Maulbeere – Standort, Pflege und Schnitt

Maulbeere – Standort, Pflege und Schnitt

© vvoe - Fotolia.com
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Arten der Maulbeere (Morus) sind pflegeleichte Strauch- oder Baumgehölze, deren brombeerähnliche Früchte sich für vielerlei Beerengerichte eignen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Maulbeeren zudem als Schleimlöser, sowie zur Cholosterin- und Blutzuckerregulierung genutzt. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass einige der bekanntesten Maulbeerarten aus Asien stammen. Doch auch bei uns ist Morus längst keine Unbekannte mehr. Wie sich Maulbeerbäume und -sträucher hierzulande kultivieren lassen, verraten wir Ihnen nachstehend.



Maulbeere pflanzen – Standort und Ablauf

Maulbeeren gehören zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) und sind mit Ausnahme Europas in den gemäßigten Klimaregionen der Nordhalbkugel heimisch. Durch die Römer fand das bis zu 20 m große Gehölz mit den auffällig länglichen Brombeerfrüchten aber auch den Weg in europäische Grünanlagen wo Morus seither sowohl als ziervoller Park- und Alleebaum, als auch zur Fruchtgewinnung angepflanzt wird. Auch weisen die meisten Arten der Gattung Morus eine gute Winterhärte auf, sodass in der kalten Jahreszeit keine besonderen Schutzmaßnahmen wichtig sind.

Damit sich die Maulbeere aber zu einem kräftigen Strauch oder Baum entwickeln kann, benötigt sie einen warmen und windgeschützten Standort, der sich am besten im Halbschatten oder in der Sonne befinden sollte. Als Standortsubstrat eignen sich tiefgründig gelockerte, nährstoffreiche und kalkhaltige Böden mit einem leicht alkalischen pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5. Bei der Pflanzung von Maulbeeren ist außerdem auf ausreichend Platz zu achten, da die Gehölze sehr hoch wachsen und eine ausladende Baumkrone entwickeln können. Pflanzen Sie insbesondere Maulbeerbäume deshalb immer in gebührendem Abstand zu etwaigen Pflanzpartnern. Eine schöne Kombination bieten diesbezüglich Nachbargehölze wie Apfelbeeren, Holunder, Kornelkirschen oder Schlehen.

Einzelheiten zum Standort für Maulbeeren:

  • Maulbeeren sind größtenteils sehr gut winterhart
  • als Standort sonnige bis halbschattige und windgeschützte Lage wählen
  • ein tiefgründiger, nährstoffreicher und kalkhaltiger Boden ist ratsam
  • Boden-pH-Wert: neutral, von 7,0 bis 8,5
  • insbesondere Maulbeerbäume entwickeln ausladende Kronen
  • Morus benötigt im Garten deshalb ausreichend Abstand zu Nachbarpflanzen
  • gute Pflanzpartner: Apfelbeeren, Holunder, Kornelkirschen und Schlehen

Maulbeeren können Sie durch das Pflanzen von vorgezogenen Jungpflanzen in den eigenen Garten einbinden. Diese erhalten sie in verschiedenen Sortenvariationen in Gärtnereien und bei Züchtern. Beim Setzen der Jungpflanzen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Maulbeeren wachsen am besten an, wenn sie noch im Herbst, etwa gegen September ins Freiland gepflanzt werden. Zu diesem Zeitpunkt können die Gehölze ihre ganze Energie auf die Wurzelbildung konzentrieren und haben trotzdem noch ausreichend Zeit sich in den Boden einzuwurzeln, bevor der erste Frost auftritt.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Pflanzung der Maulbeerbäume und -sträucher wird ihr künftiger Standort tiefgründig umgegraben und etwas Kompost unter die Erde gemischt. Anschließend wird das Pflanzloch ausgehoben, das zweimal so groß wie der Wurzelballen sein sollte. Eine Drainage aus Kies verhindert zusätzlich Staunässe.
  3. Schritt – Maulbeere pflanzen: Tauchen Sie den Wurzelballen ihrer Maulbeere in einen Bottich voll Wasser, bevor Sie das Gehölz im Garten pflanzen. Nachdem sich die Wurzeln mit Feuchtigkeit vollgesogen haben, kann der Maulbeerbaum bzw. der Maulbeerstrauch ins Pflanzloch gesetzt werden. Dieses füllen Sie anschließend wieder mit Erde auf und drücken das Substrat leicht an. Der Pflanzabstand zwischen einzelnen Maulbeerexemplaren sollte zwischen 2 und 3 m betragen.
  4. Schritt – Erstverpflegung: Nach der Pflanzung wird die Maulbeere kräftig angegossen und ein Holzpfahl neben ihr in die Erde gesetzt. Mit Bast fixiert fungiert der Pfahl in Folge als Wuchshilfe für das Gehölz und stabilisiert es, bis die Maulbeere stark genug ist, um selbst zu stehen.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Maulbeeren: September
  • vor dem Pflanzen Standort auflockern und Kompost untermischen
  • im Anschluss Pflanzloch mit doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • Kiesdrainage im Pflanzloch verhindert zusätzlich Staunässe
  • Wurzelballen der Maulbeere vorab in Wasser tauchen
  • Pflanzabstand: 2 bis 3 m
  • danach Maulbeere an einen Stützpfahl fixieren und angießen
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Pflege der Maulbeere – gießen, schneiden und ernten

Damit Maulbeerbäume und Maulbeersträucher ab April ihre langen weißen Rispenblüten ausbilden kann, benötigt sie vor allem in den trockenen Sommermonaten regelmäßige Gießgänge. Zusätzlich kann zwischen Mai und September eine Düngung mit Hornspänen und Kompost erfolgen. Ansonsten sind keine weiteren Düngungen oder Pflegemaßnahmen notwendig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • von Spätfrühling bis Sommer benötigt Morus regelmäßige Gießgänge
  • Düngung erfolgt zwischen Mai und September mit Hornspänen oder Kompost
  • weitere Gieß- und Düngemaßnahmen sind jedoch nicht notwendig

Zur weiteren Pflege bedürfen Maulbeerbäume und Maulbeersträucher eines gelegentlichen Rückschnitts. Richtig ausgeführt sorgt dieser für einen dichteren Wuchs und kann dem ausladenden Wachstum der Pflanze entgegenwirken. Entfernen sie deshalb im Frühling kurz vor der Blüte schwache und zu dicht wachsende Triebe.

Nachdem die Blüte der Maulbeeren im Juni zu Ende geht, bildet das Gehölz seine schmackhaften länglichen Beerenfrüchte aus. Diese können je nach Sorte schwarz, rot oder weiß gefärbt sein. Ernten Sie nur reife Beeren und entfernen Sie die Früchte am besten durch behutsames Schütteln von ihren Fruchtständen ab. Da die Beeren nicht nur süß, sondern auch äußerst saftig sind, verderben Maulbeeren sehr leicht. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Früchte frisch zu verarbeiten. Eine längere Haltbarkeit der Maulbeeren lässt sich nur durch die Trocknung erreichen. Es gibt jedoch viele Rezepte, durch die sich die brombeerähnlichen Früchte dauerhaft lagern lassen. Wie wäre es zum Beispiel mit Maulbeermarmelade oder Maulbeersaft?

  • Vermehrung durch Stecklinge: Maulbeeren lassen sich am einfachsten durch Stecklinge vermehren. Hierzu werden mindestens 20 cm lange Stecklinge von der Pflanze entnommen und die unteren Blätter bis auf das oberste Blattpaar entfernt. Der Steckling wird anschließend in Anzuchterde gesetzt. Bei guter Bewässerung und richtigen Standortbedingungen können die Stecklinge schon im nächsten Jahr ins Freiland vereinzelt werden.

Kurztipps zum Schneiden, Ernten und Vermehren:

  • Rückschnitt für Morus: Frühling, vor der Blüte
  • Ernte der Maulbeeren ist ab Juli möglich und erfolgt durch Abschütteln der Früchte
  • Maulbeeren am besten frisch verzehren oder durch Trocknung haltbar machen
  • auch die Herstellung haltbarer Rezepte wie Marmelade oder Saft ist möglich
  • für Vermehrung durch Stecklinge 20 cm lange Triebe entnehmen
  • Blätter bis auf das obere Blattpaar entfernen und Steckling in Anzuchterde geben
  • danach gut bewässern und im nächsten Jahr ins Freiland vereinzeln

Interessante Arten und Sorten der Gattung Morus

Morus kommt natürlich in 12 verschiedenen Arten vor. Dank moderner Züchtung gibt es mittlerweile auch über 1100 neue Sorten, die sich vor allem in der Färbung ihrer Beerenfrüchte und im Grad ihrer Winterhärte unterscheiden. Die Blätter der Pflanze können in ihrer Form selbst innerhalb eines Baumes stark variieren. Meist sind sie aber spitz zulaufend oder in fünf Blattfächer untergliedert. Um Ihnen einige Anreize für die Arten- und Sortenwahl zu geben, hier drei besondere Empfehlungen.

SorteBeschreibung
Rote Maulbeere
Morus rubra
Blütezeit: April bis Mai
Früchte: rote Beeren
Wuchshöhe: 10 bis 20 m
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -17 °C winterhart
gute Sorten: 'Rossa'
Schwarze Maulbeere
Morus nigra
Blütezeit: April bis Mai
Früchte: schwarzrote Beeren
Wuchshöhe: 12 bis 15 m
Herkunft: Westasien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -20 °C winterhart
gute Sorten: 'Black Persian', 'Chelsea', 'Kaester', 'Wellington'
Weiße Maulbeere
Morus alba
Blütezeit: April bis Mai
Früchte: weiße Beeren
Wuchshöhe: 10 bis 16 m
Herkunft: China, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -20 °C winterhart
gute Sorten: 'Fruitless', 'Laciniata', 'Mapleleaf', 'Nucluear Blast', 'Pendula', 'Urbana'

Maulbeere – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© akepong - Fotolia.com
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Maulbeeren sind widerstandsfähige Pflanzen, die kaum von Schädlingen oder Erkrankungen befallen werden. So treten bei Maulbeeren lediglich Schäden durch Austrocknung auf oder durch den Befall von Spinnmilben auf. Letztere verbreiten dünne Spinnweben auf den Blättern der Pflanze, die aber durch eine Säuberung der Blätter mit Wasser entfernt werden können. Zur Bekämpfung der Spinnmilben selbst kann Brennnesselsud eingesetzt werden, mit dem die Pflanze bespritzt wird. Ebenso können Florfliegen oder Raubmilben gegen die kleinen Plagegeister helfen.



Fazit

Maulbeeren sind robuste und pflegeleichte Beerengehölze, die zu großen Sträuchern oder Bäumen heranwachsen. Am besten gedeihen sie auf tiefgründigen und kalkhaltigen Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Von Mai bis Juli bildet die Maulbeere dann ihre länglichen weißen Blüten aus, aus denen sich ab Juli ihre süßen und saftreichen Beerenfrüchte bilden. Ihre Form erinnert stark an Brombeeren, wobei Maulbeeren nicht nur im klassischen Brombeerschwarz, sondern auch in Rot oder Weiß erhältlich sind. Wer er gerne bunt mag, kann hier auch verschiedene Arten kombinieren. Achten Sie aber auf einen gebührenden Pflanzabstand, denn sowohl Maulbeerbäume, als auch Maulbeersträucher benötigen im Garten einiges an Platz.

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