlgemüse, Salat, Spinat und Tomaten
  • Beete nur alle vier Jahre erneut mit Sellerie bepflanzen
  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Die Frühaussaat des Selleries erfolgt ab März. Wie bereits erwähnt, sollten Selleriepflanzen zu dieser Zeit im Haus vorgezogen und dann nach den Eisheiligen in den Garten umgesiedelt werden. Für eine Direktaussaat ins Freiland müssen Sie dagegen unbedingt bis Mitte Mai warten, denn gerade junger Sellerie ist extrem kälteempfindlich.
  2. Schritt – Vorzucht im Topf (optional): Sofern sie mit dem Anbauen Ihres Selleries schon im März beginnen, ist für die Aussaat in Töpfe oder Anzuchtschalen gut durchlässige Anzuchterde ratsam. Da Sellerie lichtkeimende Samen besitzt, wird das Saatgut nur leicht angedrückt. Zu bewässern ist die Anzucht dann äußerst sparsam. Ein guter Tipp ist hier das Besprühen des Saatguts mittels einer Sprühflasche.
  3. Schritt – Jungpflanzen vereinzeln (optional): Pikiert werden junge Selleriepflanzen, sobald sie 2 bis 3 Blätter ausgebildet haben. Achten Sie hier auf einen Mindestabstand von 4 Zentimetern zwischen einzelnen Pflanzen. Auch sollten kränklich oder kümmerlich wirkende Jungpflanzen beim Vereinzelt aussortiert, und nur kräftige Pflanzen für den weiteren Anbau verwendet werden.
  4. Schritt – Freilandboden vorbereiten: Schon während der Anzucht sollte der zukünftige Standort im Garten mit Kompost angereichert werden. Wenn Sie junge Pflanzen im Gartenhandel erstanden haben, ist eine Bodenvorbereitung etwa drei bis vier Wochen vor dem eigentlichen Pflanztermin angezeigt. Störende Bodenhindernisse sind vor allem dann gewissenhaft zu entfernen, wenn Sie Knollensellerie anbauen möchten. Nur wenn der Standortboden im Freiland feinkrümelig genug ist, kann sich die würzige Knolle im Erdreich vollständig entfalten. Ein generelles Auflockern des Substrats schadet aber auch für Arten des Staudenselleries nichts.
  5. Schritt – Sellerie im Garten pflanzen: Die Umsiedelung vorgezogener Selleriepflanzen erfolgt grundsätzlich nach den Eisheiligen. Auch gekaufte Pflanzen sollten erst nach den letzten Spätfrösten im Garten angesiedelt werden. Zu beachten ist in beiden Fällen, dass das Pflanzenherz des Selleries oberhalb der Erde verbleibt. Der Abstand zwischen einzelnen Pflanzen beträgt 40 Zentimeter.
  6. Schritt – Erstpflege des Selleries: Die ersten Tage nach der Freilandausbringung sollten Sie die jungen Pflanzen mit einem Vlies schützen. Hat das Pflanzenherz den ungefähren Durchmesser einer Walnuss erreicht, kann die Erde soweit entfernt werden, dass die oberen Wurzeln sichtbar sind. Dies regt das Wachstum der Knolle an.

Kurzschritte zum Anbau im Überblick:

  • Aussaattermin bei Vorzucht: ab Anfang März
  • Umsiedelung / Direktpflanzung ins Freiland: ab Mai, nach den Eisheiligen
  • für Frühzucht im März gut durchlässige Anzuchterde nutzen
  • Saatgut nur leicht andrücken, denn Selleriesamen sind Lichtkeimer
  • bis zur Keimung nur sparsam mit Sprühflasche bewässern
  • Pflanzen werden pikiert, sobald sie 2 bis 3 Blätter ausgebildet haben
  • Pflanzabstand beträgt hier mind. 4 cm
  • Standortboden für Selleriepflanzen im Garten rechtzeitig vorbereiten
  • Bodenhindernisse entfernen, um den Knollen der Pflanzen Platz zu schaffen
  • danach feinkrümelig auflockern und mit Kompost anreichern
  • nach den letzten Spätfrösten Vorzuchten und gekaufte Pflanzen ins Freiland umsiedeln
  • Pflanzabstand im Garten beträgt nun 40 cm
  • Pflanzenherz des Selleries muss knapp über der Erde liegen
  • sobald es den Durchmesser einer Walnuss besitzt, weiter freilegen
  • Schutzvlies für junge Pflanzen ist empfehlenswert
© mates - Fotolia.com
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Pflege des Selleries – gießen, ernten und vermehren

In der Zeit von Ende Juli bis Oktober wächst der Sellerie zu einer würzigen Staude bzw. Knolle heran. Dabei benötigt er viel Wasser, Sonne und eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen. Bewässert werden sollte der Sellerie in dieser Zeit reichhaltig mit bis zu 20 Litern pro Quadratmeter. Staunässe ist jedoch trotz des hohen Wasserbedarfs der Pflanzen zu vermeiden.

Während seines gesamten Wachstums sollten Sie Ihren Sellerie insgesamt zweimal mit Dünger versorgen. Vor allem für die Knollen der Pflanzen sind die Nährstoffgaben besonders wichtig, welche idealer Weise in Form von kalihaltigem Flüssigdünger mit ins Gießwasser gegeben werden. Zusätzlich kann eine gelegentliche Bewässerung mit Brennnesseljauche nicht schaden, da Apium neben Kali auch Stickstoff sehr zu schätzen weiß.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Apium hat einen sehr hohen Wasserbedarf
  • insgesamt kommen im Garten auf 1 m² Selleriekultur ca. 20 l Wasser
  • Staunässe am Standort ist trotz allem zu vermeiden
  • Düngung erfolgt innerhalb der Kulturzeit zweimal mit Kalidünger
  • dieser fördert das Wachstum von Knolle und Staude
  • ergänzend hin und wieder mit Brennnesseljauche bewässern

Die erste Ernte kann bei Staudensellerie schon ab Mitte bis Ende Juni erfolgen, wobei die Stauden etwa drei Wochen vor dem Ernten im unteren Bereich mit Erde angehäufelt werden sollten. Knollensellerie wird hingegen erst ab Ende August geerntet. Ein Vorteil des Staudenselleries besteht darin, dass nach der Ernte eine neue Pflanzenstange nachwächst, wohingegen die Entnahme der Pflanzenknolle nur eine Ernte zulässt. Allerdings verträgt Knollen- im Gegensatz zum Staudensellerie Kälte deutlich besser. Für Späternten zum Zwecke der Winterlagerung ist Knollensellerie demnach deutlich besser geeignet.

Aufbewahren lassen sich die Knollen des Selleries an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort (z.B. im Keller). Die Wurzelknollen zuvor in Zeitungspapier einzuwickeln, hat sich allseits als gute Lagerstrategie bewährt. Auf sandigem Untergrund halten sie sich so mehrere Monate. Alternativ können Sie Sellerieknollen auch klein schneiden und einfrieren. Staudensellerie sollte dagegen nach Möglichkeit frisch verzehrt werden. Eine Lagerung ist hier allenfalls 2 Wochen möglich und auch nur, wenn Sie den Sellerie zuvor luftdicht verschlossen im Kühlschrank verwahrt haben.

    Vermehrung durch Aussaat: Möchten Sie keimfähige Selleriesamen erhalten, sollten Sie die Doldenblüten der Pflanzen ernten, bevor der Wind die Samen im Garten verweht. Die Dolden werden anschließend 2 bis 3 Wochen getrocknet und danach zur Samengewinnung in einem Leinensack gedroschen. Die Aussaat geschieht im darauffolgenden März wie gewohnt.

Kurztipps zur Ernte, Lagerung und Vermehrung:

  • Erntezeit für Staudensellerie: ab Mitte/Ende Juni
  • Erntezeit für Knollensellerie: Ab Ende August
  • Knollen des Selleries sind für Winterlagerung geeignet
  • hierzu die Knollen in Zeitungspapier wickeln und auf Sand im Keller lagern
  • alternativ dazu das Knollengemüse kleinschneiden und einfrieren
  • Selleriestangen und -blätter für längere Haltbarkeit im Kühlschrank verwahren
  • zuvor die Blätter und Stangen aber unbedingt luftdicht verschließen
  • für Vermehrung durch Aussaat die Blütendolden der Pflanzen ernten
  • anschließend für 2 – 3 Wochen trocknen; danach die Dolden dreschen
  • Aussaat erfolgt dann im nächsten Frühjahr wie gewohnt

Interessante Arten und Sorten des Apium

Von den ungefähr 30 Arten des Apium wird der Echte Sellerie (Apium graveolens) in Deutschland am häufigsten kultiviert Art. Er stellt die meisten, in der Küche genutzten Unterarten und Sorten, so auch den Knollen- und Staudensellerie. Hier ein kleiner Überblick:

SorteBeschreibung
Echter Sellerie
Apium graveolens
Erntezeit: Juni bis November
Kocheigenschaften: Nutzung als Heilpflanze oder zur Herstellung von Beilagen, Suppe, Salat oder Selleriesaft möglich
Besonderheiten: je nach Unterart werden die Knollen, Blattstängel oder Blätter in der Küche verwendet
Wurzelsellerie (Knollensellerie)
Apium graveolens var. rapaceum

Erntezeit: August bis September
Kocheigenschaften:würzige Knollen für Püreebeilangen, Salate oder als Suppengemüse; Nutzung der Knollen als Heilpflanze
gute Sorten: 'Anita', 'Balena', 'Berger's weiße Kugel', 'Biancho del Veneto', 'Dolvi', 'Giant Prague', 'Ibis', 'Mars', 'Monarch', 'President', 'Prinz', 'Rex'
Schnittsellerie (Staudensellerie)
Apium graveolens var. secalinum

Erntezeit: Juni bis September
Kocheigenschaften: würzige, petersilienähnliche Blätter, die gerne als Suppengewürz, Heilkraut oder zur Herstellung von Selleriesalz genutzt werden
gute Sorten: 'Amsterdamse Donkergroene', 'Gewone Snij', 'Safir'
Stangensellerie (Staudensellerie)
Apium graveolens var. dulce

Erntezeit: Juli bis November
Kocheigenschaften: besitzt einen besonders feinen Geschmack und hohen Gehalt an ß-Carotin; verwendet werden die Blattstiele
gute Sorten: 'Elne', 'Gigante Dorato', 'Goldener Riesensellerie', 'Golden Spartan', 'Spartacus F1', 'Tall Utah', 'Tango'


Sellerie – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© mariusz_g - Fotolia.com
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Gilt der Sellerie im Allgemeinen zwar als robust und widerstandsfähig, ist er dennoch nicht ganz vor Krankheiten und Schädlingen gefeit. Im Zusammenspiel mit Pflegefehlern, also Staunässe, Licht- oder Nährstoffmangel am Standort, müssen Sie darum mit folgenden Schadbildern rechnen:

  • Krankheiten – Typisch für die durch einen Pilz verursachte Blattfleckenkrankheit sind gelblich-braun verfärbte Blätter und Stängel. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und gänzlich vernichtet werden. Auch Pflanzenschutzmittel kann helfen. Eine weitere Pilzkrankheit, diese jedoch mit rötlichen Flecken, ist der Sellerieschorf. Er kann nur durch Pflanzenschutzmittel behandelt werden. Vorbeugend kann ein Tee aus Wermutkraut zur Besprühung der Pflanzen empfohlen werden.
  • Schädlinge – Als schmackhafte Pflanze ist Sellerie auch für Schädlinge interessant. Insbesondere Wühlmäuse und die Selleriefliege fügen dem Gewächs oftmals enormen Schaden zu. Vertrocknetes Blattgrün, sowie kleine Löcher in den Blättern sind dabei ein Hinweis auf die Selleriefliege. Fressspuren an den Knollen des Selleries deuten hingegen auf Wühlmäuse hin. Gegen Fliegenbefall kommen dabei maßgeblich Pflanzenschutznetze und der Einsatz von Nützlingen in Frage. Wühlmäuse wiederum lassen sich durch Pflanzenschutzgitter und ähnliche Blockaden im Erdreich auf Abstand halten.

Fazit

Sellerie ist schmackhaft, nahrhaft und gesund, weshalb er eine wunderbare Bepflanzung fürs Gemüse- oder Kräuterbeet darstellt. Wer den Doldenblütler im Garten anbauen möchte, sollte aber sicher stellen, dass die Gemüsepflanze ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgt wird. Für die Ernte und Lagerung als Wintergemüse nutzen Sie dabei am besten die Knollen des Wurzelselleries. Schnitt- und Stangensellerie bereiten Sie nach der Ernte dagegen lieber frisch zu, beispielsweise als Würzkraut für die Suppe oder als gesunder Selleriesaft.

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