Prachtspiere (Astilbe) – Standort, Pflege und Sorten

Prachtspiere (Astilbe) – Standort, Pflege und Sorten

© M. Schuppich - Fotolia.com
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Die ausdauernde, krautige Prachtspiere (Astilbe) ist oft in Parks und weitläufigen Gartenanlagen zu finden, wo sie dank ihrer vielfach verzweigten, weiß bis rotvioletten Blütenrispen so manche Blicke auf sich zieht. Vorteilhaft ist hierbei, dass sich die leuchtend bunten Prachtspieren vor allem für schattigere Ecken im heimischen Garten eignen, in welchen nicht jede Pflanze eine ähnlich schillernde Blütenpracht entwickelt. In Sachen Wuchshöhe warten Astilben mit ebenfalls eindrucksvollen Größen zwischen 150 und 200 Zentimeter auf. Zudem verfügt die Prachtspiere über Rhizom-Wurzeln mit guter Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe, was Ihnen die Pflege deutlich erleichtern wird.



Prachtspiere pflanzen – Standort und Ablauf

Die Gattung Astilbe gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae), wobei die meisten ihrer Arten Ostasien ihre Heimat nennen. Besonders wohl fühlt sich die Pflanze in feuchtem, humusreichem und lockerem Boden, der getrost auch lehmig sein darf. Jedoch sollte das Substrat unbedingt leicht sauer bis neutral mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 sein, damit sich die federartigen Blüten der Prachtspieren auch wahrlich prächtig entwickeln.

Direkte Sonnenseinstrahlung verträgt die Astilbe nicht. Achten Sie deshalb darauf, dass die Pflanze nie im direkten Licht steht. Halbschattige bis schattige Standorte sind somit besser geeignet als ein Platz an der prallen Sonne. Farne, Azaleen und Rhododendren, aber auch Eisenhut und Akelei sind diesbezüglich gute Nachbarn, da sie alle ähnliche Lichtverhältnisse am Standort schätzen und darüber hinaus auch nahezu die selben Bodenansprüche stellen.

Einzelheiten zum Standort für Prachtspieren:

  • Astilben nur in feuchten, humusreichen, lockeren Boden setzen
  • die Pflanzen wachsen auch in lehmiger Erde gut
  • der Boden-pH-Wert sollte schwach sauer bis neutral, zwischen 5,5 und 7,5 sein
  • direkte Sonnenseinstrahlung verträgt die Prachtspiere nicht
  • für Arten der Astilbe darum immer Standort im Schatten oder Halbschatten wählen
  • gute Beetnachbarn der Prachtspiere: Akelei, Azaleen, Eisenhut, Farne und Rhododendron
  1. Pflanzschritt – Auswahl des Pflanztermins: Pflanzen lässt sich die Prachtspiere ganzjährig von Januar bis Dezember. Allerdings bietet sich ein Pflanztermin im Frühling, nach den letzten Bodenfrösten besonders an, da hier ohnehin viele Gartengewächse ihre Neue Heimat im Freiland finden. Auch bewahrt ein Frühlingstermin die Astilbe vor möglichen Frostschäden, was die Etablierung am Standort meist verzögert.


  2. Pflanzschritt – Beet und Pflanze vorbereiten: Die Vorbereitung der Erde für die Sorten der Prachtspiere beinhaltet zunächst das Auflockern des Bodens. Da den Prachtspieren zudem feuchter Wuchsgrund sehr genehm ist, empfiehlt sich ein Beimengen von Torf oder Kompost. Entfernen Sie auch im Boden verborgene Steine, Wurzelreste und andere Bodenhindernisse, damit sich die Wurzeln der Astilbe ungestört ausbreiten können. Während Sie das Beet vorbereiten, können Sie das schöne Steinbrechgewächs für etwa eine halbe Stunde in einen Eimer mit Wasser stellen, damit sich seine Rhizom-Wurzeln bereits vor dem Pflanzen mit Wasser vollsaugen können.


  3. Schritt – Prachtspiere pflanzen: Das Pflanzloch für Prachtspieren entspricht der doppelten Größe ihres Wurzelballens. Bei hoch wachsenden Sorten sollten Sie einen Pflanzabstand von 40 bis 60 Zentimeter einhalten, bei Zwergsorten reicht dagegen ein Abstand von 20 bis 25 Zentimeter aus. Kombinieren können Sie die verschiedenen Sorten natürlich völlig frei, was bei ausreichend strategischem Vorgehen eine sehr schöne optische Wirkung erzielt. Sofern der Boden nach der Pflanzung noch Aufnahmekapazität hat, dürfen die frisch gepflanzten Exemplare der Astilbe abschließend angewässert werden.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • idealer Pflanztermin für Astsilbe: Frühling, nach den letzten Bodenfrösten
  • Standortboden vor der Pflanzung gut auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • eine Aufbereitung des Substrats mit speicherfähigem Torf oder Kompost ist ratsam
  • entfernen Sie alte Wurzeln, Pflanzenteile und größere Steine aus dem Grund
  • während der Bodenvorbereitung Prachtspiere für 30 min. ins Wasser stellen
  • das Pflanzloch sollte der doppelten Größe des Wurzelballens entsprechen
  • Pflanzabstand für hohen Sorten der Astilbe: 40 bis 60 cm
  • Pflanzabstand für Zwergsorten der Astilbe: 20 bis 25 cm
  • nach dem Pflanzen Prachtspieren bei Bedarf wässern

Pflege der Prachtspiere – gießen, düngen, schneiden

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In Ihrer Pflege sind Prachtspieren etwas eigen. Zum Gießen der Pflanzen empfiehlt sich gesammeltes Regenwasser oder Mineralwasser, da der Kalkgehalt vieler Leitungswassersorten dem Blüten-, Pflanzen- und Wurzelwachstum der Astilbe schadet. Weil den Prachtspieren darüber hinaus leicht sumpfige Bedingungen entgegen kommen, ist ein regelmäßiges Gießen nicht nur im Sommer wichtig. Auch außerhalb der trockenen Jahreszeit schätzen die Pflanzen höhere Luftfeuchtigkeit, was im Freiland nur erreicht wird, wenn die Erde nie austrocknet und genügend Feuchtigkeit in die Luft abgeben kann. Trotz des hohen Wasserbedarfs gilt es natürlich, Staunässe zu vermeiden, damit die Astilbe gesund und frei von Wurzelfäule bleibt.

Gießtipp: Falls Sie Ihre Astilbe auf einer Anhöhe gepflanzt haben, aus welcher das Gießwasser zu schnell abfließt, hilft eine speichernde Schicht Rasenschnitt dabei, das Wasser an Ort und Stelle zu halten. Zudem wird so Unkraut zuverlässig abgewehrt.


Zur richtigen Pflege der Astilben gehört auch ein regelmäßiges Düngen, haben die Pflanzen doch einen hohen Nährstoffbedarf. Arbeiten Sie daher am besten bereits bei der Pflanzung Kompost oder Kompostersatz mit in die Erde ein. In späteren Standjahren empfiehlt sich die zusätzliche Langzeitdünger- oder Kompostgabe im April, damit die Prachtspiere ihre Blüte voll entfalten kann. Solten die Wurzeln der Astilbe nach ein paar Jahren zur Erdoberfläche durchbrechen, vermengen Sie zusätzlich Kompost mit Erde im Verhältnis 2:1 und decken Sie die Wurzeln im Herbst mit dem Gemisch zu.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Zum Gießen der Astilbe Regenwasser oder kalkfreies Mineralwasser verwenden
  • Erde um die Pflanze nie ganz austrocknen lassen und Luftfeuchtigkeit konstant halten
  • insbesondere im Sommer auf ausreichende Wasserversorgung der Astilben achten
  • Rasenschnitt über den Wurzeln dient als Wasserspeicher bei erhöhter Pflanzung
  • zur richtigen Düngung bereits während dem Pflanzen Kompost in die Erde einarbeiten
  • in den Folgejahren gegen April mit Kompost oder Langzeitdünger nachhelfen
  • freigelegte Wurzeln Pflanzen im Herbst mit Kompost-Erde (2:1) abdecken

Zurückschneiden müssen Sie Ihre Astilben nicht. Zur reinigenden Pflege ist es jedoch empfehlenswert, braune oder welke Triebe abzuschneiden, damit die Pflanzen ihre Energie nicht sinnlos verbrauchen und das schmückende Gesamtbild der Prachtspieren aufrecht zu erhalten. Durch das Entfernen alter oder verletzter Triebe kann zudem die Luft innerhalb der Pflanze besser zirkulieren.

Wenn Sie die Blütenrispen der Astilbe für die Vase abschneiden wollen, sollten Sie dafür nur scharfes Schnittwerkzeug verwenden. Warten Sie auch so lange ab, bis sich zumindest das untere Drittel der Blüte vollständig geöffnet hat. Auf diese Weise halten sich Schnittblumenexemplare der Astilben länger frisch.

    Vermehrung durch Teilung der Wurzeln: Prachtspieren gehören zu den Stauden und lassen sich daher im Normfallfall gut über Wurzelteilung vermehren. Allerdings sollten Sie jungen Astilben zuvor 3 bis 4 Jahre Zeit lassen sich zu entwickeln, bevor Sie im Herbst die Wurzeln freilegen. Trennen Sie dann zwei bis drei faustgroße Wurzelstücke ab und setzen Sie diese direkt ins Freiland an einen mit Kompost angereicherten Standort. Da Astilben sehr wuchsfreudig sind, stehen die Erfolgschancen gut, dass die Teilstücke den Winter gut überstehen. Ferner regt eine Teilung die Mutterpflanze zu neuem, kräftigen Wachstum an.


    Vermehrung durch Wurzelstecklinge: Als Alternative zur Wurzelteilung steht Ihnen bei Astilben die Vermehrung durch Wurzelstecklinge zur Verfügung. Wenn Sie die Wurzeln der Pflanze freigelegt haben, können Sie verholzte Rhizome getrost ignorieren. Interessant für die Vermehrung sind nur frische, kräftige Rhizome mit mehreren Ausläufern am Wurzeltrieb. Schneiden Sie diese mit einem scharfen Schneidwerkzeug ab und pflanzen Sie die Stecklinge an ihren neuen Bestimmungsort. Setzen Sie die Wurzelteile allerdings nicht zu tief und achten Sie darauf, ihnen über Kompost oder Kompost-Ersatz genügend Nährstoffe zukommen zu lassen.

Kurztipps zum Ausputzen und Vermehren:

  • alte und welke Teile der Prachtspiere regelmäßig entfernen
  • das Ausputzen verbessert die Belüftung der Pflanze
  • für Schnittblumen warten, bis sich das untere Drittel der Blütenrispen geöffnet hat
  • Vermehrung der Staude durch Wurzelteilung ab einem Alter von 3 bis 4 Jahren möglich
  • hierfür im Herbst 2 bis 3 faustgroße Wurzelteile entnehmen
  • die Teilstücke der Astilben direkt ins Freiland zurück pflanzen
  • Vermehrung durch Wurzelstecklinge ebenfalls im herbst
  • nur junge, kräftige Rhizom-Wurzeln mit Ausläufern wählen
  • Stecklinge wie Teilstücke in jedem Fall mit Kompost oder Kompost-Ersatz anreichern

Winterschutz der Prachtspiere

Astilben gelten gemeinhin als winterhart. Trotzdem können Sie der Pflanze in besonders frostigen Wintern beim Überstehen der kalten Jahreszeit helfen. Dies gelingt, indem Sie beispielsweise welke Pflanzenteile ab Spätherbst nicht mehr entfernen, dienen diese doch als zusätzlicher Wärmespeicher. Eine Pflege in Form von Bewässerung entfällt während der Wintermonate komplett. Vielmehr sollte der Wurzelbereich mit einer Schicht Reisig abgedeckt werden, um Staunässe vom Boden fernzuhalten. Mulch oder Laub sind zu diesem Zweck eher weniger geeignet, da die Materialien zu viel Feuchtigkeit speichern.

Übersicht zu verschiedenen Arten und Sorten der Astilbe

Zur Gattung der Astilbe gehören ca. 46 Arten. Die bekannteste und beliebteste davon ist die Garten-Astilbe (Astilbe x arendsii). Der Hybride bringt mitunter die größte Sortenvielfalt hervor und hat mit seinen 60 bis 120 Zentimetern Wuchshöhe auch eine angenehme Größe für die Verwendung in Gartenbeeten. Schwieriger zu kultivieren ist hingegen die Hohe China-Astilbe (Astilbe chinensis var. davidii), da ihre Größe ein Hindernis beim Finden eines passenden Standortes sein kann. Um ihnen die Auswahl zu erleichtern, hier eine kleine Übersicht zu einigen der beliebtesten Prachtspierenarten:

SorteBeschreibung
Garten-Astilbe
Astilbe x arendsii
Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: weiße bis rosa-rote Blüte
Wuchshöhe: 60 bis 120 cm
Herkunft: Hybride
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Brautschleier', 'Cattleya', 'Else Schluck', 'Fanal', 'Weisse Gloria', 'Amethyst', 'Bergkristall'

Chinesische Prachtspiere
Astilbe chinensis
Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: rosafarbene Blüte
Wuchshöhe: 50 bis 60 cm
Herkunft: Nordchina und Korea, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Pumila', 'Christian', 'Finale', 'Frankentroll', 'Maggie Daley'

Japanische Prachtspiere
Astilbe japonica
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: weisse, rosa bis rote Blüte
Wuchshöhe: 50 bis 90 cm
Herkunft: Japan
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Bremen', 'Deutschland', 'Europa', 'Gladstone', 'Mainz', 'Montgomery'

Kleine Astilbe
Astilbe simplicifolia
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weisse, rosa bis rote Blüte
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Herkunft: Japan
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorten: 'Aphrodite', 'Bronce Elegans', 'Dunkellachs', 'Praecox Alba', 'Shalom', 'William Buchanan'

Hohe China-Astilbe
Astilbe chinensis var. davidii
Blütezeit: Juli
Blütenfarbe: weisse bis rosa Blüte
Wuchshöhe: 150 bis 200 cm
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: mässig
gute Sorte: 'Serenade'

Prachtspiere – Mögliche Beschwerden bei schlechter Pflege

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Weder Schnecken noch Käfer sind an der Astilbe interessiert. Auch Blattläuse und andere kleine Krabbler lassen die Pflanzen dieser Gattung in Ruhe, sodass den Prachtspieren meist nur schwerwiegende Fehler in der Pflege zum Verhängnis werden. Diese lassen sich aber mit wenig Aufwand schnell beheben:

    Wachstumsstörungen durch Trockenheit und zu viel Sonne – Zu viel Wärme, Licht oder Trockenheit dafür, dass sich die Blätter der Astilben einrollen. Der gesamte Wuchs wirkt gehemmt, die Pflanze entwickelt sich nicht richtig oder gar nicht. Abhilfe schafft hier Achtsamkeit. Prüfen Sie den Feuchtigkeitsgehalt der Erde und beobachten Sie den Weg der Sonne während des Tages. Im Ernstfall hilft ein Standortwechsel der Pflanze, damit ihr Wuchs wieder üppiger wird.


    Wachstumsstörungen durch ungeeigneten Boden – Scheint Ihre Pflanze trotz angemessenem Lichteinfall und ausreichender Feuchtigkeitszufuhr einfach nicht zu wachsen, liegt das Problem möglicherweise unter der Erde. Vielleicht befindet sich zu viel Kalk im Boden oder die Nähe zu flachwurzelnden Bäumen und Sträuchern hemmt die Entwicklung der Astilbe. Auch hier kann ein Umsetzen der Pflanze oder der störenden Begleitgewächse helfen. Alternativ, etwa bei zu hohem Kalkgehalt der Erde oder anderen Substratproblemen, können Sie über einen Bodenaustausch nachdenken.



Fazit

Astilben sind nicht pflegeintensiv und trotzdem eine Zierde in jedem Park und Garten. Ihre federartigen Blütenrispen bieten zahlreichen Insekten Nahrung und Obdach und durch die unterschiedlichen Färbungen und Wuchshöhen ihrer Sorten kann bei der Pflanzung so manche kreative Ader ausgelebt werden. Stellen sie aber sicher, dass Ihre Prachtspieren nicht zu sonnig stehen und der Standortboden niemals austrocknet, denn hierunter könnte der Wuchs der prächtigen Pflanzen leiden.

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