Purpurglöckchen – Standort, Pflanzung und Pflege

Purpurglöckchen – Standort, Pflanzung und Pflege

© alisseja – Fotolia.com

Das Purpurglöckchen (Heuchera) ist ein immergrünes und pflegeleichtes Gewächs, das Gärtner gerne als Bodendecker oder Staude pflanzen. Je nach Art und Sorte eignet sich Heuchera für die Gartenflora in Steingärten, als Uferbepflanzung für Teichränder oder als dekorative Beetpflanze. Neben ihren filigranen Blüten sind Purpurglöckchen dabei maßgeblich wegen ihrem ahorn- bis herzförmigen Blattschmuck beliebt. Ein weiterer Bonus: Durch ihre exzellente Winterhärte schmücken Arten des Purpurglöckchens den Garten selbst bei Minusgraden noch mit bunten Farbtupfern. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie das schmuckvolle Purpurglöckchen am besten kultivieren.



Purpurglöckchen pflanzen – Standort und Ablauf

Heuchera gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) und ist vor allem in Nordamerika, Kanada und Mexiko heimisch. In ihrem natürlichen Lebensraum gedeiht das Gewächs am liebsten in Gebirgsregionen oder an Flussufern, weshalb sich ein Standort im Steingarten oder in Gewässernähe besonders anbietet. Durch ihre schlanken Stile, die ab Mai mit zierlichen Glockenblüten besetzt sind, wirken die bis zu 145 cm hohen Purpurglöckchen kaum widerstandsfähig. Doch dieser Eindruck täuscht, denn Heuchera ist äußerst robust und übersteht eisige Winterfröste problemlos.

Die Standortansprüche des Purpurglöckchens sind nicht besonders hoch. Ein halbschattiger Standort ist ebenso akzeptabel wie ein sonniger. Das Substrat sollte frisch-feucht, locker, durchlässig und nährstoffreich sein, wobei humose Böden mit leicht alkalischen pH-Werten von 7,0 bis 8,0 am besten geeignet sind. Besonders schöne Akzente setzt Heuchera in der Gartenflora gemeinsam mit anderen feinstängeligen Stauden und Bodendeckern, wie etwa Frauenmantel, Funkien, Schleierkraut und Storchschnabel. Einige Gärtner pflanzen das Gewächs auch am Gehölzrand, wo es kahle Wurzelbereiche von Sträuchern und Bäumen wunderbar kaschiert. Topfpflanzungen sind ebenfalls möglich.

Tipp: Da Schnecken die Blätter der Heuchera verschmähen, eignet sich die Pflanze hervorragend als abschreckende Randbepflanzung von Beeten, in deren Hintergrund Kräuter, Gemüsepflanzen und Stauden wachsen, die den Weichtieren besonders attraktiv erscheinen.


Einzelheiten zum Standort für Heuchera:

  • Standort für Purpurglöckchen kann halbschattig oder sonnig sein
  • das Gewächs bevorzugt feuchte, lockere und durchlässige Substrate
  • ein guter Humus- und Nährstoffgehalt des Bodens ist ebenfalls sinnvoll
  • Boden-pH-Wert: leicht alkalisch, zwischen 7,0 und 8,0 Punkten
  • gute Pflanzennachbarn: Funkien, Storchschnabel, Schleierkraut, Frauenmantel
  • an Gehölzrändern der Gartenflora kaschiert Heuchera wunderbar kahle Stellen
  • ideal ist das Gewächs zudem für Pflanzungen im Steingarten oder in Gewässernähe
  • darüber hinaus ist die Pflanze ein wunderbarer Schneckenschreck
  1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Erfahrene Gärtner greifen bei der Pflanzung des Purpurglöckchens auf vorgezogene Exemplare zurück. Ins Freiland ausgebracht werden die Pflanzen dann zwischen März und April. Achten Sie darauf, dass kein Spätfrost mehr auftritt. Zu diesem Zweck sollten Sie den Pflanztermin nach den Eisheiligen anberaumen.
  2. Schritt – Bodenvorbereitung: Vor der Pflanzung wird der Standort der Heuchera aufgelockert und gegebenenfalls mit Humus, Lehm und Kompost angereichert. Anschließend wird ein Pflanzloch ausgehoben, das etwas größer als der Wurzelballen der Pflanze sein sollte. Zur Unterbindung von Staunässe ist eine Kiesdrainage im Pflanzlich empfehlenswert.
  3. Schritt – Pflanzung des Purpurglöckchens: Setzen Sie das Purpurglöckchen so tief wie möglich in das Pflanzloch ein. Werden mehrere Purpurglöckchen nebeneinander oder das Gewächs neben Nachbarpflanzen gesetzt, so sollte ein Pflanzabstand von 30 cm eingehalten werden. Zum Abschluss gießen Sie die Pflanze noch kräftig an, um ein rasches Anwurzeln im Boden zu unterstützen.

    Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

    • Pflanztermin für Heuchera: März bis April, nach den Eisheiligen
    • am besten vorgezogene Pflanzen aus dem Gartenhandel nutzen
    • Boden am Standort vor der Pflanzung gut auflockern
    • bei Bedarf Humus, Lehm und Kompost untermischen
    • Pflanzloch sollte etwa 1 ½ so groß wie der Wurzelballen sein
    • Kiesdrainage hilft bei der Vermeidung von Staunässe
    • Purpurglöckchen so tief wie möglich ins Pflanzloch einsetzen
    • Pflanzabstand zu Nachbarpflanzen: 30 cm
    • abschließend Heuchera kräftig angießen
    Wissenswertes: Seinen Namen verdankt das Purpurglöckchen den glockenförmigen Blüten ihrer Arten, die in vielen Fällen Purpurrot gefärbt sind. Es gibt allerdings noch andere Farbvariationen. Mehr hierzu finden Sie in der Arten- und Sortenübersicht dieses Beitrags.


    © anja69111 – Fotolia.com

    Pflege des Purpurglöckchens – gießen, düngen und vermehren

    Damit Heuchera ihre zauberhafte Blütenpracht entwickeln kann, benötigt sie zum einen eine gute Bewässerung. Bei einem Standort in Gewässernähe ist das kein Problem, wohingegen Pflanzen fernab von Gewässern manuell gegossen werden müssen.

    Im Frühjahr freut sich das Purpurglöckchen über eine kräftigende Kompostdüngung. Purpurglöckchen, die in Töpfen gezogen werden, sollten hingegen monatlich mit Kompost versorgt werden. Um Austrocknung vorzubeugen, kann ferner eine Mulchschicht im Wurzelbereich hilfreich sein.

    Kurztipps zum Gießen und Düngen:

    • Heuchera ist feuchtigkeitsliebend und benötigt daher regelmäßige Gießgänge
    • Standort in Gewässernähe erleichtert die Bewässerung enorm
    • Beet-, Gehölzrand- und Topfpflanzungen dagegen öfter manuell bewässern
    • Mulchschicht im Wurzelbereich schützt zusätzlich vor Austrocknung
    • Kompostdüngung erfolgt bei Freilandpflanzungen im Frühjahr
    • Topfpflanzen müssen monatlich gedüngt werden

    Damit sich das Purpurglöckchen zu einer kräftigen Staude entwickelt, sollte es unmittelbar vor dem Austrieb im Frühjahr auf 10 cm zurückgeschnitten werden. Im Herbst bilden Purpurglöckchen Kapselfrüchte aus, welche die dunkelbraunen Samen der Pflanze enthalten. Da sich die Samen nur allzu gerne unkontrolliert im Garten verbreiten, empfiehlt es sich, die Blütenrispen bereits nach der Blüte mitsamt ihrer Stiele abzuschneiden. Selbiges gilt für verwelkte Blätter, die im Winter jedoch gerne noch als leichter Winterschutz am Gewächs verbleiben dürfen. Sie werden dann im nächsten Frühjahr entfernt.

    Purpurglöckchen sind in der Regel frostresistent. Bei einer Topfpflanzung sollten Sie Heuchera allerdings trotzdem mit einem schützenden Gartenvlies bedecken. Pflänzchen, die ins Freiland gesetzt wurden, freuen sich über leichte Reisigbedeckung. Weitere Winterschutzmaßnahmen sind an der bis zu -30 °C winterharten Staude jedoch nicht notwendig.

    Vermehrung durch Wurzelteilung: Purpurglöckchen vermehrt man am einfachsten durch Wurzelteilung. Hierzu wird die Pflanze nach der Blütezeit vorsichtig ausgegraben und der Wurzelballen mit einem Spaten in zwei Hälften geteilt. Die Teilstücke werden anschließend separat in die Erde gesetzt. Abgesehen von der Vermehrung ist die Wurzelteilung an Heuchera eine wichtige Pflegemaßnahme, die zur Verjüngung der Pflanze regelmäßig in einem Turnus von drei Jahren vorgenommen werden sollte.


    Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

    • ein Rückschnitt im Frühjahr sorgt für kräftigen Wuchs
    • hierzu Heuchera bis auf 10 cm einkürzen
    • welke Blätter werden als leichter Winterschutz an der Pflanze belassen
    • danach im Frühjahr ebenfalls entfernen
    • welke Blütenrispen direkt nach der Blüte schneiden, um Selbstaussaat einzudämmen
    • bei Standort im Topf das Purpurglöckchen mit Gartenvlies abdecken
    • Freilandpflanzungen profitieren von Reisigabdeckung
    • Wurzelteilung dient der Vermehrung und Verjüngung der Heuchera
    • sie sollte regelmäßig alle drei Jahre durchgeführt werden
    • hierfür Pflanze nach der Blüte ausgraben und mit scharfem Messer teilen
    • die Teilstücke kann man danach sofort neu verpflanzen

    Interessante Arten und Sorten der Heuchera

    Die Gattung Heuchera existiert weltweit in ca. 37 Arten, aus denen mittlerweile auch zahlreiche Hybridsorten hervorgegangen sind. Die Arten unterscheiden sich vor allem durch ihre unterschiedliche Blatt- und Blütenfärbung sowie variierende Wuchshöhen und Vorlieben in Bezug auf ihren Standort. Ein paar besonders schöne Empfehlungen haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst.

    SorteBeschreibung
    Amerikanisches Purpurglöckchen
    Heuchera americana

    Blütezeit: Mai bis August
    Blütenfarbe: weißgelbe Blüten
    Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
    Herkunft: Nordamerika
    Eignung für Kultivierung: sehr gut
    Besonderheiten: bis -30 °C winterhart; bevorzugt einen steinigen Standort; der Blattschmuck ist je nach Sorte grün, silbrig grün oder purpurrot
    gute Sorten: 'Cassian', 'Dale's Strain', 'Palace Purple'
    Blut-Purpurglöckchen
    Heuchera sanguinea

    Blütezeit: Juni bis Juli
    Blütenfarbe: rosarote bis tiefrote Blüten
    Wuchshöhe: 10 bis 60 cm
    Herkunft: Mittelamerika
    Eignung für Kultivierung: sehr gut
    Besonderheiten: bis -25 °C winterhart; ideal für den Gehölzrand; der Blattschmuck ist grün; es sind Sorten mit weißen Blüten erhältlich
    gute Sorten: 'Bernstein', 'Coral Forest', 'Leuchtkäfer', 'Paris', 'Regina', 'Ruby Bells','White Cloud'
    Kleinblütiges Purpurglöckchen
    Heuchera micrantha

    Blütezeit: Juni bis August
    Blütenfarbe: weiße bis gelbe Blüten
    Wuchshöhe: 60 bis 90 cm
    Herkunft: Nord-West-Amerika
    Eignung für Kultivierung: sehr gut
    Besonderheiten: bis -28 °C winterhart; ideal für Rabatten, Grabben- und Topfpflanzungen; der Blattschmuck ist sortenabhängig rot, rotbraun oder bernsteinfarben
    gute Sorten: 'Molly Bush', 'Palace Purple', 'Stormy Seas'
    Walzen-Purpurglöckchen
    Heuchera cylindrica

    Blütezeit: Juni bis August
    Blütenfarbe: gelbe Blüten
    Wuchshöhe: 90 bis 100 cm
    Herkunft: Nordamerika
    Eignung für Kultivierung: sehr gut
    Besonderheiten: bis -28 °C winterhart; wird gerne in der Gartenflora von Bauerngärten, sowie in Blumenbeeten und an Gewässerrändern gepflanzt; der Blattschmuck ist grün, bei der Sorte Greenfinch silbrig grün
    gute Sorten: 'Greenfinch'
    Heucherella
    Heuchera x brizoides

    Blütezeit: Juni bis Juli
    Blütenfarbe: Blüten in allen Farben
    Wuchshöhe: 15 bis 60 cm
    Herkunft: kultivar
    Eignung für Kultivierung: sehr gut
    Besonderheiten: bis -30 °C winterhart; Beuchera x brizoides ist eine Hybridkreuzung aus Heuchera americana, Heuchera micrantha und Heuchera sanguinea; die Blüten- und Blattfarben variieren sortenabhängig
    gute Sorten: 'Bressingham Glow', 'Carmen', 'Ebony', 'Feuerregen', 'Frühlicht', 'Ivory', 'Pruhoniciana', 'Rakete', 'Red Spangles', 'Ricard', 'Rosenrot', 'Scintilaation', 'Schneewittchen', 'Silberregen', 'Titania', 'Weserlachs', 'Widar'


    Purpurglöckchen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

    © alisseja – Fotolia.com

    In der Regel sind Purpurglöckchen widerstandsfähige Staudenpflanzen, die nur selten von Schädlingen befallen werden. Dennoch können sich die Larven des Dickmaulrüsslers an den Trieben und Wurzeln zu schaffen machen. Hiergegen hilft das Absammeln der Käfer sowie der Einsatz von Nematoden, die als natürliche Fressfeinde der Käferlarven helten. Seltener machen sich Spinnmilben bemerkbar, die das Purpurglöckchen mit feinen Gespinsten überziehen. Gegen diese hilft es das Purpurglöckchen komplett mit Wasser zu besprühen und in Frischhaltefolie zu wickeln, da Spinnmilben besonders empfindlich auf erhöhte Luftfeuchtigkeit reagieren. Ebenso ist der Einsatz von Nützlingen empfehlenswert.

    Neben Schädlingen kann sich auch die Wurzelfäule schädigend auf das Purpurglöckchen auswirken. Diese tritt auf, wenn sich Pilzerreger durch Staunässe an den Wurzeln ansiedeln. Hier hilft nur das sofortige Umpflanzen in trockenes Substrat.



    Fazit

    Purpurglöckchen sind farbenfrohe Blüten- und Blattschmuckpflanzen, die sich in ihrer Pflege gänzlich unkompliziert zeigen. Je nach Art und Sorte stehen sie lieber felsig oder lehmig, freuen sich aber in jedem Fall über eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Die Pflege erfolgt demnach durch regelmäßige Gießgänge und eine angemessene Kompostdüngung. Zusätzlich ist ein alljährlicher Rückschnitt sowie eine Wurzelteilung zur Verjüngung angezeigt. Letztere sollte alle drei Jahre durchgeführt werden. Werden Standort- und Pflegebedingungen beachtet, ziert Heuchera langjährig die Gartenflora und bestickt mit wunderschönen Farbvariationen in Blatt- und Blütenkleid.

Die Kommentare sind geschloßen.