Rote Beete – Anbauen, Aussaat, Pflege und Ernte

Rote Beete – Anbauen, Aussaat, Pflege und Ernte

© emuck - Fotolia.com
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Die auch als Rote Rübe bekannte Rote Beete (Beta vulgaris subsp. conditiva) gilt in Mitteleuropa als beliebtes Wintergemüse und zeigt sich in ihren Standort- und Pflegebedingungen relativ anspruchslos. Die Delikatessrübe wird vor allem zu Herstellung von Salaten, Säften und Suppen verwendet, wobei sie den meisten insbesondere in Form von Borschtsch, einem osteuropäischen Traditionsgericht bekannt sein dürfte. Allerdings kann man Rote Beete auch als originelle Zutat für Frikadellen, Aufläufe und sogar als Heilpflanze gegen Bluthochdruck und Mangelerscheinungen nutzen. Insbesondere einem Mineralstoffmangel wirkt das Wurzelgemüse effektiv entgegen, enthält Rote Beete neben Vitamin B doch einen besonders hohen Gehalt an Eisen, Folsäure und Kalium. Was Sie beim Anbau der Roten Rübe beachten sollten, verraten wir Ihnen nachstehend.



Rote Rüben anbauen – Standort und Ablauf

Wie Mangold zählt auch Rote Beete zur Gattung Beta, welche der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) angehört. Man vermutet, dass die Rote Rübe einst von den Römern aus Nordafrika nach Europa gebracht wurde, wo sie seither prächtig gedeiht. Bevorzugt werden dabei Standorte in der Sonne, oder zumindest im hellen Halbschatten. Die Lichtzufuhr ist für Rote Beete enorm wichtig, damit sie schattenbedingt keine gesundheitsschädlichen Nitrate in ihren Wurzelrüben ausbildet.

Ebenfalls wichtig zur Vermeidung von Nitratbildung ist bei Roter Beete die Unterbindung von Stickstoff im Boden. Ebenso sollte ein tiefgründiges, humoses und lehmiges Substrat gewählt werden, das eine gute Durchlässigkeit aufweist und gleichmäßig feucht bleibt. Der ideale Boden-pH-Wert für das Wintergemüse liegt im neutralen Bereich, zwischen 6,75 und 7 Punkten. Höher sollte der pH-Wert nicht liegen, da das Gemüse ansonsten leicht mit Mangelerscheinungen reagiert. Ebenfalls zu beachten ist, dass das Wurzelgemüse nur alle 4 bis 5 Jahre am selben Standort angebaut werden darf. Bis dahin bilden Hülsenfrüchtler, Doldenblütler und Nachtschattengewächse einen guten Platzhalter.

Anbautipp: Gute Beetnachbarn für Rote Beete sind Bohnen, Gurken, Kohlgemüse, Salate, Tomaten und Zwiebeln. Anderes Rüben-, ebenso wie Knollengemüse, beispielsweise in Form von Kartoffeln oder Möhren, ist in direkter Nachbarschaft hingegen ungeeignet, da sie der Roten Rübe nicht nur den Platz im Erdreich, sondern auch die fürs Wachstum wichtigen Nährstoffe streitig machen. Darüber hinaus sind für Rote Beete auch Lauch, Mais und Spinat, sowie ihr Artgenosse Mangold nicht als Nachbarpflanzen zu empfehlen.

 

Einzelheiten zum Standort für Roten Beete:

  • für Rote Beete sonnigen bis mäßig schattigen Standort wählen
  • zu viel Schatten befördert die Ausbildung von gesundheitsschädlichem Nitrat
  • auch stickstoffhaltige Böden sind mit Blick auf die Nitratbildung ungeeignet
  • stattdessen stickstoffarme, tiefgründige und humose Böden wählen
  • das Substrat sollte zudem lehmig, gut durchlässig und gleichmäßig feucht sein
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 6,75 und 7 Punkten
  • bei zu hohem pH-Wert reagier Rote Beete mit Mangelerscheinungen
  • nach der Kultivierung sollte eine Anbaupause von 4 – 5 Jahren eingehalten werden
  • zur Fruchtfolge Nachtschattengewächse, Hülsenfrüchtler oder Doldenblütler säen
  • gute Beetnachbarn: Bohnen, Gurken, Kohlgemüse, Salate, Tomaten und Zwiebeln
  • ungeeignete Beetnachbarn: Kartoffeln, Lauch, Mais, Mangold, Möhren und Spinat
  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Die Kultivierung von Roten Rüben erfolgt via Aussaat und kann bereits im März oder April beginnen. Bedenken Sie aber, dass die Keimlinge der Rüben zu dieser Jahreszeit noch sehr frostempfindlich sind und deshalb entweder im Frühbeet oder Haus vorgezogen werden müssen. Auch neigen frühe Saaten zum Schossen, was bedeutet, dass sie oberirdisch zwar einen Blütentrieb, unterirdisch jedoch keine üppige Rübenknolle ausbilden. Ohne Schutz und mit deutlich verminderter Schossgefahr besteht die Anzucht im Freiland erst ab Juni, nachdem die Eisheiligen definitiv vorüber sind und konstante Temperaturen von mindestens 20 °C vorherrschen. Ernten können Sie das lagerfähige Wintergemüse dann je nach Aussaattermin und Sorte von Juli bis November.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Um den Boden für den Anbau von Roter Beete optimal vorzubereiten, sollte der Beetstandort zunächst tiefgründig umgegraben und von störenden Bodenhindernissen wie Wurzelresten, Steinen und groben Erdbrocken befreit werden. Für eine Grunddüngung eignet sich Kompost. Dieser wir dam besten schon im Herbst vor der eigentlichen Aussaat in den Beetstandort eingearbeitet.
  3. Schritt – Rote Beete säen: Die Aussaattiefe der dunkelkeimenden Roten Beete beträgt 2 bis 3 Zentimetern. Idealerweise sollte der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Gewächsen, ebenso wie zu Beetnachbarn zwischen 20 und 30 cm liegen, damit sich die Rüben im Erdreich ungestört entwickeln können. Ein zusätzliches Pikieren ist bei Einhaltung des Pflanzabstandes während dem Aussäen nicht mehr nötig.
  4. Schritt – Saatgut bewässern: Nach der Aussaat ist es besonders wichtig, das Saatgut der Roten Rübe in regelmäßigen Abständen. Ein gleichmäßig feuchter Boden sorgt dann für eine schnelle Keimung. Verhindern sie trotz der konstanten Bodenfeuchte aber Staunässe am Standort, denn dies könnte für ein vorzeitiges Absterben der Keimlinge sorgen, oder deren Wurzeln mit einer Fäulniskrankheit überziehen. Dei Keimung sollte bei richtiger Bewässerung und geeigneten Temperaturen innerhalb von 8 bis 12 Tagen erfolgen.

Kurzschritte zum Aussaatvorgang im Überblick:

  • Hauptaussaatzeit für Rote Rüben im Freiland: Juni, bei konstanten 20 °C
  • Vorzucht ab März/April ist im warmen Frühbeet oder Haus möglich
  • je nach Aussaattermin kann man die Rüben dann von Juli bis November ernten
  • vor der Aussaat muss der Beetstandort tiefgründig umgegraben werden
  • störende Bodenhindernisse sind vorab zu entfernen
  • Gründdüngung des Bodens erfolgt im Vorherbst mit Kompost
  • die ideale Pflanztiefe liegt bei 2 bis 3 cm
  • der Pflanzabstand im Beet sollte zwischen 20 und 30 cm betragen
  • nach dem Säen muss die Anzucht ausreichend gegossen werden
  • Staunässe ist trotz regelmäßiger Bewässerung jedoch zu vermeiden
  • Keimung erfolgt innerhalb von 8 – 12 Tagen
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Pflege der Roten Beete – Gießen, Ernten, Vermehren

Der Pflegeaufwand für die Rote Rübe ist im Vergleich zu anderen Gemüsearten sehr gering, weshalb sich eine Kultivierung auch für Neulinge im Gemüseanbau eignet. Während des Wachstums der Pflanze ist es lediglich wichtig, die Rüben mit ausreichend zu gießen, wobei auch die tiefer gelegenen Wurzeln genügend Wasser abbekommen sollten. In heißen Sommermonaten kann die Bewässerung hier schon einmal täglich notwendig werden. Bei Regenwetter ist der Gießvorgang dagegen vorübergehend einzustellen, um Staunässe am Beetstandort zu vermeiden.

Das Düngen der Roten Rüben ist nicht zwingend erforderlich. Eine gute Grunddüngung reicht hier meist aus, um die Gemüsepflanzen zufrieden zu stellen. Wer möchte, kann hin und wieder aber Flüssigen Gemüsedünger mit ins Gießwasser mischen. Eine stickstoffhaltige Düngung, beispielsweise mit Brennnesseljauche, ist dagegen nicht ratsam. Wie bereits weiter oben erwähnt, führt Stickstoff im Boden zu einer vermehrten Ausbildung von Nitrat in den Rüben, welches im menschlichen Körper zu krebserregendem Nitrit umgewandelt wird.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Rote Beete benötigt konstante Bodenfeuchte
  • in anhaltenden Trockenperioden täglich gießen
  • bei feuchter Witterung ist die Bewässerung vorübergehend einzustellen
  • zusätzliche Nährstoffgaben sind bei guter Grunddüngung nicht nötig
  • bei Bedarf kann aber flüssiger Gemüsedünger ins Gießwasser gemischt werden
  • stickstoffhaltige Düngemittel wie Brennnesseljauche sind nicht geeignet
© gartenanlegen.net
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Die ersten Rüben können bei zeitiger Saat und entsprechender Sorte bereits ab Juli geerntet werden. Die Haupterntezeit erstreckt sich aber von August bis November, wenn das Rübengemüse einen einheitlichen Durchmesser von 3 bis 5 cm erreicht hat. Stellen Sie sicher, dass die Rübenwurzeln bei der Ernte nicht verletzt werden, denn dadurch können sich leicht Krankheiten und Fäulnis an den bilden. Ziehen Sie die Rotrübenwurzeln deshalb sehr behutsam aus der Erde. Lockern Sie die Rüben hierfür am Morgen leicht vor und ziehen Sie diese dann am Abend vollständig aus dem Beet. Abgeschlossen werden sollte die Ernte vor Frosteinbruch.

Lagern können Sie das Gemüse im kühlen und dunklen Keller oder im Kühlschrank. Wie für Wintergemüse üblich hält sich Rote Beete hier mehrere Wochen. Für noch längere Haltbarkeit legen Sie die Rüben am besten in Essig ein, denn dann sind sie in luftdicht verschlossenen Einmachgläsern bis zu einem Jahr oder länger genießbar. Eine kühle Lagerung ist jedoch auch hier notwendig, dein bei zu warmen Temperaturen am Lagerstandort stellt eine erhöhte Nitrat- bzw. Nitritbildung abermals ein Problem dar.

Kurztipps zum Ernten und Lagern:

  • Ernte der Roten Rüben: Juli bis November
  • Gemüse ist erntereif, wenn die Rüben 3 – 5 cm ∅ erreicht haben
  • zum Ernten die Rübenknollen morgens leicht vorlockern
  • abends dann das Gemüse behutsam aus der Erde ziehen
  • Fruchtschäden sind bei der Ernte mit Blick auf spätere Krankheiten zu vermeiden
  • Lagerung erfolgt in kühler und dunkler Umgebung (z.B. Keller oder Kühlschrank)
  • hier ist das Wintergemüse mehrere Wochen haltbar
  • für längere Haltbarkeit die Rote Beete in Essig einlegen
  • kühle Temperaturen sind zur Lagerung in jedem Fall unerlässlich
  • ein zu warmes oder gar feuchtes Klima begünstigt ansonsten die Bildung von Nitriten

Interessante Sorten der Beta vulgaris subsp. conditiva

Auch wenn Rote Beete im Allgemeinen für ihre rotviolette Rübenfärbung bekannt ist, so gibt es doch zahlreiche Sorten mit abweichendem Coloration. Von Rot-Weiß über Reinweiß bis hin zu Gelb-Orange und Gelb-Weiß lässt Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva heutzutage keine Farbwünsche mehr offen. Zudem variieren die Sorten der Roten Rübe auch in ihrer Erntezeit und Rübenform. Letztere kann dabei entweder rundlich, zylindrisch oder konisch sein. Für experimentierfreudige Gärtner, die gerne Neues ausprobieren, haben wir entsprechende Beispiele in unserer nachstehenden Sortenübersicht festgehalten:

SorteBeschreibung
Gelbe Beete 'Burpees Golden'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Burpees Golden'

Erntezeit: August bis November
Frucht: goldgelbe Rüben
Besonderheiten: kugelförmige Sorte mit mild-süßem Geschmack
Gelb-Weiße Beete 'Yellow Mangel'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Yellow Mangel'

Erntezeit: Juni bis Oktober
Frucht: weiße Rüben mit gelber Außenhaut
Besonderheiten: Riesensorte mit konischer bis zylindrischer Form; der Geschmack ist mild und leicht süßlich
Rote Beete 'Bull's Blood'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Bull's Blood'

Erntezeit: Juli bis Oktober
Frucht: purpurrote Rüben
Besonderheiten: kugelförmige Sorte mit süßlich-erdigem Geschmack
Rote Beete 'Cylindra'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Cylindra'

Erntezeit: August bis Oktober
Frucht: dunkelrote Rüben
Besonderheiten: Sorte mit zylindrischer Form und erfrischend, erdigem Geschmack
Rote Beete 'Rote Kugel'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Rote Kugel'

Erntezeit: August bis November
Frucht: rote Rüben
Besonderheiten: kugelförmige Standardsorte mit klassischem, erdig-süßem Geschmack
Rot-Weiße Beete 'Red Mammoth'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Red Mammoth'

Erntezeit: August bis November
Frucht: rot-weiß panaschierte Rüben
Besonderheiten: äußerst winterharte Riesensorte mit konischer Form und zart-süßem Geschmack
Rot-Weiße Ringelbeete 'Tonga di Chioghia'
Beta vulgaris subsp. conditiva 'Tonga di Chioghia'

Erntezeit: August bis November
Frucht: rot-weiß geringelte Rüben
Besonderheiten: kugelförmige Delikatesssorte; der süßlich-erdige Geschmack ist etwas feiner als bei der Standardsorte 'Rote Kugel'
Weiße Beete 'Albina Vereduna'
Beta vulgaris subsp. esculenta 'Albina Verunda'

Erntezeit: Juni bis Oktober
Frucht: weiße Rüben
Besonderheiten: kugelförmige Sorte mit süßlichem, zuckerrübenähnlicher Geschmack

 

Rote Beete mögliche Erkrankungen und Schädlinge

© Ezume Images - Fotolia.com
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Die pflegeleichte Art der Roten Beete wird auch durch ihre Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen unterstützt. Allenfalls Pflegefehler (z.B. Staunässe am Standort oder zu hohe Boden-pH-Werte) könnten zu Fäulnis oder Schimmel führen. In Sachen Schädlingen ist bislang nur ein Störenfried bekannt. Hierbei handelt es sich um die Rübenfliege. Ihre Larven können an den Rübenblättern so manche Fressschäden verursachen, was das Wachstum der Gemüsepflanzen durch Blattverlust erheblich beeinträchtigt.

Erkennen lassen sich die gefräßigen Rübenfliegenlarven durch Fraßlöcher im Bereich der Blätter, sowie an den Kothäufchen der Larven. Die Minenspuren der Schädlinge sind zunächst weißlich, später bräunlich gefärbt. Vorbeugen können Sie einem Schadbildbefall durch Anbringung eines Gemüsefliegennetzes. Da die Puppen der Gemüsefliegen im Boden überwintern und jährlich bis zu 2 Fliegengenerationen hervor bringen, sollte das Standortsubstrat regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden.



Fazit

Als pflegeleichtes und robustes Wurzelgemüse ist Rote Beete der ideale Tipp für Anfänger im Gemüseanbau. Maßgeblich zu beachten ist lediglich die besondere Empfindlichkeit der Roten Rübe gegen Stickstoff, sowie deren hoher Wasserbedarf. Auch ein neutraler pH-Wert des Bodens und eine ausreichende Lichtzufuhr sollte gewährleistet sein, damit die Rübe keine Mangelerscheinungen oder zu hohe Nitratwerte entwickelt. Neben dem gängigen Rot ist das Gemüse auch in Gelb und Weiß, sowie in gelb-weißer oder rot-weißer Färbung erhältlich.

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