Montbretie – Pflanzen, Pflege, Arten

Montbretie – Pflanzen, Pflege, Arten

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Wer die Flora Irlands liebt, dem ist die Montbretie (Crocosmia) definitiv ein Begriff. Die tiefroten bis rotorangen Ährenstände ihrer Trichterblüten zieren dort so manchen Wegesrand und geben den weiten Hügellandschaften der Grünen Insel fast schon etwas tropisches. Kaum verwunderlich, denn ursprünglich stammen Montbretien aus Südafrika. Wie die tropische Blütenstaude auch in gemäßigten Klimazonen prächtig gedeiht und was es mit Blick auf die Winterhärte und Pflege der Montbretie zu beachten gibt, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Montbretien pflanzen – Standort und Ablauf

Die Montbretie gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) und ist im Laufe ihrer Kulturgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, weit gereist. Neben Irland, Großbritannien sowie Teilen Frankreichs und Portugals findet man Montbretien heute sogar in Neuseeland. In Südamerika soll es ebenfalls verwilderte Vorkommen geben. Meist handelt es sich hierbei um Vertreter der Garten-Montbretie, eine Kulturhybride, die sich durch eine bessere Winterhärte auszeichnet als ihre Artgenossen. Nichts desto trotz sollten Montbretien bei uns einen warmen, sonnigen und halbwegs geschützten Standort erhalten. Dieser kann zum Beispiel auf der Südseite einer Mauer, Hecke, Veranda oder eines Gartenzauns liegen.

In Sachen Bodensubstrat empfehlen sich für Montbretien durchlässige, nährstoffreiche und frisch-feuchte Böden. Lockere, sandig-lehmige Substrate sind zu bevorzugen. Zu stark verdichtete Lehmböden sorgen hingegen schnell für Staunässe, was die Montbretie trotz ausgeprägtem Feuchtigkeitsbedarf eher weniger mag. Eine besondere Empfehlung sind hier Hangbeete, an denen überschüssiges Wasser zügig ablaufen kann. Der richtige Boden-pH-Wert für Montbretien liegt im neutralen Bereich, zwischen 6,5 und 7.

Pflanztipp: Eine Pflanzung von Montbretien im Topf ist durchaus möglich, wenngleich das Pflanzgefäß schon eine angemessene Größe haben sollte, denn Montbretien werden bis zu 1,5 m hoch. Ihr schilfartiges Laub, ebenso wie ihr Wasserhunger, prädestinieren Montbretien zudem für eine Pflanzung neben Ziergräsern in Gewässernähe. Ebenso fühlt sich die Sommerblume im Staudenbeet wohl. Ähnlich hochwachsende Blütenstauden wie Gladiolen, Margeriten, Sonnenbraut und Taglilien als Pflanzpartner sehr ansprechend sind.


Einzelheiten zum Standort für Montbretie:

  • Montbretien bevorzugen sonnige, warme und geschützte Standorte
  • in Gewässernähe harmonieren Montbretien am besten mit Ziergräsern
  • im Staudenbeet sind Gladiole, Margerite, Sonnenbraut und Taglilie gut Pflanzpartner
  • eine Hang- oder Schräglage des Standortes verbessert den Wasserablauf
  • bei Topfkultur ausreichend großes Pflanzgefäß wählen
  • der Standortboden muss locker, durchlässig, nährstoffreich und frisch-feucht sein
  • sandig-lehmige Substrate sind zu bevorzugen
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 6,5 bis 7 Punkten
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Im Pflanzenhandel sind häufig die Pflanzenknollen der Montbretie zu erstehen. Diese werden zwischen April und Mai ins Freiland ausgebracht. Zuvor sollten die Knollen eine Nacht lang in warmes Wasser gelegt werden, was einen schnellen Austrieb unterstützt.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Schwere Lehmböden sind vor der Pflanzung mit ausreichend Sand anzureichern. Des Weiteren muss eine Grunddüngung aus Kompost oder Humus erfolgen. Die Pflanzlöcher sollten dann in etwa dreimal so tief wie die Knollen der Montbretien sein. Eine zusätzliche Kiesdrainage im Pflanzloch verbessert anschließend den Wasserablauf.
  3. Schritt – Montbretien pflanzen: Achten Sie beim Setzen der Pflanzenknollen auf einen Abstand von mindestens 30 bis 40 cm zwischen einzelnen Gewächsen. Aus den Rhizomen entwickeln sich recht rasch üppige Horste, die bis zu 1,5 m breit werden können. Sollen Freilandmontbretien später im Haus überwintern, ist es sinnvoll, sie mit einem Pflanzkorb ins Beet zu setzen.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanzenknollen der Montbretie zwischen April und Mai setzen
  • diese zuvor 1 Nacht lang in warmes Wasser legen, um Austrieb zu beschleunigen
  • Boden zuvor auflockern und ggf. mit Sandanreichern
  • zur Grunddüngung Kompost oder Humus ins Substrat einbringen
  • Pflanzlöcher müssen dreimal so tief wie die Knollen sein
  • für verbesserten Wasserablauf das Pflanzloch mit Kies drainieren
  • Pflanzabstand für Montbretien: 30 – 40 cm
  • für Überwinterung im Haus die Pflanzen mit Pflanzkorb ins Freiland setzen
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Montbretie pflegen – gießen, düngen und vermehren

In der tropischen Heimat der Montbretie herrscht im Sommer Monsunzeit. Sie ist damit an ein feucht-warmes Sommerklima gewöhnt. Bei uns muss die Sommerblume deshalb während der heißen Jahreszeit ausgiebig bewässert werden. Die Kultursorten der Montbretien vertragen kalkhaltiges Leitungswasser dabei sehr gut. Nicht so die Wildformen, welche besser mit Regen- oder Teichwasser gegossen werden. Gießen Sie im Sommer nur in den frühen Morgen- oder Abendstunden, da ein Gießgang zur Mittagszeit das zarte Laub der Montbretie verbrennen lässt. Trotz regelmäßiger Bewässerung ist Staunässe natürlich zu vermeiden. Sie könnte schnell zum Tod der Montbretien führen, deren Knollen nicht nur auf Irritationen, sondern auch auf anhaltende Nässe empfindlich reagieren.

Zur Düngung von Montbretien im Freiland reicht es, im zeitigen Frühjahr eine etwa 3 cm dicke Kompostschicht im Wurzelbereich auszubringen. Wer die Blüte der Pflanzen im Juni noch einmal mit einer Zweitdüngung verlängern möchte, kann dies im Juni tun. Wichtig ist, den Dünger nicht ins Erdreich einzuarbeiten, könnte dies doch die Rhizome der Montbretie irritieren. Wird die Blütenstaude im Topf gehalten, ist eine wöchentliche Düngung mit Flüssigdünger ratsam.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Montbretien vor allem im Sommer bei anhaltender Trockenheit gut gießen
  • hier nur morgens und abends gießen, um Laub vor Verbrennungen zu schützen
  • Kultursorten vertragen kalkhaltiges Leitungswasser besser als Wildformen
  • trotz regelmäßiger Bewässerung Staunässe unbedingt vermeiden
  • erste Düngung im Freiland erfolgt im zeitigen Frühjahr mit Kompost
  • diesen 3 cm dick im Wurzelbereich ausbringen, aber nicht in die Erde einarbeiten
  • Zweitdüngung kann im Juni erfolgen
  • Topfkulturen erhalten 1 Mal wöchentlich einen Flüssigdünger

Wer auf der Suche nach originellen Blumendekorationen ist, der kann die Blütenähren der Montbretie für hübsche Sommergestecke nutzen. Warten Sie, bis sich die unteren Blüten der Ähre geöffnet haben und schneiden Sie die Blütenrispe dann in gewünschter Länge ab. Ansonsten werden die Blütenstände im Staudenhorst belassen, bis sie verblüht sind und danach ausgeschnitten. Gehen Sie hier behutsam vor, um die Stolone (Pflanzentriebe) der Montbretie am Knollenansatz nicht zu verletzten.

Das Laub der Blütenstaude sollte bei Freilandkulturen als zusätzlicher Winterschutz an der Pflanze belassen werden. Erst im Frühling wird die Staude dann zurückgeschnitten, um den Neuaustrieb anzuregen. Sofern Sie Ihre Montbretie im Topf halten, ist ergänzend alle 3 Jahre ein Umtopfen angezeigt.

Vermehrung durch Teilung: Die Knollen der Montbretie freuen sich, wenn sie im Turnus von drei Jahren regelmäßig geteilt werden. Dies trägt zur Verjüngung der Pflanze bei und verlängert so ihre Lebensdauer. Bei Topfkultur lässt sich die Rhizomteilung wunderbar mit dem Umtopfen kombinieren. Und auch im Freiland funktioniert die Vermehrung durch Teilung problemlos. Graben Sie die Knollen im Frühling oder Herbst einfach aus der Erde und trennen Sie die Tochterknollen mit einem scharfen Messer vorsichtig von der Mutterknolle ab. Danach können die Teilrhizome wie gewohnt verpflanzt werden. Eine Vermehrung der Montbretien durch Samen ist zwar ebenfalls möglich, jedoch reift das Saatgut bei uns vor dem Winter meist nicht vollständig aus. Darüber hinaus sind die Erfolgschancen der Aussaat sehr gering, weshalb die Knollenteilung definitiv vorzuziehen ist.


Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Blütenähren der Montbretie eignen sich für Blumengestecke
  • hierbei mit dem Schnitt warten, bis sich die unteren Blütenpaare geöffnet haben
  • welke Blütenstände werden nach der Blüte behutsam zurückgeschnitten
  • das Laub von Freilandpflanzen sollte zum Winterschutz am Gewächs verbleiben
  • Topfkulturen der Montbretie alle 3 Jahre umtopfen
  • hier kann auch gleich eine Knollenteilung erfolgen
  • für Vermehrung durch Teilung die Montbretie im Frühjahr oder Herbst ausgraben
  • Tochterknollen mit einem scharfen Messer abtrennen und neu verpflanzen

Montbretie überwintern – Tipps & Tricks

Während die Garten-Montbretie als robuste Kulturhybride Temperaturen von bis zu -20 °C übersteht, sind die Wildformen der Montbretie weniger kälteresistent. Sie sollten deshalb eher im Topf stehen und den Winter an einem hellen, frostfreien Ort verbringen dürfen. Bis zum Frühling werden die Kübelpflanzen dann nur sparsam gegossen, um den Wurzelballen vor Austrocknung zu schützen. Alternativ ist es möglich, nicht winterharte Montbretien durch Verwahrung der Knollen zu überwintern. In diesem Fall dürfen die Blätter der Blütenstaude schon vorzeitig im Herbst zurückgeschnitten werden, sobald sie vollständig eingezogen sind. Anschließend graben Sie die Pflanzenknollen aus, ohne anhaftende Erde zu entfernen. Die Knollen können nun entweder in Zeitungspapier gewickelt oder in einem trockenen Erde-Sand-Gemisch vergraben werden. An einem kühlen und dunklen Standort (z.B. im Keller) überdauern die Rhizome dann den Winter.

Der Winterschutz von Montbretien im Freiland sieht einen guten Schutz der Knollen vor Frost und eisigem Schmelzwasser vor. Schichten Sie deshalb großzügig Mulch, Reisig und Laub übereinander, sodass eine wärmende Schutzdeckeim Wurzelbereich entsteht, die dennoch genügend Sauerstoff an die Wurzeln lässt. Die Luftdurchlässigkeit ist wichtig, damit sich an den Rhizomen weder Staunässe noch Fäulnis ansetzt.

Wichtig: Vor der Überwinterung sollten Sie das Erdreich der Montbretien auf Krankheits- und Schädlingsbefall kontrollieren. Betroffene Pflanzen müssen vor dem Winter aussortiert werden.


Interessante Arten und Sorten der Crocosmia

Zur Gattung der Montbretien zählen etwa zwölf Arten, die sich maßgeblich in der Farbe ihrer ziervollen Ährenblüten unterscheiden. Von einfarbigen Rottönen über rotorange oder orangegelbe Verläufe gibt es hier zahlreiche Varianten, die wie bereits aufgezeigt jedoch nicht alle gleichermaßen winterhart sind. Einzelheiten zur Winterhärte verschiedener Arten entnehmen Sie bitte unserer nachstehenden Übersicht:

SorteBeschreibung
Garten-Montbretie
Crocosmia x crocosmiiflora

Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: rote, rotorange oder gelbe Blüten
Wuchshöhe: 40 bis 100 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Freilandkultivierung: gut bis sehr gut
Besonderheiten: sortenabhängig bis -18 °C oder -20 °C winterhart; Crocosmia x crocosmiiflora ist eine Hybride aus Gold-Montbretie und Pott's Montbretie; es sind großblumige Sorten erhältlich
gute Sorten: 'Aurora', 'Citronella', 'Constance', 'Emberglow', 'Emily McKenzie', 'Fire King', 'George Davidson', 'Lady Hamilton', 'Lucifer', 'Mistral', 'Rheingold', 'Voyager'
Gold-Montbretie
Crocosmia aurea

Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: goldgelbe bis gelb-orange Blüten
Wuchshöhe: 80 bis 90 cm
Herkunft: Süd- und Ostafrika
Eignung für Freilandkultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart; Gold-Montbretie bevorzugt halbschattige Standorte
Pott's Montbretie
Crocosmia pottsii

Blütezeit: August
Blütenfarbe: lachsrote Blüten
Wuchshöhe: 60 bis 90 cm
Herkunft: Lesotho und Swasiland, Südafrika
Eignung für Freilandkultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart
Rispen-Montpretie (Hohe Montbretie)
Crocosmia paniculata

Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: orange Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
Herkunft: Lesotho und Swasiland, Südafrika
Eignung für Freilandkultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart
Mason's Montbretie (Transkei-Montbretie)
Crocosmia masoniorum

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: lachsrote, orange oder gelbe Blüten
Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
Herkunft: Lesotho und Swasiland, Südafrika
Eignung für Freilandkultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart, wobei es robuste Sorten gibt
gute Sorten: 'Constance', 'Lucifer', 'Norwich Canary'


Montbretie – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Die Knollen der Montbretie schmecken vor allem Nagetieren wie Mäusen sehr gut. Ratsam ist es darum, einen Drahtkorb um die Rhizome anzubringen. Des Weiteren machen sich gerne Blattläuse und Thripsen an der schönen Sommerblume zu schaffen. Diese lassen sich aber durch den Einsatz von Nützlingen, wie etwa Florfliegen oder Marienkäfern gut bekämpfen.

Fazit

Montbretien sind wunderschöne tropische Sommerblumen, die durch den richtigen Winterschutz auch zur mehrjährigen Zierde im Garten werden können. Für die meisten Arten ist dabei ein sonniger und warmer Standort wichtig, an dem die Pflanzen ausreichend Nährstoffe und Wasser vorfinden. Staunässe, ebenso wie eisiges Schmelzwasser ist aber dennoch zu vermeiden, da die Montbretie hier schnell Fäulnis ansetzt. Um die Langlebigkeit der Blütenstaude zu fördern, bietet sich im Turnus von jeweils 3 Jahren eine Knollenteilung an. Durch sie wird die Pflanze nicht nur verjüngt, sondern lässt sich gleichzeitig auch wunderbar vermehren.

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