Pinie – Standort, Pflege und Schnitt

Pinie – Standort, Pflege und Schnitt

Die Pinie (Pinus pinea) ist eine besondere Unterart der Kiefer. Neben der Verwendung als Bau- und Möbelholz, hat vor allem die Verwendung von Kernen der Pinie als Nahrungsmittel lange Tradition. So werden die eiweißhaltigen Pinienkerne in der arabischen und mediterranen Küche zum Beispiel als Zutat zur Herstellung von Pesto, Reisgerichten und Süßspeisen wie Kuchen genutzt. Darüber hinaus verströmen Pinien einen äußerst aromatischen Duft und faszinieren durch ihre außergewöhnlich langen Laubnadeln. Wer dem Zier- und Nutzbaum im eigenen Garten ein Zuhause geben möchte, für den haben wir hier ein paar nützliche Kulturtipps zusammengefasst.



Pflanzung der Pinie – Standortbedingungen und Ablauf

Wie alle Kiefernarten gehört auch die Pinie zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist deshalb auch als Mittelmeer-Kiefer bekannt. Trotz ihrer mediterranen Herkunft sind Pinien dabei sehr gut winterhart und vertragen Temperaturen bis -25 °C. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine geringe Luftfeuchtigkeit sowie ein sonniger und warmer Standort.

Das ideale Bodensubstrat für Pinien ist gut durchlässig, trocken und sandig-kiesig. Die optimalen Boden-pH-Werte liegen im sauren bis neutralen Bereich, zwischen 5,5 und 7 Punkten. Neben einer Freilandkultivierung ist es auch möglich, den Pinienbaum im Topf zu pflanzen. Ein ausreichend großer und tiefer Topf ist dabei oberstes Gebot, denn die bis zu 25 m hohen Pinien bilden eine Pfahlwurzel, die ohne Begrenzung 80 bis 180 m tief in den Boden ragen kann.

 

Einzelheiten zum Standort für Pinien:

  • Pinus pinea ist ein mediterraner Baum und benötigt sonnige sowie warme Standorte
  • bei geringer Luftfeuchtigkeit ist der Pinienbaum aber bis -25 °C winterhart
  • das Standortsubstrat sollte durchlässig, trocken und sandig-kiesig sein
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis neutral, von 5,5 bis 7
  • alternativ zur Freilandpflanzung ist eine Kultur im Topf möglich
  • hier ein ausreichend großes und tiefes Gefäß wählen

 

1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Um der Pinie die Eingewöhnung am Standort zu erleichtern, sollte die Pflanzung schon nach den Eisheiligen vorgenommen werden, sobald die Temperaturen konstant bei 20 °C liegen. Eine frühere Pflanzung könnte Frostschäden an der Pinie hinterlassen. Im Herbst wiederum ist der Lichteinfall meist schon zu schwach für eine schnelle Standortetablierung. Generell sollte man den Pinienbaum erst in den Garten pflanzen, wenn er ein Alter von mindestens 5 Jahren erreicht hat. Entsprechende Vorzuchten finden Sie in gut sortierten Baumschulen oder im Online Handel.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Damit sich Kinder an ihrem Standort wohl fühlen, sollte der Boden vorab tiefgründig umgegraben und aufgelockert werden. Außerdem ist das Pflanzsubstrat zur Grunddüngung mit Kompost oder Torf anzureichern. Eine gute Luft- und Wasserdurchlässigkeit ist ebenfalls wichtig. Zu diesem Zweck geben auf zwei Teile Substrat einen Teil Sand und fügen zusätzlich etwas Kies, Splitt, Lava- oder Kalkstein hinzu. Abschließend drainieren Sie das Pflanzloch, welches 1 ½ Mal so groß wie der Wurzelballen sein sollte, mit etwas Kies.

3. Schritt – Pinie pflanzen: Beim Pflanzen der Pinien ist es wichtig, die Wurzeln nicht zu knicken. Das Substrat sollte nach der Pflanzung nicht zu fest verdichtet oder überwässert werden, denn eine zu geringe Luftdurchlässigkeit und erhöhte Feuchtigkeit im Boden lassen die Wurzeln schnell faulen.

 

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Pinus pinea: nach den Eisheiligen ab konstanter Temperatur von 20 °C
  • Pinienbaum erst im Alter von 5 Jahren oder mehr ins Freiland pflanzen
  • Boden vorab tiefgründig umgraben und mit Kompost oder Torf anreichern
  • zusätzlich Sand und Erde im Verhältnis 1:2 vermischen
  • Kies, Splitt, Lava- oder Kalkstein verbessern die Durchlässigkeit
  • für verbesserten Wasserablauf Kiesdrainage im Pflanzloch ausbringen
  • das Loch muss 1 ½ Mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • während dem Pflanzen Wurzeln der Pinus pinea nicht beschädigen
  • Erde nur leicht andrücken um Wurzelfäule zu vermeiden

 

junge Pinie in Kroatien; Der Mittelmeerstaat zählt zu den natürlichen Standorten des Baumes

 

Pinienbaum pflegen – gießen, düngen und schneiden

Mediterrane Pflanzen wie die Pinie vertragen Trockenheit deutlich besser als Staunässe. Nur in anhaltenden Trockenphasen oder bei Topfpflanzung sind manuelle Wassergaben notwendig. Doch auch hier muss eine Überwässerung tunlichst vermieden werden, damit die empfindlichen Wurzeln keine Fäulnis ansetzen.

Gedüngt wird der Pinienbaum zwischen März und September alle vier Wochen mit Kompost. Im Winter ist die Düngung dann natürlich einzustellen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Pinienbaum verträgt Trockenheit sehr gut
  • bei ausbleibendem Niederschlag muss aber dennoch nachgegossen werden
  • gleiches gilt für Pinien in Topfkultur
  • aus diesem Grund die Pflanzen mäßig, aber regelmäßig gießen
  • Düngung der Pinus pinea erfolgt von März bis September mit Kompost
  • diesen alle vier Wochen an die Pflanzen abgeben
  • ab Herbst die Nährstoffgaben dann einstellen

 

Die für Pinus pinea typische Pilzform der Krone entwickelt sich ohne Zutun des Gärtners sehr formschön. Allerdings ist der Pinienbaum ein sehr langsam wachsendes Nadelgehölz, weshalb ein gezielter Schnitt die Kronenentwicklung beschleunigen kann. Entfernen Sie hierzu im Herbst die beiden unteren Astreihen der Pinie vollständig. Im Frühling vor dem Nadelaustrieb werden dann ergänzend zwei Drittel der jungen Triebspitzen eingekürzt. Wichtig ist, bei Pinus pinea niemals ins alte Holz zu schneiden. Der Schnitt verhindert hier den Austrieb, sodass der Nadelbaum noch langsamer wächst.

Wer Pinienkerne ernten möchte, der muss die Zapfen der Pinie etwa drei Jahre lang reifen lassen. Nach der Ernte kommt es dann auf eine schnelle Verarbeitung an, denn den Kernen wird eine rasche Austrocknung nachgesagt.

  • Vermehrung durch Aussaat: Mit den Kernen der Pinie lassen sich nicht nur leckere Gerichte zaubern. Auch für die Vermehrung sind die Pinienkerne äußerst dienlich. Entfernen Sie hierzu die Schale von den Kernen und quellen Sie die Samen für etwa 12 Stunden in lauwarmem Wasser vor. Nachdem Sie die Pinienkerne in einen Topf mit torfiger Anzuchterde ausgebracht haben, sollte das Gefäß an einem 20 °C warmen und halbschattigen Ort durch mäßige Bewässerung zur Keimung gebracht werden. Diese erfolgt für gewöhnlich nach etwa zwei Wochen. Danach ist für die Anzucht regelmäßiges alljährliches Umtopfen und ein vollsonniger Standort wichtig, bis die Pinie alt genug ist, um in einen Kübel oder ins Freiland umzuziehen. Schützen Sie die jungen Pinien auch vor starken Temperaturschwankungen und Zugluft, denn beides bekommt den Pflanzen nicht besonders gut.

 

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • im Herbst untere Astreihen der Pinie entfernen, um Wachstum zu beschleunigen
  • ergänzend im Frühjahr vor dem Austrieb zwei Drittel der jungen Triebspitzen kürzen
  • Pinienbaum niemals am Altholz beschneiden, dies sorgt für verlangsamten Wuchs
  • zur Ernte von Pinienkernen die Zapfen 3 Jahre ausreifen lassen
  • danach schnell verarbeiten, ehe Austrocknung der Kerne einsetzt
  • für Vermehrung Schale von den Kernen ablösen
  • die Kerne dann 12 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen lassen
  • danach in Topf mit torfiger Anzuchterde setzen und leicht mit Erde bedecken
  • Keimlinge bei konstanten 20 °C mäßig feucht und halbschattig halten
  • nach der Keimung die Anzucht vollsonnig stellen und alljährlich umtopfen
  • Temperaturschwankungen und Zugluft sind zu vermeiden

 

Pinienzapfen | © Das Grüne Archiv

 

Pinie überwintern – so geht’s

Da Pinus pinea sehr empfindlich auf Frost und Schmelzwasser reagiert, ist ein leichter Winterschutz ratsam. Decken Sie den Wurzelbereich hierzu ab Oktober mit Reisig oder Reisig ab. Die Äste werden am besten mit Baumvlies nach oben gebunden. Topfpflanzungen überwintern am besten im Haus bei Raumtemperaturen zwischen 3 °C und 10 °C. Gegossen werden sowohl Topf- als auch Freilandkulturen im Winter nur, um den Wurzelballen vor Austrocknung zu schützen. Durchzuführen ist die Bewässerung ausschließlich an frostfreien Tagen.

 

Pinie – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Erfreulicher Weise sind keine besonderen Schadbilder für den Pinienbaum bekannt.



Fazit

Pinus pinea ist ein robuster Nadelbaum, der allerdings sehr spezielle Standortansprüche stellt. Zusätzlich sind bei der Anzucht und Pflanzung der Pinie bestimmte Temperaturanforderungen zu beachten. Damit der Pinienbaum sicher durch den Winter kommt, bedarf es einiger Vorbereitungen. Nur, wenn der Baum gut vor eisigem Schmelzwasser geschützt wird, kann er im Freiland überleben. Alternativ ist können Sie Pinus pinea auch im Topf pflanzen oder aus den Kernen der Pflanze selbst ziehen. Dies ist ohnehin nötig, sofern der Baum noch keine 5 Jahre alt ist, denn erst danach, darf die Konifere mit dem wohlriechenden Duft und dem markanten Wuchs ins Freiland umziehen.

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