Kiefer pflanzen – Standort, Pflanzanleitung und Pflege

Kiefer pflanzen – Standort, Pflanzanleitung und Pflege

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Die auch als Föhre bekannte Kiefer (Pinus) ist ein robuster Nadelbaum oder Strauch, der je nach Art und Sorte einen ausladenden, schlanken oder kugelförmigen Wuchs besitzt. Aufgrund der großen Vielfalt an Kiefernarten, wie auch wegen ihrer einfachen Pflege, wird Pinus sehr gerne im Garten kultiviert. Darüber hinaus dient die Föhre als wichtiger Holzlieferant in der Forstwirtschaft. Zur Kultur als Gartengehölz im Speziellen haben wir nachstehend einige nützliche Tipps für Sie zusammengestellt.

Kiefer pflanzen – Standort und Ablauf

Kiefern sind die namensgebende Gattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und ursprünglich meist in den gemäßigten bis mildkühlen Regionen der Nordhalbkugel beheimatet. Mittlerweile werden Kiefernarten jedoch weltweit forstwirtschaftlich angebaut, wobei sie ihr natürliches Höchstalter von bis zu 1000 Jahren leider kaum noch erreichen. Ein Grund mehr, den aromatischen Kiefern im eigenen Garten ein dauerhaftes Zuhause zu geben, wo die Pflanzen nicht nur durch ihren angenehmen Duft, sondern auch durch ihre außergewöhnlichen, bis zu 50 cm langen Nadeln auffallen. Damit diese aber auch voll zur Geltung kommen, sollte Pinus im Garten einen besonderen Platz bekommen.

Unerlässlich für eine gute Entwicklung der Kiefer ist zum Beispiel ein sonniger, feuchter und nährstoffreicher Standort. Der pH-Wert des Bodens liegt im Idealfall zwischen 5,5 und 7,0 Punkten. Darüber hinaus sollte der Standortboden unbedingt tiefgründig sein, da Kiefern kräftige Pfahlwurzeln ausbilden. In Sachen Platzbedarf kommt es sehr stark auf die finale Wuchshöhe der jeweiligen Kiefernarten an. Während großwüchsige Arten wie die Waldkiefer bis zu 50 m hoch werden und als Solitärpflanze dementsprechend Abstand zu benachbarten Pflanzen, Hauswänden und Grundstücksgrenzen bedürfen, kommen kleinwüchsige Arten wie die Berg- oder Zwergkiefer mit deutlich weniger Platz aus.

Pflanztipp: Auch, wenn Kiefern eine bestimmte Bodenzusammensetzung bevorzugen, gelten sie als Pionierbäume, die sich auf nahezu allen Untergründen ansiedeln. Felsige, trockene oder kalkreiche Untergründe könnten also ebenfalls als Standort in Frage kommen, wenngleich der Wuchs hier standortbedingt gerne eigentümliche Formen annimmt. Ein Hauptgrund, weshalb Pinus mitunter ein beliebter Bonsaibaum ist. Hier lässt sich mit den originellen Wuchseigenschaften der Kiefernarten so einiges kreieren.


Einzelheiten zum Standort für Kiefern:

  • Kiefer bevorzugt sonnige Standorte
  • ein nährstoffreiches, feuchtes und tiefgründiges Substrat ist zu empfehlen
  • allerdings ist Pinus eine Pionierpflanze, die auch schwierige Standorte verschmerzt
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis neutral, von 5,5 bis 7,0 Punkten
  • großwüchsige Arten wie die Waldkiefer am besten als Solitärpflanze kultivieren
  • kleinwüchsige Arten wie Berg- oder Zwergkiefer benötigen weniger Platz
  • Kiefernarten sind beliebte Bonsaibäume
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Pflanzen Sie Ihre Kiefer am besten außerhalb der Hauptvegetationszeit, also im Herbst oder Frühling. Der Boden sollte frostfrei sein, damit sich die Wurzeln der Kiefern schnell am Standort etablieren. Zu empfehlen ist die Pflanzung vorgezogene Jungbäume aus der Baumschule oder Gärtnerei.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Pflanzung wird der Boden für die Bedürfnisse der Kiefer tiefgründig umgegraben. Eine Grunddüngung Humus und Kompost ist sinnvoll. Anschließend wird ein Pflanzloch ausgehoben, das doppelt so groß wie der Wurzelballen sein sollte.
  3. Schritt – Kiefer pflanzen: Vor dem Einsetzen der Föhre wird ihr Wurzelballen ins Wasser gestellt, um die Wurzeln optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen. Nachdem Sie die Jungkiefer ins Pflanzloch eingesetzt haben, füllen Sie das Loch mit Aushub auf und treten die Erde vorsichtig fest. Damit die junge Föhre rasch im Boden anwurzeln kann, ist abschließend ein Gießrand im Wurzelbereich anzulegen und der Baum kräftig zu wässern.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Kiefer: frostfreie Perioden im Herbst oder Frühling
  • am besten vorgezogene Jungkiefern pflanzen
  • Boden vor der Pflanzung tiefgründig auflockern
  • ergänzen Grunddüngung aus Humus und Kompost untermischen
  • Pflanzloch von doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • Jungkiefer zunächst ins Wasser stellen, danach ins Pflanzloch einsetzen
  • mit Aushub auffüllen und Erde vorsichtig festtreten
  • abschließend Gießrand anlegen und Föhre kräftig angießen
Wissenswertes: Die Pinie (Pinus pinea) gehört ebenfalls zu den vielfältigen Kiefernarten. Ihr unvergleichlicher Duft steht stellvertretend für die Gattung der Kiefern, deren Mitglieder allesamt ein wohlriechendes Harz produzieren. Die darin enthaltenen ätherischen Öle werden nicht nur als Raumduft hochgeschätzt. Ebenso hilft das antibakterielle, antivirale, abschwellende und schleimlösende Kiefernöl gegen Atemwegserkrankungen und Entzündungen, was Pinus zu einer wertvollen Kräuterpflanze macht.


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Pflege der Kiefer – gießen, ernten und vermehren

Innerhalb ihrer Blütezeit von April bis Mai entwickelt die Kiefer weibliche und männliche Blütenzapfen, die eine rötlich-gelbe bis braune Färbung aufweisen. Bis zu ihrer vollständigen Reife vergehen in der Regel 2 bis 3 Jahre, in denen die Zapfen eine stolze Länge von bis zu 60 cm erreichen können. Bereits für die Blütenbildung benötigen Föhren dabei regelmäßige Gießgänge. Dies gilt insbesondere für anhaltende Trockenphasen und Jungbäume, deren Pfahlwurzeln noch nicht tief genug in den Boden reichen, um sich selbst über den Grundwasserspiegel zu versorgen.

Neben der Bewässerung sollte der Wurzelbereich der Kiefer gemulcht werden, um den Nadelbaum vor Austrocknung zu schützen. Düngungen mit Hornspänen oder Kompost im Frühling und Sommer verhelfen der Kiefer zusätzlich zu kräftigem Wuchs.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • in jungen Jahren und bei anhaltender Trockenheit Kiefern regelmäßig gießen
  • Mulchschicht im Wurzelbereich schützt die Koniferen vor Austrocknung
  • Düngung erfolgt im Frühling und Sommer
  • Hornspäne und Kompost sind hierfür am besten geeignet

Die Kiefer ist zwar ein robustes Nadelgewächs, verträgt Rückschnitte aber dennoch nur in Maßen. Vor allem ältere Äste, die keine Nadeln mehr aufweisen, treiben nach einem Schnitt nicht wieder aus, sodass es zu unschönen Löchern im Astwerk kommen kann. Um dies zu vermeiden, sollte ein Rückschnitt nur bei zu ausladendem Wachstum vorgenommen werden. Hierzu werden junge Triebe aus dem Baum entfernt, was ihn zu einer bauchigeren Wuchsform anregt. Ein derartiger Schnitt kann jährlich, am besten im Frühjahr, erfolgen.

Föhren werden nicht nur aufgrund ihres Holzes geschätzt, sondern finden auch Verwendung als Heil- und Arzneipflanzen. So enthalten die Nadeln der Kiefer wohlriechende ätherische Öle, die schleimlösend und desinfizierend wirken (z.B. Latschenkiefer). In der Naturheilkunde werden diese gegen rheumatische Erkrankungen, Hautentzündungen, Erkältungen und Muskelverspannungen eingesetzt. Es ist also durchaus lohnenswert, den Verschnitt der Kiefernbäume zur Nadelgewinnung zu nutzen und diesen als Heilmittel zu verwenden.

  • Vermehrung durch Stecklinge: Die kontrollierte Vermehrung von Kiefern erfolgt durch Stecklinge. Hierzu werden 3 bis 5 etwa 30 cm lange, kräftige Jungtriebe aus dem Baum entnommen. Stecken Sie die jungen Triebe einfach in einen Topf mit Anzuchterde und bewässern Sie diese gut. Nach der Wurzelbildung können Sie die Stecklinge schon im nächsten Frühjahr ins Freiland pflanzen.

Kurztipps zum Ernten, Schneiden und Vermehren:

  • Kiefern reagieren empfindlich auf Rückschnitte
  • nur junge Triebe zeitig entfernen
  • der Schnitt kann alljährlich im Frühjahr vorgenommen werden
  • für Vermehrung durch Stecklinge 3 – 5 Jungtriebe von 30 cm Länge entnehmen
  • Triebe in Topf mit Anzuchtsubstrat stecken und gut bewässern
  • im nächsten Frühjahr bewurzelten Steckling ins Freiland pflanzen

Interessante Arten und Sorten der Gattung Pinus

Pinus existiert weltweit in etwa 113 verschiedenen Arten. Diese unterscheiden sich bisweilen stark in ihrer Nadelfärbung, Wuchsform und Wuchshöhe. Auch sind nicht alle Kiefernarten gleich gut winterhart, weshalb man bei der Auswahl von Exemplaren für den Garten sorgfältig prüfen sollte. Ein paar Empfehlungen haben wir nachstehend für sie festgehalten:

SorteBeschreibung
Bergkiefer (Latschenkiefer)
Pinus mugo

Blütezeit: Mai bis Juli
Nadelfarbe: gründe bis dunkelgrüne Nadeln
Wuchshöhe: 1 bis 4 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; Zwergkiefer mit niederlegendem bis aufrecht baumig-kegelförmigem Wuchs; ideal für Strauch- und Buschpflanzungen; die Latschenkiefer ist eine wichtige Heilpflanze
gute Sorten: 'Benjamin', 'Columbo', 'Dezembergold', 'Gnom', 'Green Column', 'Humpy', 'Mughus', 'Minimops', 'Ophir', 'Piccobello', 'Pumilio', 'Varella', 'Wintergold'
Japanische Rotkiefer
Pinus densiflora
Blütezeit: Mai bis Juli
Nadelfarbe: gelblich grüne Nadeln
Wuchshöhe: 15 bis 35 m
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; dominierende Nadelbaumart in Japan mit schirmförmigem Wuchs; beliebt als Bonsai; bevorzugt trockene Böden; es sind Zwergsorten erhältlich
gute Sorten: 'Globosa', 'Jane Kluis', 'Little Christopher', 'Low Glow', 'Oculis Draconis' (Drachenaugenkiefer), 'Pendula' (Hängekiefer), 'Tiny Temple', 'Umbraculifera'
Schlangenhautkiefer
Pinus heldreichii
Blütezeit: Mai bis Juli
Nadelfarbe: hell- bis dunkelgrüne Nadeln
Wuchshöhe: 10 bis 30 m
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; knorriger und schirmartiger bis kegelförmiger Wuchs; beliebtes Schutzgehölz
gute Sorten: 'Compact Gem', 'Green Giant', 'Horák', 'Malinki', 'Satellit'
Schwarzkiefer (Schwarzföhre)
Pinus nigra

Blütezeit: April bis Juni
Nadelfarbe: hell- bis tiefgrüne Nadeln
Wuchshöhe: 20 bis 40 m
Herkunft: Eurasien, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; kegelförmiger bis knorriger Wuchs; es sind Zwergsorten und Sorten mit Säulenwuchs erhältlich; Pinus nigra ist für ihre schwarzen Zapfenschuppen und ihre oft ebenfalls schwarze Rinde bekannt
gute Sorten: 'Austriaca', 'Fastigiata' (Säulenkiefer), 'Frank', 'Green Rocket' (Säulenkiefer), 'Green Tower' (Säulenkiefer), 'Helga', 'Komet' (Zwergsäulenkiefer), 'Obelisk' (Säulenkiefer), 'Oregon Green', 'Pierrick Bregeon', 'Pyramidalis' (Säulenkiefer), 'Richard', 'Scholz'
Waldkiefer (Föhre)
Pinus sylvestris

Blütezeit: Mai bis Juni
Nadelfarbe: dunkelgrüne bis blaugrüne Nadeln
Wuchshöhe: 10 bis 50 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -45 °C winterhart; Traditionskiefer mit kugel- bis kegelförmigem Wuchs; die Waldkiefer ist beliebt als Alleebaum und Solitärpflanze
gute Sorten: 'Aurea', 'Beuvronensis', 'Fastigiata' (Säulenkiefer), 'Glauca', 'Norska', 'Norwegian', 'Watereri'
Zirbelkiefer (Arbe)
Pinus cembra

Blütezeit: Mai bis Juli
Nadelfarbe: bläulich grüne Nadeln
Wuchshöhe: 20 bis 25 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; im Alter bizarre Formen mit kräftiger Beastung und Neigung zum Mehrstamm
gute Sorten: 'Glauca'
Zwergkiefer
Pinus pumila
Blütezeit: Mai bis Juni
Nadelfarbe: gelbgrüne bis blaugrüne Nadeln
Wuchshöhe: 1 bis 5 m
Herkunft: Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -40 °C winterhart; Naturhybride mit guter Eignung zum Bonsai
gute Sorten: 'Glauca'


Kiefer – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Zu den häufigsten Erkrankungen bei Kiefern zählen vor allem Pilze, wie die Kiefernschütte oder der Kiefernrindenblasenrost, welche zu einer Braunfärbung der Nadeln führen. Pilze wie der Kiefernbaumschwamm und der Kiefernbaumporling sorgen hingegen für das Verfaulen des Kernholzes und der Wurzeln, wodurch der Kiefernbaum abstirbt. Ebenso gravierend verläuft ein Befall durch den Kiefernborkenkäfer, der sich unter der Rinde des Nadelbaumes ansiedelt und die wichtigen Leitungsbahnen des Baumes bis zu dessen Absterben verletzt.

Gegen diese Schadbilder hilft meist nur eine vorbeugende Pflege der Kiefern, die regelmäßige Düngungen und ein Verhindern von Staunässe beinhalten. Schädlinge wie die Raupen der Schmetterlingsarten Kiefernschwärmer, Forleule und Kiefernspinner, welche die Kiefernnadeln abfressen, oder die Kiefernwolllaus, welche zu gelblichen Verfärbungen der Nadeln führen, können hingegen gut mit Brennnesselsud bekämpft werden.

Fazit

Die Kiefer ist ein pflegeleichter und genügsamer Nadelbaum, der bevorzugt an sonnigen Standorten mit ausreichend Platz und einem nährstoffreichen, feuchten Boden wächst. Neben regelmäßigen Gießgängen in trockenen Sommermonaten und Düngungen im Frühling und Sommer benötigt die Kiefer dabei in der Regel keine weiteren Pflegemaßnahmen. Besonders hervor stechen die vielseitigen Wuchsformen der Kiefer, die das Nadelgehölz zu einer wunderschönen Solitärpflanze machen. Selbst Bonsaikulturen sind mit Kiefernbäumen kein Problem und bringen in Abhängigkeit von Standort und Schnitt sehr originelle Erscheinungsbilder hervor. Es sei jedoch erwähnt, dass Schnittmaßnahmen an der Kiefer mit Bedacht vorgenommen werden müssen, denn Schnittfehler verzeiht das empfindliche Gehölz nur selten, was zu unansehnlichen Kahlstellen und spärlichem Austrieb führen könnte.

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