Rosmarin – Anbauen, Ernte, Überwintern

Rosmarin – Anbauen, Ernte, Überwintern

Der Name des Rosmarins (Rosmarinus) stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt soviel wie „Meerestau“. Eine passende Bezeichnung, wachsen Rosmarinarten doch fast ausschließlich in den Küstengebieten des Mittelmeers. Dies bringt für den Anbau ein entscheidendes Problem mit sich, denn der zu den Kräutern der Provence gehörende Rosmarinus verträgt mitteleuropäische Winter nur sehr schlecht. Im Garten kann das beliebte Gewürzkraut daher nicht überwintern. Wie Sie Rosmarin dennoch erfolgreich kultivieren, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Wissenswertes: Rosmarin eignet sich nicht nur als Gewürz. Seine antibakterielle, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung prädestiniert in nämlich auch zur Behandlung diverser Gesundheitsbeschwerden, so zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, Zahnfleischentzündungen, Husten, Menstruationskrämpfe, Herz- und Kreislaufprobleme. Zudem besitzt Rosmarinus einen unverkennbares Aroma, weswegen das Kraut auch gerne als Duftpflanze verwendet wird.



Anbau des Rosmarins – Standort und Pflanzablauf

Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch und entstammt der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist von Südeuropa bis zur Arabischen Halbinsel und Nordafrika im gesamten Mittelmeergebiet heimisch und bevorzugt dort sonnige, warme, trockene und vor starken Winden geschützte Standorte. Die selben Standortbedingungen muss die Pflanze auch bei Freilandhaltung in Mitteleuropa vorfinden, wo er seit dem 14. Jahrhundert kultiviert wird. Im Sommer ist die benötigte Licht- und Wärmezufuhr hier an sich kein Problem. Die Kälte und Lichtarmut mitteleuropäischer Wintermonate macht den meisten Rosmarinarten dagegen arg zu schaffen. Sie müssen daher häufig im Haus überwintern. Damit ist das Kraut dem ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammenden Salbei sehr ähnlich, der auch als idealer Pflanzpartner für den Halbstrauch gilt. Als Beetnachbarn ebenfalls geeignet sind Lavendel, Thymian und Schnittlauch.

In Sachen Bodenansprüche ist Rosmarinus erfreulicher Weise weniger anspruchsvoll. Ein lockeres, kalkhaltiges und nährstoffreiches Substrat mit guter Bodendurchlässigkeit genügt dem wohlriechenden Heil- und Gewürzkraut völlig. Ideal ist ein sandig-kiesiges Substrat mit neutralen pH-Werten zwischen 7,35 und 7,45 Punkten. Eine Pflanzung im Topf (z.B. auf dem Balkon) ist mit Blick auf eine Überwinterung im Haus sehr zu empfehlen. Jedoch können Sie den Rosmarin auch erst mal im Kräuterbeet ansiedeln und ihn dann im Herbst zum Überwintern ausgraben und ins Haus holen.

Pflanztipp: Besonders gut macht sich Rosmarin auch im oberen Bereich einer Kräuterspirale. Dieser ist speziell für die Licht- und Bodenansprüche mediterraner Pflanzen vorgesehen und bietet dem Kraut daher einen idealen Standort.

Einzelheiten zum Standort für Rosmarin:

  • Rosmarin ist ein im Mittelmeerraum beheimateter Halbstrauch
  • er liebt folglich sonnige, warme, trockene und windgeschützte Standorte
  • das Standortsubstrat sollte locker, durchlässig, kalkhaltig und nährstoffreich sein
  • Boden-pH-Wert: neutral, von 7,35 bis 7,45
  • Pflanzung im Topf auf Veranda oder Balkon ist mit Blick aufs überwintern sinnvoll
  • alternativ den Halbstrauch im Kräuterbeet pflanzen und im Herbst ausgraben
  • auch ein Anbau im mediterranen Bereich einer Kräuterspirale ist möglich
  • guter Pflanzpartner für Rosmarin: Lavendel, Salbei, Schnittlauch und Thymian
Rosmarinstrauch | © Das Grüne Archiv

Da es sich bei Rosmarin um einen nicht winterharten Halbstrauch handelt, ist eine Aussaat unnötig zeitaufwendig. Normalerweise werden hier vorgezogene Exemplare aus dem Garten- oder Kräuterfachhandel gekauft und dann ins Beet bzw. einen Topf gesetzt. Dafür gehen Sie beim Anbau am besten wie folgt vor:

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Da der mediterrane Rosmarin keine kalten Temperaturen verträgt, sollte er erst im Spätfrühling, etwa gegen Ende April ausgepflanzt werden. Ab hier hat der Halbstrauch noch genügend Zeit, um sich bis zum Herbst ausreichend zu entwickeln. Im Topf ist die Pflanzung natürlich schon eher möglich, sofern das Pflanzgefäß die erste Zeit noch im Warmen Haus zubringen kann. Da das Heil- und Gewürzkraut pralle Sonne zu Beginn noch nicht allzu gut verträgt, sollte er vor dem Anbau zunächst schrittweise an den Lichteinfall gewöhnt werden.

Rosmarin macht sich auch als Sichtschutz gut

2. Schritt – Boden vorbereiten: Um den Standortboden für die Bedürfnisse des Rosmarins zu optimieren, können Sie nach Bedarf Sand, Kies oder Blähton in die Garten- bzw. Blumenerde mischen. Auch eine Grunddüngung aus Kompost oder anderen organischen Düngemitteln ist sinnvoll. Zur Verbesserung des Wasserablaufs ist ferner eine Drainage aus Kies oder Tonscherben ratsam.

3. Schritt – Aussaat des Rosmarins: Die Pflanzung von Rosmarin ist relativ unkompliziert. Ein Pflanzloch oder Pflanzkübel mit anderthalbfacher Größe des Wurzelballens reicht aus, um den Halbstrauch zu verpflanzen. Lösen Sie den Wurzelballen aber vorsichtig aus dem Anzuchtgefäß, damit die feinen Rhizomen keinen Schaden nehmen. Für eine gute Entwicklung sollte die Oberbodendicke mindestens 36 cm betragen. Nach dem Pflanzen wird der Standort des Rosmarins abschließend mit Schotter gemulcht.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Rosmarin: Spätfrühling, gegen Ende April
  • bei Topfkultur auf der Fensterbank kann die Pflanzung auch schon früher erfolgen
  • in jedem Fall muss das Kraut schrittweise an die Sonneneinstrahlung gewöhnt werden
  • vor dem Anbau zudem das Standortsubstrat mit Sand, Kies oder Blähton vermengen
  • zur Grunddüngung eignet sich Kompost
  • eine Drainage mit Tonscherben oder Kies ist ebenfalls empfehlenswert
  • Pflanzloch bzw. Pflanzbehälter sollten 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • die Wurzeln sind behutsam aus dem Anzuchtgefäß zu lösen
  • Oberbodendicke: 36 cm
  • nach der Pflanzung den Beet- oder Topfstandort mit Schotter mulchen
Rosmarinknospe | © Das Grüne Archiv

Pflegen des Rosmarins – gießen, ernten, vermehren

Regelmäßige Gießgänge sind beim Anbau von Rosmarin nicht erforderlich. Da er trockene Standorte liebt, reicht es, ihn lediglich vereinzelt und bei anhaltender Trockenheit mit etwas Wasser zu versorgen. Greifen Sie hier am besten zu kalkhaltigem Leitungswasser, denn so lässt sich auch gleich eine angemessene Mineralzufuhr gewährleisten. Definitiv angezeigt ist eine Bewässerung, wenn die Triebspitzen des Rosmarins leicht hängen.

Gedüngt wird Rosmarin während dem Anbau so gut wie gar nicht. Lediglich nach dem Überwintern ist ein wenig organischer Dünger (z.B. reifer Kompost) hilfreich, um dem Wachstum des Halbstrauchs nach der kalten Jahreszeit wieder auf die Sprünge zu helfen. Sofern Sie vorhaben, das Kraut zu mulchen, sollten Sie auf Rindenmulch verzichten, denn dieser hält die Feuchtigkeit unnötig lange im Boden und erschwert so das Abtrocknen der Erde.

Kurztipps zum Giesen und Düngen:

  • Rosmarin muss nur selten gegossen werden
  • nur in anhaltenden Trockenphasen ist die Bewässerung zu intensivieren
  • als Orientierungshilfe dienen hier hängende Triebspitzen
  • die beste Wahl zum Gießen ist kalkhaltiges Leitungswasser
  • eine Düngung des Rosmarins ist nur im Frühling nach der Überwinterung nötig
  • hier einfach eine Handvoll organischen Dünger untermischen
  • beim Mulchen keinen Rindenmulch, sondern Schotter verwenden
  • Rindenmulch sorgt für unnötige Staunässe am Standort
Rosmarinblüte | © Das Grüne Archiv

Da es sich bei Arten des Rosmarins um halbverholzende Halbsträucher handelt, müssen alte Triebe regelmäßig eingekürzt werden, um wieder frischen, grünen Austrieb zu produzieren. Am einfachsten erfolgt der Schnitt hier durch regelmäßige Ernte, bei der immer wieder ein paar Triebe bodennah abschneiden. Nur ein kleiner grüner Rest sollte zur Triebneubildung übrig bleiben.

Verwenden können Sie Rosmarin in vielfältiger Art und Weise. Unerlässlich ist er aber in mediterranen Gerichten wie Spaghettisoße, Pizzabelag, Grillfleisch und Zucchinigemüse. Daneben ist auch die Herstellung von Tees, Kräuterbitter und Mundspülungen aus Auszügen des Rosmarinkrauts ist denkbar.

Vermehrung durch Stecklinge: Rosmarinsträucher lassen sich am besten vermehren, indem man Stecklinge von der Pflanze abnimmt. Dafür eignen sich grüne und verholzte Triebe gleichermaßen. Entfernen Sie einfach die unteren Blätter eines abgeschnittenen Triebs und stecken Sie diesen in einen Topf, der mit einem Gemisch aus Gemüseerde und Sand gefüllt ist. Danach sollten die Stecklinge sehr hell, jedoch vor praller Mittagssonne geschützt stehen. Die beste Temperatur zum Wurzelaustrieb liegt zwischen 18 und 20 °C. Sind die Standortbedingungen adäquat zeigen sich bereits nach einer Woche die ersten Wurzelspitzen. Voll bewurzelt ist der Rosmarinsteckling aber meist erst nach 4 bis 8 Wochen.

Kurztipps zum Schneiden, Ernten und Vermehren

  • Rosmarin am besten durch regelmäßige Ernte schneiden
  • die verholzenden Triebe hier immer bis auf einen kleinen grünen Rest entfernen
  • die Verwendung von Rosmarin reicht von Gerichten über Tees bis hin zu Spülungen
  • Vermehrung erfolgt über grüne oder verholzte Stecklinge
  • diese nach dem Abschneiden in einen Topf mit Sand-Gemüseerde-Mischung stecken
  • das Anzuchtgefäß hell, aber nicht in die pralle Mittagssonne stellen
  • Bewurzelungstemperatur sollte zwischen 18 und 20 °C betragen
  • nach 4 – 8 Wochen ist der Steckling voll bewurzelt
gut gepflegte Rosmarinhecke | © gartenanlegen.net

Rosmarin richtig überwintern

Viele Rosmarinbesitzer beklagen nach der kalten Jahreszeit eine missglückte Überwinterung. Dies liegt zumeist an den falschen Temperaturen im Winterquartier, die nicht mehr als 5 bis maximal 10 °C betragen sollten. Auch muss Rosmarin im Winter äußerst sparsam gegossen und die Düngung komplett eingestellt werden. Ergänzend ist ein äußerst trockener Stanort zu wählen.

Wer seinen Rosmarinstrauch im Garten oder auf dem Balkon überwintern möchte, der sollte für eine gute und wasserabweisende Wärmedämmung sorgen. Möglich ist hier unter anderem der Einsatz von Pflanzenabdeckungen aus Holzlatten, Stroh, Laub und Reisig. Auch ein mit Laub gefüllter Korb, der über die kälteempfindlichen Pflanzen gestülpt wird, ist denkbar. Im Falle einer Topfpflanzung muss das Pflanzgefäß zudem mit Styropor oder Holzklötzen angehoben werden, damit der Boden ob der Kälte nicht zu stark auskühlt. Bei milden Wintern könnte Rosmarinkraut so durchaus im Freiland bestehen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Blattaustrieb am Rosmarin | © Das Grüne Archiv

Interessante Varianten des Rosmarinus

Von den 7 Arten des Rosmarinus ist gemeinhin nur eine im Handel erhältlich. Hierbei handelt es sich im Rosmarinus offinicalis. Erfreulich ist, dass es von dieser Art inzwischen auch gut winterharte Sorten gibt. Auch weisen manche Varianten interessante Besonderheiten auf. Einzelheiten zu diesen entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht:

SorteBeschreibung
Gemeiner Rosmarin
Rosmarinus officinalis
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: hellblaue, wohlriechende Blüten
Wuchshöhe: 80 bis 150 cm
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung im Freiland: mäßig bis schlecht
Besonderheiten: meist nur bis -12 °C winterhart und sehr frostempfindlich
gute Sorten:
'Arp' - bis -25 °C winterhart
'Bachnang' - sehr wuchsfreudige und relativ winterhart
'Beneden' - nach Pinien duftendes Aroma
'Blaulippe' - besonders intensive Blaufärbung der Blüten
'Blue Lagoon' - wuchsfreudig, mit leicht gebogenen Zweigen
'Blue Rain' - relativ winterhart
'Bowle' - widerstandsfähig aber mäßig winterhart
'Cincango Muro' - besonders intensiver Duft, hellblaue Blüten
'Corsican Blue' - hängender und kompakter Wuchs, mittelblaue Blüten
'Florenz' - kräftiger Wuchs, Blüten auch in Rosa oder Weiß erhältlich
'Fuchsschwanz' - an Fuchsschwanz erinnernde, überhängende Triebe
'Gorizia' - seltene, silbrige Blattnadeln
'Haifa' - kriechender Wuchs, guter Bodendecker
'Prostratus' - sehr schnellwüchsig
'Seven Sea' - halb überhängende Triebe, dunkelblaue Blüten
'Sudbury Blue' - kugeliger Wuchs, relativ winterhart
'Ulisée' - dekorativ geschwungene Triebe
'Weihenstephan' - winterharte Züchtung mit kräftigem Aroma
'Wilmas Gold' - goldgelbe Blattnadeln

Rosmarin | © Das Grüne Archiv

Rosmarin – mögliche Krankheiten und Schädlinge

Eine Schadbildgefährdung entsteht bei Rosmarin eigentlich nur durch falsche Pflege im Winter. Hier können diverse Läuse, Milben und Fliegen den geschwächten Zustand der Pflanze ausnutzen und sich durch Fraßspuren und Weben am Rosmarinkraut bemerkbar machen. Ein kurzes Abduschen, sowie eine dreitägige Quarantäne unter einer Folie sollten dem Schädlingstreiben jedoch schnell ein Ende setzen.



Fazit

Der mediterrane Rosmarin gehört zu den klassischen Kräutern der Provence und ist in unseren Breitengraden herkunftsbedingt nicht winterhart. Eine Topfpflanzung auf dem Balkon oder der Veranda ist darum die einfachste Möglichkeit, um das Kraut im Herbst rechtzeitig ins Warme holen zu können. Eine Ausnahme bilden einige wenige Spezialsorten wie ‚Arp‘, ‚Bachnang‘ und ‚Blue Rain‘, die bei richtiger Standortwahl durchaus im Freiland bestehen können. Wichtig für einen guten Wuchs ist aber auch hier ein heller und trockener Standort, der bei allen Rosmarinkräutern gegeben sein sollte. Auf regelmäßiges Gießen und Düngen können Sie bei Rosmarin hingegen verzichten. Und auch nötige Schnittarbeiten erledigen sich völlig unkompliziert während der Ernte.

Die Kommentare sind geschloßen.