Gartenboden

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Gartenboden – Grundsätzliches zur Bodenbeschaffenheit

© Karina Baumgart - Fotolia.com
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Nur auf einem guten Gartenboden wird Ihnen der Anbau von Obst und Gemüse oder die Anlage eines schönen Ziergartens gelingen. Eine entsprechende Vorbereitung und Pflege zahlt sich daher in jedem Fall aus. Vorab sollten Sie allerdings die Beschaffenheit des Bodens anhand einiger Kriterien bestimmen.

Schwere und leichte Böden

Bei der Beschaffenheit des Bodens unterscheidet man vor allem zwischen den schweren und den leichten Böden. Schwere Böden enthalten viel Lehm, daher sind sie nicht ganz einfach zu bearbeiten. Sie neigen dazu, bei länger andauernder Trockenheit rissig und hart zu werden. Andererseits verhindert der hohe Lehmanteil, dass Wasser versickern kann. Auf einem Lehmboden entstehen nach einem Regenschauer daher oft Pfützen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich bei Ihrem Gartenboden um einen Lehmboden handelt, nehmen Sie einfach etwas Erde in die Hände und versuchen Sie, diese zu einer Wurst zu formen. Wenn Ihnen dies gelingt, ist Ihr Gartenboden mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Lehmboden.

Ein leichter Boden enthält viel Sand und lässt sich dadurch leichter bearbeiten als ein Lehmboden. Diese Böden speichern Wasser und Nährstoffe allerdings nur schlecht, deshalb benötigen die Pflanzen, die auf einem solchen Boden angebaut werden, relativ viel Pflege. Sie müssen in den Sommermonaten oft zusätzlich bewässert werden, weil der Boden austrocknet, und sie benötigen mehr Dünger, weil die Nährstoffe aus einem sandigen Boden durch den Regen leicht ausgewaschen werden. Einen sehr leichten Sandboden können Sie selbst wenn er nass ist, nicht zu einem Klumpen formen.

Soweit der Boden in Ihrem Garten weder zur Gruppe der Lehmböden noch zu den Sandböden gehört, liegt er zwischen diesen beiden Extremen und ist daher für die Kultivierung von Zier- und Nutzpflanzen recht gut geeignet. Bei einem Lehm- oder Sandboden haben Sie allerdings auch einige Möglichkeiten, ihn zu verbessern.

Saure und alkalische Böden

Ein weiteres Kriterium, das im Gartenbau eine wichtige Rolle spielt, ist der pH-Wert des Bodens. Hierbei unterscheidet man zwischen den sauren Böden mit einem niedrigen und den kalkhaltigen Böden mit einem hohen pH-Wert. Für die meisten Pflanzen ist ein neutraler bis leicht saurer Boden optimal geeignet, es gibt jedoch zahlreiche Ausnahmen. Hierzu gehören beispielsweise Azaleen und Rhododendren, die einen sauren Boden bevorzugen, oder der Bärlauch, der gut auf einem kalkhaltigen Boden gedeiht. Den pH-Wert Ihres Gartenbodens können Sie mit den kleinen Testkits aus den Gärtnereien oder Baumärkten bestimmen. Dies ist recht einfach und kostet nicht viel.

Nährstoffe für die Pflanzen

Auf Ihrem Gartenboden werden die Pflanzen nur dann gut gedeihen, wenn der Boden ausreichend Nährstoffe enthält. Für ihr Blattwachstum benötigen Pflanzen vor allem Stickstoff, ebenso wichtig sind aber auch Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und Magnesium. Diese Nährstoffe werden von den Pflanzen während ihres Wachstums verbraucht und müssen dem Boden daher ständig wieder zugeführt werden. Für diesen Zweck verwendet man Düngemittel aus dem Handel oder auch den eigenen Kompost aus dem Garten. Eine weitere Möglichkeit bietet eine Gründüngung. Hierfür nutzt man Pflanzen wie die Lupinen, die dem Boden wieder Nährstoffe zuführen.

Ein weiterer Pluspunkt für ein gutes Wachstum der Pflanzen ist ein lockerer Boden. In ihm haben es die Pflanzen leicht, neue Wurzeln zu schlagen. Für einen lockeren Boden sorgen die vielen kleinen Mikroorganismen im Erdreich und vor allem die Regenwürmer. Sie selbst können die Bodenstruktur durch regelmäßiges Hacken oder durch das Umgraben der Beete verbessern. In einem sehr dichten Boden kann es aber auch hilfreich sein, etwas Sand einzuarbeiten. Dadurch verdichtet sich die Erde nach dem Regen nicht so leicht und es entsteht keine Staunässe, die vielen Pflanzen schadet.

Zusammenfassend sind folgende Punkte bei der Bestimmung der Bodenbeschaffenheit wichtig:

  • Handelt es sich um einen schweren oder leichten Boden?
  • Wie hoch ist der pH-Wert?
  • Enthält der Boden genügend Nährstoffe?
  • Ist die Erde locker genug?

Eine gute Vorbereitung des Bodens ist ebenso wichtig wie die spätere Pflege der Pflanzen. Hierbei können Sie, wenn Sie möchten, auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Viele Labore bieten die Untersuchungen von Bodenproben an und geben Ihnen gute Ratschläge, auf welche Weise sich die Beschaffenheit Ihres Gartenbodens verbessern lässt. Dieser Service wird inzwischen auch im Internet angeboten, sodass Sie die Probe einfach per Post einschicken können.