Petunien – Aussaat, Pflege, Sorten

Petunien – Aussaat, Pflege, Sorten

© Floydine - Fotolia.com
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Petunien (Petunia) gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Ihre Blüten stehen in einzelnen Blütenständen, wobei die duftenden Tragblätter fünfzählig und oftmals auffällig gefärbt sind. Heutzutage sind im Fachhandel vorwiegend robuste Hybriden der bis zu 70 cm hohen Petunia erhältlich, da diese eine unkomplizierte Bepflanzung von Töpfen, Balkonkästen oder Pflanzkübeln gewährleisten. Auch sind Farbgebung und Form der Blüten bei besagten Hybridsorten sehr individuell und lassen bei Hobbygärtnern kaum noch Wünsche offen. Unser Ratgeber zur Petunie gibt Ihnen einen guten Einblick in die Pflege der Pflanzen in Ihrem Garten!



Petunie pflanzen oder säen – Standort und Ablauf

Die Heimat der Petunia liegt in gemäßigten bis subtropischen Gebieten Südamerikas. Aus diesem Grund lieben Petunien die volle Sonne und bevorzugen wind- sowie regengeschützte Standorte. Zwar gedeihen die Pflanzen auch im Halbschatten, die Üppigkeit ihrer Blüte lässt bei mangelnder Sonne aber schnell nach. Ebenfalls vermieden werden sollte bei der Petunie Staunässe, wobei die Blumen aber auf keinen Fall austrocknen dürfen. Wenn Sie ihre Petunia daher als Balkonpflanzen kultivieren möchten, bestücken Sie Ihre Balkonkästen am besten mit einer Schicht großer Kieselsteine als Drainage.

Im Normalfall können Sie einfache Blumenerde für die Pflanzung der Petunia verwenden. Da die beliebten Balkonpflanzen jedoch schnell an Eisenmangel leiden, der für eine unschöne Verfärbung der Blätter sorgt, gibt es im Fachhandel auch spezielle Petunienerde zu kaufen. Der optimale pH-Wert für Petunien liegt dabei zwischen 5,5 und 6.

Einzelheiten zum Standort für Petunia:

  • Petunien lieben volle Sonne und geschützte Standorte
  • Halbschatten oder zu wenig Sonne verhindert üppige Blüte der Petunie
  • Staunässe bei der Petunia vermeiden
  • Kieselsteindrainage in Balkonkästen empfehlenswert
  • Petunia neigt zu Eisenmangel
  • Spezialerde mit pH-Wert von 5,5 bis 6 ist sinnvoll
© SG- design - Fotolia.com
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  1. Schritt –Pflanzen vorziehen: Ziehen Sie die Samen Ihrer Petunia im Februar an einem warmen Ort vor. Mit Anzuchterde gefüllte Eierkartons, die ggf. mit Glas oder Klarsichtfolie abgedeckt werden können, eignen sich für die Aussaat am besten. Sieben Sie nach der Ausbringung etwas Erde über das Saatgut oder drücken Sie die Samen leicht an.


  2. Schritt– Keimung der Petunia: Besprühen Sie die Anzucht Ihrer Petunien regelmäßig mit einer Sprühflasche. Auch sollte der Pflanzbehälter an einem warmen, von Sonne beschienenen Platz (z.B. Fensterbank) stehen, bis die jungen Petunia etwa zwei Zentimeter groß sind.


  3. Schritt – Petunien pikieren: Ab einer Höhe von ca. 2 bis 3 cm können Sie die Petunia pikieren. Achten Sie hierbei auf einen Abstand von 3 bis 5 cm zwischen einzelnen Jungpflanzen.


  4. Schritt – Petunien pflanzen: Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen Sie Ihre Petunien ins Freie stellen (z.B. als Balkonpflanze). Wenn Sie bis in den Herbst blühende Pflanzen haben möchten, empfiehlt es sich zudem, eine zweite Anzucht anzusetzen, da die Blütenpracht der Petunia sich oft schon sehr früh erschöpft.

Kurzschritte zu Aussaat und Pflanzvorgang im Überblick:

  • Aussaat der Petunia im Februar in Eierkartons
  • abdecken mit Glasplatte oder Klarsichtfolie
  • hellen und warmen Standort wählen
  • Petunien regelmäßig mit Sprühflasche befeuchten
  • pikieren der Petunia ab einer Größe von 2 bis 3 cm
  • Pflanzabstand einige Zentimeter
  • nach den letzten Nachtfrösten ins Freie bringen
  • für Blüte im Herbst Petunia evtl. nachsäen

Pflege der Petunien – gießen, düngen und ausputzen

Ob auf dem Balkon oder im Freiland – Petunien müssen stets gleichmäßig gegossen werden, denn sie dürfen nicht austrocknen. Allerdings sollte auch Staunässe vermieden werden. Bei Verwendung von hartem Leitungswasser empfehlen Experten zusätzlich die Gabe von Eisendünger, um den Nährstoffmangel der Pflanze auszugleichen. Ansonsten könnte die Petunia kränkeln und damit anfälliger für Krankheiten oder Schädlingsbefall werden.

Regelmäßiges düngen ist bei der Petunia sinnvoll, damit ihre Blüte üppig und voll erscheint. Am besten düngen Sie die klassischen Balkonpflanzen ein- bis zweimal pro Woche mit handelsüblichem Phosphordünger oder flüssigem EM.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Petunia regel- und gleichmäßig gießen
  • Staunässe im Boden der beliebten Balkonpflanzen vermeiden
  • bei hartem Leitungswasser zusätzlich Eisendünger verabreichen
  • ansonsten 1 bis 2 mal wöchentlich mit Phosphordünger oder EM düngen

    Ausputzen: Zu den wiederkehrenden Aufgaben der Petunienpflege gehört neben dem Kontrollieren auf Schädlinge auch das Entfernen welker Blüten. Das Ausputzen fördert nicht nur neue Blütenstände, sonder kann die Petunia auch vor Krankheits- und Pilzbefall schützen. Insbesondere bei Petunien mit großen Blütenblättern und Exemplaren, die dauerhaft im Halbschatten stehen, ist der Vorgang unerlässlich. Kleinere Sorten der Petunia putzen sich hingegen meist selbst aus


    Überwintern: Das Ende des Sommers muss nicht zwangsläufig auch das Ende Ihrer Petunien sein. Noch vor dem ersten Nachtfrost kann die frostempfindliche Pflanze zum Überwintern in einen hellen Raum mit einer Temperatur zwischen 5 und 10 °C gebracht werden. Gießen Sie gelegentlich, damit die Petunia nicht austrocknet. Nach dem Überwintern können Sie die Pflanzen im folgenden Frühjahr dann zurückschneiden und wieder als Balkonpflanzen einsetzen.


    Vermehren: Schneiden Sie zur Vermehrung der Petunia von ausgewachsenen Pflanzen einen Trieb mit etwa 15 cm Länge ab und alle Blüten entfernen. Blätter sollten am Trieb maximal 2 Stück verbleiben. Stellen Sie den Steckling ins Wasser bis er ausreichende Wurzeln gebildet hat. Empfehlenswert ist es hierbei, mehrere Triebe zu nehmen, da nicht jeder Trieb wurzelt. Wenn genug Wurzeln zu sehen sind, können Sie den Steckling der Petunie in die Erde pflanzen.

Kurztipps zum Ausputzen, Überwintern und Vermehren:

  • verwelkte Blüten entfernen, um Zweitblüte der Petunie zu fördern
  • bei im Halbschatten stehenden Petunia schützt Ausputzen vor Pilzen und Krankheiten
  • zum Überwintern Petunie vor dem ersten Frost ins warme holen
  • Raumtemperatur für das Überwintern liegt bei 5 bis 10 °C
  • zur Vermehrung Trieb von 15 cm Länge abschneiden
  • bis auf 2 Blätter sämtliches Laub und Blätter der Petunie entfernen
  • Triebe der Petunia ins Wasser stellen
  • nach guter Bewurzelung einpflanzen

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Petunia

Insgesamt gibt es etwa 16 Arten der Petunien. Diese teilt man in zwei Untergruppen ein: die Hänge- und Minipetunien. Zu den Hängepetunien zählen die Surfinien, deren Blüten ca. doppelt so groß sind Blüten wie die der Mini-Petunien. Darüber hinaus existieren zahlreiche, farb- und formfrohe Hybride, zu denen auch die Gartenpetunia gehört. Hier eine kleine Auswahl an beliebten Sorten der Petunia:

SorteBeschreibung
Gartenpetunie
(Petunia hybrida)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Blütenfarbe: violett, weiß, rosa oder rot
Wuchshöhe: ca. 40 cm
Herkunft: Südamerika
Eignung: gut
Besonderheiten: Balkon- oder Ampelpflanze
Zauberglöckchen 'Millionbells'
(Calibrachoa 'Millionbells')
Blütezeit: Mai bis Oktober
Blütenfarbe: alle Farben
Wuchshöhe: bis 60 cm, hängend
Herkunft: Hybride
Eignung: gut
Besonderheiten: kein Nordbalkon dafür regen- und windfest
Zauberglöckchenen 'Cherry Star'
(Calibrachoa 'Cherry Star')
Blütezeit: Mai bis Oktober
Blütenfarbe: kirschfarben mit gelben Sternen
Wuchshöhe: 30 cm bis 60 cm hängend
Herkunft: Südamerika, Hybride
Eignung: gut
Besonderheiten: kein ausputzen, pflegeleichte Petunia
Hängepetunie
(Petunia grandiflora)
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: zweifarbig - rot-weiß oder violett-weiß
Wuchshöhe: 25 cm bis 30 cm
Herkunft: Südamerika, Hybride
Eignung: gut
Besonderheiten: gefüllte Blüte, Schnittblume

Die Petunie – mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

© Andrea Arnold - Fotolia.com
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    Weiße Fliege: Die Weiße Fließe ist auch als Mottenschildaus bekannt. Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit fördern einen Befall, der sich durch vergilbtem langsam verwelkende Blätter, sowie einen klebrigen Belag auf der Blattoberseite äußert. Um das tropische Insekt wieder loszuwerden, stellen Sie die Petunia an einen luftigen Standort und spritzen Sie die Balkonpflanzen mit einer Schmierseifenlösung ab. Gelbtafeln aufzuhängen käme auch in Betracht. Im Fachhandel sind zudem zahlreiche chemische Produkte zur wirkungsvollen Bekämpfung gegen Mottenschildläuse erhältlich. Setzen Sie diese Mittel jedoch nur ein, wenn alle anderen Maßnahmen wirkungslos waren und Ihre Petunien unter einer starken Überpopulation leiden.


    Thripse: Diese Insekten sind auch als Fransenflügler oder Blasenfüßer bekannt. Sie bohren ihre Eier direkt in die Pflanze oder heften sie auf Triebe und Blätter. Isolieren Sie befallene Petunien so schnell wie möglich und besprühen sie die Thripsen konsequent mit Wasser, da sie trockene Umgebung bevorzugen. Gelegentliches Abduschen der Petunia ist ebenfalls eine gute Präventivmaßnahme,



Fazit

Egal ob im Garten, auf dem Balkon oder in Hängeampeln, aufrecht – die Petunia erfreut mit ihrem vielfältigen Erscheinungsbild stets das botanisch versierte Auge. Im Sommer zaubern Petunien eine opulente Farbenpracht, die kaum noch aus dem Leben vieler Hobbygärtner wegzudenken ist. Mittlerweile sind im Handel auch viele Hybridensorten erhältlich, welche die Pflege der beliebten Balkonpflanzen noch einfacher gestalten und mit noch extravaganteren Blütenfarben und -formen beeindrucken.

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