Hyazinthe – Pflanzen Pflege, Überwintern

Hyazinthe – Pflanzen Pflege, Überwintern

© emuck - Fotolia.com
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Sie duftet zauberhaft süßlich, ist unglaublich pflegeleicht und gilt als farbenfroher Vorbote des Frühlings. Die Rede ist von der Hyazinthe (Hyacinthus). Zwar blühen viele Sorten dieser Gattung nur von März bis April, ihren Einsatzmöglichkeiten im zeitigen Frühjahr sind jedoch kaum Grenzen gesetzt, weshalb so mancher Gärtner vor Beginn der eigentlichen Blütesaison gerne auf Hyazinthengewächse zurück greift, um dem heimischen Hain vorab etwas Farbe zu verleihen. Wenn auch Sie Ihr Gartenjahr mit Hyazinthenduft und -blütenpracht einläuten möchten, lesen Sie im Folgenden unseren Pflanz- und Pflegeratgeber.


Wissenswertes: Hyazinthen sind als Zimmerpflanzen ideal für eine Kultivierung im Glas geeignet. Hier kommen ihre Zwiebeln gänzlich ohne Erde aus und faszinieren den Betrachter nicht nur durch bunte Trompetenblüten und einzigartiges Aroma, sondern auch durch ihren ästhetisch ansprechenden, weißen Wurzelbart im klaren Wasser. Stellen Sie aber sicher, dass die Zwiebel Ihrer Zimmerhyazinthe im Glasbehälter nicht baden geht. Dies könnte zu Pflanzenfäule führen.


Hyazinthe pflanzen – Standort und Ablauf

Ursprünglich gediehen Hyazinthen auf der Arabischen Halbinsel und im Mittelmeerraum. Aufgrund ihrer geringen Standortansprüche erfreuen sich die Pflanzen aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) jedoch auch hierzulande seit Langem großer Beliebtheit. Insbesondere die Garten-Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) wird immer wieder gerne kultiviert. Die Blüten ihrer Sorten decken das gesamte Farbspektrum ab und ihre Blütezeit reicht manchmal sogar bis in den Juni. Darüber hinaus ist der süße Duft der Garten-Hyazinthe so intensiv, dass die Art selbst in der Parfümindustrie hoch geschätzt wird.

Hyazinthengewächse werden bis zu 40 cm groß und eignen sich somit wunderbar für niedrige Beete und Rabatten. Auch einer Kultivierung der Hyazinthen als Topf- und Zimmerpflanzen, beispielsweise für Balkone, Terrassen oder Fenstersimse, steht grundsätzlich nichts im Wege. Als Standorte kommen halbschattige wie helle Plätze gleichermaßen in Frage, wobei sehr sonnenreiche Standorte die Blüte stark verkürzen. Was die richtige Erde betrifft, sollten Sie auf eine gute Drainage, sowie ein nährstoffreiches, durchlässiges und leicht sandiges Substrat achten. Ein neutraler bis alkalischer pH-Wert des Bodens zwischen 6 und 7 ist optimal.

Tipp: Pflanzen Sie Ihre Hyazinthen gemeinsam mit anderen Frühjahrsstauden wie Bergenien, Primeln, Stiefmütterchen oder Tausendschön. Auf diese Weise kaschieren sie die kahlen Stängel der Gewächse gut und erzielen optische Farb- und Formkontraste in Ihrem Frühlingsgarten.

Einzelheiten zum Standort für Hyazinthen:

  • Hyazinthen werden ca. 30 cm groß
  • halbschattige Standorte sind mit Blick auf die Blütedauer zu bevorzugen
  • drainagierter, nährstoffreicher und durchlässiger Sandboden wird empfohlen
  • pH-Wert der Erde: neutral bis alkalisch zwischen 6 und 7
  • beliebte Hyazinthe fürs Freiland ist die Garten-Hyazinthe
  • gute Pflanzpartner: Bergenie, Primel, Stiefmütterchen und Tausendschön
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Die Kultivierung von Hyazinthen erfolgt über Zwiebeln der Pflanze. Diese benötigen eine winterliche Ruhezeit ehe sie das erste mal blühen. Die Pflanzung erfolgt daher am besten im Herbst zwischen September und November.


  2. Schritt – Zwiebeln vorbereiten: Nutzen Sie für die Pflanzung nur gut entwickelte, feste und große Zwiebeln, um kräftige Pflanzen hervorzubringen. Die Zwiebelknollen sollten bis zur Ausbringung kühl und luftig gelagert werden, damit sich keine Fäule ansetzt.


  3. Schritt – Prävention gegen Wühlmäuse (optional): Sofern Ihr Garten nachweislich Wühlmäuse beherbergt, ist es sinnvoll, die Hyazinthe im Pflanzkorb zu kultivieren. Ihre Zwiebel stellt nämlich eine schmackhafte Nahrungsquelle für die kleinen Nagetiere und könnte ohne entsprechenden Schutz schnell auf deren Speiseplan geraten.


  4. Schritt – Zwiebeln pflanzen: Setzen Sie jede Zwiebel der Hyazinthen im Abstand von etwa 20 cm. Die Pflanztiefe beträgt je nach Zwiebelgröße 5 bis 15 cm. Füllen Sie das Pflanzloch danach mit Erde auf, wobei das Substrat nicht zu sehr verdichtet werden darf. Nur in durchlässigem Boden können die Zwiebeln gut atmen und sind vor Staunässe geschützt.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Hyazinthen: September bis November
  • für die Pflanzung gut entwickelte Zwiebeln wählen
  • Zwiebeln bis zur Ausbringung kühl und luftig lagern
  • bei Bedarf Pflanzkörbe gegen Wühlmäuse um die Hyazinthe anbringen
  • Hyazinthen im Abstand von 20 cm in einer Tiefe von 5 bis 15 cm pflanzen
  • Pflanzloch abschließend locker mit Erde auffüllen

Pflege der Hyazinthen – gießen, düngen, schneiden

© eloleo - Fotolia.com
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Pflanzen der Gattung Hyacinthus sollten weder austrocknen noch überwässert werden. Nur wenn die Erde moderat aber konstant feucht gehalten wird, ist eine optimale Wurzelausbildung der Zwiebel gewährleistet. Gießen Sie Ihre Hyazinthe deshalb erst, wenn die obere Erdschicht getrocknet ist und schütten Sie überschüssiges Gießwasser im Pflanztopf sofort aus.

Sofern Sie Ihre Hyazinthengewächse nicht als Topf- bzw. Zimmerpflanzen halten, ist ein alljährliches Düngen ratsam. Führen Sie die Düngung im Herbst durch und reichern Sie das Standortsubstrat entweder mit Flüssigdünger, Kompost oder Teichwasser an. Dabei kommen auf einen Quadratmeter etwa 50 g Düngemittel. Von tierischem Dünger (z.B. Vogelguano) wird abgeraten, da er den Pflanzen schadet und sie sogar eingehen lassen kann.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Erde für Hyazinthen konstant feucht halten
  • Staunässe vermeiden und Wasserüberschuss sofort ausschütten
  • Hyacinthus im Garten jeden Herbst düngen
  • Standorterde mit Flüssigdünger, Kompost oder Teichwasser anreichern
  • 50 g Dünger pro m² verwenden
  • keinen tierischen Dünger verwenden

Nicht alle Pflanzenteile der Hyazinthe werden zur selben Zeit geschnitten. Nach der Blüte sind zunächst nur die verwelkten Blütentrauben zu entfernen, wobei der Blütenstängel stehen bleibt, um der Zwiebel weiterhin eine gute Nährstoffaufnahme zu gewährleisten. Erst wenn sich Stängel und Blätter ebenfalls gelblich färben, werden auch diese zurück geschnitten.

    Vermehrung durch Zwiebelteilung: Für die Vermehrung des Hyacinthus durch seine Zwiebeln gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Wenn Sie die Pflanze in der Erde des Gartenstandorts belassen und auch nach dem Blühen weiter gießen, vermehrt sich die Hyazinthe im Laufe der Zeit von selbst. Streben Sie allerdings eine gezielte Umpflanzung an, müssen Sie die Tochter- bzw. Brutzwiebeln der Spargelgewächse von der Mutterzwiebel trennen. Tun Sie dies am besten nach dem Rückschnitt der Stängel und Blätter und lagern Sie die Zwiebeln bis zum Herbst dunkel und trocken. Danach können Sie wie gewohnt mit der Verpflanzung beginnen.


    Vorsicht! Der Hyacinthus ist schwach giftig und kann zu leichten Hautreizungen führen. Gerade die Zwiebeln enthalten eine hohe Konzentration der toxischen Pflanzenstoffe Calciumoxalat und Salicylsäure, weshalb Sie insbesondere bei der Zwiebelteilung Handschuhe tragen sollten.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • nach dem Blühen zunächst welke Blütentrauben des Hyacinthus abschneiden
  • Stängel und Blätter erst entfernen, wenn diese ebenfalls welken
  • Vermehrung der Pflanzen nach Blattrückschnitt durch Teilung der Zwiebeln
  • auch Selbstvermehrung ist bei Freilandkultivierung möglich
  • Hyazinthe ist schwach giftig und kann Hautreizungen hervorrufen
  • bei Pflegearbeiten an der Pflanze deshalb immer Handschuhe tragen

Hyazinthe überwintern – so funktioniert’s

Werden Hyazinthen als Zimmerpflanzen gehalten, muss das Gießen zur Vorbereitung für die Überwinterung nach und nach eingestellt werden. Im Oktober unterzieht man die Zimmerhyazinthen dann einer dreiwöchigen Kältebehandlung und stellt sie an einen dunklen, kühlen Ort. Für Hyazinthengewächse im Freiland erübrigt sich dieser Vorgang, denn die Pflanze ist winterhart und kann ohne besondere Schutzvorkehrung im Garten überwintern.

Übersicht zu interessanten Sorten des Hyacinthus

Die Gattung Hyacinthus erhielt ihren Namen aufgrund einer griechischen Sage, der zufolge Apollon, der griechische Sonnengott, einen Schüler namens Hikanthos gehabt haben soll. Dessen Talente im Diskuswerfen seien derart überragend gewesen, dass der Windgott Zephyros ihn aus Eifersucht erschlug. Daraufhin ließ Apollon aus Hikanthos‘ Blute die Hyazinthe erblühen, damit sein Schüler jedes Jahr durch die Pflanze wiedergeboren werden konnte.

In Anbetracht der zahlreichen Sorten, die aus der klassischen Garten-Hyazinthe hervorgehen, dürfte der Jüngling Hikanthos von Apollon mit einem ewigen Leben in äußerst farbenprächtiger Reinkarnation bedacht worden sein. Nachstehend finden Sie einige der schönsten Gartenvariationen dieser mystischen Götterblume:

SorteBeschreibung
Hyazinthe 'Albulus'
Hyacinthus orientalis 'Albulus'
Blütezeit: April bis Juni
Blütenfarbe: weiße bis hellblaue Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: Blüten blühen etwas kleiner, dafür aber länger
Hyazinthe 'Amethyst'
Hyacinthus orientalis 'Amethyst'
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: lilaviolette Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorten: bevorzugt sonnigen Standort
Hyazinthe 'Blue Jacket'
Hyacinthus orientalis 'Blue Jacket'
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: blaue Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: Blüten blühen bei guter Pflege bis Mai
Hyazinthe 'Dark Dimension'
Hyacinthus orientalis 'Dark Dimension'
Blütezeit: März bis Mai
Blütenfarbe: seltene, schwarze Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorten: hervorragend zur Zimmerpflanze geeignet
Hyazinthe 'Carnegie'
Hyacinthus orientalis 'Carnegie'
Blütezeit: März bis Mai
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorten: gut als Bienenweide geeignet
Hyazinthe 'City of Haarlem'
Hyacinthus orientalis 'City of Haarlem'
Blütezeit: März bis Mai
Blütenfarbe: gelbe Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: gut als Bienenweide geeignet
Hyazinthe 'Gipsy Queen'
Hyacinthus orientalis 'Gipsy Queen'
Blütezeit: März bis Mai
Blütenfarbe: orangene Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: verträgt auch Vollschatten und volle Sonne
Hyazinthe 'Red Magic'
Hyacinthus orientalis 'Red Magic'
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: rote Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 25 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: Blüten blühen mit weißem Auge in der Mitte
Hyazinthe 'Woodstock'
Hyacinthus orientalis 'Woodstock'
Blütezeit: Dezember bis Mai
Blütenfarbe: dunkle, scharlachviolette Blüten
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: besonders lang blühende Hyazinthe

Hyazinthengewächse – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© daffodilred - Fotolia.com
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Wie bereits erwähnt, können Wühlmäuse herben Schaden an der Zwiebel der Hyazinthe verursachen. Daneben gibt es aber noch einige Krankheiten, vor denen vor allem Freilandhyazinthen geschützt werden müssen:

    Rußtau: Rußtau ist ein bräunlich schwarzer Pilzrasen, der sich auf dem zuckerhaltigen Kot von Schädlingen unterschiedlicher Art manifestiert. Denkbare Pilze, die den Rußtau auslösen sind Atichia, Ascomycetes und Carcinomycetes. Wischen Sie zur Behandlung die Blätter Ihrer Hyazinthen mit einem in Spülmittel getränktem Lappen ab. Zusätzlich müssen die Schädlingsurheber unschädlich gemacht werden, um den Rußtau dauerhaft zu bekämpfen.


    Ringelkrankheit: Die Ringelkrankheit befällt bisweilen viele Zwiebelpflanzen und ist das Resultat eines Befalls durch Fadenwürmer der Gattung Stängelälchen. Sie lässt sich anhand gelblicher Flecken im Bereich der Blätter und Sprossen erkennen, welche bei lang anhaltender Erkrankung zur Fäule der Zwiebel führen. Liegt eine Ringelkrankheit bei Ihren Hyazinthen vor, kann ein Austausch der Erde am Standort helfen. Ebenso hat es sich bewährt, die Zwiebel nach dem vollständigen Abwelken der Blätter aus dem Standortsubstrat zu entnehmen.

Fazit

Die Zwiebeln der Hyazinthen sind wie geschaffen, um farblose Frühlingsgärten optisch aufzuwerten. Von weiß über gelb, orange und rot bis hin zu violett, blau und sogar schwarz bleiben bei diesen Pflanzen kaum Farbwünsche offen. Darüber hinaus sind Hyazinthengewächse in Sachen Standort und Pflege überaus unkompliziert, was selbst Anfängern gute Gestaltungserfolge verspricht. Werden Sie also schon zeitig im Frühjahr kreativ und schicken Sie Ihrem Gartenidyll einen hyazinth’schen Vorboten voraus. Es wird sich lohnen!

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