Holunder – Standort, Pflege und Schnitt

Holunder – Standort, Pflege und Schnitt

© womue - Fotolia.com
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Der Holunder (Sambucus) ist ein halb- bis vollständig verholzender Strauch, der vor allem wegen seiner schirmtraubigen Rispenblüten wohl bekannt ist. Die Holunderblüten sind dabei nicht nur ein wunderschöner Blickfang im Garten, sondern werden auch zu Herstellung von Getränken wie Tee oder zur heilpflanzlichen Anwendung genutzt. Insbesondere bei Erkältungskrankheiten und Entzündungen, sowie der Behandlung von Magenbeschwerden und Fieber wird immer wieder ein Tee aus Holunderblüten empfohlen. Wer sich den vielseitig einsetzbaren Holunder im eigenen Garten kultivieren möchte, für den haben wir hier einen kleinen Leitfaden zusammengestellt.



Holunder pflanzen – Standort und Ablauf

Sambucus bildet eine eigene Pflanzengattung in der Familie Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Seine Arten sind weltweit auf allen großen Kontinenten heimisch, wo sie bei geeigneten Standortbedingungen bis zu 10 m hoch werden können. Für ein gutes Wachstum benötigt Holunder dabei vor allen ausreichend Sonne. Ein halbschattiger Standort ist ebenfalls tolerierbar, allerdings könnten sich die ziervollen Blüten hier etwas zaghafter entwickeln.

Als Standortsubstrat wählen Sie für Sambucus am besten ein kalk-, stickstoff- und humusreiches Substrat. Sandige Lehmböden sind ideal, wobei Holunder auch auf anderen Substraten gut gedeiht. Der Boden-pH-Wert sollte für die Ansprüche des Holunders neutral sein und zwischen 6,5 bis 7,5 Punkten liegen. Empfehlenswerte Pflanzpartner für Holunder sind zum Beispiel Johannisbeeren, Brombeeren oder Flieder.

Einzelheiten zum Standort für Holunder:

  • Sträucher des Sambucus bevorzugen sonnige Standorte
  • im Halbschatten könnten weniger Holunderblüten entwickeln
  • als Standortsubstrat kalk-, stickstoff- und humusreiche Böden wählen
  • sandig-lehmige Substrate sind perfekt, jedoch kein absolutes Muss
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 6,5 bis 7,5
  • gute Pflanzpartner für Sambucus: Johannisbeeren, Brombeeren und Flieder


  1. Schritt – Pflanzzeit wählen: Die Pflanzzeit für Holundersträucher liegt im Herbst oder zum Beginn des Frühjahrs. Sollte der Holunderstrauch bereits vor der Pflanzung Triebe entwickelt haben, ist es wichtig diese vorab auf 20 cm zurück zu schneiden.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Der Boden sollte vor der Pflanzung mit ausreichend organischem Dünger angereichert werden, am besten mit Kompost. Auch ein ausreichendes Auflockern des Substrates sowie die Hinzugabe von Kalk oder Stickstoff ist für die Bodenvorbereitung wichtig. Das Pflanzloch sollte etwa den doppelten Durchmesser des Wurzelballens haben und kann gerne mit etwas Hornspänen ausgestattet sein.
  3. Schritt – Holunder pflanzen: Der Pflanzabstand zwischen einzelnen Holundersträuchern sollte bei 2 bis 3 m liegen. Sobald das Pflanzloch mit Aushub aufgefüllt wurde, geht es daran, den Holunderstrauch zum ersten Mal anzugießen. Vermeiden Sie hierbei Staunässe, sorgen sie aber gleichzeitig dafür, dass die Wurzeln des Strauchs sich gut mit Wasser vollsaugen können. Auf diese Weise erleichtern Sie dem ziervollen Blütenstrauch das Anwachsen im Boden.


Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanzzeit für Holundersträucher: Herbst oder Anfang Frühling
  • zu lange Triebe vorab auf 20 cm kürzen
  • Boden vor der Pflanzung auflockern und ggf. mit Kalk oder Stickstoff anreichern
  • das Pflanzloch sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein
  • es kann auch gerne mit etwas Hornspänen versehen werden
  • Pflanzabstand für Holunder: 2 – 3 m
  • nach dem Einpflanzen den Blütenstrauch erstmals angießen
  • Staunässe ist hierbei zu vermeiden
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Holunder pflegen – gießen, düngen und schneiden

Gießen müssen Sie Sambucus nur bedingt. Das Laubgehölz regelt seinen Wasserbedarf normalerweise selbst. Wenn im Sommer starke Trockenheit herrscht, ist es jedoch wichtig, dem Holunder mit manueller Bewässerung unter die Arme zu greifen. Achten Sie bei den Wassergaben aber darauf, dass im Wurzelbereich des Holunderstrauchs keine Staunässe entsteht. Kalkhaltiges Leitungswasser ist für den kalkliebenden Strauch kein Problem.

Auch beim Dünger ist der Holunder sehr leicht zu pflegen. Denn bei guter Bodenbeschaffenheit bedarf Sambucus keinerlei zusätzlicher Nährstoffgaben. Sollten Sie keinen idealen Boden besitzen und dem Holunder etwas Gutes tun wollen, können Sie ihn allerdings hin und wieder mit stickstoffhaltigen Nährstoffgaben verwöhnen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Holunder versorgt sich größtenteils selbst mit Feuchtigkeit
  • in Trockenphasen muss man manchmal aber manuell nachhelfen
  • kalkhaltiges Leitungswasser darf hier bedenkenlos verwendet werden
  • eine Düngung des Holunders ist für gewöhnlich nicht notwendig
  • bei ungünstigem Standortboden kann jedoch Stickstoffdünger zum Einsatz kommen

Im ersten Jahr ist ein Rückschnitt der Holundersträucher normalerweise nicht notwendig. Das Auslichten seiner Sträucher ist dennoch zu jederzeit möglich und kann vor allem dann nötig werden, wenn das Strauchgeäst zu dicht wächst oder störende Triebe das Gesamtbild verunstalten. Auch die Holunderblüten wachsen nach einem Auslichtungsschnitt wieder üppiger, wenn gezielt blühfaules Holz abgetragen wird. Nach einigen Standjahren kann dann erstmals ein radikaler und bodennaher Rückschnitt erfolgen. Keine Sorge, die Sträucher erholen sich rasch von dem Radikalschnitt und treiben binnen kürzester Zeit wieder nach.

Holunderblüten lassen sich während der Blütezeit von Mai bis Juli entnehmen. Schneiden sie einfach einige Blütenrispen aus dem Geäst, die im Anschluss entweder frisch verarbeitet oder getrocknet werden können. Auch die Holunderbeeren lassen sich ernten. Von einem Rohverzehr der Steinfrüchte ist jedoch abzuraten, denn Holunderbeeren besitzen im Rohzustand eine schwach toxische Wirkung, deretwegen Holunder trotz seiner Heilwirkung zu den Giftpflanzen zählt.

    Vermehrung durch Stecklinge: Für die Stecklingsvermehrung von Sambucus werden im Hochsommer einige gesunde Triebe bis zu einem halb verholzten Bereich abgeschnitten. Der abgeschnittene Trieb sollte danach in ein Wasserglas gestellt werden und idealerweise einen Standort erhalten, der warm und hell ist. Hat er Trieb Wurzeln gebildet, kann dieser direkt ins zurück Freiland verpflanzt werden.

Kurztipps zum Schneiden, Ernten und Vermehren:

  • im ersten Jahr bedarf Sambucus lediglich einer Auslichtung
  • hier vorrangig lichtraubende Äste und blühfaule Triebe ausschneiden
  • nach mehreren Standjahren wird dann ein Rückschnitt nötig
  • Holunder darf hier radikal auf Bodenhöhe gestutzt werden
  • die Ernte der Holunderblüten erfolgt zwischen Mai und Juli
  • Vorsicht, Holunder zählt aufgrund seiner rohen Beeren zu den Giftpflanzen
  • Holunderbeeren dürfen deshalb nur gekocht verzehrt werden
  • von einer Ernte der Steinfrüchte ist deshalb abzusehen
  • für Vermehrung im Hochsommer gesunden Trieb auswählen und in Wasserglas geben
  • der Standort für den Steckling sollte warm und hell sein
  • nach ausreichender Bewurzelung kann der Steckling dann zurück ins Freiland

Interessante Arten und Sorten des Sambucus

Die Gattung Sambucus umfasst etwa zehn Arten von denen 3 in Mitteleuropa heimisch sind. Am bekanntesten ist sicherlich der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), der sowohl als Zierstrauch als auch zu medizinischen Zwecken genutzt wird. Einzelheiten zu diesem auch Hollerbusch genannten Holunderstrauch, sowie zu weiteren Varianten des Holunders haben wir nachstehend für Sie festgehalten:

SorteBeschreibung
Blauer Holunder
Sambucus cerulea
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: cremeweiße Holunderblüten, blauschwarze Steinfrüchte
Wuchshöhe: 2 bis 6 m
Herkunft: Amerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -20 °C winterhart
Kanadischer Holunder
Sambucus canadensis


Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße Holunderblüten, schwarze Steinfrüchte
Wuchshöhe: 3 bis 4 m
Herkunft: Kanada, Amerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -29 °C winterhart
Roter Holunder
Sambucus racemosa
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: hellgelbe Blüten, rote Steinfrüchte
Wuchshöhe: 2 bis 4 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -29 °C winterhart
gute Sorten: 'Tenuifolia'
Schwarzer Holunder (Hollerbusch)
Sambucus nigra
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße Holunderblüten, schwarze Steinfrüchte
Wuchshöhe: 3 bis 7 m
Herkunft: Asien, Arabien, Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -28 °C winterhart; Heilpflanze; Sambucus nigra wird gerne als Wallhecken gepflanzt
gute Sorten: 'Aurea', 'Aureomarginata', 'Black Beauty', 'Eva', 'Gerda', 'Guincho Purple', 'Haschberg', 'Laciniata', 'Linearis', 'Mammut', 'Monstrosa', 'Naomi', 'Pulverulenta', 'Pygmy', 'Pyramidalis', 'Sampo''Samyl'
Zwergholunder (Attich)
Sambucus ebulus
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: hellgelbe Blüten, rote Steinfrüchte
Wuchshöhe: 0,5 bis 1,5 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -29 °C winterhart; dieser Holunder wächst als Staude

Holunder – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© M. Schuppich - Fotolia.com
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Der Holunder ist eine sehr widerstandsfähige und robuste Pflanzenart. Nennenswerte Krankheiten und Schädlinge sind für seine Sträucher nicht bekannt.



Fazit

Es gibt hierzulande kaum einen Traditionsgarten, in dem nicht mindestens ein Holunderstrauch steht. Aus gutem Grund, denn Holunderblüten besitzen nicht nur einen besonderen Zierwert, sondern darüber hinaus auch so manche Heilwirkung. Für sein Wohlbefinden benötigt Holunder dabei lediglich einen sonnenreichen Standort, sowie ein humoses, kalk- und stickstoffreiches Standortsubstrat. Wer diese Standortbedingungen erfüllt, dem bereiten die Sträucher des Holunders weder beim Gießen, noch beim Düngen großen Aufwand. Darüber hinaus ist Sambucus äußerst Schnittverträglich und verzeiht so manchen Radikalschnitt. Wer sich einen pflegeleichten Blütenstrauch anschaffen möchte, der ist mit Holunder definitiv gut beraten. Neben dem beliebten Sambucus nigra ist hier vor allem Sambucus racemosa zu empfehlen, dessen rote Steinfrüchte optisch eine Alternative zu den schwarzen Beeren des Hollerbuschs liefern. Seien sie aber vorsichtig denn die Steinfrüchte des Holunderstrauchs sind im Gegensatz zu den Blüten giftig und dürfen nicht roh verzehrt werden.

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