Lampionblume – Standort, Pflege, Überwintern

Lampionblume – Standort, Pflege, Überwintern

© Uplandpics - Fotolia.com
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Lampionblumen (Physalis alkekengi) bestechen durch die exotischen Kelchblätter ihrer Blüten, die mit Einsetzen der Fruchtreife wie kleine Lampions von den Blütenstielen herab hängen. Meist sind die laternenartigen Kelchblütenstände intensiv rot gefärbt, weshalb Lampionblumen garantiert stilvolle Farbtupfer in Ihren Garten zaubern. Zudem besitzt Physalis alkekengi schmackhafte, scharlachrote Früchte, die äußerst vitaminreich sind und im Orient sogar als krampflösendes, harntreibendes und beruhigendes Heilmittel genutzt werden. Allerdings gibt es in Bezug auf die Essbarkeit durchaus unterschiedliche Auffassungen. So wird die Pflanze in einigen Publikationen als giftverdächtig eingestuft, so dass von einem Verzehr abzuraten ist. Und auch die Floristik weiß das originelle Erscheinungsbild der Lampionblume zu schätzen, dienen ihre getrockneten Blüten hier doch häufig zur Herstellung von kunstvollen Trockensträußen.

Wissenswertes: Von Laien wird Physalis alkekengi häufig mit ihrem zweifellos essbaren Artgenossen, der Peruanischen Blasenkirsche (Physalis peruviana) verwechselt. Hierbei handelt es sich um die im Obstsortiment zahlreicher Supermärkte angebotene Physalisfrucht, deren Beeren im Gegensatz zur Lampionblume nicht rot, sondern orange sind. Gemeinsam ist den beiden Arten der Physalis aber die Vielzahl ihrer Beinamen. So sind Physalis alkekengi, wie auch Physalis peruviana unter den teils irreführenden Trivialnamen Andenbeere, Judenkirsche, Kapstachelbeere und Blasenkirsche bekannt. Letztere Bezeichnung stellt dabei auch den offiziellen Gattungsnamen der Physalis.




Lampionblume pflanzen – Standort und Ablauf

Arten der Blasenkirsche zählen zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Mit Ausnahme der Lampionblume, deren Ursprungsgebiet in Südosteuropa und Westasien vermutet wird, stammen die meisten Physalisarten dabei aus Mittel- oder Südamerika, wo sie gerne an vollsonnigen und warmen Standorten wachsen. Lichter Halbschatten ist für Lampionblumen jedoch ebenfalls akzeptabel, so lange der Boden hier nicht zu feucht gehalten wird. Die Blütenbildung fällt bei schattiger Lage jedoch sichtlich spärlicher aus.

Gut geschützt sollte der Standort für Ihre Lampionblume vor starken Winden sein, damit kalte Böen die sonnen- und wärmeverwöhnte Pflanze nicht nachhaltig schwächen. In Bezug auf das Standortsubstrat raten wir zu sauren bis alkalischen Böden mit pH-Werten zwischen 4 und 6. Ein frisch-humoses, durchlässiges und lehmiges Sand- oder Kiessubstrat ist für Lampionblumen ideal und kann zur Verbesserung der Standortbedingungen zusätzlich mit Kalk aufbereitet werden. Nährstoffe sollte der Boden dagegen nur in moderatem Maß aufweisen, da Physalisarten ansonsten nur wenige ihrer namensgebenden Lampions entwickeln und ihre Energie stattdessen vermehrt in die Ausbildung ihrer herzförmigen Blätter steckt. Als Begleitgewächse für Lampionblumen bieten sich andere Herbstblüher an, wie zum Beispiel Astern, Chrysanthemen oder Glockenblumen. Daneben kommt Physalis zwischen Ziergräsern sehr gut zur Geltung.

Pflanztipp: Erfreulicherweise sind die Standortbedingungen der Lampionblume mit denen der Peruanischen Blasenkirsche identisch. Wenn Sie statt Physalis alkekengi also lieber Physalis peruviana pflanzen möchten, ist dies durchaus möglich. Allerdings eignet sich die auch als Kapstachelbeere bekannte Art peruviana eher für eine Kübelpflanzung, denn zur Kultivierung im Freiland.


Einzelheiten zum Standort für Lampionblumen:

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  • Physalis alkekengi gedeiht am besten in Vollsonne
  • Standort sollte zudem warm und windgeschützt sein
  • als Standortboden sandig-lehmiges oder kiesig-lehmiges Substrat wählen
  • auch sollte das Substrat frisch-humos, kalkhaltig und durchlässig sein
  • bei allzu nährstoffreichen Böden verringert sich die Fruchtbildung
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis alkalisch, zwischen 4 und 6
  • gute Pflanzpartner sind: Astern, Chrysanthemen, Glockenblumen und Ziergräser
  • alternativ können Sie statt Physalis alkekengi auch Physalis peruviana pflanzen
  • Tipp hier: Peruanische Blasenkirsche am besten im Kübel kultivieren


  1. Schritt – Pflanztermin: Pflanzen Sie die Lampionblume, wie auch die Peruanische Blasenkirsche am besten ab Ende April. Zu dieser Zeit hat der Herbstblüher noch ausreichend Zeit, um vor der Fruchtbildung im Boden zu verwachsen. Auch bekommen die Pflanzen so das volle Lichtspektrum der Frühlings- und Sommermonate ab, was für die Entwicklung der Blasenkirschen von Vorteil ist.


  2. Schritt – Bodenvorbereitung: Um das Standortsubstrat den Bedürfnissen der Pflanze anzupassen, können Sie es nach Bedarf mit Kalk, Sand oder Kies anreichern. Weil Blasenkirschen dazu neigen, sich recht schnell am Wuchsgrund auszubreiten und Nachbarpflanzen gerne überwuchern, sollte zudem eine Wurzelsperre ins Pflanzloch integriert werden. Denkbar sind zum Beispiel stabile Plastikfolien, Plastikeimer oder Betonringe, die das Wurzelwerk der Physalis daran hindern, ungehindert in die Gartenumgebung abzuwandern. Von Kompostbeimengungen im Pflanzsubstrat ist hingegen abzusehen, da nährstoffreiche Böden wie schon erwähnt zu Fruchteinbußen führen.


  3. Schritt – Physalis pflanzen: Der richtige Abstand zu Nachbarpflanzen beträgt bei Blasenkirschen etwa die Hälfte der finalen Wuchsbreite. Bei einer Kübelpflanzung sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass die Pflanzen genügend Freiraum haben, um ungestört zu wachsen. Wer seine Lampionblumen im Freiland außerhalb des Beets kultivieren möchte, siedelt sie am besten auf lichtreichen Freiflächen in Einzelstellung an.


  4. Schritt – Physalis mulchen und angießen: Nach der Pflanzung bietet es sich an, den Wurzelbereich der Blasenkirschen zu mulchen, um den Wasserhaushalt der Pflanzen optimal zu unterstützen. Nichts desto Trotz sollten Lampionblume und Peruanische Blasenkirsche von Beginn an gut gewässert werden.


Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Physalis alkekengi: Frühling, gegen Ende April
  • Boden vor der Pflanzung mit Kalk anreichern und Sand oder Kies untermischen
  • keine Kompostgabe einbringen, um Blütenreichtum der Pflanze zu gewährleisten
  • Wurzelsperren als Auskleidung des Pflanzlochs verhindern ein Wuchern der Physalis
  • Pflanzabstand für Blasenkirschen: ½ Wuchsbreite
  • Pflanzgefäß für Kübelkulturen sollte dementsprechend groß sein
  • nach dem Pflanzen Physalis mulchen und gut angießen

Lampionblumen pflegen – Infos zum gießen, schneiden und vermehren

Während der Anwachsphase ist die Lampionblume auf eine großzügige Wasserversorgung angewiesen. Hat sich die Pflanze jedoch erst einmal am Standort etabliert, reicht mäßiges Gießen jedoch völlig aus, insbesondere dann, wenn bei der Pflanzung eine Mulchschicht auf den Wurzelbereich aufgetragen wurde. Hier genügt es, wenn Sie durch manuelle Bewässerung der Austrocknung des Pflanzsubstrats vorbeugen. Kalkhaltiges Leitungswasser ist für diesen Zweck am besten geeignet, wissen Lampionblumen eine Mineralzufuhr dieser Art doch sehr zu würdigen.

Auch gedüngt wird Physalis alkekengi im Frühling nur mit mineralischem Kalkdünger. Alle anderen Düngemittel, vor allem organischer Dünger, sorgen zwar für eine eindrucksvolle Herbstfärbung der Blätter, beeinträchtigen dafür aber die Blütenbildung im Sommer. Wenn Sie mit dem richtigen Wasser gießen und den Standortboden gut gewählt, beziehungsweise gemischt haben, entfällt der Düngevorgang bei Lampionblumen komplett.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • bis zur vollständigen Etablierung am Standort Lampionblume großzügig bewässern
  • danach nur Wasser zugießen, um ein Austrocknen des Bodens zu verhindern
  • für die Bewässerung am besten kalkhaltiges Leitungswasser nutzen
  • Düngung ist bei Physalis alkekengi nicht zwingend notwendig
  • richtige Standortwahl und Bewässerung ersetzen nachträgliche Mineralzufuhr
  • falls im Frühling doch gedüngt wird, nur mineralischen Kalkdünger verwenden

Blasenkirschen sind der wuchsfreudige Pflanzen. Um ihren Jahreszuwachs im Zaum zu halten, müssen sie deshalb regelmäßig geschnitten werden. Ein bodennaher Rückschnitt im Frühjahr genügt jedoch, um Ihre Physalis formschön an Ort und Stelle zu halten.

Wer Blütenstängel der Physalis zu Dekorationszwecken abschneiden möchte, tut dies im Spätsommer zwischen Ende August und Anfang September. Zu dieser Zeit können auch die Beeren der Pflanze geerntet werden. Entnehmen Sie aber nur Beeren, deren Lampions sich bereits braun verfärbt haben, denn im unreifen Zustand besitzen die Früchte der Lampionblume noch schwache Giftanteile. In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, dass alle übrigen Pflanzenteile der Physalis aufgrund ihres hohen Giftgehalts nicht zum Verzehr geeignet sind. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die Beeren der Lampionblume selbst bedenkliche Giftmengen enthalten, die zu Magen-Darm-Reizungen, Übelkeit und Erbrechen führen können. Zur Ernte besser geeignet sind deshalb die nachweislich essbaren Früchte der Peruanischen Blasenkirsche.

Wichtig: Wer sich unsicher ist, welche Blasenkirschenart sich hinter gekauften oder geschenkten Pflanzen mit Namen Andenbeere, Kapstachelbeere oder Lampionblume verbirgt, sollte von einer Ernte der Beeren absehen. Halten Sie auch Kinder fern von dem Gewächs oder pflanzen Sie dieses außerhalb der kindlichen Reichweite.


    Vermehrung durch Aussaat: Wer seine Blasenkirsche trotz ihres Hangs zu wuchern vermehren möchte, der kann hierfür die Samen der Andenbeere verwenden. Drehen Sie die Beere zur Erntezeit im August vorsichtig aus ihrer Kelchblatthülle und drücken Sie das Saatgut langsam aus dem Fruchtfleisch. Ausgesät werden die Samen im folgenden Februar, wo man sie als Zimmerpflanzen vorzieht. Gegen Mitte Mai nach den Eisheiligen können die Jungpflanzen der Lampionblume dann ins Freiland umgesiedelt werden. Der Pflanzabstand beträgt etwa 60 Zentimeter.


    Vermehrung durch Wurzelteilung: Alternativ zur Aussaat ist es auch möglich, Lampionblumen durch Teilung des Wurzelstocks zu vermehren. Führen Sie die Teilung am besten nach der Fruchtreife im Herbst durch und benutzen Sie ein scharfes Messer, um den Wurzelballen an geeigneter Stelle zu zerteilen. Nach der Wurzelteilung werden die Teilstücke dann einfach ins Freiland zurück gesetzt.

© Jürgen Fälchle - Fotolia.com
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Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Blasenkirschen im Frühjahr bodennah zurück schneiden
  • kleinere Korrekturarbeiten sind ganzjährig möglich
  • zur Ernte oder zu Dekorationszwecken Blütenstängel der Physalis entnehmen
  • Entnahme erfolgt im Spätsommer gegen Ende August
  • wichtig: alle Pflanzenteile der Lampionblume sind giftig, ihre unreifen Beeren ebenfalls
  • im Zweifelsfall nur Beeren der Peruanischen Blasenkirsche verzehren
  • für Vermehrung durch Aussaat Beerensamen im Februar im warmen Zimmer vorziehen
  • Auspflanzung der Jungpflanzen ins Freiland erfolgt Mitte Mai nach den Eisheiligen
  • Pflanzabstand beträgt dann ca. 60 cm
  • für Vermehrung durch Wurzelteilung Pflanze im Oktober ausgraben
  • Wurzelstock in zwei gleich große Stücke teilen und zurück ins Freiland setzen
  • für die Teilung des Wurzelstocks unbedingt ein scharfes Messer verwenden

Blasenkirsche überwintern

Die Lampionblume benötigt im Freiland keinerlei Winterschutz, denn ihre Rhizomwurzeln sind bis -20 °C frosthart und treiben auch bei großer Kälte im nächsten Frühling wieder aus. Eine Schicht Reisig über dem Wurzelballen genügt daher als Winterschutz völlig.

Bei Kübelpflanzungen der Blasenkirsche sieht es dagegen etwas anders aus. Hier entwickeln die Wurzeln der Pflanze keine ausreichende Winterhärte, weshalb Sie den Pflanzkübel über die Wintermonate ins Haus holen sollten. Suchen Sie für Ihre Kübelpflanze einen kühlen, aber lichtreichen Standort (z.B. im Wintergarten) und warten Sie ab, bis die Temperaturen im Frühjahr wieder über -12 Grad klettern. Danach kann die Blasenkirsche wieder ins Freiland umziehen.

Arten und Artverwandte der Physalis im Überblick

© hetwig - Fotolia.com
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Trotz der etwa 75 bis 90 Arten der Physalis werden hierzulande lediglich die Lampionblume und die Peruanische Blasenkirsche kultiviert. Wenn umgangssprachlich also von der Andenbeere oder Kapstachelbeere die Rede ist, können Sie sich sicher sein, dass es sich dabei um eine dieser beiden Blasenkirschenarten handelt. Auch blieben die genannten Physalisvarianten züchterisch bislang unberührt, sodass alternative Sortennamen nicht für zusätzliche Verwirrung sorgen.

Im Falle der Lampionblume sei allerdings erwähnt, dass sie nicht mit der als Blaue Lampionblume bekannten Giftbeere (Nicandra physaloides) verwechselt werden sollte. Wie Blasenkirschen zählt diese zur Familie der Nachtschattengewächse, weist ähnlich giftige Pflanzenteile auf und bildet sogar Lampions aus, die an jene der Physalisarten erinnern. Auch stammt die Blaue Lampionblume aus den Anden, weshalb sie fälschlicher Weise ebenfalls häufig als Andenbeere bezeichnet wird. Tückisch, denn wie der Name schon verrät sind die Früchte der Giftbeere im Gegensatz zur Blasenkirsche ohne Ausnahme und zu allen Wachstumszeiten giftig. Aus diesem Grund nachstehend eine kleine Identifizierungshilfe zur Bestimmung der jeweiligen Pflanzen:

SorteBeschreibung
Peruanische Blasenkirsche (Kapstachelbeere)
Physalis peruviana
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: gelbe Blüten, gelbe Lampions, orange Beeren
Wuchshöhe: bis zu 150 cm
Herkunft: Peru, Südamerika
Eignung für Kultivierung: gut bis mäßig
Besonderheiten: essbare Früchte und giftige Pflanzenteile; bis -12 °C winterhart
Lampionblume (Andenbeere)
Physalis alkekengi
Blütezeit: Juli bis Oktober
Blütenfarbe: gelbe Blüten, rote Lampions, tiefrote Beeren
Wuchshöhe: bis zu 80 cm
Herkunft: Eurasien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: im unreifen Zustand schwach giftige Früchte und hochgiftige Pflanzenteile; bis -20 °C winterhart
Blaue Lampionblume (Giftbeere)
Nicandra physaloides
Blütezeit: Juli bis Oktober
Blütenfarbe: blaue Blüten, blaue Lampions, braune Beeren
Wuchshöhe: bis zu 150 cm
Herkunft: Anden, Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: hochgiftige Früchte und Pflanzenteile; in Europa nicht winterhart


Lampionblume – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind bei Lampionblumen nicht bekannt, es sei denn, Sie begehen gravierende Fehler in der Pflege. Achten Sie daher auf einen Standort, der den Anforderungen der Pflanze gerecht wird und halten Sie Staunässe von Ihrer Physalis fern, um Pilzkrankheiten wie Wurzelfäule zu vermeiden. Ein Befall durch Parasiten ist bei Blasenkirschen eher unwahrscheinlich.



Fazit

Die Lampionblume ist eng mit der essbaren Kapstachelbeere verwandt und wird auch häufig mit dieser Verwechselt. Über die Verzehrbarkeit der Lampionblumenfrüchte herrscht im Gegensatz zu ihrem Artgenossen jedoch geteilte Meinung. Anders sieht es bei den Standort- und Pflegebedürfnissen beider Pflanzen aus, denn viel Sonne und Wärme, sowie einen kalkhaltigen Untergrund benötigen beide Arten der Gattung Physalis. Wenn Sie die Anforderungen der Gewächse aber ausreichend beachten, bedanken sich sowohl Lampionblume als auch Kapstachelbeere mit äußerst dekorativen, laternenförmigen Kelchblütenständen, deren auffallend rote oder gelb-orange Färbung stimmungsvolle Akzente in jedem heimischen Garten setzt.

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