Krokus – Standort, Pflege und Arten

Krokus – Standort, Pflege und Arten

Ich sah ihn steh’n demonstrativ,
In weiß und violett auf jener Wiese,
Als jede and’re Blum‘ moch feste schlief –
Keine strahl so früh so bunt wie diese
In gar schon unverschämter Üppigkeit.

Sein Name ist nicht minder stark prägnant
Und schreibt sich ‚Krokus‘, kurz und bündig.
Ein Wort, das wie die Blüten sehr markant,
Wird wer es sucht, auch recht schnell fündig
In der ansonsten kargen Jahreszeit.

„Der Krokus“ von Miriam Adam

 

Der Krokus (Crocus) zählt zu den beliebtesten Bodendeckern überhaupt. Ob als dekoratives Arrangement zu Ostern, Begleitgewächs für Frühlingssträucher oder auch als letzter Farbtupfer im Herbst – mit ihren bunten Blüten eignen sich Krokusse für Vieles. Speziell für den Spätsommer sind hierbei sogenannte Herbstkrokusse interessant. Sie erlauben es Gartenliebhabern, die einzigartige Wirkung des Krokus auch im Herbst zu nutzen. Das zarte weiß bis blassviolett der Herbstsorten bildet dabei eine sanfte Farbalternative zu den ansonsten oft kräftig gefärbten Frühlingssorten des Crocus.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Rosa bis zart violette Krokusarten werden aufgrund ihrer leicht violetten Färbung oft mit Herbstzeitlosen verwechselt. Diese sind im Gegensatz zum schwach giftigen Krokus für Menschen lebensgefährlich, weshalb Herbstkrokusse und Herbstzeitlosen immer zuverlässig unterschieden werden müssen.

 

gefährliche Gemeinsamkeiten: Violetter Krokus gleicht der giftigen Herbstzeitlosen fast bis aufs (Staub)Haar | © Michael Haas



Krokusse pflanzen – Standort und Ablauf

Durchlässige und mäßig nährstoffreiche Sandböden bekommen dem Krokus aus der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) am besten. Zu dichte Lehmböden können Sie mit Sand oder Kompost anreichern.

Da er ürsprünglich aus den wärmeren Klimazonen Nordafrikas, Asiens und Südeuropas stammt, ist der Krokus in Sachen Lichtverhältnisse sehr sonnenverwöhnt und schätzt helle Standorte. Auch fühlen sich Sorten der Gattung Crocus in einem sonnenreichen Vorgarten oder Staudenbeet am wohlsten. Empfehlenswert sind kahle Beetnischen und schroffe Felssteingärten, die im Frühling dringend einer farblich-floralen Aufwertung bedürfen. Gute Pflanznachbarn sind Kornelkirsche, Schneeglöckchen, Winterschneeball und Zaubernuss.

Krokuspflanzung im Wurzelbereich eines Laubbaumes | © Das Grüne Archiv

Theoretisch können Sie Krokusse auch im Topf ziehen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer späteren Selbstaussaat oder gar einer natürlichen Verwilderung hier sehr gering. Mehr Aussicht auf Erfolg verspricht das direkte Ausbringen der Knollen ins Freiland, wobei es auch dann einige Anläufe benötigen kann, bis der Krokus dauerhaft heimisch in Ihren Beeten wird. Das Schöne ist aber, dass er dank seiner verhältnismäßig kleinen Pflanzenzwiebeln selbst zur Unterpflanzung von Bäumen geeignet ist.

Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der unterpflanzte Baum eine ausreichend lichtdurchlässige Krone besitzt, damit der Standort im Wurzelbereich den Anforderungen des Krokus gerecht wird. Bei Laubbäumen ist das aber meist gar kein Problem, denn wenn Krokusse im Februar zu blühen beginnen, lässt der Blattaustrieb laubabwerfender Bäume meist noch etwas auf sich warten.

Pflanztipp: Wenn Sie den Krokus in Ihrem Garten verwildern lassen möchten, sollten Sie von den zahlreichen Hybridsorten absehen, die im Handel erhältlich sind. Ausschließlich kleinblütige Wildsorten des Krokus (z.B. Crocus kotschyanus und Crocus tommasinianus) sind dazu in der Lage, sich selbst auszusäen.

 

Einzelheiten zum Standort für Krokusse:

  • für den Krokus durchlässige, mäßig nährstoffreiche Sandböden wählen
  • zu feste Böden mit Sand oder Lehm anreichern
  • helle, sonnenreiche Standorte sind für den Crocus wichtig
  • kahle Beetnischen, Staudenbeete, Vor- und Steingärten sind ideal
  • Pflanzung des Crocus im Topf denkbar
  • dauerhafte Kultivierung nur mit Wildsorten im Freiland möglich
  • hier kann Krokus auch unter lichten bzw. laubabwerfenden Bäumen gesetzt werden
  • gute Pflanznachbarn: Kornelkirsche, Schneeglöckchen und Zaubernuss

 

schöner Kontrast: gelber Krokus neben weißem Schneeglöckchen | © Michael Haas

Nicht nur was die Vermehrung anbelangt spielt die ausgewählte Sorte beim Krokus eine wichtige Rolle. Die unterschiedlichen Arten unterscheiden sich auch in Pflanz- und Blütezeit. So blühen kleinblumige Frühlingssorten wie der Elfen-Krokus beispielsweise sehr früh zwischen Januar und Februar, wohingegen großblumige Frühlingssorten wie der Neapel-Safran erst ab März bis April ihre Blüten zeigen. Herbstkrokusse wie Crocus kotschyanus und Crocus sativus blühen zudem erst zwischen September und Oktober.

Als Faustregel gilt: Jeder Krokus benötigt vor seiner ersten Blüte eine Kälteperiode. Bringen Sie die Zwiebeln im Frühjahr blühender Krokusse deshalb zwischen Oktober und November aus. Herbstkrokussarten werden etwas früher im Spätsommer, also gegen Ende August gepflanzt. Topfpflanzen kultivieren Sie am besten drei Monate vor der Blütezeit.

Wenn Winterfrost und Frühlingswind
Sich noch um’s Grün der Gräser zanken,
Im Beet schon längst ganz unbeeindruckt
Von dem Terz sich munter ranken
Krokusbecher in farblicher Extravaganz.

Mit schlichtem Laub und zartem Duft
Tun sie ganz ohne Schörkel kund,
Dass sie klimatischen Querelen
Mehr als verwegen trotzen und
Laden ähnlich sture Blumen ein zum Tanz.

Sodass alsbald sich legt die Fehde
Unter dem Aufgebot an Frühlingsblüten,
Die schon im letzten Jahr noch jede
Kühle Keilerei und winterliches Wüten
Zu enden wussten mit milder Eleganz.

„Frühlingsbote Krokus“ von Miriam Adam

 

Blütenmeer aus violettem Krokus | © Das Grüne Archiv

1. Schritt – Pflanzsubstrat anreichern: Erfahrene Krokuszüchter raten dazu, den Standortboden des Krokus vor einer Ausbringung mit phosphorhaltigem Granulat zu düngen. Das Granulat ist eine wunderbare Grundversorgung für die jungen Zwiebelpflanzen und erspart im späteren Verlauf ein weiteres Düngen der Schwertliliengewächse

2. Schritt – Bodentiefe der Zwiebeln: Auch wenn Zwiebeln der Krokusse vor der Blüte einen Winter durchstehen müssen, dürfen sie nicht zu tief im Boden liegen. 5 bis 10 Zentimeter Pflanztiefe sind also völlig ausreichend. Wer mag kann die Pflanzung aber mit etwas Laub abdecken, um die Zwiebeln besser vor eisigem Schmelzwasser zu schützen.

3. Schritt – Reihenabstand der Zwiebeln: Der Krokus hat kein Problem damit, dicht an dicht zu seinen Artgenossen gepflanzt zu werden. Berühren sollten sich die Knollen aber nicht, wenn Sie ein schönes, aufrechtes Wachstum gewährleisten möchten.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Krokuszwiebeln je nach Sorte im Spätsommer oder Frühherbst
  • Topfpflanzen 3 Monate vor gewünschter Blütezeit ansetzen
  • Standortsubstrat vor dem Pflanzen mit Phosphorgranulat düngen
  • Zwiebeln des Krokus in Wunschabstand 5 bis 10 cm tief in die Erde setzen

 

eine Krokuswiese | © Das Grüne Archiv

 

Pflege für Krokusse – gießen, düngen, ausputzen

Wie bereits erwähnt, sind Krokusse sehr temperaturfühlig. Dies gilt auch für die Temperaturen des Gießwassers. Während der Anwurzelungsphase im Winter sollte das Wasser deshalb bei etwa 7 °C liegen, um dem Krokus trotz Kälte einen Wachstumsimpuls zu geben. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da sonst Knollenfäule droht. Ab Anfang Frühling können Sie das Gießen weitestgehend einstellen. Es sei denn, Trockenperioden halten nach etwaigen Regenzeiten länger an, denn dann ist ein mäßiges Gießen vorübergehend notwendig.

Außer dem gelegentlichen Ausstreuen von Kompost über die betroffenen Beete ist eine Düngung bei Krokussen im Freiland kaum erforderlich. Nur Topfpflanzen sollten pro Jahr einmal gedüngt oder in frische Erde umgetopft werden, am besten in Komposterde.

 

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • im Winter mit 7 °C warmem Wasser gießen, um Wachstumsimpulse zu geben
  • Staunässe vermeiden, um Knollenfäule zu verhindern
  • nach dem Winter Gießen des Krokus einstellen
  • bei längeren Trockenphasen hin und wieder befeuchten
  • Düngen von Krokussen im Freiland nicht nötig
  • Topfpflanzen profitieren von jährlichem Umtopfen in frische Komposterde

 

Krokus blüht sortenabhängig fast das ganze Jahr von Februar bis November | © Das Grüne Archiv

 

In seiner Pflege ist der Krokus, ähnlich wie in Sachen Gießen, relativ anspruchslos. Wichtig ist ein regelmäßiges Ausputzen, bei dem welke Blätter gezielt entfernt werden. Auch empfiehlt sich ein Umsetzen junger Brutknollen im Herbst, sofern diese sich in größeren Mengen an der Mutterknolle bilden. Über den Winter können Sie die Knollensprösslinge mit Reisig abdecken. Für ausgewachsene Krokusse erübrigt sich der Winterschutz.

Vermehrung durch Knollen: Das Abtrennen junger Zwiebelknollen ist beim Krokus eine Kunst für sich. Da sich die Jungzwiebeln erst ab einer gewissen Größe selbstständig mit Nährstoffen versorgen können, sollten Sie vor dem Ausgraben sicher stellen, dass sich die Brutknollen schon vollständig von der Mutterknolle abgetrennt haben. Lagern Sie Ihren Krokusnachwuchs bis zum Spätsommer bzw. Herbst in kühlen, mäßig trockenen und dunklen Räumlichkeiten (z.B. im Keller). Zu feuchte Raumluft sollte vermieden werden, damit es nicht zum Pilzbefall kommt. Darüber hinaus müssen die Zwiebelknollen dringend vor Mäusen geschützt werden, welche sich gerne von den schmackhaften Leckerbissen ernähren.

Vermehrung durch Selbstaussaat: Selbst bei Wildtypen ist eine Ausbringung von bis zu 100 Knollen nicht ungewöhnlich, ehe es zur pflanzeneigenen Selbstaussaat im Garten kommt. Haben Sie daher viel Geduld und üben Sie sich in der Knollenvermehrung, bis Ihre Krokusse nach etwa 3 bis 4 Jahren von selbst verwildern.

 

Kurtipps zum Ausputzen und Vermehren:

  • Ausputzen ist zur Pflege des Krokus völlig ausreichend
  • junge Zwiebelknollen gelegentlich umsetzen, um Platz im Beet zu schaffen
  • Abtrennen der Knollen erst nach vollständiger Ablösung von der Mutterknolle
  • über den Sommer Zwiebeln des Krokus kühl und mäßig Trocken lagern
  • im Freiland wie im Lager vor Zugriff durch Mäuse schützen
  • Verwilderung des Krokus nach frühestens 3 Jahren

 

Herbst-Safran setzt in der goldgelben Jahreszeit besonders schöne Akzente | © Das Grüne Archiv

Übersicht zu interessanten Arten und Sorten des Crocus

Zu den insgesamt 80 Arten des Krokus finden sich heutzutage viele Hybridzüchtungen mit bunter Farbauswahl Im Gartenhandel. Für Gärtner ist jedoch die Anschaffung von Wildtypen aus Gründen der Selbstaussaat wesentlich interessanter. Zu diesem Zweck haben wir hier ein paar Vorschläge für Sie zusammengestellt.

Frühlingskrokusse

SorteBeschreibung
Elfen-Krokus
Crocus tommasinianus
Blütezeit: Februar bis März
Blütenfarbe: hellviolett bis lila, kleinblumige Blüten
Wuchshöhe: 7 bis 17 cm
Herkunft: Osteuropa, Balkan
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Selbstaussaat möglich; gut auf Kalkböden
Frühlings-Safran
Crocus vernus
Blütezeit: März bis Juni
Blütenfarbe: weiß bis violett, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
Herkunft: Alpen
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; gut in Steingärten
Gold-Krokus
Crocus flavus
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: zitronengelb bis goldgelb, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 12 cm
Herkunft: Balkan
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; aber langlebig
Kleiner Krokus / Balkan-Krokus
Crocus chrysantus
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: blassgelb bis sonnengelb, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Herkunft: Balkan
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; gut in Rabatten
Neapel-Safran
Crocus napolitanus
Blütezeit: Februar bis April
Blütenfarbe: weiß bis helllila, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Herkunft: Italien und Balkan
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; gut in Steingärten

Herbstkrokusse

SorteBeschreibung
Herbst-Safran
Crocus sativus
Blütezeit: September bis Oktober
Blütenfarbe: weiß bis lila, orangerote Stempel, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Herkunft: unbekannt
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; Gewürzpflanze
Pracht-Krokus
Crocus speciosus
Blütezeit: Oktober bis November
Blütenfarbe: weiß bis blaulila, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 7 bis 15 cm
Herkunft: Kaukasus
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich; gut in Steingärten
Ring-Herbst-Krokus
Crocus kotschyanus
Blütezeit: September bis Oktober
Blütenfarbe: zartrosa, kleinblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Herkunft: Kaukasus
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Selbstaussaat möglich; Ähnlichkeit zu Herbstzeilose
Weißer Ring-Herbst-Krokus
Crocus kotschyanus 'Albus'
Blütezeit: Oktober bis November
Blütenfarbe: reinweiß, kleinblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 8 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: verträgt große Hitze und Trockenheit
Rosen-Herbst-Krokus 'Cassiope'
Crocus pulchellus 'Cassiope'
Blütezeit: September bis November
Blütenfarbe: himmelblau, orangerote Stempel, großblumige Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 9 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Selbstaussaat unwahrscheinlich, gut auf Rasen

 

Krokus – Mögliche Schädlinge

Wenn Sie Ihre Krokusse vor Staunässe und somit vor Pilzbefall schützen, kann dem Schwertliliengewächs kaum eine Krankheit gefährlich werden. Einzig Mäuse, insbesondere Wühlmäuse stellen womöglich eine Gefahr für den Krokus dar. Doch keine Angst, mit etwas Übung lassen sich auch ohne Gift wirkungsvolle Mäusefallen aufstellen, die es in jedem gut sortierten Baumarkt zu erstehen gibt.

 



Fazit

Der Krokus ist aufgrund seiner unkomplizierten und pflegeleichten Art bei vielen Gärtnern sehr begehrt. Ihre ungebrochene Beliebtheit bescherte der Gattung aber leider eine Vielzahl einjähriger Hybridsorten, die sich im Freiland nicht so gut ansiedeln lassen, wie etwaige Wildtypen. Achten Sie bei der Kultivierung Ihrer Krokusse daher auf ungekreuzte Sorten. Wer sich der Herausforderung gewachsen fühlt, kann es sogar mit dem Herbst-Safran als Gewürzpflanze probieren. Wir wünschen Ihnen dabei viel Gärtnerglück und ein gutes botanisches Händchen!

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