Pastinaken – Anbauen, Pflege und Ernte

Pastinaken – Anbauen, Pflege und Ernte

© ExQuisine - Fotolia.com
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Die auch als Pastinak bekannten Pastinaken (Pastinaca sativa) werden wegen ihres außergewöhnlichen Geschmacks als Würzmittel für Suppen und Eintöpfen hoch geschätzt. Zudem sind Pastinaken äußerst winterhart und werden deshalb gerne als lagerfähiges Wintergemüse kultiviert. Verarbeitet werden dabei überwiegend die Wurzeln der Gemüsepflanze, welche voller Vitamin C, Kalium und Proteinen stecken, und damit gerade in der kalten Jahreszeit eine nahrhafte Ergänzung für den persönlichen Speiseplan darstellen. Wie Sie das Wurzelgemüse im Garten erfolgreich anbauen und was es bei der Pflege von Pastinaken zu beachten gibt, erfahren Sie nachstehend in unserem Ratgeber.

Pastinaken anbauen – Standort und Ablauf

Die Pastinake entstammt der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist in Europa und Westasien heimisch, wo ihr oberirdisches Kraut Wuchshöhen von bis zu 1,2 Metern erreicht. Auch besticht das Pflanzengrün mit einem angenehm süßlichen Duft, wegen dem Pastinakenkraut gerne als Suppenwürze verwendet wird. Häufiger im Gebrauch sind jedoch die weißen bis gelblichen Wurzeln der Pastinaken. Sie werden bis zu 7 Zentimeter dick, sowie 20 Zentimeter lang und benötigen deshalb im Beet ausreichend Platz, um sich gut entwickeln zu können.

Pastinaken wachsen in freier Natur vor allem an Böschungen, Wegrändern und in Wiesen mit lehmigem Untergrund. Dabei bevorzugt die Gemüsepflanze einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert von 5,5 bis 7,0. Besonders kräftig reifen die Rüben heran, wenn der Boden reich an Stickstoff und Kalk ist. Ein sonniger Standort in Kombination mit feuchtem Boden unterstützt die Pflanze zusätzlich. Als Begleitpflanzen eignen sich Salate, Spinat und Radieschen. Auf weitere Doldenblütler (z.B. Fenchel oder Sellerie) sollte in unmittelbarer Nähe verzichtet werden.

Anbautipp: Anbauen lassen sich Pastinaken nur in Freilandbeeten. Da die Pflanzen empfindlich auf frische Kompostdüngungen reagieren, sollte dieser schon im Herbst vor der Aussaat unter die Erde gemischt werden. Zudem sind die Samen der Pastinake sind nur etwa 2 Jahre keimfähig. Verwenden Sie daher ausschließlich frische Samen.


Einzelheiten zum Standort für Pastinaken:

  • Pastinak am besten an sonnigen Standorten anbauen
  • das Gemüse bevorzugt lehmige, kalk- und stickstoffhaltige Böden
  • Kompost zur Grunddüngung schon im Herbst vor der Aussaat untermischen
  • Boden-pH-Wert: schwach sauer bis neutral, zwischen 5,5 und 7,0 Punkten
  • der Anbau erfolgt in Freilandbeeten unter Verwendung frischer Samen
  • in der Nähe anderer Doldenblütler sollten Sie Pastinak nicht anbauen
  • besser geeignet sind Pflanzpartner wie Radieschen, Salat und Spinat
  1. Schritt – Aussaattermin: Die Aussaat von Pastinaken ist auch bei Frost möglich und kann daher bereits ab März im Freiland erfolgen. Für eine Späternte, beispielsweise zu Zwecken der Winterlagerung eignet sich ein späterer Aussaattermin im Juni.
  2. Schritt – Bodenvorbereitung: Bevor sie Pastinak im Gemüsebeet anbauen, sollten Sie den Boden gut umgegraben. Störende Bodenhindernisse wie Wurzelreste, grobe Erdbrocken und Steine müssen vollständig entfernt werden, damit sich die Rüben der Pastinaken ungestört entwickeln können. werden und die Erde zu Dämmen angehäuft werden, zwischen die dünne Rillen gezogen werden.
  3. Schritt – Aussaat der Pastinaken: Häufen Sie die Erde zu Dämmen an und ziehen Sie dazwischen kleine Saatrillen. Die Pastinakensamen werden anschließend in einem Reihenabstand von 40 Zentimetern in die vorgezogenen Rillen gesät. Die Saattiefe beträgt 2 Zentimeter.
  4. Schritt – Saatgutbewässerung: Bis zur Keimung, die nach etwa 2 bis 3 Wochen erfolgt, muss der Boden um die Pastinaken durch regelmäßiges Gießen feucht gehalten werden. Natürlich ist Staunässe trotzdem zu vermeiden, damit die Keimlinge nicht schimmeln oder ertrinken.
  5. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Sobald die Keime eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht haben, können Sie diese pikieren. Die Jungpflanzen werden nun auf einen Abstand von 60 Zentimetern vereinzelt.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Pastinak: März bis Juni
  • vor dem Anbau Boden gut auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • danach kleine Dämme anhäufen und dazwischen kleine Saatrillen vorziehen
  • die Saattiefe beträgt dann 2 cm; der Reihenabstand 40 cm
  • bis zur Keimung Pastinakensamen maßvoll aber konstant feucht halten
  • ab einer Wuchshöhe von 20 cm Jungpflanzen pikieren
  • Abstand im Beet beträgt nun 20 cm
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Pflege der Pastinaken – gießen, ernten und vermehren

Nach einer Wachstumszeit von 4 bis 5 Monaten bildet Pastinak sein buschiges Grün und seine doldigen Blütenstände aus. In dieser Phase benötigt die Pflanze zusätzliche Bewässerung, da sie unterirdisch tiefreichende Wurzeln entwickelt, die später als Wurzelgemüse verwendet werden. Da die Pastinake sehr kalkliebend ist, können Sie zum Gießen kalkhaltiges Leitungswasser nutzen.

Pastinaken sind Mittelzehrer und reagieren empfindlich auf frisch ausgebrachte Düngemittel. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, komplett auf nachträgliche Düngungen zu verzichten. Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf eine gute Grunddüngung des Pastinaks hin, die idealer Weise schon ein halbes Jahr vor dem Anbauen in den Boden eingebracht wird.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • regelmäßiges Gießen unterstützt das Wachstum des Pastinaks
  • kalkhaltiges Leitungswasser ist hier gut geeignet
  • eine Düngung ist nicht empfehlenswert
  • stattdessen lieber zeitige Grunddüngung vornehmen

Erfolgreich anbauen lassen sich Pastinakenwurzeln nur, wenn Unkraut konsequent aus dem Beet entfernt wird. Ansonsten könnte es unterirdisch zu Wurzelkonkurrenzen kommen, die dem Pastinak das Wachstum erschweren. Damit das Wurzelgemüse besonders dick werden empfiehlt es sich, Anfang Herbst das oberirdische Grün zu entfernen, das sich im Anschluss wie Petersilie zum Würzen verwenden lässt. Wird das Grün an der Pflanze belassen, so wachsen die Rüben eher kümmerlich und die Pflanzen bilden sehr viele kleine Samenkapseln, die sich gerne unkontrolliert selbst aussähen. Alternativ hilft ein Abschneiden der Blütenstände dabei, eine Wildaussaat zu vermeiden.

Eine Ernte des Pastinaks kann ab Oktober erfolgen. Am besten heben Sie das Wintergemüse dabei vorsichtig mit einer Grabgabel aus der Erde. Ernten Sie aber immer nur so viele Rüben, wie Sie gerade benötigen, denn der Rest der Ernte kann bis zum ersten Frost in der kalten Erde verbleiben. Wer es nicht darauf ankommen lassen möchte, kann die Pastinakwurzeln selbstverständlich auch klein schneiden und danach einfrieren oder trocknen.

    Vermehrung durch Aussaat: Frische Pastinakensamen erhalten Sie ganz leicht, indem Sie die Blütenstände ausreifen lassen bis diese Samenkapseln gebildet haben. Selbe werden nach der Reife abgeschnitten und getrocknet, bis die Kapseln die Samen frei geben. Denken sie aber daran, dass ein bis zwei Blütenstände bereits ausreichend Saatgut für den nächsten Anbau enthält. Übermäßiges Blütenwachstum sollte dagegen mit Blick auf eine unerwünschte Wildaussaat rechtzeitig unterbunden werden

Kurztipps zum Ernten und Vermehren:

  • bis zur Ernte regelmäßig Unkraut jäten
  • Anfang Herbst am besten zunächst das Pflanzenkraut entfernen und verarbeiten
  • hierdurch werden die Pastinakenwurzeln besonders groß
  • Ernte erfolgt dann ab Oktober mit einer Grabgabel
  • überschüssige Rüben können bis zum Frost im Boden verbleiben
  • für längere Haltbarkeit Pastinak in Scheiben schneiden und einfrieren oder trocknen
  • zur Vermehrung durch Aussaat 1 – 2 Blütenstände ausreifen lassen und ernten

Pastinaken – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© TwilightArtPictures - Fotolia.com
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Die winterharte Pastinake ist prinzipiell gegen zahlreiche Schadbilder resistent. Schädlinge wie Blattläuse oder die Möhrenfliege, deren Maden sich durch das Wurzelgemüse fressen, lassen sich durch Pflanzenschutznetze und Brennnesselsud gut fernhalten. Auch Nützlinge im Garten erfüllen hier ihren schützenden Zweck.

Pilzerkrankungen wie die Möhrenfälsche oder Mehltau, können Sie durch Sprühungen mit einer Mischung aus Frischmilch und Wasser im Verhältnis 1:10 eindämmen, wobei Sie die Blätter der Pastinake mehrmals wöchentlich mit einer entsprechenden Sprüngung behandeln sollten.

Fazit

Die in Deutschland beinahe in Vergessenheit geratene Pastinake ist ein vitaminreiches und leckeres Wintergemüse, von dem sich nicht nur die Wurzeln als Gemüse verwenden lassen. Auch das oberirdische Pflanzenkraut bringt mit seinem originellen Geschmack frischen Wind in die Küche und kann zum Beispiel als Suppenwürze Anwendung finden. Besonders pflegeintensiv ist Pastinak dabei nicht. Einzig in Sachen Düngung ist Vorsicht geboten, da die Gemüsepflanze frische Nährstoffgaben nicht besonders zu schätzen weiß. Entsprechende Bodenoptimierungen sollten Sie deshalb lange vor dem Anbau des leckeren Wurzelgemüses vornehmen.

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