Immergrün (Vinca) – Pflanzen, Pflege und Arten

Immergrün (Vinca) – Pflanzen, Pflege und Arten

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Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Immergrün (Vinca) um eine immergrüne Pflanze, die meist als Staude, seltener auch als Halbstrauch wächst. Jedoch sind Arten des Immergrüns weniger wegen ihrer langlebigen Belaubung berühmt. Vielmehr sind es die wunderschönen, radiärsymmetrischen Blüten, welche artabhängig in Blau, Violett oder Weiß erstrahlen und Immergrün einen besonderen Zierwert verleihen. Diesen machten sich früher vor allem junge Mädchen zu Nutze, die aus den schönen Blütenstängeln der Staude Blumenkränze für festliche Frühlings- und Sommertänze banden. Von dieser Tradition leitet sich auch die Fachbezeichnung des Immergrüns „Vinca“ (von lat. pervincire für „umwinden“ oder „Kränze binden“) ab. Was sich mit der schönen Zierpflanze außer Kränzeflechten noch anstellen lässt und was es bei der Kultivierung von Immergrün zu beachten gilt, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.



Immergrün pflanzen – Standort und Ablauf

Vinca ist eines der wenigen Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), das in auch in Europa heimisch ist. Je nach Art können die Standortvorlieben des Immergrüns dabei leicht variieren. Beispielsweise fühlt sich das Große Immergrün (Vinca major) eher an trockenen und warmen Gartenstandorten wohl, weshalb sonnige Lagen hier ganz klar vorzuziehen sind. Das Kleine Immergrün (Vinca minor), ebenso wie das Kleinblättrige oder Krautige Immergrün (Vinca herbacea) kommen dagegen auch mit halbschattigen und kühlen Standorten aus. Zudem bevorzugen das Kleine und Kleinblättrige Immergrün feuchte Böden, was sie ebenfalls von ihrem großen Artgenossen unterscheidet.

In Sachen Bodenzusammensetzung sind sich die Arten des Immergrüns allerdings einig, denn das Substrat sollte in jedem Fall locker, gut durchlässig und nährstoffreich sein. Ob lehmig oder tonig spielt dabei keine Rolle, solange ein gewisser Anteil an Sand oder Kies vorhanden ist. Die idealen Boden-pH-Werte für Vinca liegen im neutralen Bereich, zwischen 6,5 und 7,5 Punkten. Besonders beliebt sind Immergrünarten als Bodendecker unter hochwachsenden Blumenstauden wie Astilben, Fuchsien oder Geranien. Als Strauchunterpflanzung passt die Staude ferner zu Zaubernuss und Hartriegel.

Pflanztipp: Auch, wenn viele Gärtner Immergrün als Bodendecker pflanzen, so gibt es doch noch unzählige andere Verwendungsmöglichkeiten. Das feuchtigkeitsliebende Kleinblättrige Immergrün eignet sich zum Beispiel wunderbar für eine Pflanzung am Teichrand. Wer wiederum Exemplare des Großen Immergrüns pflanzen möchte, jedoch keinen ausreichend hellen oder warmen Gartenstandort zur Verfügung hat, der kann die schönen Blütenstauden auch als Zimmerpflanzen im Topf kultivieren. In Blumenkästen oder Blumenampeln machen Arten der Gattung Vinca ebenfalls eine gute Figur. Und selbst am Rankbogen oder als Hangbepflanzung lässt sich Vinca problemlos pflanzen.


Einzelheiten zum Standort für Vinca:

  • Standortsubstrat für Immergrün sollte locker, durchlässig und nährstoffreich sein
  • sandige bzw. kiesige Ton- oder Lehmböden sind ideal
  • pH-Wert des Standortbodens: neutral, von 6,5 bis 7,5 Punkten
  • Großes Immergrün bevorzugt warme, trockene und sonnige Standorte
  • aus diesem Grund nur in geeigneter Süd- oder Südwestlage pflanzen
  • alternativ ist eine Pflanzung von Exemplaren dieser Art als Zimmerpflanzen möglich
  • Kleines Immergrün verträgt dagegen auch kühle, feuchte und schattige Lagen
  • gleiches gilt für das Kleinblättrige Immergrün
  • beide Arten sind als Bodendecker, Uferpflanzen, aber auch als Zimmerpflanzen geeignet
  • besonderer Tipp sind Pflanzungen am Rankbogen oder an Hangflächen
  • Vinca harmoniert als Bodendecker gut mit Astilben, Fuchsien oder Geranien
  • als Unterpflanzung auch für Sträucher wie Zaubernuss oder Hartriegel geeignet
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Die Anpflanzung von Immergrün erfolgt im Frühling nach den letzten Spätfrösten. Pflanzen Sie am besten vorgezogene Exemplare, da sich diese erfahrungsgemäß schneller am Standort etablieren.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Lockern Sie den Standortboden vor der Pflanzung gut auf und entfernen sie alle Unkrautreste. Im Anschluss optimieren sie das Bodensubstrat nach Bedarf mit etwas Sand oder Kies. Ist das Substrat vorab zu sandig, sind leichte Torfbeimengungen sinnvoll. Zur Grunddüngung reichern Sie den Boden am besten mit etwas Laubmulch an. Er fördert das Wachstum des Immergrüns am besten und beugt Trauerwuchs von Beginn an vor. Sind die Bodenvorbereitungen getroffen, heben Sie ein Pflanzloch vom doppelten Umfang des Pflanzballens aus. Ergänzend ist eine Kiesdrainage ist sowohl im Freiland als auch im Topf ratsam, um einen guten Wasserablauf zu garantieren.
  3. Schritt – Immergrün pflanzen: Als Bodendecker kommt Vinca am schönsten bei einer Pflanzung in kleinen Grüppchen zu 6 bis 8 Stück pro m² zur Geltung. Generell ist auf einen Pflanzabstand von 30 cm zu achten. Nach dem Pflanzen wird das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt und diese leicht angetreten. Sofern Sie ein Großes Immergrün gepflanzt haben, wird dieses abschließend einfach angegossen. Das Kleine oder Kleinblättrige Immergrün sollten hingegen großzügig eingeschlämmt werden.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Vinca: Frühling, nach den Eisheiligen
  • Erde vor der Pflanzung gut auflockern und Unkrautreste entfernen
  • Substrat ggf. mit Sand oder Kies, bei allzu sandigem Boden mit Torf optimieren
  • zur Grunddüngung am besten Laubmulch nutzen
  • Pflanzloch sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein
  • Kiesdrainage verbessert den Wasserablauf
  • als Bodendecker 6 bis 8 Pflanzen pro m² verwenden
  • Pflanzabstand bei Gruppenpflanzung: 30 cm
  • Großes Immergrün nach dem Pflanzen angießen
  • Kleines und Kleinblättriges Immergrün werden eingeschlämmt
Wissenswertes: In der Vergangenheit wurde Immergrün nicht nur als Zierpflanze genutzt. Auch in der Volksheilkunde ist Vinca ein Begriff und gilt als wertvolles Heilmittel zur Behandlung von Entzündungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-, Gefäß- und Atemwegserkrankungen. Ebenso wird Immergrünarten eine blutstillende und krampflösende Wirkung nachgesagt. In der Schulmedizin sind die Pflanzen darüber hinaus Bestandteil verschiedener Krebsmittel (z.B. gegen Leukämie). Doch Vorsicht! Trotz umfassender Heilwirkung sind die Alkaloide des Immergrüns schwach giftig und sollten deshalb nur nach ärztlicher Absprache bzw. in niedrigen Dosen eingenommen werden.


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Pflege des Immergrüns – gießen, düngen und schneiden

Wie schon die Standortbedingungen hängt auch das Gießverhalten beim Immergrün stark von den jeweiligen Arten ab. Während das Große Immergrün nicht allzu häufig bewässert werden sollte, können das Kleine und Kleinblättrige Immergrün als Uferpflanzung durchgehend feucht stehen können. Auch bei der Haltung von Immergrünarten als Topf- oder Zimmerpflanzen ist eine etwas intensivere Bewässerung erforderlich. Als Faustregel gilt wie so oft: Gießen Sie in anhaltenden Trockenphasen oder sobald der Oberboden gut abgetrocknet erscheint. Insgesamt hält sich der Gießaufwand des Immergrüns aber in Grenzen.

Zur Düngung erhält Vinca einmal jährlich im Frühling ein wenig Gartenkompost, Holzspäne oder Laubmulch. Letzterer ist besonders zu empfehlen, da er nicht nur einem Kümmerwuchs des Immergrüns vorbeugt, sondern auch gleichzeitig dessen Blütenbildung unterstützt. Zimmerpflanzen dürfen im Winter zusätzlich zwei Mal mit Flüssigdünger versorgt werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Großes Immergrün nur bei anhaltender Trockenheit gießen
  • Kleines und Kleinblättriges Immergrün vertragen mehr Feuchtigkeit
  • auch bei Haltung von Vincas als Topf- oder Zimmerpflanze öfter bewässern
  • generell nur in anhaltenden Trockenphasen gießen
  • der Oberboden sollte vollständig abgetrocknet sein
  • als Dünger Gartenkompost, Holzspäne oder Laubmulch verwenden
  • Laubmulch ist besonders gut und fördert die Blütenbildung
  • Düngung erfolgt 1 x pro Jahr im Frühling
  • Zimmerpflanzen im Winter zusätzl. 2 x mit Flüssigdünger versorgen

Da Vinca mit einem Jahreszuwachs von bis zu 15 cm äußerst wuchsfreudig ist, könnte gelegentlich ein Schnitt notwendig werden. Dieser wird am besten im Spätfrühling durchgeführt. Kürzen Sie gezielt die langen Wurzelranken ein, achten Sie jedoch darauf, ausreichend Knospenstände und Verzweigungen an der Staude zu belassen, damit sie wieder üppig austreiben kann.

Vermehrung durch Ableger oder Wurzelteilung: Ein Schnitt am Immergrün lässt sich wunderbar zur Gewinnung von Ablegern nutzen. Verwenden Sie hier gut bewurzelte Seitentriebe, die sie dann sofort anderer Orts wieder einpflanzen können. Selbstverständlich können Sie die Ableger auch in einen Topf pflanzen. Bei ausreichender Grunddüngung und gewissenhafter Bewässerung sollten sich die Jungstauden bereits nach wenigen Wochen an ihrem neuen Standort etabliert haben. Alternativ ist im Frühjahr auch die Teilung älterer Immergrünpflanzen möglich.


Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Schnitt kann notwendig werden, um Wuchsfreudigkeit des Immergrüns einzudämmen
  • hierzu im Spätfrühling gezielt die Wurzelranken einkürzen
  • für Neuaustrieb immer genügend Blütenknospen und Verzweigungen stehen lassen
  • während dem Schnitt können Ableger entnommen werden
  • hierfür gut bewurzelte Seitentriebe wählen
  • Ableger in Anzuchttopf pflanzen und gut bewässern
  • ältere Pflanzen lassen sich auch über Wurzelteilung vermehren

Immergrün überwintern – notwendig oder nicht?

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Für die bei uns heimischen Arten des Immergrüns sind eigentlich keine speziellen Überwinterungsmaßnahmen notwendig. Die Pflanzen sind bis zu -29 °C winterhart, sodass im Ernstfall das Abdecken mit Herbstlaub, Reisig oder Gartenvlies ausreicht. Anders sieht es bei frostempfindlichen Arten aus, die besser nicht im Freiland, sondern als Zimmerpflanzen gehalten werden. Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte dem Abschnitt zur Arten- und Sortenübersicht.



Interessante Arten und Sorten der Vinca

Die Gattung Vinca enthält schätzungsweise 7 bis 12 Arten, von denen in Mitteleuropa jedoch nicht alle gartentauglich sind. So ist das Große So beträgt die Winterhärte des Mittleren Immergrüns beispielsweise gerade einmal -7 °C, weshalb es als Zimmerpflanze deutlich besser geeignet ist. Darüber hinaus werden einige ehemalige Immergrünarten heute zu anderen Gattungen gezählt. Zu ihnen gehört das medizinisch relevante Madagaskar-Immergrün, das inzwischen der Gattung Zimmerimmergrün zugeordnet ist. Einzelheiten zu speziellen Arten des Immergrüns entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht:

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