Ginster – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Ginster – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© Stephan Sühling - Fotolia.com
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Der Ginster (Genista) gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler und erreicht Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Meter. Seine Blüten erscheinen meistens gelb, können aber auch rosa, rotbraun oder violett blühen. Liebhaber von Kunsthecken schätzen den Ginster als Ziergewächs. Darüber hinaus sind dienen die Blüten als beliebtes Bankett für Hummeln und Bienen, welche gelegentlich die Bestäubung übernehmen, obwohl sich die Genista auch selbst zu bestäuben imstande ist.

Der Name Ginster, beziehungsweise Planta Genista, geht auf ein französischstämmiges Adelsgeschlecht mit Namen Anjou-Plantagenêt zurück. Ein Graf jenes Hauses hatte im 12. Jahrhundert die Angewohnheit, jeweils einen Ginsterzweig als Helmzierde zu tragen. Ein weiterer, nennenswerter Aspekt der Pflanze ist ihre Giftigkeit, welche alle Pflanzenteile des Ginsters betrifft.

Ginster pflanzen – Standort und Ablauf

Vollsonnige Standorte sind dem Ginster, der ursprünglich in Europa, sowie den subtropischen Gebieten Afrikas und Westasiens beheimatet ist, am liebsten. Auch ist ein nährstoffarmer bis durchschnittlich-normaler Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 6,5 zu empfehlen. Die Erde sollte zudem tendenziell eher trocken gehalten sein, denn zu viel Feuchtigkeit bringt die Wurzeln der Pflanze schnell zum Faulen.

Die Genista ist nicht nur eine schöne Gartenzierde, sondern auch sehr nützlich. So kann sie durch die Zusammenarbeit mit im Boden enthaltenen Knöllchenbakterien den Stickstoff der Luft nutzen, um einen eventuellen Nährstoffmangel der Erde auszugleichen. In Sachen Begleitgewächse ist beim Ginster auf passende Flankierung zu achten. Gehölze mit ähnlich geringen Bodenansprüchen und dem Bedürfnis nach viel Sonne, wie zum Beispiel Wacholder oder Tamarisken, sind hierfür am besten geeignet. Wichtig ist, dass die Pflanznachbarn feuchte Wurzeln ebenso wenig vertragen sollten wie der Ginster selbst, damit gleichbleibende Bodenverhältnisse gewährleistet werden können.

Einzelheiten zum Standort des Ginsters:

  • Genista liebt vollsonnige, trockene Standorte
  • saure bzw. neutrale Erde mit einem pH-Wert von 4,5 bis 6,5 bietet eine gute Grundlage
  • bei Feuchtigkeit faulen die Wurzeln der Pflanze sehr schnell
  • Ginster gleicht Nährstoffarmut in der Erde aus
  • passende Begleitgewächse wie Wacholder oder Tamariske für den Ginster wählen

Einen idealen Zeitpunkt zum Pflanzen gibt es bei der Genista nicht. An frostfreien Tagen kann sie das ganze Jahr über gepflanzt werden. Achten Sie hierbei aber auf folgende Pflanzschritte:

  1. Schritt – Erde auflockern: Ist ein sonniger Standort zwischen geeigneten Nachbarn gefunden, gilt es zunächst die Erde für den Ginster mit einer Hacke aufzulockern und größere Steine zu entfernen, die den Wurzeln in die Quere kommen könnten. Nicht entfernen sollten Sie vor dem Pflanzen die Erde um die Wurzelballen, damit die Genista leichter im Erdreich Fuß fassen kann.


  2. Schritt – Ginster pflanzen: Der Umfang des Pflanzlochs sollte anderthalb Mal der Größe und Breite des Wurzelballens der Genista entsprechen. Setzen Sie die Pflanze in das ausgehobene Pflanzloch und decken Sie den Wurzelballen gründlich mit Erde zu, welche ruhig behutsam festgetreten werden darf. Der richtige Abstand zwischen einzelnen Gewächsen beträgt in etwa die Hälfte der späteren Wuchshöhe.


  3. Schritt – nach dem Pflanzen: Nach dem Pflanzen benötigt die Genista eine erste Portion Wasser, die aber unbedingt komplett abfließen können sollte. Einmal verwurzelt, müssen Sie den Ginster zudem an seinem Standort belassen, da er ein Umpflanzen nur bedingt verträgt.

Kurzschritte zum Pflanzvorgang im Überblick:

  • Genista lässt sich außer bei Frost jederzeit pflanzen
  • Gewächse unbedingt mit Erdmantel um die Wurzelballen einpflanzen
  • Erde vor dem Pflanzen auflockern und größere Steine entfernen
  • Pflanzloch sollte anderthalb Mal so groß und breit wie der Wurzelballen sein
  • Wurzelballen mit Erde bedecken und behutsam festtreten
  • Nach der Pflanzung Ginster angießen aber nicht überschwemmen
  • nach der Ausbringung im Garten Ginster nicht mehr Umpflanzen

Pflege des Ginsters – gießen, düngen und schneiden

© Franz Metelec - Fotolia.com
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Durch seine geringen Bodenansprüche ist der Ginster in seiner Pflege relativ unkompliziert. Gießen in regelmäßigen Abständen ist jedoch wichtig, wobei Staunässe für das Wohlbefinden der Genista definitiv vermieden werden sollte. Steht die Pflanze im Kübel, muss ein guter Wasserablauf ebenfalls unbedingt vorhanden sein.

Die Pfahlwurzel des Ginsters ist darauf ausgelegt, ihn mit allem zu versorgen, was für ein gutes Wachstum der Pflanze benötigt wird. Für eine schönere und vollere Blüte können Sie die Genista aber mit einem handelsüblichen Blumendünger unterstützen. Auch hier ist sparsames Dosieren gefragt, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Genista nur mäßig, dafür aber regelmäßig gießen
  • Staunässe sowohl bei Pflanzen im Freiland als auch im Kübel vermeiden
  • Dünger kann beim Ginster sparsam verwendet werden, ist für gewöhnlich aber nicht notwendig

Schneiden: Um eine reiche Blüte der Genista zu fördern, hilft ein Rückschnitt des einjährigen Frühlingsstrauches (etwa ab 40 cm Wuchshöhe). Hier bietet sich auch Gelegenheit, einen Formschnitt zu setzen, um den Strauch beispielsweise in Kugelform zu schneiden. Nach dem Zurückschneiden schlagen zahlreiche neu Triebe aus, was bewirkt, dass im nächsten Frühling viele neue Blüten nachwachsen.

Nach zwei Jahren können Sie einen Teil des Altholzes, zu erkennen an der braunen Rindenfarbe, abermals auf etwa 40 Zentimeter zurückschneiden. Lassen sie dabei aber mindestens drei Triebe stehen, damit die Genista im Folgejahr neu austreiben kann. Auch sind Schutzhandschuhe zu tragen, um einen Kontakt mit dem giftigen Pflanzensaft zu vermeiden.

Vermehren: Die Genista lässt sich zum einen durch das Abtrennen von Stecklingen vermehren. Aufgrund des schwer zu bemessenden Feuchtigkeitshaushalts der jungen Triebe ist die Ausfallquote jedoch sehr hoch. Aus diesem Grund ist eine Vermehrung durch Samenkörner ratsam, welche aus den Schoten der Pflanze entnommen und direkt ins Freiland ausgebracht werden. Lockern Sie hierfür den ausgewählten Standort mit der Hacke auf und setzen Sie die Samen der Pflanze zu zweit oder dritt in fingergliedtiefe Pflanzlöcher. Im nächsten Frühjahr werden die Setzlinge dann pikiert und umgesetzt. Anstelle der gezielten Aussaat ist auch eine Selbstaussaat denkbar

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren von Ginster:

  • erster Rückschnitt des Ginsters nach einem Jahr
  • Pflanzen eignen sich für Formschnitte
  • im zweiten Jahr Verjüngungsschnitt durchführen
  • beim Schneiden mindestens drei Triebe stehen lassen, um neuen Austrieb zu garantieren
  • Kontakt mit Pflanzensaft durch Tragen von Handschuhen vermeiden
  • zur erfolgreichen Vermehrung Saatgut der Genista nutzen
  • Aussaat verspricht höheren Erfolg
  • Samen zu zweit oder dritt pro Pflanzloch säen, im Frühling pikieren
  • Auch Selbstaussaat ist beim Ginster denkbar

Übersicht zu verschiedenen Sorten des Ginsters

Der Besenginster (Cytisus scoparius) gehört trotz des Wortbestandteils „-ginster“ nicht zur Gattung Genista, sondern zur Gattung Geißklee (Cytisus). Trotzdem verdient er eine Erwähnung, da auch der Cytisus scoparius zu der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler gehört. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Ginstersorten, sowie die Scheinginstersorte Cytisus scoparius:

SorteBeschreibung
Besenginster
(Cytisus scoparius )
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: goldgelb
Wuchshöhe: 100 bis 200 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Anbau: gut für Hecken, Hanganlagen
Besonderheiten: geeignet als Lärmschutz, Heilwirkung
Steinginster / syrischer Ginster
(Genista lydia )
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelb
Wuchshöhe: 40 bis 50 cm
Herkunft: Westasien
Eignung für Anbau: gut für Heide- und Steingärten
Besonderheiten: reichblühend
Purpurginster / Rosenginster
(Cytisus purpureus)
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: purpur
Wuchshöhe: 40 bis 60 cm
Herkunft: Mittel-/Südeuropa
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, in Gefäßen
Besonderheiten: die gesamte Pflanze ist giftig
Sandginster
(Genista pilosa)
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: goldgelb
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Herkunft: Europa (Zuchtform)
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, an Böschungen
Besonderheiten: seltene Sorte
Edelginster 'Lena'
(Cytisus scoparius 'Lena')
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelb und rot
Wuchshöhe: 120 bis 150 cm
Herkunft: Südeuropa
Eignung für Anbau: gut im Hausgarten, Heidegärten
Besonderheiten: farbenfrohe Blütenpracht

Ginster – mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

© LianeM - Fotolia.com
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Der Ginster ist eine sehr robuste Pflanze. Krankheiten und Schädlinge spielen kaum eine Rolle. Bei falscher Überwinterung können jedoch Frostschäden an der Pflanze entstehen. Um diese zu vermeiden, sollte ein Rückschritt nicht zu spät im Herbst stattfinden, da die Triebe sonst nicht gegen die Frostkälte gewappnet sind. Edelginster und frisch gepflanzte Ginsterexemplare benötigen als Kälteschutz zudem eine Schicht Reisig über den Wurzeln. Kübelpflanzen überwintern am besten geschützt von einer Hausmauer oder einem Dachvorsprung, der große Schnee- oder Regenmassen von ihnen fernhält.

Fazit

Trotz ihrer Giftigkeit sind die Genista nützliche Bodenbewohner, die einen Garten vollumfänglich in der Farbenpracht und Bodenqualität unterstützen. Durch ihre Fähigkeit, auch in nährstoffarmer Erde gesund zu wachsen, eignen sich die Pflanzen auch zur Kultivierung in unwirtlicheren Ecken des Freilandes oder in Kübeln. Für problematische Gartenstandorte ist der Ginster und auch der Besenginster also genau das Richtige.

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