Kürbis – Standort, Anbau und Pflege

Kürbis – Standort, Anbau und Pflege

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Der Kürbis (Cucurbita) ist das Herbstgemüse schlechthin und bietet zahlreiche Zubereitungsmöglichkeiten. So lässt sich sein Fruchtfleisch zum Beispiel für leckere Suppen oder Eintöpfe nutzen. Verarbeitet man den Kürbis zu Püree, sind sogar Süßspeisen wie Kuchen, Cookies oder Pudding denkbar. Dabei wartet so manche Untersorte der Gattung Cucurbita mit sehr ausgefallenen Fruchtformen auf. Ein Zierwert entsteht beim Kürbis damit nicht nur durch die zu Halloween beliebten Kürbislaternen. Was es braucht, um Kürbisse im Garten zu kultivieren, erfahren Sie in diesem Pflanzratgeber.

Kürbis anbauen – Standort und Ablauf

Als namensgebende Gattung in der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) steht der Kürbis in seinen Standortansprüchen stellvertretend für viele seiner Artgenossen. Diese stammen zumeist aus den tropischen bis subtropischen Regionen Amerikas, Asiens oder Afrikas, wobei Kürbisse ausschließlich in Amerika wachsen. Es lässt sich erahnen, dass der Kürbis herkunftsbedingt sehr kälteempfindlich ist. Bei uns kultiviert man das Herbstgemüse darum lediglich einjährig. Auch benötigt Cucurbita sehr sonnige Standorte, denn im Schatten wird der Kürbis sehr schnell krankheitsanfällig und entwickelt nur sehr kleine Früchte.

Als Bodensubstrat wählen Sie für den Kürbis am besten humose, nährstoffreiche und frisch-feuchte Böden. Sandige oder kiesige Lehmböden mit einem neutralen pH-Wert von 6,5 bis 7 sind ideal. Da Kürbispflanzen stark in die Breite wachsen, muss ferner genügend Platz am Standort eingeplant werden.

Pflanztipp: Der Kürbis wird von vielen Gärtnern gerne neben dem Komposthaufen angebaut, wo er die unansehnliche Gartenecke mit seinen ausladenden Blättern und seinen schmuckvollen gelben Glockenblüten verschönert. Außerdem bietet der humose Grund des Komposthaufens den Kürbispflanzen eine wunderbare Nährstoffquelle, was die Düngung des Herbstgemüses sehr vereinfacht.


Einzelheiten zum Standort für Kürbisse:

  • Cucurbita stammt aus den amerikanischen Tropen und ist nicht winterhart
  • die Gemüsepflanze wird bei uns darum einjährig angebaut
  • ein sonniger Standort ist für den Kürbis herkunftsbedingt unerlässlich
  • der Standortboden muss humos, nährstoffreich und frisch-feucht sein
  • optimal sind sandig-lehmige oder kiesig-lehmige Böden
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 6,5 und 7 Punkten
  • Kürbis benötigt ausreichend Platz und wird gerne neben Komposthaufen angebaut
  • besonders beliebte Arten sind der Gartenkürbis, Riesenkürbis und Moschuskürbis
  1. Schritt – Wahl des Aussaattermins: Weil Kürbisse sehr kälteempfindlich sind, werden sie frühestens Mitte Mai nach den Eisheiligen ausgesät. Kontrollieren Sie vorsichtshalber dennoch die Bodentemperatur und achten sie auf die Wettervorhersage, denn auch nach den letzten Spätfrösten könnte der Boden noch zu nasskalt sein. Erst wenn die Temperaturen konstant zwischen 20 °C und 22 °C liegen, ist die Anbauzeit für Kürbisse im Garten gekommen. Alternativ ist eine Vorzucht im Haus ab Mitte April möglich. Hier dürfen die Standorttemperaturen etwas niedriger, etwa bei 18 °C liegen.
  2. Schritt – Vorbereitung des Standortbodens: Lockern Sie den Boden vor der Aussaat gut auf und reichern Sie die Erde nach Bedarf mit Kompost sowie Sand oder Kies an. Bei Topfkulturen ist Anzuchterde ratsam. Außerdem sollten Sie sich hier eine Klarsichtfolie zur Abdeckung bereitlegen, um ein feuchtes Standortmilieu zu schaffen.
  3. Schritt – Vorbereitung der Kürbissamen: Die Samen der Kürbisse müssen vor der Aussaat für 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen. Empfehlenswert ist diesbezüglich Weidenwasser, welches die Keimung des Saatguts positiv beeinflusst.
  4. Schritt – Kürbis säen: Stecken Sie die Samen des Kürbisses mit der Spitze nach unten ins Erdreich. Für eine schnelle Keimung sollte das Saatgut noch ein Stück aus der Erde ragen. Als nächstes wird die Erde mit einer Sprühflasche gut angefeuchtet. Topfkulturen erhalten im Anschluss eine Folienabdeckung. Die Keimung sollte dann innerhalb einer Woche erfolgen. Bis dahin muss das Saatgut konstant feucht gehalten werden, ohne Staunässe zu erzeugen. Bei Freilandkultur ist je nach Wuchsbreite der Kürbisart ein Saatgutabstand von 1 bis 2 m einzuhalten.
  5. Schritt – Kürbis pikieren und stabilisieren: Vorzuchten im Topf werden vereinzelt, nachdem sie etwa 6 bis 8 Blattpaare ausgebildet haben. Es ist sinnvoll die jungen Kürbispflanzen zunächst für 7 Tage abzuhärten, indem die Töpfe tagsüber in den Garten kommen. Handelt es sich um eine rankende Untersorte des Kürbisses, müssen Sie zudem eine Rankhilfe anbringen.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Pflanztermin für Kürbis im Freiland: ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen
  • Vorzucht von Cucurbita ist ab Mitte April im Haus möglich
  • bei Freilandkultur sollte die Temperatur konstant bei 20 °C bis 22 °C liegen
  • Anzuchten im Topf kann bei 18 °C etwas kühler stehen
  • vor der Aussaat im Garten Boden auflockern und mit Kompost anreichern
  • Sand oder Kies verbessert ergänzend die Bodendurchlässigkeit
  • für Topfkulturen am besten Anzuchtsubstrat nutzen
  • Samen der Kürbisse müssen vorab 24 Std. in Wasser vorquellen
  • Weidenwasser erhöht diesbezüglich die Keimfähigkeit
  • danach die Samen mit dem spitzen Ende nach unten in die Erde stecken
  • ein kleiner Teil des Saatguts sollte noch aus der Erde ragen
  • Pflanzabstand für Kürbis im Freiland: je nach Untersorte 1 bis 2 m
  • anschließend mit Sprühflasche gut befeuchten
  • bei Anzucht im Topf das Gefäß mit Klarsichtfolie abdecken
  • Keimung erfolgt normalerweise binnen einer Woche
  • Vorzuchten werden in den Garten vereinzelt, sobald sie 6 – 8 Blattpaare aufweisen
  • Topfpflanzen zuvor für 1 Woche abhärten
  • rankende Kürbisse bedürfen abschließend einer Rankhilfe
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Kürbis pflegen – gießen, düngen und ernten

Kürbisse müssen konstant feucht gehalten werden, regelmäßiger Niederschlag reicht jedoch meistens aus. Nur in anhaltenden Trockenphasen sollte manuell bewässert werden. Zu häufige Gießgänge könnten dagegen für Fäulnis und Mehltau sorgen. Bei der Bewässerung ist also etwas Augenmaß gefragt.

Damit sich die gewichtigen Kürbisfrüchte gut entwickeln, sind sie auf eine sorgsame Düngung angewiesen. Kaliumhaltiger Dünger ist hier deutlich besser als stickstoffhaltige Nährstoffgaben, denn zu viel Stickstoff hemmt das Blütenwachstum. Nutzen Sie deshalb am besten Blaukorndünger oder Kompost anstatt Brennnesselsud. Insgesamt sollte der Kürbis alle 6 Wochen mit Nährstoffen versorgt werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Kürbis benötigt konstante Bodenfeuchte
  • natürlicher Niederschlag ist meist ausreichend
  • lediglich bei längerer Trockenheit muss nachgegossen werden
  • zu üppige Bewässerung sorgt hingegen für Fäulnis und Mehltau
  • zur Düngung eher kaliumhaltigen Dünger (z.B. Blaukorn) nutzen
  • alternativ kann man Kompost an den Kürbis ausgeben
  • Stickstoffdünger wie Brennnesselsud hemmt hingegen das Blütenwachstum
  • die Düngung von Cucurbita erfolgt im Rhythmus von 6 Wochen

Schneidarbeiten sind am Kürbis eigentlich nicht nötig. Allerdings ist es möglich, durch gezielten Schnitt eine große Frucht, anstatt vieler kleiner zu ziehen. Schneiden Sie hierzu nach der Blüte alle welke Blütenköpfe bis auf eine ab. Um den Kürbis vor Fäulnis durch Bodenkontakt zu schützen, können Sie später eine Styroporplatte oder eine Kiste unter die Frucht legen. Diese zählt im Übrigen zu den Beeren, auch wenn es die Größe der Kürbisse nicht vermuten lässt. Neben der Melone ist der Kürbis damit die größte Beere der Welt.

Zubereiten kann man aus dem Fruchtfleisch des Kürbisses allerhand. Am vielfältigsten lässt sich die Frucht diesbezüglich einsetzen, wenn man das Fruchtfleisch zu Püree verarbeitet. Am geschmackintensivsten sind hierbei die Fruchtfleischfäden. Da es jedoch einiges an Mühe kostet, die zahlreichen Kürbiskerne aus den faserigen Fäden zu pulen, verwenden die meisten das Fruchtfleisch aus der Innenwand des Kürbisses. Dieses ist ebenfalls essbar und lässt sich neben Püree auch zu kleinen Stücken schneiden, etwa zur Zubereitung von Gulasch oder Eintopf.

Achtung: Das Fruchtfleisch des Kürbisses mag essbar sein, kann in seltenen Fällen jedoch einen sehr hohen Gehalt an Cucurbitacinen enthalten. Der in vielen Kürbisgewächsen vorkommende Bitterstoff ist giftig und entsteht im Kürbis bei hoher Stressbelastung, Überzüchtung oder Rückkreuzung selbstgezogener Samen. Da beim Verzehr eine Lebensmittelvergiftung eintreten kann, sollten bitter schmeckende Kürbisgerichte umgehend entsorgt werden.


Kurztipps zum Schneiden und Ernten:

  • Schnitt ist nicht notwendig, kann aber erfolgen um große Früchte zu erzielen
  • hierfür nach der Blüte alle welke Blüten bis auf eine abschneiden
  • um Schimmel an den Früchten zu vermeiden, Styropor oder Kiste unterlegen
  • das faserige Fruchtfleisch in der Kürbismitte ist besonders geschmacksintensiv
  • zur Weiterverarbeitung das Fruchtfleisch am besten zu Püree verarbeiten
  • alternativ Fruchtfleisch aus der Innenwand des Kürbisses verwenden
  • Vorsicht, ein gestresster, überzüchteter oder rückgekreuzter Kürbis kann giftig sein
  • hier entstehen vermehrt Cucurbitacine im Fruchtfleisch
  • der Bitterstoff verursacht in hohen Dosen Lebensmittelvergiftungen
  • bitter schmeckende Kürbisgerichte daher sofort entsorgen
Wissenswertes: Zu den diversen Kürbisvarianten zählt auch die Zucchini. Es handelt sich dabei um eine besondere Unterart des Gartenkürbisses namens Cucurbita pepo subsp. pepo. Das Gemüse unterscheidet sich im Geschmack deutlich von anderen Kürbisarten. Zudem ist das Fruchtfleisch wesentlich fester. Entstanden ist die Zucchini dabei in Europa. Ein weiterer Aspekt, in dem sich die Zucchini von den ansonsten tropischen Kürbisarten unterscheidet.


Interessante Arten und Sorten der Gattung Cucurbita

Der Kürbis existiert in 15 verschiedenen Arten, die gemeinsam eine beachtliche Anzahl an Sorten aufweisen. Ebenso groß ist die Vielfalt an Fruchtformen und -farben, die selbst innerhalb einer Art stark variieren können. Viele der beliebtesten Kürbisvarianten sind dabei lediglich eine Untersorte verschiedener Kürbisarten. Ein gutes Beispiel ist hier der Hokkaidokürbis, welcher eine Sonderform des Riesenkürbisses darstellt. Beim Zierkürbis handelt es sich wiederum um eine Untersorte des Gartenkürbisses. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Kürbisgewächse noch einige andere Kürbisgattungen, von denen der Flaschenkürbis (Lagenaria) wohl die bekannteste ist. Zur besseren Übersicht hier einige der wichtigsten Kürbisvarianten im Überblick:

SorteBeschreibung
Gartenkürbis
Cucurbita pepo
Erntezeit: September bis Oktober
Frucht: grüne, gelbe, orange oder mehrfarbige Beerenfrüchte
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Eigenschaften: gelbes bis oranges Fruchtfleisch; Cucurbita pepo ist der Traditionskürbis für den Garten; es gibt unzählige Sorten in verschiedenen Formen und Farben; der Zierkürbis ist eine Untersorte
Sorten: 'Aladin', 'Aladins Turban', 'Aspen', 'Autumn Wings', 'Baby Bear', 'Big Max', 'Charmant', 'Crown of Thorns', 'Custard White', 'Flat Striped', 'Gem Squash', 'Hubbard' (Serie), 'Indian' (Serie), 'Jack O'Lantern', 'Lakota', 'Mandarin Orange', 'Nest Egg', 'Ölkürbis', 'Patisson', 'Pear Striped Bicolor', 'Small Sugar', 'Spoon', 'Sweet Dumpling', 'Sweet Jack', 'Tom Fox', 'Türkische Mütze', 'Vegetable Spaghetti', 'Warted'
Moschuskürbis
Cucurbita moschata
Erntezeit: September bis Oktober
Frucht: grüne, blassorange oder mehrfarbige Beerenfrüchte
Wuchshöhe: 0,25 bis 0,5 m
Eigenschaften: dunkelgelbes bis helloranges Fruchtfleisch; die Untersorte 'Butternut' weicht in ihrer Flaschenform stark von anderen Sorten des Cucurbita moschata ab
Sorten: 'Black Early', 'Bischofsmütze', 'Butternut', 'Early Butter', 'Muscade de Provence', 'Futsu'
Riesenkürbis
Cucurbita maxima
Erntezeit: September bis Oktober
Frucht: grüne oder orange Beerenfrüchte
Wuchshöhe: 0,25 bis 0,5 m
Eigenschaften: faserarmer Kürbis, aus dem gerne Püree für Babybrei hergestellt wird; das Fruchtfleisch des Riesenkürbisses ist oft tieforange gefärbt, die Schale häufig warzig; die Beerenfrüchte des Cucurbita maxima können bis zu 1,5 m groß und ganze 100 kg schwer werden; eine besonders beliebte Untersorte des Riesebkürbisses ist der Hokkaidokürbis
Sorten: 'Atlantic Giant', 'Banana', 'Berrettina Piacentina', 'Buttercuo', 'Delicius', 'Gran Gigante', 'Hokkaido', 'Hubbard', 'Marrow', 'Prizewinner', 'Rote von Etampes', 'Show', 'Turban', 'Türkenturban', 'Yellow Pumpkin'
Flaschenkürbis
Lagenaria
Erntezeit: September bis Oktober
Frucht: grüne Beerenfrüchte
Wuchshöhe: 8 bis 10 m
Eigenschaften: flaschen- bis birnenförmige Früchte; der Flaschenkürbis besitzt einen kletternden Wuchs; Flaschenkürbisse werden in Asien gerne als Trinkgefäße verwendet
Sorten: 'Herkuleskeule', 'Kobra', 'Marenka'
Schwammkürbis
Luffa
Erntezeit: September bis Oktober
Frucht: grüne, stark gefurchte Beerenfrüchte
Wuchshöhe: 10 bis 15 m
Eigenschaften: das getrocknete Fruchtfleisch der Schwammkürbisse wird als sogenannter Luffaschwamm vertrieben; wie andere Kürbisse ist auch der Luffa essbar und enthält sehr viel Vitamin C


Kürbis – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Das häufigste Schadbild am Kürbis ist der Mehltau. Er manifestiert sich häufig bei zu schattigen oder feuchten Standorten. Auf das Fruchtfleisch hat die Pilzerkrankung zwar keine Auswirkungen, jedoch kann der Mehltau auf Nachbarpflanzen übergreifen und sollte daher nach Möglichkeit vermieden werden. Kommt es dennoch einmal zu einem Befall, so können Spritzungen mit Milch-Wasser-Gemischen im Verhältnis 1:9 helfen.

Beachten Sie, dass es sich bei der verwendeten Milch unbedingt um Frischmilch handeln muss, denn nur in ihr sind die milcheigenen Lecithine noch enthalten, welche den Mehltaupilz erfolgreich bekämpfen können. Ein befallener Kürbis sollte etwa zwei bis drei Mal wöchentlich mit dem Gemisch besprüht werden, bis der Pilz verschwunden ist.

Fazit

Der Kürbis ist im herbstlichen Nutzgarten eigentlich unverzichtbar. Dabei macht er nicht nur als Dekorationselement eine gute Figur. Die imposanten Riesenbeeren der Kürbispflanze sind darüber hinaus auch Bestandteil für eine Fülle herbstlicher Rezepte, wobei das Fruchtfleisch am besten zu Püree verarbeitet wird. Wer den Kürbis anbauen möchte, der sollte allerdings bedenken, dass das Herbstgemüse äußerst kälteempfindlich ist und deshalb erst nach den letzten Spätfrösten kultiviert werden darf. Zudem benötigt Cucurbita viel Licht, Wärme und ausreichend Nährstoffe um seine riesigen Früchte zu entwickeln. Wählen können Sie dabei aus einer ungeahnten Vielzahl an Sorten, von denen die meisten mit originellen Formen und Farbvariationen faszinieren.

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