Pfirsich pflanzen – Standort, Pflege und Ernte

Pfirsich pflanzen – Standort, Pflege und Ernte

© Tim UR - Fotolia.com
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Der Pfirsichbaum (Prunus persica) begeistert nicht nur durch seine leckeren Steinfrüchte, die sich zu allerlei Süßspeisen verarbeiten lassen. Auch die rosafarbenen Pfirsichblüten, welche die Fruchtriebe während der Blütezeit zieren, sind ein absoluter Hingucker mit originellem Zierwert. Viele halten den Pfirsich dabei für ein eher für eine Südfrucht, die in Europa allenfalls in Italien oder Spanien gedeiht. Weit gefehlt, denn tatsächlich benötigt der Baum zur Ausbildung seiner Blüten einen gewissen Kältereiz. Inwiefern sich Prunus persica auch bei uns anbauen lässt und was bei der Pflege der Pfirsichbäume zu beachten ist, erfahren Sie im nachstehenden Pflanzratgeber.

Pfirsichbaum pflanzen – Standortbedingungen und Ablauf

Gemeinsam mit Kirschen, Aprikosen, Pflaumen und Schlehen gehört der Pfirsich zur Gattung Prunus, welche mit Abstand wohl die vielfältigste Obstgattung aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist. Dabei bildet der Pfirsichbaum mitunter die größten Steinfrüchte aus. Für deren Ausbildung benötigen Pfirsiche zwar sonnige und windgeschützte Standorte, blüht jedoch nur nach mehreren hundert Stunden Kälteeinfluss. Einer Pflanzung hierzulande steht damit nichts im Wege, wobei bevorzugt Freiflächenstandorte auf der Südseite des Hauses zu wählen sind. Des Weiteren müssen die Pfirsichblüten gut vor Spätfrösten geschützt werden, denn auch wenn Winterkälte für das Erblühen des Pfirsichbaums unabdingbar ist, so können die Blüten bei Frost doch sehr leicht erfrieren. Ansonsten ist der Baum aber gut winterhart und verträgt Temperaturen bis -23 °C.

An den Standortboden stellen Pfirsichbäume keine allzu großen Ansprüche. Das Substrat sollte gut durchlässig, locker und nährstoffreich sein und einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert von 5 bis 7 Punkten besitzen. Am besten geeignet sind sandig-lehmige, kiesig-lehmige oder sandig-tonige Böden.

Pflanztipp: Den Pfirsich als Spalierobst zu ziehen, hat mit Blick auf Pflege- und Blütenschutzmaßnahmen einige Vorteile. Am besten entwickelt sich das Obstgehölz dabei in Weinanbaugebieten. Auch sonnenreiche Steingärten sind als Standort zu empfehlen. Eine in etwas Entfernung stehende Hauswand auf der Südseite kann zudem als Wärmereflektor fungieren.


Einzelheiten zum Standort für Pfirsich:

  • Pfirsiche nur an sonnigen Standorten auf der Südseite pflanzen
  • eine Kälteeinwirkung von mehreren 100 Std. ist für die Blütenbildung aber wichtig
  • insgesamt sind Pfirsichbäume bis -23 °C winterhart
  • Lediglich ihre Blüten müssen vor Spätfrösten geschützt werden
  • als Standortsubstrat durchlässige, lockere und nährstoffreiche Böden wählen
  • sandig-lehmige, kiesig-lehmige und sandig-tonige Substrate sind ideal
  • Boden-pH-Wert: schwach sauer bis neutral, zwischen 5 und 7
  • zur vereinfachten Pflege den Pfirsich am besten als Spalierobst ziehen
  • besonders gut gedeiht der Baum in Weinanbaugebieten und lichtreichen Steingärten
  • Hauswände auf der Südseite können mehr Wärme spenden
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Jungbäume des Pfirsichs können Sie in jeder gut sortierten Baumschule oder im Online Handel erwerben. Allerdings sind die jungen Bäumchen noch sehr Kälteempfindlich und müssen sich zunächst am Standort etablieren, bevor sie dem winterlichen Frost gewachsen sind. Pflanzen Sie Pfirsichbäume daher nur im Frühling nach den Eisheiligen.
  2. Schritt – Boden optimieren: Zur angemessenen Bodenvorbereitung sollte das Standortsubstrat tiefgründig umgegraben und die Bodendurchlässigkeit ggf. mit Sand oder Kies verbessert werden. Zur Grunddüngung bringen Sie zusätzlich etwas Humus ins Substrat ein.
  3. Schritt – Pfirsich pflanzen: Vor dem Pflanzen muss der Wurzelballen des Pfirsichbaums in einem Eimer voll Wasser mit Feuchtigkeit versorgt werden. Auch darf der Baum auf keinen Fall tiefer stehen als im Container, was beim Ausheben des Pflanzloches zu berücksichtigen ist. Der Pflanzabstand zu Hauswänden und Nachbarbäumen sollte mindestens 4 bis 5 m betragen. Nach der Pflanzung ist das Anbringen eines Stützpfahls sinnvoll. Abschließend wird der Pfirsich noch gut angegossen.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanzzeit für Pfirsiche: Frühling, nach den Eisheiligen
  • idealer Weise vorgezogene Jungbäume pflanzen
  • vorab den Boden tiefgründig umgraben und mit Sand oder Kies optimieren
  • zur Grunddüngung Humus verwenden
  • den Wurzelballen des Pfirsichs unterdes in Eimer voll Wasser stellen
  • anschließend den Pfirsichbaum nicht tiefer als im Container setzen
  • Pflanzabstand: mind. 4 – 5 m
  • nach dem Pflanzen Jungbäumchen mit Pfahl abstützen und gut anwässern
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Pfirsichbaum pflegen – gießen, düngen und schneiden

Im ersten Standjahr müssen Pfirsichbäume regelmäßig bewässert werden. Vor allem während der Blütezeit und im Sommer sind die Pflanzen auf großzügige Wassergaben angewiesen. Trotz des hohen Wasserbedarfs ist Staunässe aber strikt zu vermeiden. Konnten die Jungbäumchen erst einmal im Boden anwachsen, versorgen sie sich weitestgehend selbst mit Feuchtigkeit. Allenfalls in anhaltenden Trockenphasen ist dann noch eine manuelle Bewässerung notwendig.

In Sachen Nährstoffe benötigt der Pfirsich vor allem Stickstoff und Kalium. Allerdings wird eine Düngung erst ab dem zweiten Standjahr notwendig. Greifen Sie hier entweder zu fertigem Obstbaumdünger oder zu Hornspänen. Der richtige Zeitpunkt für die Düngung liegt zwischen April und Juli.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Im 1. Standjahr Pfirsiche regelmäßig gießen ohne Staunässe zu erzeugen
  • danach nur noch in anhaltenden Trockenperioden bewässern
  • zur Düngung kalium- und stickstoffhaltigen Obstbaumdünger verwenden
  • auch organischer Dünger (z.B. Hornspäne oder Stallmist) ist geeignet
  • die Düngung erfolgt erst ab dem 2. Standjahr zwischen April und Juli

Ein Schnitt am Pfirsichbaum ist grundsätzlich wichtig, um dessen Form und Ertragreichtum zu erhalten. Unterschieden werden müssen dabei Holztriebe und Fruchttriebe. Holztriebe sollten Sie diesbezüglich nur stehen lassen, wenn Sie zur Formgebung der Baumkrone unabdingbar sind. Auch alte Fruchttriebe aus dem Vorjahr sind bis auf ein Viertel zu entfernen. Die verbliebenen Fruchttriebe schneiden Sie im Anschluss bis auf drei Knospen zurück. Zur Verjüngung sind ferner alle toten und kränklich wirkenden Triebe auszuschneiden. Wer seinen Pfirsichbaum als Spalierholz kultivieren möchte, der sollte Beim Schnitt zusätzlich auf eine Anordnung der Seitentriebe in Fächerform achten. Der richtige Zeitpunkt für den Jahresschnitt liegt im Frühling vor der Blüte.

Um eine ertragreiche Ernte zu garantieren, müssen die Blüten der Pfirsiche unmittelbar nach dem Knospen mit Gartenblies oder Jute vor Spätfrösten geschützt werden. Sind die Schutzmaßnahmen geglückt, können Sie gegen Ende Juli schon die ersten Früchte ernten. Unreife Pfirsiche reifen bei Lagerung in warmer Umgebung noch nach, wobei jedoch einiges an Geschmack auf der Strecke bleibt. Nehmen Sie deshalb vorrangig Früchte vom Baum, die schon eine gelb-rötliche Färbung aufweisen. Zur Herstellung von Pfirsichsaft sollte sogar gewartet werden, bis die vollreifen Pfirsiche selbst vom Baum fallen. Weitere Möglichkeiten zur Verarbeitung bietet die Herstellung von Marmelade, Konfitüre, Eingemachtem oder Kuchen.

Kurztipps zum Schneiden und Ernten:

  • Schnittzeitpunkt für Pfirsiche: zeitiges Frühjahr, noch vor der Blüte
  • Holztriebe, die nicht zum Kronenaufbau dienen, vollständig ausschneiden
  • tote Triebe und ¾ aller Fruchttriebe aus dem Vorjahr ebenfalls entfernen
  • die restlichen Fruchttriebe bis auf drei Knospen einkürzen
  • bei Spalierobst die Seitentriebe fächerförmig arrangieren
  • Blüten der Pfirsiche bis nach den Eisheiligen mit Gartenvlies oder Jute abdecken
  • Ernte ist dann ab Ende Juli möglich
  • nur reife Früchte ernten, da unreife Pfirsiche nicht so viel Geschmack besitzen
  • zur Herstellung von Fruchtsaft waren, bis die vollreifen Pfirsiche vom Baum abfallen

Interessante Varianten des Prunus persica

Ursprünglich ist der Pfirsichbaum in China beheimatet. Dort liegen neben Spanien und Italien bisweilen auch die meisten Anbaugebiete. Insgesamt wird der Pfirsich bereits seit 6000 v. Chr. kultiviert. Seine fachbotanische Bezeichnung Prunus persica ebenso wie der Beiname persischer Apfel sind dabei der Tatsache zu verdanken, dass der Pfirsich über Persien nach Europa gelangte. Die lange Kulturgeschichte des Pfirsichs lässt erahnen, dass die heutige Auswahl an Sorten äußerst umfangreich ist. Neben dem klassischen Rundpfirsich gibt es dabei auch Plattpfirsiche und Nektarinen. Hier eine kleine Auswahl besonders empfehlenswerter Varianten:

SorteBeschreibung
Rundpfirsich
Prunus persica
Blütezeit: April
Blütenfarbe: gelbe, rotgelbe oder weiße Steinfrüchte
Wuchshöhe: 6 bis 8 m
Herkunft: China, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: klassischer Pfirsich mit behaarter Außenhaut
gute Sorten: 'Aida', 'Amber', 'Benedicte', 'Bero', 'Bonanza', 'Burgunda', 'Diniert', 'Fair Haven', 'Früher Alexander', 'Früher Roter Ingelheimer', 'Fruteria', 'Goldy', 'Lubera', 'Madam Rogniat', 'Malred', 'Mosella', 'Red Haven', 'Revita', 'Roter Ellerstädter', 'Rekord aus Alfter', 'Rubino', 'Suncrest', 'South Haven', 'Weißer Ellerstädter'
Nektarine
Prunus persica var. nucipersica
Blütezeit: April
Blütenfarbe: gelbe, gelbrote oder weiße Steinfrüchte
Wuchshöhe: 6 bis 8 m
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Mutation des Rundpfirsichs ohne behaarte Außenhaut
gute Sorten: 'Big Top', 'Fantasia', 'Goldfire', 'Honey', 'Nectared', 'Nektarrose', 'Snowqueen', 'U-Form', 'Zwerg-Nektarine'
Plattpfirsich
Prunus persica var. platycarpa
Blütezeit: April
Blütenfarbe: gelbrote oder weißrote Steinfrüchte
Wuchshöhe: 6 bis 8 m
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Mutation des Rundpfirsichs mit Tellerform
gute Sorten: 'Adelsbergpfirsich', 'Bergpfirsich', 'Little Pinocchio', 'Saturn', 'Sugar Baby', 'Tellerpfirsich', 'Wildpfirsich'

Pfirsich – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© alexlukin - Fotolia.com
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Zu den wenigen Krankheiten, die den Pfirsichbaum befallen können, zählt die Kräuselkrankheit. Sie wird durch den Pilz Taphrina deformans hervorgerufen und sorgt für einen gekräuselten Blattaustrieb, der sich darüber hinaus durch grüne oder rote Bläschen auf den Blättern auszeichnet. Beikommen lässt sich der hartnäckigen Pilzerkrankung durch sehr frühes Schneiden im zeitigen Frühjahr oder gar im Spätwinter. Auch eine Behandlung der Bäume mit Kupfermittel sowie einem Knoblauch-Wassersud (Verhältnis 1:5) war in der Vergangenheit erfolgreich. Besprühen Sie befallene Pfirsiche noch zu Beginn der Knospenbildung im Turnus von 14 Tagen mit besagten Mitteln. Vorbeugend sind Sorten wie ‚Bero‘, ‚Fruteria‘, ‚Revita‘ oder ‚Saturn‘ zu empfehlen, welche als resistent gegen Kräuselkrankheit gelten.

Übertragen wird die Kräuselkrankheit unter anderem durch Blattläuse, die sich nur allzu gerne am Pfirsichbaum vergehen. Glücklicher Weise fungiert der Baum aber auch als Nützlingsweide für Bienen, Hummeln und Vögel, die sich den gefräßigen Tierchen oftmals ausreichend annehmen. Darüber hinaus sind auch Sprühungen mit Brennnesselsud ein effizientes Mittel gegen die Läuseplage.

Fazit

Auch wenn der Pfirsichbaum ein sonnenverwöhntes Obstgehölz ist, lässt er sich unter den richtigen Standortbedingungen selbst bei uns erfolgreich kultivieren. Für eine ertragreiche Ernte ist dabei vor allem ein kalium- und stickstoffhaltiges Substrat und der richtige Schnitt notwendig. Ebenso müssen die Pfirsichblüten im Frühling ausreichend vor Spätfrösten geschützt werden, damit sich aus ihnen möglichst viele Pfirsiche entwickeln. Mit Blick auf mögliche Schadbilder ist vor allen die Kräuselkrankheit sehr tückisch. Sie wird hauptsächlich durch Blattläuse übertragen, deren Vorkommen am Pfirsichbaum es folglich zu unterbinden gilt.

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