Giftige Pflanzen im Garten erkennen – gerade Kinder sind gefährdet

Giftige Pflanzen im Garten erkennen – gerade Kinder sind gefährdet

Giftige Pflanzen im Garten erkennen – gerade Kinder sind gefährdet

© unpict - Fotolia.com
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Ein naturnaher Garten ist inzwischen wieder recht beliebt. Dieser bietet zwar vielen Tierarten einen attraktiven Lebensraum, hat aber auch den Nachteil, dass sich dort leicht Wildpflanzen ausbreiten, die unter Umständen giftig sein können. In einem Garten, in dem sich nur Erwachsene aufhalten, ist dies meist nicht weiter schlimm, denn sie können sich leicht über die Pflanzen informieren und entsprechend vorsichtig sein. Gefährlich kann es dagegen für kleine Kinder werden, die ihre Umwelt unter anderem dadurch erkunden, dass sie Blüten, Blätter und vor allem Beeren in den Mund nehmen. Ebenso sollten Halter von Haustieren ganz besonders darauf achten, welche Pflanzen in ihrem Garten wachsen, denn auch Tiere sind trotz ihres im Allgemeinen guten Instinkts nicht vor einer Vergiftung geschützt.

Der Weg der Giftpflanzen in private Gärten

Wilde Pflanzen breiten sich vor allem in Gärten aus, die recht nah an einem Wald oder anderen naturbelassenen Gebieten liegen. In diese Gärten werden die Samen der Wildpflanzen leicht vom Wind geweht und finden auf dem gepflegten Gartenboden ideale Bedingungen für ihre Keimung. Hierbei kann es sich sowohl um Bäume und Sträucher wie auch um kleinere Gewächse handeln, denn Giftpflanzen finden sich innerhalb sämtlicher Gattungen. Einige sind in allen Teilen giftig, bei anderen sind es nur die Blüten, die Knollen oder Zwiebeln, die Blätter oder die Beeren. Selbst im Bereich der Zimmerpflanzen gibt es viele Sorten, die trotz ihrer Giftigkeit auf vielen Fensterbänken zu finden sind. Hierzu gehören zum Beispiel der beliebte Weihnachtsstern oder das Alpenveilchen. Nicht nur im Garten, sondern auch im Haus ist daher bei der Auswahl von Pflanzen ein wenig Vorsicht geboten, wenn sich dort Kleinkinder oder Haustiere aufhalten.

Giftpflanzen im Garten bestimmen und entfernen

In der Natur gibt es eine Vielzahl giftiger Pflanzen. Ob im eigenen Garten eine dieser Giftpflanzen wächst, lässt sich daher nur durch eine Bestimmung jedes einzelnen Gewächses feststellen. Hierbei helfen ein Pflanzenlexikon und die Datenbanken im Internet. Darin finden sich auch Informationen, ob bei der Entfernung der Pflanzen bestimmte Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Dies betrifft im Besonderen alle Giftpflanzen, die schon bei der Berührung der Blätter oder Stiele Symptome wie Hautausschläge verursachen. Besonders wichtig ist eine frühzeitige Entfernung bei extrem giftigen Pflanzen wie dem Riesenbärenklau, der sich ansonsten im ganzen Garten ausbreiten würde. Er ist aufgrund seiner Größe für Kinder sehr attraktiv, führt aber schon bei der Berührung von Blättern und Stängeln und in Kombination mit dem Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen. Eine weitere Giftpflanze, die nach Europa eingeschleppt wurde, ist das Beifußblättrige Traubenkraut, das auch unter dem Namen Ambrosia bekannt ist. Beide Pflanzen breiten sich durch ihre Samen extrem aus, sodass die Bekämpfung umso schwieriger wird, je später sie beginnt. Hier nochmal wichtige Details im Überblick:


  • Giftpflanzen sind vor allem für kleine Kinder und Haustiere gefährlich
  • Gärten in der Nähe von Wäldern oder naturbelassenen Gärten sind besonders gefährdet
  • Giftpflanzen lassen sich nur durch Bestimmung aller unbekannten Pflanzen im Garten erkennen
  • Riesenbärenklau muss schnell vernichtet werden (führt bei Berührung zu Verbrennungen)
  • Beifußblättriges Taubenkraut (Ambrosia) ist ebenfalls sehr gefährlich
  • Kinder naschen gerne Beeren, was bei Tollkirsche, Eberesche oder Mahonie zum Problem werden kann


Zierpflanzen sind nicht immer ungefährlich

Neben den wild wachsenden Giftpflanzen gibt es eine Vielzahl Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen, die im Gartenbau als Zierpflanzen genutzt werden, die aber ebenso giftig wie ihre wilden Verwandten sind. Hierzu zählen weit verbreitete Pflanzen wie der Buchsbaum, der Besenginster, das Maiglöckchen oder die Narzisse. Wenn Sie kleine Kinder haben, informieren Sie sich daher am besten vor dem Kauf, ob von den Pflanzen eine Gefahr für Ihre Kinder ausgeht. Kleine Kinder nehmen zwar eventuell auch Blüten und Blätter in den Mund, besonders groß ist die Gefahr einer Vergiftung jedoch bei allen Pflanzen, die Beeren bilden. Diese erinnern oftmals an Obstsorten wie die Johannisbeeren und reizen daher zum Naschen. Zu den Giftpflanzen dieser Art zählen zum Beispiel die Tollkirsche, die Eberesche, die Mahonie oder der Ilex. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen im eigenen Garten wird Ihr Kind jedoch früher oder später in die Nähe von Giftpflanzen kommen. Bringen Sie ihm daher möglichst frühzeitig bei, nicht alles, was essbar aussieht, in den Mund zu nehmen. Hat es ein entsprechendes Alter erreicht, können Sie ihm außerdem die Pflanzen zeigen, von denen eine besonders große Gefahr ausgeht. So kann es die Natur erkunden, ohne dabei in Gefahr zu geraten.

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