Liguster – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Liguster – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© srckomkrit - Fotolia.com
© srckomkrit – Fotolia.com

Der Liguster (Ligustrum) eignet sich, ähnlich wie Kirschlorbeer, ideal zur Bepflanzung von Grundstückgrenzen. Die Sträucher bieten mit einer Wuchshöhe von bis zu drei Metern einen wunderbaren Sichtschutz zum Nachbarsgarten. Ähnlich wuchsfreudig ist die Ligusterhecke auch in der Breite, welche je nach Art zwei bis vier Meter beträgt. Selbst in Sachen Blüte können Hecken des Ligustrum durchaus für einen Hingucker sorgen, denn die Pflanzen bilden weiß blühende, duftende Rispen aus, welche sich später zu schwarzblauen Beerenfrüchten entwickeln. Darüber hinaus warten manche Arten, wie etwa Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) mit besonderer Winterhärte auf. Wie Sie diesen und andere Hecken des Ligustrum am besten kultivieren und in Form bringen, verraten wir Ihnen im nachstehenden Beitrag.

Wissenswertes: Die Steinfrüchte der Ligusterhecke dienen Vögeln als Bankett. Menschen sollten die Beeren allerdings nicht verzehren, da sie giftig sind. Eine Vergiftung durch die Früchte von Liguster äußert sich hierbei durch schnell und intensiv auftretenden Durchfall, starke Übelkeit und Erbrechen.


So pflanzen Sie Liguster – Standort und Ablauf

Die Arten des Ligustrum gehören zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und sind weltweit verbreitet. In Europa ist allerdings nur Ligustrum vulgare heimisch, wohingegen die meisten anderen Heckenpflanzen dieser Gattung ihre Heimat in Asien und Afrika haben. Herkunftsbedingt wünscht sich die Ligusterhecke demnach reichlich Sonne. Halbschatten ist ebenfalls akzeptabel, wobei schattige Standorte schnell für unansehnliche Kahlstellen in der Hecke sorgen. Insgesamt ist ein in seinen Ausmaßen großzügig bemessener Standort ratsam, damit sich Liguster als Sichtschutz oder Solitär voll entfalten kann. Auch Hangbepflanzungen oder eine Verwendung von Liguster als Uferbegrünung, Lärm- oder Staubfänger ist denkbar.

Als Standortsubstrat kommen für Liguster vorzugsweise frische Böden in Frage, welche Feuchtigkeit für eine Weile speichern können. Achten Sie zudem auf die Zusammensetzung der Erde, welche im Idealfall in eine Mischung aus sandig-lehmigen Kies- oder Tonböden mit pH-Werten zwischen 5 und 7,5 aufweist. Gerne gepflanzt wird neben dem bei uns heimischen Ligustrum vulgare vor allem der aus Japan stammende Ligustrum ovalifolium. Gute Begleitgewächse für Liguster sind Flieder, Rhododendron und Silberkerze.

Einzelheiten zum Standort für Liguster:

  • Liguster gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten
  • Vollschatten lässt in der Hecke kahle Stellen entstehen
  • frische Böden mit gutem Feuchtigkeitsspeicher als Standortboden bevorzugen
  • Substrat sollte lehmig-sandig, sowie kies- und/oder tonhaltig sein
  • pH-Wert des Bodens für Ligustrum: schwach sauer bis neutral von 5 bis 7,5
  • Liguster eignet sich zur Hang-, Hecken- und Uferbepflanzung
  • Kultivierung der Hecke als Solitär, Lärm-, Sicht- oder Staubschutz ist möglich
  • gern gepflanzte Arten des Ligustrum: vulgare und ovalifolium
  • gute Pflanzpartner: Flieder, Rhododendron und Silberkerze
  1. Schritt – Pflanzung planen: Damit aus gekauftem Liguster eine schöne Hecke erwachsen kann, müssen Sie bereits vor dem Pflanzen ein paar Dinge gedanklich abklären. Da die Heckenpflanzen der Gattung Ligustrum sehr hoch und breit werden, benötigen einzelne Exemplare einen Mindestabstand von 30 Zentimetern, damit Sichtschutz und Kompaktheit der Hecke später gewährleistet ist. Bereiten Sie das Beet auch nicht zu nahe an Ihrer Grundstücksgrenze vor und lassen Sie ruhig einen bis anderthalb Meter Abstand zu etwaigen Zäunen frei. Der ideale Pflanztermin für Liguster liegt zwischen Oktober und April.


  2. Schritt – Ligusterhecke vorbereiten: Vor der eigentlichen Pflanzung ist es sinnvoll, den Hecken des Ligustrum ein kleines Wasserbad zu gönnen. Stellen Sie die Pflanzen einfach in einen ausreichend großen Bottich und warten Sie ab, bis sich der Wurzelballen gut mit Wasser vollgesaugt hat. Während dies geschieht, können Sie den Standort einer Vorbereitung unterziehen.


  3. Schritt – Standorterde vorbereiten: Um Ligustrum erfolgreich pflanzen zu können, sollten Sie die Erde am gewählten Standort gründlich auflockern und von größeren Bodenhindernissen, wie Wurzelrückständen oder Steinen befreien. Heben Sie anschließend eine Pflanzkuhle von etwa 40 Zentimetern Breite und Tiefe aus. Die genaue Kuhlengröße errechnet sich an der tatsächlichen Größe des Wurzelballens, welcher nach der Pflanzung von einer mindestens 5 Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt sein muss.


  4. Schritt – Liguster pflanzen: Setzen Sie Ihre Ligusterhecke nach der Bodenvorbereitung aufrecht in das vorbereitete Pflanzloch. Eine waagerecht gespannte Messschnur kann ihnen hier bei der Orientierung helfen. Falls Sie eine größere Hecke bzw. Heckenformation geplant haben, ist darauf zu achten, maximal drei Pflanzen pro Meter einzusetzen. Abschließend häufen Sie nun die bereits erwähnte Erddeckschicht von 5 Zentimeter Dicke auf und gießen Ihren Ligustrum großzügig an.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Liguster: Oktober bis April
  • Pflanzung vor der Durchführung planen
  • Pflanzabstand von 30 cm zwischen einzelnen Hecken ist erforderlich
  • Abstand zur Grundstücksgrenzen und Zäunen: 1 bis 1,5 m
  • Wurzelballen Hecke bzw. Hecken vor dem Einsetzen gut Wässern
  • unterdes Standorterde auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • anschließend Pflanzkuhle von mind. 40 cm Tiefe und Breite ausheben
  • einzelne Liguster aufrecht in die Kuhle setzen
  • ggf. gespannte Schnur zur Ausrichtung nutzen
  • max. 3 Hecken pro m pflanzen
  • danach Wurzelballen mit ca. 5 cm dicker Erdschicht bedecken und angießen
© smuki - Fotolia.com
© smuki – Fotolia.com

Liguster richtig pflegen – gießen, düngen, schneiden

In seiner Pflege hat Liguster viel mit Kirschlorbeer gemeinsam. Solange es in den Frühlings- und Herbstmonaten regnet, ist ein gießen bei beiden Heckenpflanzen eher unnötig. Sobald aber längere Trockenperioden einsetzen, muss bei Kirschlorbeer wie Liguster nachgegossen werden. Ebenso ist unmittelbar nach der Pflanzung vermehrt Feuchtigkeit zu spenden. Um zu wissen, ob die Hecke genügend Wasser zur Verfügung hat, behalten Sie einfach die oberste Erdschicht im Auge. Sie sollte niemals austrocknen, aber auch nicht von Staunässe geplagt sein. Zum Gießen können Sie leicht abgestandenes Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser nutzen

Auch in Sachen Düngung hat die Pflanze Ligustrum viel mit Kirschlorbeer gemeinsam. Die zwei Hecken sind sehr wuchsfreudig und benötigen daher auch viele Nährstoffe. Als Düngemittel können Sie Hornspäne oder im Handel erhältlichen Heckendünger verwenden. Düngen Sie dabei im Frühling vor dem Austrieb, sowie im Sommer nach dem Rückschnitt, damit die Heckenpflanzen während dieser kräfterzehrenden Wuchsperioden optimal versorgt sind.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Liguster direkt nach der Pflanzen, sowie in Trockenperioden regelmäßig gießen
  • Standorterde der Hecke sollte nie völlig austrocknen
  • zum Gießen abgestandenes Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser nutzen
  • für Düngung des Ligustrum Hornspäne oder Heckendünger verwenden
  • Pflanze vor Frühlingsaustrieb und nach Sommerrückschnitt düngen

Ob Kirschlorbeer oder Liguster – Damit sich Ihre Hecke gut verdichtet und ein kompaktes Erscheinungsbild entwickelt, benötigt sie ein- bis dreimal im Jahr einen Rückschnitt. Die Zweige des Ligustrum sind hierbei sehr schnittfest und triebfreudig, sodass Sie die Pflanze in den ersten 1 bis 2 Jahren nach belieben kräftig zurück schneiden können. Die besten Zeitpunkte bieten die Monate Februar und Juni, sowie der frühe November. Der erste Rückschnitt geschieht somit vor dem Frühlingsaustrieb, damit abgeschnittene Zweige ohne Verzögerung wieder kräftig austreiben.

Im Juni können Sie dann zu einem Formschnitt ansetzen und störende Zweige, die das Gesamtbild beeinträchtigen, entfernen. Ob Sie im Herbst noch einmal zurückschneiden möchten, ist vom Nutzungszweck Ihres Ligustrum abhängig. Geht es um die Zierde als Solitär, mag ein letzter Rückschnitt durchaus nötig sein. Bei einer Kultivierung als kompakte Hecke reichen Februar- und Junirückschnitt womöglich aus. Verwenden Sie ungeachtet der Schneidintervalle aber bei jedem Rückschnitt nur scharfes Werkzeug, da Quetschungen an den Schnittstellen sehr einladend für Pilze und andere Krankheitserreger wirken.

Wichtig: Zwischen März und September nutzen zahlreiche Vögel den Liguster als Brutplatz. Bitte sehen Sie als tierfreundlicher Gärtner in dieser Zeit von einem radikalen Rückschnitt ab und prüfen Sie vor einem sommerlichen Formschnitt an Ihrer Hecke, ob Sie mit dem Entfernen von Zweigen Nester zerstören oder in eine instabile Lagen bringen könnten.


    Vermehrung durch Stecklinge: Der triebfreudige Liguster lässt sich wunderbar über Stecklinge vermehren. Schneiden Sie hierfür einen Trieb der Pflanze von mindestens 20 Zentimetern Länge ab und entfernen Sie die untersten Blätter sorgsam. Stellen Sie den Steckling anschließend in ein kleines Gefäß mit Wasser und bedecken Sie ihn mit einer Folie mit kleinen Luftlöchern für eine geeignete Sauerstoffzufuhr. Sofern Sie den Steckling im Frühling entnommen haben, können Sie ihn bereits im frühen Herbst wieder auspflanzen.


    Vermehrung durch Steckholz: Noch besser als das Vermehren durch Stecklinge gelingt bei der Ligusterhecke die Steckholzvermehrung. Schneiden Sie einfach einen verholzten Trieb von der Mutterpflanze ab und setzen Sie ihn an einen geeigneten Standort im Freiland. Danach ist einzig auf eine ausreichende Bewässerung des Steckholzes zu achten, damit der Bewurzelungsvorgang schnell und zuverlässig von statten geht.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Rückschnitte am Liguster im Februar, Juni und/oder zeitigen November
  • für mehr Kompaktheit und Blickdichte Hecke im Februar großzügig kürzen
  • im Juni formgebende Schnitte für die Heckenpflanzen durchführen
  • zweiter Formschnitt im Herbst lediglich für Solitäre sinnvoll
  • für sämtliche Rückschnitte nur scharfes Schnittwerkzeug verwenden
  • Quetschungen schwächen die Pflanze und machen sie krankheitsanfällig
  • Vermehrung erfolgt über Stecklinge oder Steckholz
  • für Stecklinge im Frühling Trieb von mind. 20 cm Länge abschneiden
  • untere Blätter entfernen und Trieb in ein Gefäß mit Wasser stellen
  • Gefäß mit durchsichtiger und durchlöcherter Folie abdecken
  • im Herbst ist der Steckling zur Auspflanzung bereit
  • für Steckholz verholzte Triebe abtrennen und umpflanzen
  • Steckholz für schnelle Bewurzelung gut und täglich gießen

Interessante Arten und des Ligustrum im Überblick

Weltweit sind ungefähr 40 bis 50 Arten des Ligustrum bekannt und alle davon weisen eine gute Winterhärte von bis zu -29 °C auf. Allerdings gibt es wegen mangelnder Notwendigkeit nur wenige, speziell gezüchtete Sorten, denn selbst die verschiedenen Arten unterscheiden sich in ihrem Grundaussehen kaum. Vielmehr beziehen sich relevante Unterschiede auf Robustheit, Bodenansprüche, individuelle Winterhärte, sowie Blütezeit und Wuchsgeschwindigkeit. Hier ein kleiner Überblick:

SorteBeschreibung
Gewöhnlicher Liguster
Ligustrum vulgare
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 2 bis 4 m
Herkunft: Europa, Westasien, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Sorte 'Atrovirens' erhältlich, winterhart bis 29 °C

Delavays Liguster
Ligustrum delavayanum
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 1 bis 4 m
Herkunft: Zentralasien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: gut als Solitär; winterhart bis -18 °C

Japanischer Liguster
Ligustrum japonicum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: weiße Blüten, lange Rispen
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: Japan
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: intensiver Duft; winterhart bis -12 °C

Bewimperter Liguster
Ligustrum ibota
Blütezeit: Juni
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 1,5 bis 2 m
Herkunft: Japan
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: immergrün, winterhart bis -18 °C

Glänzender Liguster
Ligustrum lucidum
Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: weiße, stieltellerförmige Rispen-Blüten
Wuchshöhe: 15 bis 25 m
Herkunft: Zentralasien, Afrika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: immergrüner Baum, winterhart bis -18°C
Wintergründer Liguster
Ligustrum olivafolium
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: weiße, stieltellerförmige Rispen-Blüten
Wuchshöhe: 1 bis 3 m
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: wintergrüner Baum, winterhart bis -18°C

Liguster – Mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

© Marina Lohrbach - Fotolia.com
© Marina Lohrbach – Fotolia.com

Insgesamt sind Heckenpflanzen wie Kirschlorbeer und Liguster äußerst robust und lassen sich auch von einem Schädlingsbefall nicht nennenswert beeindrucken. Entstandene Schäden stören zumeist nur das Auge des Betrachters, aber nicht die Grundgesundheit der Pflanze. Dabei könnte vor allem folgender Schädling zum Störenfried der Ästhetik Ihrer Hecke werden:

    Dickmaulrüssler: Dieser Rüsselkäfer ist ein äußerst hartnäckiger Geselle und richtet an einer betroffenen Hecke große Fressschäden an. Der Befall tritt meist von Mai bis August auf, da die Weibchen dann ihre Eier ablegen und die Larven die Brutpflanze als Futterquelle nutzen. Stellen Sie einen ersten Befall fest, sammeln Sie die nachtaktiven Tiere in der Dämmerung von den Pflanzen ab. Als natürliche Bekämpfung empfehlen sich zusätzlich Nematoden und Fadenwürmer, welche die Brut zerstören. Ebenso sind im Handel Mittel auf biologischer Basis erhältlich, die dem Schädling Einhalt gebieten können, dabei aber keine chemische Belastung für Umwelt und Pflanzen darstellen.

Kahlstellen am Liguster: Keine Krankheit, aber ein Fehler beim Rückschnitt ist es, wenn die Heckenpflanzen des Ligustrum von an manchen Stellen kahl wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Ligusterhecke im oberen Drittel zu dicht wächst, sodass Luft und Licht den Innenraum der Pflanze nicht mehr ausreichend erfassen können. Ein, zwei kräftige Rückschnitte lösen dieses Problem jedoch.


Fazit

Ob als schmucker Solitär im kleinen Garten oder als Hecke an der Grundstückgrenze – Liguster eignet sich in jedem Fall als nützliche Gartenbepflanzung zum Sichtschutz oder Skulpturschnitt. Dabei erfordert die robuste Pflanze außer einem regelmäßigen Schnitt nur wenig Aufwand und verzeiht auch gerne den einen oder anderen Fehler. Gerne gepflanzt werden Ligustrum vulgare und Ligustrum olivafolia. Wenn Sie die Hecke in Einzelstellung kultivieren möchten, empfehlen wir Begleitgewächse wie Rhododendron, welche dem Ölbaumgewächs in Sachen Wuchshöhe die Stirn bieten können.

Die Kommentare sind geschloßen.