Hammerstrauch – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Hammerstrauch – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© murasal - Fotolia.com
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Wenngleich der Hammerstrauch (Cestrum) eigentlich aus tropischen Breitengraden stammt, wird er hierzulande gerne im Wintergarten oder als Kübelpflanze gehalten. Es mögen seine faszinierenden, sternartigen Trompetenblüten sein, deren exotisches Farbspektrum den Betrachter magisch anziehen. Die richtige Pflege und ein fachgerechtes Überwintern sind hier natürlich außerordentlich wichtig, denn Tropenpflanzen haben es bei mitteleuropäischen Licht- und Klimaverhältnissen häufig sehr schwer. Erfahren Sie deshalb im Folgenden, was sich tun lässt, damit Ihr Cestrum auch fernab seiner Heimat in Mittel- und Südamerika prächtig gedeiht.


Wissenswertes: Pflanzen des Hammerstrauchs zählen zu den giftigen Nachtschattengewächsen (Solanaceae) und werden in der Karibik noch heute zur Herstellung von Pfeilgift verwendet. Es versteht sich also von selbst, dass der Strauch einen vor Kindern geschützten Standort bekommen sollte. Seine Früchte, Blüten und Blätter dürfen nicht verzehrt werden.


Hammerstrauch pflanzen – Standort und Ablauf

Ein warmer und lichtreicher Platz im Wintergarten ist für den doldenblütigen Hammerstrauch ideal, denn als Tropenpflanze liebt der Dauerblüher sonnige Standorte mit ganzjährig frostfreiem Klima. Heller Halbschatten wird ebenfalls toleriert. Darüber hinaus tut ein guter Schutz vor starken Winden den feinen Zweigen und Blüten des Cestrum gut. In Sachen Bodenverhältnisse genügt dem Nachtschattengewächs saure bis neutrale Blumenerde mit einem pH-Wert von 5,7 bis 7,4. Alkalische Substrate hingegen sollten Sie tunlichst meiden.

Für eine Kultivierung im Kübel stehen Botanikliebhabern zahlreiche Arten des Hammerstrauchs zur Verfügung. Für welche der Pflanzen Sie sich entscheiden, ist letztendlich eine Frage des Geschmacks. Gerne gekauft werden unter anderem:

  • Mexikanischer Hammerstrauch (Cestrum elegans)
  • Nachtjasmin (Cestrum nocturnum)
  • Orangefarbener Hammerstrauch (Cestrum aurantiacum)
  • Roter Hammerstrauch (Cestrum purpureum)

Einzelheiten zu Färbung und Größe der Arten entnehmen Sie bitte unserer Sortenauswahl.

Einzelheiten zum Standort für Hammersträucher:

  • Standort in der Sonne oder im hellen Halbschatten (am besten im Wintergarten)
  • Hammerstrauch sollte warm und windgeschützt im Kübel stehen
  • Boden sauer bis neutral, pH-Wert zwischen 5,7 und 7,4
  • zahlreiche Arten und Sorten sind erhältlich,
  • sollten aber je nach Standort individuell ausgewählt werden
  1. Schritt – Pflanz- bzw. Umpflanztermin wählen: Im Fachhandel gekaufte Hammersträucher befinden sich oftmals bereits ein einem passenden Untertopf, der den Pflanzen genügend Freiraum bietet. Sollte der Topf jedoch zu eng sein oder werden, empfiehlt sich ein Umpflanzen im Frühjahr.


  2. Schritt – Pflanztopf wählen: Ob Cestrum elegans oder eine andere Art des Hammerstrauchs – der Pflanzabstand zwischen Pflanzen und Topfwand beträgt immer etwa ½ Wuchsbreite. Achten Sie demnach auf einen passenden Untertopf, der den Wurzelballen des Cestrum beim Pflanzen nicht einengt.


  3. Schritt – Hammerstrauch angießen: Gießen Sie den Hammerstrauch nach dem Umpflanzen sofort, vermeiden Sie aber Staunässe. Sofern der Strauch nicht blattlos ist, kann das Gießwasser schon hier leicht mit Flüssigdünger versetzt sein.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Hammerstrauch nur bei Platzenge im Topf umpflanzen
  • Abstand zwischen Topfrand und Pflanze beträgt ca. ½ Wuchsbreite
  • Nach dem Umpflanzen Cestrum sofort angießen, ggf. auch andüngen

Pflege der Hammersträucher – gießen, düngen und schneiden

Gießwasser genießt der Hammerstrauch in vollen Zügen. Überschüssiges Wasser sollte nach dem Bewässern aber dennoch abgegossen werden, um einer pilzfördernden Staunässe vorzubeugen. Gießen Sie bitte nur mit kalkfreiem Wasser (z.B. Regenwasser), denn wie bereits in den Standortbedingungen aufgeführt vertragen die Pflanzen alkalische Bodenwerte nur sehr schlecht.

Geben Sie von Frühjahr bis Sommer großzügig Flüssigdünger mit ins Gießwasser des Hammerstrauchs. Der Dauerblüher benötigt unwahrscheinlich viele Nährstoffe für die Ausbildung seiner imposanten Doldenblüten, weshalb zusätzlich auch eine Behandlung mit Langzeitdünger nicht schaden kann.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Cestrum braucht sehr viel Wasser
  • Staunässe dennoch vermeiden und Wasserüberschuss abgießen
  • kalkfreies Wasser benutzen
  • von Frühling bis Sommer Gießwasser mit Flüssigdünger anreichern
  • Düngen mit Langzeitdünger ist sinnvoll

Der Hammerstrauch blüht nur an Jungzweigen reichhaltig, sodass es notwendig ist, den Strauch alljährlich zurück zu schneiden. Tun Sie dies, sobald im Frühling der Austrieb beginnt und behalten Sie die gewünschte Form ihres Hammerstrauches beim Schneiden im Hinterkopf. Einkürzen können Sie das Nachtschattengewächs um bis zu ein Drittel. Seien Sie beim Schnitt also nicht zögerlich, auch wenn es schmerzen kann, eine gut entwickelte Pflanze so weit zurückschneiden zu müssen. Ein Pinzieren ist ebenfalls sinnvoll, um den Doldenreichtum der Blüten anzuregen.


Vermehrung durch Stecklinge: Möglichkeiten zum Vermehren bieten Jungtriebe des Hammerstrauchs reichlich. Ausgewählt werden besonders blühfreudige Stecklinge im Sommer. Die Exemplare sollten verhältnismäßig klein sein, was das Anwurzeln erleichtert. Haben Sie hier etwas geduld, denn es kann mehrere Wochen dauern, bis sich eingegangene Triebe von wurzelnden unterscheiden lassen. Erkennen können Sie letztere daran, dass sie nach anfänglicher Entkräftung ihre Blätter wieder aufstellen.


Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Hammerstrauch im Frühjahr regelmäßig und großzügig zurückschneiden
  • Pflanzenabtragungen von bis zu 1 Drittel sind beim Zurückschneiden nicht ungewöhnlich
  • alle Triebe in den Verjüngungsschnitt einbeziehen
  • Pinzieren der Sträucher fördert eine reiche Blüte
  • zur Vermehrung kleine Jungtriebe der Pflanzen nutzen
  • Stecklinge wurzeln nach einigen Wochen

Winterschutz bei Hammerstrauch

Hammersträucher sind tropische Dauerblüher, die von Frühling bis Sommer (manchmal sogar bis Herbst) mit einer atemberaubenden Blüte begeistern. Winterfest sind Pflanzen der Gattung Cestrum jedoch nicht, und so ist ab Spätherbst ein ausreichender Kälteschutz angesagt. Bringen Sie den Strauch noch vor dem ersten Frost ins Kalthaus und achten sie beim Überwintern auf Raumtemperaturen von mindestens 10 bis 15 °C. Kältere Temperaturen und dunklere Lichtverhältnisse verursachen ein Abfallen der Blätter, wobei die Pflanzen im Frühling erfahrungsgemäß neu austreiben. Es besteht daher durchaus die Option, den Hammerstrauch auch dunkel und lichtarm zu überwintern.

Düngen dürfen Sie den Hammerstrauch während der Winter auf keinen Fall. Warten Sie ab, bis der Austrieb nach dem Überwintern beginnt und halten Sie sich solange mit Flüssigdünger und Co. zurück. Gegossen wird während dem Überwintern mäßig.

Übersicht zu interessanten Arten des Cestrum

Mexikanischer Hammerstrauch, auch bekannt unter dem Namen Cestrum elegans, ist der wohl unverkennbarste Vertreter seiner Gattung. Mit seinen karmin bis purpurroten Blüten ist er leicht zu identifizieren, womit er sich von weniger eindeutigen Artverwandten klar unterscheidet. Bei manchen davon sorgt allein schon der Name für regelmäßige Verwechslungen sorgen. Die Rede ist von Tag- und den Nachtjasmin – zwei Cestrumarten, die zwar nichts an den Echten Jasmin denken lassen, mit ihm jedoch nichts gemein haben. Lesen Sie im Folgenden eine kleine Sortenauswahl:

SorteBeschreibung
Chilenischer Hammerstrauch
Cestrum parqui
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: dunkelgelb bis zitronengelb, violette Beeren
Wuchshöhe: 1,5 bis 2 m
Herkunft: Chile, Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Sommerblüher
Mexikanischer Hammerstrauch
Cestrum elegans
Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: karmin bis purpurrot, rote Beeren
Wuchshöhe: 1,5 bis 3 m
Herkunft: Mexiko, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Elegans ist ein Langblüher
Nachtjasmin
cestrum nocturnum
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: grüngelb, weisse Beeren
Wuchshöhe: 1,5 bis 3 m
Herkunft: Karibik, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Frühlingsblüher
Orangefarbener Hammerstrauch
Cestrum aurantiacum
Blütezeit: April bis Juni
Blütenfarbe: gelb bis orange, weisse Beeren
Wuchshöhe: 1,5 bis 3 m
Herkunft: Guatemala, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Langblüher
Roter Hammerstrauch
Cestrum purpureum
Blütezeit: April bis September
Blütenfarbe: rot bis violett, rote Beeren
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: Mexiko, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Langblüher
Tagjasmin
Cestrum diurnum
Blütezeit: August bis Oktober
Blütenfarbe: weiss, schwarze Beeren
Wuchshöhe: 3 bis 4 m
Herkunft: Karibik, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Herbstblüher

Hammerstrauch – Mögliche Schädlinge

Insbesondere kleines Krabbelvieh findet häufig gefallen an dem tropischen Dauerblüher Cestrum. Es gibt jedoch einige Tricks, um den Schädlingen beizukommen:

    Blattläuse: ein Blattlausbefall droht dem Hammerstrauch vor allem im Frühling. Um den Schädlingen ohne Chemie beizukommen, können Sie es mit einem selbsthergestellten Biospray versuchen. Vermischen Sie hierzu ca. 1 EL Schmierseife mit 1 Liter Wasser und besprühen Sie den Cestrum regelmäßig damit. Alternativ ist auch ein Einsatz von Nützlingen (z.B. Marienkäferlarven), sowie eine Behandlung mit Celaflor Schädlingsfrei Naturen denkbar.

    Schild- und Wolläuse: Einige Läusearten nisten sich mit Vorliebe zur Winterzeit in Hammersträuchern ein. Celaflor Schädlingsfrei und Schmierseifenspray helfen aber auch hier sehr zuverlässig. Achten Sie jedoch darauf, auch den sogenannten Honigtau – eine zuckerreiche Ablagerung der Läuse – mit zu entfernen, da ansonsten Pilzkrankheiten drohen.

    Mottenschildläuse: Die auch als weiße Fliege bekannte Mottenschildlaus sucht tropische Pflanzen immer dann heim, wenn diese nicht artgerecht im Kalthaus überwintert werden. Vermeiden Sie einen derartigen Befall also, indem Sie den Hammerstrauch an ausreichend kühlen Überwinterungsorten mit möglichst geringer Luftfeuchtigkeit lagern. Gelbtafeln helfen bei bestehendem Schädlingsbefall.

    rote Spinnmilbe: Im Sommer sind Spinnmilben für viele Gewächse eine wahre Plage. Man erkennt Sie durch Eier und Gespinstgeweben an der Blattunterseite. Beim Cestrum im Speziellen ist es die rote Spinne, die immer wieder für Aufruhr sorgt. Insektizide sind hier häufig die letzte Maßnahme, um die Pflanze zu retten. Versuchen Sie es zuvor aber mit Raubmilben oder noch besser, vermeiden Sie einen Milbenbefall durch genügend Frischluft.

Fazit

Auch wenn er aus den Tropen Mittel- und Südamerikas stammt, macht sich der Dauerblüher Hammerstrauch hierzulande gut als Kübelpflanze für Garten, Balkon und Wintergarten. Sofern das Nachtschattengewächs richtig gepflegt wird und ab Spätherbst im Kalthaus überwintern kann, übersteht es sogar die mitteleuropäischen Winter. Besonders geeignet ist in diesem Zusammenhang der robuste Mexikanische Hammerstrauch alias Cestrum elegans. Er gilt nicht nur als besonders lang blühend, sondern kommt auch mit Kälte etwas besser zurecht als seine Artgenossen.

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