Rosenkohl – Anbauen, Pflege und Ernte

Rosenkohl – Anbauen, Pflege und Ernte

© Nik_Merkulov - Fotolia.com
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Die vitamin- und mineralstoffreichen Röschen des Rosenkohls (Brassica oleracea var. gemmifera) sind nicht nur für dessen Namen verantwortlich, sondern zudem auch ein beliebtes Wintergemüse. Die auch als Sprossenkohl oder Brüsseler Kohl bekannten Rosenkohlpflanzen bilden erst im Herbst ihre süßlich-nussig schmeckenden Kohlröschen aus und erlauben deshalb noch zu Beginn der kalten Jahreszeit eine üppige Ernte. Es gibt sogar besonders robuste Wintersorten, die den ganzen Winter über eine gute Ernte versprechen. Hierzu benötigt Rosenkohl jedoch eine sorgsame Pflege und vor allem ausreichend Nährstoffe. Im Folgenden haben wir für Sie wichtige Tipps und Informationen zusammengetragen, die Ihnen beim Anbau von Rosenkohl im eignen Garten helfen.



Rosenkohlpflanzen anbauen – Standort und Ablauf

Rosenkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und wird heute vor allem in Frankreich, den Niederlanden und in Großbritannien angebaut. Die Kohlart bildet bis zu 100 cm hohe Leittriebe, an dem sich ringsum kleine Knospen bilden. Aus diesen entwickeln sich dann in den Herbstmonaten kleine Kohlröschen, die das eigentliche Gemüse des Rosenkohls stellen. Sie sind meist hell- bis dunkelgrün gefärbt und wachsen zu einer Größe von etwa 5 cm heran. Damit sich die Röschen aber auch optimal entwickeln, ist ein sonniger Standort unerlässlich. Auch gehört Rosenkohl zu den Starkzehrern, weshalb der Standortboden unbedingt nährstoffreich sein sollte und nur einmal alle 3 Jahre für den Kohlanbau genutzt werden darf.

originelle Rosenkohlpflanzung | © gartenanlegen.net
originelle Rosenkohlpflanzung | © gartenanlegen.net

Am besten gedeihen Sorten des Rosenkohls auf einem sandigen Ton- oder Lehmboden mit neutralen pH-Werten zwischen 6,0 und 7,0. Das Substrat sollte zusätzlich mit Humus durchmischt und tiefgründig aufgelockert werden, damit die Kohlwurzeln sich am Standort wirklich wohl fühlen. Als Pflanznachbarn für Rosenkohl eignen sich Spinat, Salate, rote Beete und Kartoffeln. Ungeeignet sind hingegen andere Kohlsorten und Kreuzblütlergewächse, die sich ähnlich starkzehrend zeigen.

Einzelheiten zum Standort für Rosenkohl:

  • Rosenkohl benötigt einen sonnigen Standort
  • Standortsubstrat sollte locker, nährstoffreich und humos sein
  • am besten geeignet sind sandige Lehm- oder Tonböden
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 6,0 bis 7,0 Punkten
  • Rosenkohlpflanzen nur einmal alle 3 Jahre am selben Standort anpflanzen
  • geeignete Pflanznachbarn: Salate, Spinat, Kartoffeln, rote Beete

Für den Anbau von Rosenkohl können Sie die Pflanze entweder selbst aus Saatgut ziehen oder bereits vorgezogene Setzlinge verwenden. Greifen Sie am besten auf robuste Wintersorten zurück, denen selbst hohe Minusgrade nichts ausmachen. Als Kultivierungshilfe finden Sie nachstehend eine ausführliche Anbauanleitung, die sich von der Aussaat bis zur finalen Pflanzung erstreckt.

  1. Schritt – Saattermin wählen: Die Aussaat von Rosenkohlsamen kann von April bis Mai direkt ins Freilandbeet erfolgen. Für Sämlinge besonders widerstandsfähiger Wintersorten können Sie die Samen bereits im März unter Glas vorziehen. Die Ausbringung vorgezogener Jungpflanzen erfolgt zwischen Mai und Juni.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Der Boden sollte für die Bedürfnisse des Rosenkohls tiefgründig umgegraben werden. Entfernen Sie hierbei größere Bodenhindernisse und reichern Sie das Substrat nach Bedarf mit Humus, einer kleinen Menge Hornspäne, Sand oder Kompost an. Danach kann die Aussaat beginnen.
  3. Schritt – Rosenkohl aussäen: Bei der Aussaat von Rosenkohl wird das Saatgut in Reihen ausgebracht und anschließend locker mit Erde bedeckt. Achten Sie auf eine Saattiefe von etwa 2 cm und einen Reihenabstand von 60 bis 70 cm, damit einzelne Pflanzen im Beet genügend Platz zur Entwicklung haben.
  4. Schritt – Saatgut bewässern: Halten Sie das Saatgut in den ersten drei Wochen der Keimung relativ trocken, da dies das Wurzelwachstum positiv anregt und die Keimlinge stärkt. Erst nach der Keimung wird Rosenkohl zur raschen Ausbildung von Leittrieb und Röschen intensiver bewässert.
  5. Schritt – Jungpflanzen pikieren oder pflanzen: Haben Sie bereits vorgezogene Jungpflanzen erworben, so können Sie diese ab Anfang Mai bis zum Wurzelansatz in ein Freilandbeet setzen. Gekeimte Sämlinge müssen von Mai bis Juni im Beet nochmals vereinzelt werden. Hierzu werden die Setzlinge pikiert und anschließend in einem Abstand von 60 cm erneut eingepflanzt.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Pflanztermin für Jungpflanzen: Mai bis Juni
  • Aussaattermin für Saatgut: April bis Mai
  • widerstandsfähige Wintersorten lassen sich schon ab März unter Glas vorziehen
  • Boden vor der Aussaat / Pflanzung gut auflockern und von Bodenhindernissen befreien
  • Substrat ggf. mit Humus, Hornspänen, Kompost oder Sand anreichern
  • Aussaat im Freilandbeet erfolgt in Reihen bei einer Saattiefe von 2 cm
  • Reihenabstand im Beet: 60 – 70 cm
  • in der Keimphase die Pflänzchen nicht zu stark gießen
  • zwischen Mai und Juni Keimlinge pikieren oder Jungpflanzen setzen
  • Pflanzabstand für junge Pflanzen: 60 cm
© pholidito - Fotolia.com
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Pflege des Rosenkohls – Bewässerung, Düngung und Ernte

Um die Ausbildung der Kohlröschen ab September zu unterstützen, sollten Sie die Erde um die Rosenkohlpflanze regelmäßig harken und zu kleinen Hügeln um den Haupttrieb anhäufeln. Dies führt zu einer erleichterten Wasseraufnahme und zu mehr Wurzelstabilität. Was die richtige Bewässerung anbelangt, so benötigt Rosenkohl ein frisch-feuchtes Substrat, auf das nur nachgegossen wird, wenn die oberste Erdschicht gut aufgetrocknet ist. Ein zusätzliches Mulchen (z.B. mit Rasenschnitt) sorgt hier für eine passende Grundfeuchte.

Gelb gefärbte Rosenkohlblätter sind ein Zeichen von Stickstoffmangel, gegen den Sie mit einer Düngung aus Hornspänen vorbeugen können. Zusätzlich sollte im August nochmals mit Kompost oder Hornspänen gedüngt werden, um die Röschenbildung des Rosenkohls zu animieren. Weitere Maßnahmen zur Nährstoffversorgung sind bei ausreichender Grunddüngung jedoch nicht notwendig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • regelmäßiges Harken und Anhäufeln der Erde erleichtert die Wasseraufnahme
  • auch ein Mulchen mit Rasenschnitt kann die Wasseraufnahme verbessern
  • insgesamt die Kohlpflanzen nur gießen, wenn oberste Erdschicht aufgetrocknet ist
  • im Herbst intensiver Gießen, um die Entwicklung der Kohlröschen zu unterstützen
  • Düngung erfolgt mit Kompost oder Hornspänen, letztmalig im August
© gartenanlegen.net
junger Rosenkohl | © gartenanlegen.net

Damit das Gemüse gleichmäßig heranreifen kann, sollte die Triebspitze des Rosenkohls im September gekappt werden. Dadurch konzentriert sich die Triebkraft nur noch auf die Blattröschen, was zu größerem und nährstoffreicherem Gemüse führt. Das regelmäßige Abschneiden von welken Sprossen verhindert zudem die Entstehung von Pilzkrankheiten.

Die Ernte der leckeren Röschen kann je nach Sorte von September bis Januar erfolgen, wenn die Röschen einen Durchmesser von ca. 4 cm aufweisen. Zupfen Sie die Kohlröschen einfach vom Stängel der Pflanze ab, entnehmen Sie dabei aber nur so viele, wie Sie benötigen. Die übrigen Blattröschen können bis zu ihrer Verwendung an der Pflanze belassen werden. Nach der Ernte lässt sich Rosenkohl lagern, indem die Blattröschen blanchiert und anschließend in einem Gefrierbeutel tiefgefroren werden.

Kurztipps zum Schneiden und Ernten:

  • Haupttrieb des Rosenkohls im September kappen, um Röschenbildung zu fördern
  • welke Sprossen regelmäßig entfernen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen
  • Ernte erfolgt je nach Sorte von September bis Januar
  • hier die benötigte Menge an Kohlröschen einfach vom Leittrieb abzupfen
  • für längere Haltbarkeit die Röschen blanchieren und im Gefrierbeutel einfrieren

Interessante Sorten des Brassica oleracea var. gemmifera

Die Auswahl an Rosenkohlsorten ist unwahrscheinlich groß, wobei vor allem robuste Wintersorten sehr beliebt sind. Hier gibt es zahlreiche Unterschiede, die von variierenden Röschenfärbungen bis hin zu verschiedenen Geschmäckern reichen. Zur besseren Übersicht hier einige Sorten des Rosenkohls im Überblick

SorteBeschreibung
Rosenkohl 'Cavalier F1'
Brassica oleracea var. gemmifera 'Cavalier F1'

Erntezeit: September bis Dezember
Gemüse: grüne Kohlröschen
Eigenschaften: ertragreiche Wintersorte; sehr wohlschmeckend; mehltau- und fäulnisresistent
Rosenkohl 'Diabolo'
Brassica oleracea var. gemmifera 'Diabolo'

Erntezeit: September bis Februar
Gemüse: dunkelgrüne Kohlröschen
Eigenschaften: robuste Wintersorte
Rosenkohl 'Falstaff'
Brassica oleracea var. gemmifera 'Falstaff'

Erntezeit: Oktober bis Dezember
Gemüse: blauviolette Kohlröschen
Eigenschaften: Wintersorte; intensiverer Geschmack durch Frosteinwirkung
Rosenkohl 'Igor F1'
Brassica oleracea var. gemmifera 'Igor F1'

Erntezeit: Oktober bis Februar
Gemüse: dunkelgrüne Kohlröschen
Eigenschaften: ertragreiche Wintersorte; nicht bei Frost ernten
Rosenkohl 'Nelson'
Brassica oleracea var. gemmifera 'Nelson'

Erntezeit: September bis Oktober
Gemüse: grüne Kohlröschen
Eigenschaften: sehr süßer Geschmack durch hohen Zuckergehalt der Sorte

 

Rosenkohl unterm Gemüseschutznetz | © gartenanlegen.net
Rosenkohl unterm Gemüseschutznetz | © gartenanlegen.net

Rosenkohl – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Als klassisches Wintergemüse wird Rosenkohl selten durch Schädlinge wie die Kohlfliege, den Kohlweißling oder Erdflöhe befallen. Um auf Nummer sicher zu gehen können Sie aber einen Pappkragen um den Wurzelhals der Pflanze anbringen oder Gemüseschutznetze spannen. Sollte es dennoch einmal zu einem Schädlingsbefall kommen, hilft das regelmäßige Absammeln des Ungeziefers.

Schwieriger gestaltet sich hingegen die Behandlung von Pilzkrankheiten wie der Kohlhernie. Dieser Schleimpilz führt häufig ein Absterben der gesamten Pflanze herbei und kann sich bis zu 2 Jahre in dem betroffenen Beet halten. Hier hilft vorbeugend das Einbringen von Kalk in den Boden, sowie das sofortige Entfernen befallener Pflanzen. Diese dürfen nicht kompostiert werden, sondern müssen separat im Restmüll entsorgt werden, um einem Streuen des Pilzes vorzubeugen. Alternativ empfehlen wir den Anbau krankheitsresistenter Sorten wie zum Beispiel ‚Cavalier F1‘.



Fazit

Rosenkohl ist eine winterharte Gemüsepflanze, die in den Monaten von September bis Dezember leckeres Wintergemüse in Form von kleinen Blattröschen bildet. Diese weisen einen nussigen Geschmack auf und enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Der Rosenkohlanbau kann von März bis Mai durch Aussaat oder das Pflanzen vorgezogener Exemplare erfolgen. Da Rosenkohl zu den Starkzehrern gehört, benötigt er aber ausreichend Nährstoffe und sollte nur alle drei 3 Jahre am selben Standort angebaut werden, um den Boden nicht zu stark zu belasten. Die Ernte der Kohlröschen erfolgt dann je nach Sorte zwischen September und Februar.

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