Perlkörbchen – Standort, Pflanzen, Pflege

Perlkörbchen – Standort, Pflanzen, Pflege

© tinadefortunata - Fotolia.com
© tinadefortunata – Fotolia.com

Das dauerblühende Perlkörbchen (Anaphalis), gemeinhin auch unter dem Namen Perlpfötchen bekannt, macht sich ausgezeichnet in Staudenbeeten und ist aufgrund seiner perlenartigen Blütenstände ein echter Augenschmauß. Jedoch erzeugen die kleinen, weißen Rispenblüten der Pflanze nicht nur dann einen hübschen Anblick, wenn sie gegen Juni zu blühen beginnen. Ebenso kann man die Blütenstängel der Anaphalis im Herbst trocknen und für Trockensträuße verwenden. Alles, was bis dahin zur Kultivierung und Pflege des Perlkörbchens nötig ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.


Wissenswertes: Dem mitunter auch Silber-Immortelle genannten, Großblumigen Perlkörbchen (Anaphalis margaritacea) werden heilsame Kräfte nachgesagt. Bereits die Ureinwohner von Amerika sollen die Staude als medizinische Pflanze eingesetzt haben, wobei vor allem die Wirksamkeit der Staude gegen Kopfschmerzen, Rheuma und Erkältungen von großer Bedeutung war.


Die zwischen 25 und 70 Zentimeter hohen Perlkörbchen gehören zur umfangreichen Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihren Ursprung haben sie auf der Nordhalbkugel, wo ihr Verbreitungsgebiet von Nordamerika bis hin zum nördlichen Asien verläuft. Was die Überwinterung Ihres Perlkörbchens anbelangt, müssen Sie sich demnach keine Gedanken machen, denn die Pflanze ist bis zu -30 Grad frosthart.

In Sachen Standort wünschen sich Arten des Perlkörbchens aber dennoch einen sonnigen Platz im Garten, der idealer Weise mit einem durchlässigen, trockenen und eher nährstoffarmen Sand- oder Kiesboden ausgestattet ist. Ein neutraler bis alkalischer pH-Wert des Bodens von 7 bis 10 ist für den Korbblütler angemessen.


Tipp: Kultivieren können Sie Anaphalis nicht nur ausgezeichnet im traditionellen Bauerngarten, sondern auch in Steingärten und als Kübelpflanze. Angenehme Beetnachbarschaft bildet das Perlkörbchen für Fetthenne, Kugeldisteln, Lavendel und Salbei.


Einzelheiten zum Standort für Perlkörbchen:

  • Perlkörbchenarten sind winterhart, bevorzugen aber dennoch sonnige Standorte
  • durchlässige, trockene und nährstoffarme Sand- oder Kiesböden wählen
  • pH-Wert des Bodens: neutral bis alkalisch zwischen 7 und 10
  • Perlkörbchen können auch im Topf oder in Steingärten kultiviert werden
  • gute Nachbarpflanzen: Fetthenne, Kugeldistel, Lavendel und Salbei


© M. Schuppich - Fotolia.com
© M. Schuppich – Fotolia.com

  1. Schritt- Standort vorbereiten: die Der ideale Pflanztermin für Arten des Perlkörbchens liegt an einem mäßig heißen Tag zwischen April und Mai. Bei einer Pflanzung ins Freiland beginnen Sie am besten mit der Standortvorbereitung, indem Sie den Boden auflockern und störende Steine und Wurzelreste entfernen. Bei Pflanzgefäßen ist auf vorhandene Ablauflöcher zu achten, damit sich das Gießwasser nicht staut und Wurzelfäule keine Chance hat. Der Topf sollte mindestens die doppelte Größe des Wurzelballens besitzen. Für hoch wachsende Sorten empfehlen wir zudem höhere Kübel, die nicht so leicht umkippen können.


  2. Schritt – Perlkörbchen pflanzen: Füllen Sie Kübel oder Töpfe soweit mit geeigneter Gartenerde auf, bis die Oberfläche des Wurzelballens eine Linie mit der Randmarkierung des Gefäßes bildet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Sie die Pflanzen nicht zu tief einsetzen. Im Freiland heben Sie ein Pflanzloch aus, welches der Tiefe des Wurzelballens, und dessen anderthalber Breite entspricht. Auf einen Quadratmeter kommen dabei maximal 5 bis 7 Exemplare der Pflanze.


  3. Schritt – Pflanzen anwässern: Nach dem Einpflanzen der Anaphalis können Sie das bzw. die Gewächse mit einem Gießaufsatz anwässern. Achten Sie darauf, dass die frisch gepflanzten Beetbewohner nicht von Anfang an der vollen Sonne ausgesetzt sind, denn die Pflanzen brauchen Zeit, um sich an die Sonneneinstrahlung zu gewöhnen und könnten gerade in Verbindung mit ersten Wassergaben ansonsten leicht verbrennen. Generell ist milde Morgen- und Abendsonne die beste Lichtzufuhr. Pralle Mittags- bzw. Nachmittagssonne sollten Sie hingegen vermeiden.


Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Perlkörbchen: gemäßigte Tage zwischen April und Mai
  • bei Kübelpflanzung auf Topf mit Abflusslöchern achten
  • Wurzelballen der Anaphalis auf Höhe der Randmarkierung des Topfes einsetzen
  • im Freiland max. 5 bis 7 Pflanzen pro m² setzen
  • Pflanzloch sollte gleiche Tiefe und 1 ½ Breite des Wurzelballens haben
  • nach der Pflanzung Gewächse mit Gießaufsatz anwässern
  • Vollsonne zu Beginn der Verwurzelung vermeiden
  • für Lichtzufuhr milde Morgen- und Abendsonne nutzen
  • pralle Mittags- und Nachmittagssonne ist zu meiden



Pflege der Perlkörbchen – gießen, düngen, schneiden

Normale Regenfälle und die Grundfeuchtigkeit des Bodens reichen bei Perlkörbchenstauden als Wasserversorgung eigentlich aus. Bei Stauden, die in Gefäßen wachsen, müssen Sie natürlich häufiger zur Gießkanne greifen, und zwar sobald die oberen zwei Zentimeter der Erde trocken sind. Überschwemmen Sie die Pflanzen aber nicht, denn sie kommen mit gelegentlichen Trockenphasen weit besser zurecht, als mit Staunässe. Zum Gießen eignet sich gesammeltes Regenwasser oder leicht abgestandenes Leitungswasser.

Da die winterharten Perlkörbchen dank ihres weitreichenden Verbreitungsraumes wahre Profis in Sachen Nährstoffversorgung sind, ist ein regelmäßiges Düngen nicht erforderlich. Trotzdem freuen sich die Stauden über eine Kompostgabe nach der Blüte im Herbst. Falls Sie keinen Kompost zur Hand haben, sind im Handel ökologisch unbedenkliche Dünger mit gutem Leistungsvermögen erhältlich.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Perlkörbchenstauden im Freiland nur während längerer Trockenphasen gießen
  • bei Topfkulturen vor dem Gießen Feuchtigkeitsgehalt der Erde kontrollieren
  • zur Bewässerung abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser verwenden
  • Anaphalisarten benötigen generell keinen Dünger
  • lediglich im Herbst nach der Blüte mit Kompost anreichern
  • bei gekauftem Dünger ökologische Mittel aus dem Fachhandel nutzen

Stauden sind im Allgemeinen sehr wuchsfreudig, weshalb es sinnvoll ist, die Anaphalis im Frühling, gegen Ende Februar und Anfang März um etwa ein Drittel zurück zu schneiden. Setzen Sie den Schnitt ruhig großzügig, um den Wuchs anzutreiben und somit die Blüte zu fördern. Bei älteren Stauden kann zudem ein bodennaher Rückschnitt angebracht sein, wenn der vorausgegangene Winter sehr frostig war. Schneiden Sie die Staude hier bis auf eine Handbreite über dem Boden zurück. Dies bewirkt ein kräftigeres Austreiben im Frühjahr und ersetzt selbstverständlich den lockeren Frühjahrsschnitt.


    Vermehrung über Samen: Es ist durchaus möglich, Perlkörbchen über Samen zu vermehren bzw. anzuzüchten. Die gekauften Samen können Sie entweder direkt ins Freiland ausbringen, oder aber Sie behalten die Samen bis zur Keimung im Haus. Achten Sie in beiden Fällen auf lockere, nicht zu feuchte Erde. Ein Reihenabstand von 15 bis 20 Zentimetern wird empfohlen. Setzen Sie die Samen zu zweit oder dritt in fingerkuppentiefe Pflanzlöcher und bedecken Sie das Saatgut nur leicht. Nach der Keimung, welche schon nach einigen Wochen eintritt, können Sie die Pflänzchen ab einer Größe von ca. 5 Zentimeter pikieren und umpflanzen.


    Vermehrung über Stecklinge: Stauden eignen sich hervorragend für die Stecklingsvermehrung. Schneiden Sie hierfür einen Trieb des Perlkörbchens mit mindestens vier bis acht Blättern etwa einen halben Zentimeter unter einem Blattknoten ab. Im Anschluss können Sie die untersten Blätter entfernen, um den Trieb in ein Gefäß mit einem Erdgemisch aus je einem Drittel Sand, Kompost und normaler Gartenerde zu setzen. Alternativ ist natürlich auch gekaufte Anzuchterde verwendbar. Gießen Sie den Trieb behutsam und mit wenig Wasser an, sodass die Erde feucht, aber nicht zu nass wird. Stülpen Sie nun eine durchsichtige Plastiktüte mit einigen kleinen Luftlöchern über den Steckling und stellen Sie ihn an einen hellen, zugluftgeschützten Ort. Nach einigen Wochen bilden sich neue Triebe und Wurzeln aus und sobald das geschehen ist, können Sie den Steckling umtopfen oder ins Freiland umsiedeln.


© M. Schuppich - Fotolia.com
© M. Schuppich – Fotolia.com

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Stauden im Frühling vor der Blüte um ein Drittel zurückschneiden
  • bodennaher Rückschnitt empfiehlt sich für ältere, vom Winter gezeichnete Pflanzen
  • für Sämlingsvermehrung Saatgut in lockere und feuchte Erde ausbringen
  • fingerkuppentiefe Löcher in die Erde drücken
  • je 2 bis 3 Samen pro Pflanzloch einsetzen
  • Reihenabstand: 10 bis 20 cm
  • nach der Keimung Jungpflanzen ab 5 cm Höhe pikieren bzw. umpflanzen
  • für Vermehrung über Stecklinge Trieb mit mind. 4 bis 8 Blättern wählen
  • Triebe unterhalb des Blattknotens abschneiden, untere Blätter entfernen
  • Steckling in Erdgemisch zu je 1 Drittel Sand, Kompost und Gartenerde setzen
  • Anzuchterde ist ebenfalls akzeptabel
  • durchsichtige Plastiktüte mit Luftlöchern über das Anzuchtgefäß stülpen
  • Stecklinge bis zur Wurzelung an hellen, windgeschützten Standort stellen
  • nach der Wurzelung Steckling umtopfen oder ins Freiland pflanzen

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Perlkörbchen

In unseren Regionen haben sich von den bis zu 120 Arten der Perlkörbchen vor allem zwei durchgesetzt: Das Großblumige Perlkörbchen (Anaphalis margaritacea), das auch unter dem Namen Silber-Immortelle bekannt ist, sowie das Dreinervige Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis). Unterschiede fallen diesbezüglich nicht nur in Sachen Herkunft, sondern auch in der Wuchshöhe der jeweiligen Pflanze auf. So stammt das Großblumige Perlkörbchen aus Nordamerika und wird bis zu 70 cm groß, während das Dreinervige Perlkörbchen im asiatischen Raum beheimatet ist und gerade einmal 30 cm Wuchshöhe erreicht.. Das Großblumige Perlkörbchen hat die Eigenschaft mit ihren 40 bis 70 Zentimeter eher hoch zu wachsen. Nachstehend eine Übersicht zu weiteren Details von margaritacea und triplinervis:

SorteBeschreibung
Großblumiges Perlkörbchen
Anaphalis margaritacea
Blütezeit: Juni bis November
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 40 bis 70 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Neuschnee'

Dreinerviges Perlpfötchen
Anaphalis triplinervis
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 25 bis 30 cm
Herkunft: Himalaja
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Silberregen', 'Sommerschnee'

Perlkörbchen – Mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

Zur Freude aller Gärtner, die sich für das Perlkörbchen im eigenen Garten entscheiden: Die Anaphalis-Arten sind weitgehend gegen Schädlinge und Krankheiten resistent. Sogar Schnecken machen einen Bogen um die Pflanze. Die einzigen Krankheiten, die den Stauden zu schaffen machen können (z.B. Wurzelfäule), entstehen durch Pflegeschäden. Achten Sie deshalb gezielt auf die Vermeidung von Staunässe und gewöhnen Sie die Pflanzen langsam an die Sonne, um Brennschäden zu vermeiden. Auch auf Dünger sollten Sie verzichten, da die Staude mit zu vielen Nährstoffen schlichtweg nichts anzufangen weiß.



Fazit

Für Freunde weißer Blüten ist das robuste, unkomplizierte Perlkörbchen ein Muss. Mit ihrer dezenten Erscheinung bildet die Pflanze einen hübschen Kontrast zum violettem Lavendel oder der gelben Fetthenne. Auch neben Rosen macht sich die Staude gut und kleinere Arten wie das Dreinervige Perlpfötchen machen sich zudem auch gut als Bodendecker. Zudem wachsen Anaphalis-Arten ohne großes Zutun und sind daher auch für Gartenanfänger gut geeignet.

Die Kommentare sind geschloßen.