Ginster schneiden – Tipps zum richtigen Schnitt

Ginster schneiden – Tipps zum richtigen Schnitt

© Carsten Weerth - Fotolia.com
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Der Ginster gehört zu jenen Frühlingssträuchern, die nach dem grauen Winter erste Farbtupfer in den Garten zaubern. Mit ihren kräftigen gelben, manchmal auch rosé-farbenen Blüten setzen Sträucher des Ginsters hier traumhafte Akzente und sind in Sachen Standortansprüche sehr pflegeleicht. Auch das Zurückschneiden der Sträucher bedeutet nicht viel Aufwand, wenn man weiß, worauf man achten muss. Lesen Sie hierzu nachstehend nützliche Tipps.



Was ist vor dem Schneiden von Ginster zu beachten?

Auch wenn Sträucher des Ginsters allgemein als anspruchslos gelten, sollten Sie vor dem Zurückschneiden einiges beachten. Dazu gehört in erster Linie, die richtigen Gerätschaften fürs Schneiden zu verwenden. Beispielsweise ist es wichtig, eine gut geschärfte Gartenschere bzw. Astsäge zu verwenden, um saubere Schnittwunden zu schaffen, die nach dem Rückschnitt keine Krankheiten ansetzen. Zusätzlich sollten Sie beim Zurückschneiden unbedingt Handschuhe tragen, denn Ginster sondert eine giftige Flüssigkeit ab, welche die Haut stark reizen kann. Zur Nachbehandlung ist am Ginsterstrauch die Verwendung von Baumwachs oder speziellem Wundverschlussmittel ratsam, damit die Schnittwunden unkompliziert und pilzfrei verheilen.

Hilfsmittel zum Schneiden im Überblick:

  • Handschuhe zum Schutz vor den Giftstoffen im Ginster
  • Gartenschere zum Schneiden dünner Zweige
  • Astsäge zum Zurückschneiden dicker Äste im unteren Bereich der Sträucher
  • Wundverschlussmittel oder Baumwachs zur Wundnachbehandlung

Ginster schneiden – der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich verjüngt sich ein Ginsterstrauch von selbst. Wenn Sie aber einen kompakten Wuchs fördern oder eine bestimmte Form an ihrem Ginster erzielen möchten, sollten Sie regelmäßig einen Rückschnitt vornehmen. Hierzu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Jahresschnitt – Der alljährliche Schnitt des Ginsters kann entweder im Frühling oder Herbst erfolgen. Meist schneidet man jedoch im Spätfrühling nach der Blüte
  • radikaler Rückschnitt – Wer seinen Ginster nicht jedes Jahr schneiden möchte, der kann den Strauch zunächst 3 bis 4 Jahre wachsen lassen und ihn dann nach der Blüte radikal zurückschneiden.
  • Frostschäden entfernen – Vor der Blüte sollten erfrorene Ginstertriebe gewissenhaft eingekürzt werden. Hierzu schneiden Sie im zeitigen Frühjahr entsprechende Triebe ab. Warten Sie aber ab, bis der gröbste Starkfrost vorüber ist, damit nach dem Schnitt nicht gleich neue Frostschäden an den Schnittwunden auftreten.
Tipp: Wer seinen Ginster vermehren oder veredeln möchte, der schneide den Strauch am besten im Spätsommer. Hier bildet das Gehölz die kräftigsten Jahrestriebe aus, welche sich im Anschluss wunderbar fürs Veredeln oder zur Stecklingsvermehrung nutzen lassen.


© Pixavril - Fotolia.com
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Ginster schneiden – so klappt’s

Je nachdem, wie und wann Sie Ihren Ginsterstrauch zurück schneiden, ist ein individuelles Vorgehen nötig. Hier eine kleine Anleitung zu den wichtigsten Schnittmaßnahmen:

  • alljährlicher Rückschnitt: Wenn Sie sich entschließen, Ihren Ginster einmal jährlich zurück zu schneiden, sollten Sie ihn dabei komplett auf knapp 40 cm Höhe stutzen. Schneiden Sie vorrangig alte und blühschwache Triebe aus, sodass im Idealfall kein Trieb älter als drei 3 Jahre ist. Verhältnismäßig starke Äste, die meist in der Mitte des Ginsterstrauches wachsen, sollten Sie mit einer Säge kürzen. Dies verhindert, dass der Ast beim Zurückschneiden gequetscht und die Wunde damit anfällig für Krankheiten wird. Für Formschnitte eignet sich vor allem die Kugelform. Doch auch bodendeckende Flächen- und Bonsaischnitte sind am Ginster durchaus denkbar.
  • radikaler Rückschnitt: Für einen Radikalschnitt kürzen Sie Ihren Ginsterstrauch unmittelbar nach der Blüte ebenfalls großzügig und auf 40 cm ein. Wichtig ist dabei, dass Sie jedem Trieb die ersten Verzweigungen lassen. Damit regen Sie den Ginster trotz umfangreichem Schnitt zu einem buschigen Wachstum an und sorgen dafür, dass sich im Strauch keine kahlen Stellen bilden. Besonders zu empfehlen ist der radikale Rückschnitt, wenn Sie den Ginster als Hecke oder Sichtschutz verwenden.
  • Frostschäden zurück schneiden: Damit der Ginster jedes Jahr aufs Neue seine volle Blütenpracht entfaltet, sollten Sie im Frühjahr immer kontrollieren ob im Winter Frostschäden am Strauch entstanden sind. Schneiden Sie entsprechende Stellen großzügig aus und stellen Sie auch hier sicher, dass Ihr Schneidwerkzeug saubere Wunden erzeugt. Die Triebe schlagen nach dieser Maßnahme wieder kräftig aus und der belohnen den sorgsamen Gärtner schon bald mit einer herrlichen Blütenpracht, da sich diese meist aus gesunden Jungtrieben entwickelt.
  • Ginsterstrauch nachbehandeln: Nach dem Schneiden Ihres Ginsters sind größere Wunden stets mit Baumwachs oder Wundverschlussmittel zu versiegeln. Lediglich kleinere, glatte Wundstellen können von dem Strauch selbst verschlossen werden. In diesem Zusammenhang sollten Sie während dem Zurückschneiden auch Aststummel vermeiden. Diese vertrocknen ansonsten, machen die Rinde des Strauchs rissig und öffnen damit Pilzkrankheiten wie Schädlingen Tür und Tore. Ist ein Ast bereits befallen, sollten Sie ihn radikal kürzen. Geben Sie den Verschnitt aber keinesfalls auf den Kompost, sondern verbrennen Sie ihn oder entsorgen ihn separat im Restmüll.



Fazit

Auch wenn der blühfreudige Ginster einer der pflegeleichtesten Sträucher überhaupt ist, schneidet man ihn gegen Frühjahr oder Herbst regelmäßig auf etwa 40 cm seiner Wuchshöhe zurück. Dabei sollten vor allem blühschwache und alte Äste entfernt werden. Auch Frostschäden sind im zeitigen Frühjahr auszuschneiden um einen üppigen und kräftigen Neuaustrieb zu befördern. Während dem Schnitt ist darauf zu achten, saubere Schnittflächen zu erzeugen, um Schadbilder von den Wundstellen fern zu halten. Wer seinen Ginster durch Stecklinge vermehren oder veredeln möchte, der schneide den Strauch am besten im Spätsommer, da das Gehölz hier die kräftigsten Jahrestriebe hervorbringt.

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