Minze – Standort, Pflanzen und Pflege

Minze – Standort, Pflanzen und Pflege

© Valentina R. – Fotolia.com

Charakteristisch für Arten der Minze (Mentha) ist ihr unverkennbares Mentholaroma. Aufgrund seiner antibakteriellen und atemwegsbefreienden Wirkung sollte das Heilkraut in keiner Hausapotheke fehlen, wobei vor allem die Pfefferminze als Hausmittel gegen Erkältungs- und Entzündungskrankheiten sehr beliebt ist. Allerdings haben auch andere Minzarten eine ausgezeichnete Heilwirkung, weshalb sie oft zu Unrecht weniger Beachtung finden als ihr berühmter Artgenosse. Nützliche Infos zu verschiedenen Arten der Minze sowie zur Pflanzung und Pflege des Klassikers unter den Heilkräutern finden Sie im nachstehenden Beitrag.



Minze pflanzen – Standortbedingungen und Ablauf

Die aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) stammenden Minzen sind weltweit auf allen Kontinenten heimisch. Ihre Winterhärte kann dabei stark variieren, wobei es genügend Arten gibt, die bei uns problemlos das ganze Jahr im Garten verbringen können. Zu empfehlen sind diesbezüglich neben der Pfefferminze (Mentha x piperita) auch Acker-Minze (Mentha arvensis), Grüne Minze (Mentha spicata), Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens), Langblättrige Minze (Mentha longifolia) und Wasserminze (Mentha aquatica).

Erfreulich ist, dass winterharte Minzarten mit Schatten oft besser zurechtkommen als mit extremer Sonneneinstrahlung. Für mäßig beschienene Gartenstandorte ist Mentha darum häufig eine wunderbare Pflanzmöglichkeit. Da das Heilkraut viele Feinwurzeln ausbildet, ist jedoch unter allen Umständen ein lockeres Substrat zu wählen. Dieses sollte nährstoffreich, humos und sandig-lehmig sein. Außerdem sind Minzen sehr wasserhungrig, sodass feuchte Substrate zu bevorzugen sind. Der ideale pH-Wert des Bodens liegt im neutralen Bereich, zwischen 6,5 bis 7,5.

Pflanztipp: Die Wurzeln der Minze mögen fein sein, besitzen jedoch auch einen sehr aggressiven Wuchs. Damit ihre Wurzelausläufer andere Pflanzen nicht verdrängen, sollte Mentha nur neben anderen wuchsstarken Gewächsen, wie zum Beispiel Brennnesseln, Kartoffeln, Kohl oder Tomaten gepflanzt werden, welche sich gegen das vereinnahmende Kraut behaupten können. Alternativ ist eine Pflanzung im Topf möglich. Hier harmonier Minze sehr gut mit der artverwandten Katzenminze.


Einzelheiten zum Standort für Minze:

  • winterharte Minze verträgt auch schattige bis halbschattige Standorte
  • kälteempfindliche Minzen stehen besser in der Sonne
  • lockere, nährstoffreiche, humose, feuchte und sandig-lehmige Böden sind ideal
  • pH-Wert des Bodens: neutral von 6,5 bis 7,5 Punkten
  • Mentha bildet aggressive Wurzelausläufer
  • das Heilkraut darum nur neben wuchsstarke Pflanzpartner setzen
  • gute Nachbarn im Freiland: Brennnessel, Kartoffeln, Kohl und Tomaten
  • im Topf bildet Katzenminze einen schönen Pflanznachbar
  • beliebteste Minzart ist Pfefferminze (Mentha x piperita)
  • doch auch Mentha arvensis, Mentha spicata, Mentha suaveolens, Mentha longifolia und Mentha aquatica sind gut winterhart und für eine Pflanzung geeignet
  1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Winterharte Minze lässt sich im Garten ganzjährig pflanzen. Zur besseren Abhärtung ist es jedoch ratsam, die Pflanzung im Herbst, vor dem ersten Frost oder ab Frühling nach den Eisheiligen durchzuführen. Verwenden Sie am besten Topfware aus dem Gartenhandel, wobei auf die tatsächliche Winterhärte einzelner Arten zu achten ist.
  2. Schritt – Bodenvorbereitung: Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa die anderthalbe Größe des Wurzelballens besitzt. Zur Bodenoptimierung wird der Aushub ggf. mit etwas Humus, Kompost und Sand angereichert. Alternativ kann man die Minze natürlich auch im Topf kultivieren. In diesem Fall wird die erstandene Ware in ein Gefäß umgesetzt, das ebenfalls mindestens anderthalb mal so groß wie der Pflanzballen ist und die Topferde entsprechend optimiert.
  3. Schritt – Pflanzenvorbereitung: Die Minze selbst sollte vor der Pflanzung ein kleines Wasserbad erhalten. Wer vermeiden möchte, dass sich die Wurzelausläufer ungehindert im Beet ausbreiten, setzt die Pflanze zuerst in einen Topf und diesen anschließend ins Pflanzloch ein.
  4. Schritt – Pflanzung der Minze: Stellen Sie die Minze aufrecht ins Pflanzloch und drücken Sie die Erde nach der Pflanzung gut an, ohne den Boden zu stark zu verdichten. Abschließend wird Mentha noch einmal großzügig angegossen. Bei Freilandpflanzungen sollte zusätzlich alle drei Jahre ein Bodenaustausch vorgenommen werden. Topfpflanzungen erhalten jedes Jahr im Frühling frische Erde.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Minze: Frühling bis Herbst
  • Pflanzloch bzw. Topf sollten 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • Pflanzsubstrat nach Bedarf mit Humus, Kompost und Sand anreichern
  • als Wurzelsperre im Freiland Mentha mitsamt Topf ins Erdloch pflanzen
  • das Heilkraut zuvor in Wasserbad stellen
  • nach der Pflanzung Erde andrücken und Minze angießen
  • im Freiland alle 3 Jahre, im Topf jährlich Bodenaustausch vornehmen
Wissenswertes: Bei der Pfefferminze handelt es sich um eine Hybride aus Grüner Minze und Wasserminze. Überhaupt weist die Gattung der Minzen eine ganze Fülle an Naturhybriden auf, die gemeinsam mit den reinen Wildformen eine große Vielfalt an Blütenfarben hervorbringen. Von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Blauviolett erscheinen die Lippenblüten von Mentha in vielen schönen Farbvariationen, weshalb ihre Arten nicht nur als Heil- sondern auch als Zierpflanzen sehr ansprechend sind.



© peangdao – Fotolia.com

Minze pflegen – gießen, düngen und ernten

Mentha hat einen hohen Wasserbedarf, weshalb sie regelmäßig gegossen werden muss. Dies gilt vor allem für anhaltende Trockenphasen und Topfstandorte. Orientieren können Sie sich hier an den lanzettlichen Blättern und Stängeln des Krautes. Sobald diese zu hängen beginnen, ist ein Gießgang angezeigt. Trotz konstanter Bewässerung ist es natürlich wichtig, Staunässe zu vermeiden. Gießen Sie darum mit Augenmaß.

Eine Düngung ist bei Mentha nicht notwendig, sofern die Pflanze wie erwähnt regelmäßig in nährstoffreiches Substrat umgetopft wird.
Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Minze in Trockenphasen und bei Topfkultur regelmäßig bewässern
  • ein Gießgang ist angezeigt, wenn Blätter und Stängel schlaff herabhängen
  • Staunässe ist trotz Feuchtigkeitsliebe der Pflanze zu vermeiden
  • eine zusätzliche Düngung ist bei regelmäßigem Umtopfen nicht notwendig

Die Wuchsfreude der Minze beschert dem Gewächs einen sehr üppigen austrieb. Eine Ernte ist darum nicht nur möglich, sondern notwendig. Viele versehen das Heilkraut schon im Frühling zum Austrieb mit einem Schnitt. Generell reicht es aber, Mentha im Sommer vor der Blüte durch Ernten zu kürzen. Hier erreicht der Wirkstoffgehalt der Minzen seinen Höhepunkt, was sowohl dem Aroma als auch der Heilwirkung der Pflanze zu Gute kommt.

Schneiden Sie die Minztriebe nach Bedarf und Formvorstellungen bodennah ab. Die Blätter können sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. Zum Trocknen werden die Triebe zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen Ort aufgehängt. Verwenden lassen sich die Minzblätter zum Beispiel als Teekräuter oder Gewürz. Neben einer medizinischen Anwendung macht sich Minze dabei auch in sommerlichen Erfrischungsgetränken gut.

  • Vermehrung durch Ausläufer oder Wurzelteilung: Die schnellwüchsigen Wurzelausläufer der Minze lassen sich wunderbar für die Vermehrung der Pflanze nutzen. Schneiden Sie die Ausläufer im Frühsommer einfach in einer Länge von etwa 10 bis 15 cm ab und graben sie die Wurzelstecklinge anderer Orts wieder ein. Ebenso ist eine Teilung des Wurzelstocks möglich. Diese erfolgt am besten im Zuge des Umtopfens. Wichtig ist in beiden Fällen, die Erde bis zum Anwurzeln gut feucht zu halten. Ausläufer sollten zudem durch eine ausreichend dicke Erdschicht vor Lichteinstrahlung geschützt werden.

Kurztipps zum Ernten und Vermehren:

  • Ernte der Minze erfolgt im Sommer vor der Blüte
  • hierzu gewünschte Menge der Triebe bodennah abschneiden
  • der Ernteschnitt dient auch dem Formerhalt
  • Minzblätter danach entweder frisch oder getrocknet nutzen
  • zum Trocknen die abgeschnittenen Triebe zusammenbinden
  • danach kopfüber im Schatten trocknen
  • für Ausläufer im Frühsommer Wurzeltriebe in 10 – 15 cm Länge abschneiden
  • danach eingraben, gut mit Erde bedecken und konstant feucht halten
  • Vermehrung durch Wurzelteile am besten beim Umtopfen durchführen

Minze überwintern – so gelingt’s

Vor Winterbeginn kommen kälteempfindliche Minzarten ins Haus. Winterharte Exemplare im Topf werden mit etwas Gartenvlies oder Jute umwickelt, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Einige schneiden Mentha vor dem Winter auch bodennah zurück. Gerade im Topf ist es jedoch ratsam, die welken Pflanzenteile als zusätzlichen Schutz den Winter über an der Pflanze zu belassen.

Interessante Arten und Sorten der Mentha

Heutzutage zählt man etwa 25 bis 30 Arten zur Gattung Mentha, wobei es eine Menge natürlicher und kultivarer Kreuzungen gibt. Wie schon zu Beginn aufgezeigt, sind dabei nicht alle Minzarten ähnlich gut winterhart. Auch gibt es Unterschiede in der Blütenfärbung, der Blattform sowie im Geschmack einzelner Arten. Einige besonders schöne Empfehlungen haben wir nachstehend für sie festgehalten.

SorteBeschreibung
Acker-Minze
Mentha arvensis
Blütezeit: Juli bis September
Blüte und Blatt: hellviolette Blüten, gezähnte und behaarte Blätter
Wuchshöhe: 15 bis 50 m
Herkunft: Eurasien, Nordamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Mentha arvensis ist bis -18 °C winterhart; Grundlage für Minzöl; Sorten mit originellen Aromen sind erhältlich
gute Sorten: 'Banana', 'Haplocalyx', 'Japanische Minze'
Grüne Minze (Wald-Minze)
Mentha spicata

Blütezeit: Juli bis September
Blüte und Blatt: hellviolette Blüten, fein gezähnte Blätter
Wuchshöhe: 30 bis 130 cm
Herkunft: Eurasien, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -18 °C winterhart; Aroma ist deutlich süßer als das anderer Minzen; Basis für Kaugummi-, Zahnpasta- und Süßigkeitenaroma; Einige Sorten werden für Cocktails wie Mojitos oder Hugo genutzt
gute Sorten: 'Black Spearmint', 'Crispa', 'Englische Grüne', 'Marokko', 'Mojito', 'Nane'
Hain-Minze
Mentha x villosa
Blütezeit: Juli bis September
Blüte und Blatt: weiße Blüten, schwach gezähnte Blätter
Wuchshöhe: 50 bis 100 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -25 °C winterhart; Hybride aus Mentha spicata und Mentha suaveolens; beliebte Cocktail-Minze
Hirsch-Minze
Mentha cervina
Blütezeit: Juni bis September
Blüte und Blatt: weiße bis lila Blüten, sehr schmale Blätter
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis - 18 °C winterhart; am besten im Topf halten oder im Steingarten pflanzen
gute Sorten: 'Alba'
Langblättrige Minze (Ross-Minze)
Mentha longifolia

Blütezeit: Juli bis September
Blüte und Blatt: rosarote Blüten, schwach gezähnte Blätter
Wuchshöhe: 40 bis 100 cm
Herkunft: Afrika, Eurasien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -18 °C winterhart; bevorzugt stickstoffhaltige Böden
gute Sorten: 'Buddleia'
Rundblättrige Minze (Apfel-Minze)
Mentha suaveolens

Blütezeit: Juli bis September
Blüte und Blatt: weiße Blüten, kerbige und runzelige Rundblätter
Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
Herkunft: Eurasien, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; beliebter Bodendecker; die Wildform von Mentha suaveolens besitzt ein apfelähnliches, die Sorte 'Variegata' hingegen ein ananasähnliches Aroma; verwechselt wird Mentha suaveolens häufig mit ihrer Hybride, der Hain-Minze
gute Sorten: 'Variegata'
Pfefferminze
Mentha x piperita
Blütezeit: Juni bis Juli
Blüte und Blatt: weiße Blüten, grob gesägte Blätter mit violetten Blattnerven
Wuchshöhe: 30 bis 90 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterharte Hybride aus Mentha aquatica und Mentha spicata; beliebtes Heil- und Gewürzkraut, oft mit sehr scharfem Aroma durch besonders hohen Mentholgehalt; es gibt zahlreiche Sorten mit variierendem Aroma
gute Sorten: 'Agnes', 'Argentina', 'Bergamotte', 'Eau de Cologne', 'Eichenau', 'Lemon', 'Mitcham', 'Multimentha', 'Nigra', 'Orange', 'Prosperina', 'Schoko'
Quirl-Minze
Mentha x verticillata
Blütezeit: Juli bis August
Blüte und Blatt: weißviolette Blüten, gezähnte und behaarte Blätter
Wuchshöhe: 20 bis 90 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -30 °C winterhart; Hybride aus Mentha aquatica und Mentha arvensis
Wasserminze
Mentha aquatica
Blütezeit: Juli bis August
Blüte und Blatt: hellviolette Blüten; grob gezähnte Blätter
Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
Herkunft: Afrika, Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; gilt gemeinsam mit Mädesüß und Eisenkraut als die heilige Kräutertriade der Druiden


Minze – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© AlexQ – Fotolia.com

Zu den wenigen Schädlingen, die der Minze gefährlich werden können, zählen vor allem der Minzblattkäfer und Blattläuse. Beide lassen sich durch den Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern und Schlupfwespen aber gut in Schach halten.

Etwas komplizierter sind an Minzarten Krankheiten wie Mehltau und Minzrost. Vorbeugen lässt sich den Schadbildern durch ausreichende Standortbelüftung sowie Sprühungen mit Knoblauch-, Brennnessel- oder Meerrettichjauche. Ebenso sind behaarte Arten der Minze (z.B. Mentha arvensis) weniger anfällig. Sollte es dennoch zu einer Erkrankung kommen, sind Sprühungen mit Milchwasser und das konsequente Entfernen befallener Pflanzenteile sinnvoll.



Fazit

In Europa heimische Minzarten wie Mentha x piperita und Mentha suaveolens sind meist gut bis sehr gut winterhart, was sie für eine Freilandpflanzung im Kräuterbeet prädestiniert. Arten wie Mentha arvensis vertragen zwar ebenfalls große Minusgrade, sollten zur Sicherheit aber eher im Topf gepflanzt werden. Achten Sie in jedem Fall auf einen ausreichenden Abstand zu anderen Kräutern, denn die Wurzelausläufer der Minze wuchern mitunter recht aggressiv. Lediglich die Brennnessel kann sich hier gegen Mentha behaupten. Ansonsten sind die Heilkräuter aber unglaublich pflegeleicht und geben sich mit regelmäßiger Bewässerung zufrieden. Neben dem klassischen Duft der Pfefferminze gibt es dabei noch zahlreiche andere Geschmacksnoten, die eine ganze Menge an Verwendungszwecken zulassen. Minze muss also nicht zwangsläufig als Heilkraut dienen, sondern ist auch als Duft- und Gewürzkraut recht interessant. Die ansprechenden Blütenfarben machen das Kraut zudem zu einer interessanten und anspruchslosen Zierpflanze.

Die Kommentare sind geschloßen.