Kletterpflanzen

Kletterpflanzen

Kletterpflanzen – Infos und Tipps zu Rankpflanzen

© Matthias Krüttgen - Fotolia.com
© Matthias Krüttgen – Fotolia.com

Grüne Wände und Mauern, blühende Schattenspender oder märchenhafte, dornige Laubengänge: Kletternde, rankende und schlingende Pflanzen sorgen für besondere Gestaltungen, und das in einer erstaunlichen Vielfalt an Erscheinungsbildern und spezifischen Merkmalen.

Dabei bestimmt letztlich der Zweck, das Gestaltungsziel, die Wahl der „richtigen“ Pflanzen. Denn für die Begrünung und Berankung von Spalieren, Rankgerüsten, Bäumen oder Wänden sind es jeweils nur bestimmte Arten, die Ihnen Erfolg garantieren – weil es bedeutende Unterschiede in der jeweiligen „Klettertechnik“ gibt. Technik ist auch das richtige Stichwort, wenn es um Fassadenbegrünung geht. Bis auf wenige (selbst klimmende) Arten, die ohne fremde Hilfe von allein gen Himmel wachsen können, ist stets eine ausreichende Rankkonstruktion (meist eine netzartige Konstruktion aus Stahl-Seilen) von Nöten. Für ein derartiges Vorhaben empfiehlt sich stets das Hinzuziehen von „grünen Experten“, denn es gilt essentielle Dinge wie Statik und Unversehrtheit des jeweiligen Wandaufbaus zu beachten. Und allein das Gewicht der „grünen Vorhänge“ darf nicht unterschätzt werden!

Tipp: Überlegen Sie stets genau, was Sie gestalterisch und funktionell erreichen möchten. Und wie die jeweilige Größe/Dimension sein soll. Erst danach empfiehlt es sich, nach passenden Pflanzen Ausschau zu halten

Überblick über die verschiedenen „Klettertechniken“

Wie schon erwähnt, hängt es entscheidend von der „Klettertechnik“ ab, ob Sie der Pflanze eine Kletterhilfe geben oder möglicherweise auf diese verzichten können. Die jeweiligen „Klettertechniken“ werden wie folgt eingeteilt:

    Selbstklimmer(Auswahl)

  • Wurzelkletterer: Efeu (Hedera helix), Kletterhortensie (Hydrangea anomala ssp. petiolaris)
  • Haftscheibenkletterer: Wilder Wein (Parthenocissus spec.)

Selbstklimmer benötigen keine zusätzlichen Kletterhilfen, denn sie besitzen spezielle Kletterorgane, mit denen sie problemlos Pergolen, Zäune, Wände etc. erklimmen können. Daher zählen selbst klimmende Pflanzen zu den kostengünstigen Varianten der vertikalen Begrünung, speziell größerer Bereiche. Allerdings verursachen sie mit ihren vor Pflanzenkraft strotzenden Kletterorganen leicht Schäden an Bauwerken, speziell verputzte Mauerflächen (Wärmedämmung!). Unbedingt beachten!

    Gerüstkletterpflanzen(Auswahl)

  • Schlinger, Winder: jeweils unterteilt in rechts-/links-/alleswindend), größtes Artenspektrum innerhalb der Kletterpflanzen; Hopfen (Humulus lupulus) und Geißblatt (Lonicera-Arten) als Vertreter der Rechtswinder; Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) und Blauregen (Wisteria sinensis) als Vertreter der Linkswinder; Schlingknöterich (Fallopia aubertii) zählt zu den Alleswindern.
  • Spreizklimmer: Kletterrosen (Rosa), Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)
  • Die Ranker stellen dabei eine untergeordnete Gruppe innerhalb der Gerüstkletter-
    pflanzen dar: Blattranker: z. B.: Waldreben-Arten (Clematis), Zaunrübe (Bryonia); z. B.:
    Sprossranker: Wein (Vitis vinifera).

Gerüstkletterer benötigen zum Wachsen, zum Klettern, eine gute Kletterhilfe. Ob aus Holz (Rosenbogen, Spalier, Sichtschutzgitter etc.) oder aus Stahl-Seilen oder aus beiden bestehend ist abhängig vom Zweck. Im direkten Vergleich zu den Selbstklimmern begrenzen die notwendigen Stützkonstruktionen jeweils die zu begrünende Fläche. Und, im Falle einer aufwändigen Fassbegrünung, Schäden an Bauwerken.

Empfehlenswerte mehrjährige Arten – robust, kletterstark und ausdauernd

Wachsen bei zusagendem Standort und regelmäßiger Pflege „ewig“. Hier entscheiden eindeutig der Gestaltungswunsch und der vorhandene Standort.

  • Actinidia arguta (Scharfzähniger Strahlengriffel), Actinidia chinensis (Kiwi): sonnig bis halbschattig, wärmeliebend, essbare Früchte (selten), spätfrostgefährdet, 5 bis 9 m Wuchshöhe
  • Akebia (Akebie): sonnig bis halbschattig, wärmeliebend, essbare Früchte, 5 bis 10 m Wuchshöhe
  • Campsis radicans (Trompetenblume): sonnig, vor dem Austrieb zurückschneiden, 8 bis 12 m Wuchshöhe
  • Clematis alpina (Alpenwaldrebe), Clematis montana (Bergwaldrebe), Clematis-Hybriden: sonnig bis halbschattig, Wurzelfuß beschatten, kaum höher als 5 m Wuchshöhe
  • Hedera helix (Efeu): halbschattig bis schattig, anspruchslos, kann bis zu 30 m hoch wachsen!
  • Hydrangea anomala ssp. petiolaris (Kletterhortensie): sonnig bis halbschattig, 6 bis 15 m Wuchshöhe
  • Lonicera japonica (Japanisches Geißblatt), Lonicera x tellmanniana (Goldgeißblatt): sonnig bis halbschattig, ggf. Wurzelfuß beschatten, im Mittel bis 5 m Wuchshöhe
  • Parthenocissus inserta bzw. quinquefolia (Wilder Wein): tolle Herbstfärbung (je sonniger, desto intensiver!), anspruchslos, 5 bis 15 m Wuchshöhe
  • Rosa multiflora (Vielblütige Rose), Rosa-Hybriden (Kletterrosengruppe): sonnige Standorte bevorzugen, Zugwinde vermeiden, hoher Nährstoffbedarf, 2 bis 4 m Wuchshöhe

Empfehlenswerte einjährige Arten – wenn es besonders schnell gehen muss

Einfach zu Jahresbeginn aussäen oder vorgezogene Jungpflanzen zukaufen. Die Sortenvielfalt ist dabei kaum zu überschauen.


  • Ipomea tricolor (Prunk-/Kaiserwinde): sonnig, warm und geschützt, 3 bis 5 m Wuchshöhe, Ende Mai ins Freiland
  • Lathyrus odoratus (Duftwicke): sonnig, warm und geschützt, 1 bis 2 m Wuchshöhe; Entfernung von Verblühtem fördert die Blühwilligkeit, Aussaat ins Frei ab Ende März
  • Phaseolus cocineus (Feuerbohne): sonnig, ab Mai ins Freiland, 2 bis 4 m Wuchshöhe
  • Thunbergia alata (Schwarzäugige Susanne): sonnig, warm und geschützt, 1 bis 2 m Wuchshöhe, ab Mai ins Freiland
  • Tropaeolum-Hybriden (Kapuzinerkresse): sonnig, warm und geschützt, 2 bis 4 m Wuchshöhe, essbare Blüten, ab Mai ins Freiland


Tipp: Einjährige Arten eignen sich hervorragend für die rasche, unkomplizierte und preiswerte Berankung von Zäunen, Gittern etc., und machen in genügend großen Töpfen, auch auf Balkon und Terrasse eine sehr gute Figur.

Und die Pflege?

Ist meist gar nicht so viel und schwer, wenn der Standort stimmt und stets genügend Wasser sowie (für vitales Wachstum unbedingt notwendig) Nährstoffe vorhanden sind, denn so anpassungsfähig wie die meisten Kletterpflanzen an ihren Untergrund/ihre Kletterhilfe sind, so sehr kommen sie am richtigen Standort mit seinen jeweiligen Bedingung zurecht.

Wichtig: Die jeweilige Kletterhilfe darf nicht in die Pflanzentriebe einwachsen! In derartigen Fällen zurückschneiden bzw. die Kletterhilfe zurückbauen, sonst drohen Vitalitätsverlust oder gar Totalausfall.

Eine Vielzahl an Arten, vor allem die aus dem mediterranen Raum stammenden, verlangt nach einem gut windgeschützten (warmen) Standort. Einfach beim Pflanzenkauf auf die jeweiligen Angaben achten – und unbedingt einhalten! Generell sollten Sie schwache Triebe entfernen, zu lange schlicht einkürzen, den jeweiligen Wurzelbereichen guten Frostschutz geben. Verblühtes zeitnah entfernen. Im Frühjahr empfiehlt sich eine zurückhaltende Düngung mit Fertigdünger oder humusreicher Komposterde.

Die Kommentare sind geschloßen.