Forsythien – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Forsythien – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© Comugnero Silvana - Fotolia.com
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Die auch als Goldflieder oder Goldglöckchen bekannte Forsythie (Forsythia) ist ein gelb blühender Zierstrauch, der in Mitteleuropa ungefähr seit 1833 kultiviert wird. Zwar produzieren Forsythien keinen Nektar und sind damit als Nützlingsweide ungeeignet, doch der leuchtend goldgelbe Schein ihrer Blüten entschädigt dafür vollauf. Damit Forsythia im Garten aber auch wirklich formschön wächst, sollte man die Triebe des Strauchs regelmäßig schneiden. Wie dies funktioniert und was es sonst noch zur Kultivierung von Forsythien zu beachten gibt, verraten wir Ihnen nachstehend.



Forsythiensträucher pflanzen – Standort und Ablauf

Die sommergrüne Forsythie gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und ist ursprünglich in Asien und Europa beheimatet. Gemeinsam mit Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen stellen Forsythien die klassischen Frühlingsboten im Garten. Die genannten Gewächse stellen auch eine gute Nachbarpflanzung dar, sind sie doch ähnlich anspruchslos und kommen mit den selben Standortbedingungen zurecht. In Sachen Lichtverhältnisse am Standort ist hier nicht viel zu beachten, denn Forsythien kommen mit sonnigen und schattigen Standorten gleichermaßen zurecht. Einzig die Tatsache, dass die Ziersträucher giftig sind, könnte bei der Standortwahl ins Gewicht fallen. In diesem Zusammenhang ist eine Pflanzung außer Reichweite von Kindern und Haustieren ratsam.

Hinsichtlich des Standortbodens ist ein frisch-feuchtes, durchlässiges und kalkarmes Substrat zu bevorzugen. Herkömmliche Garten- bzw. Blumenerde ist diesbezüglich meist ausreichend. Der pH-Wert des Bodens sollte schwach sauer bis neutral sein und zwischen 5,6 und 7,5 Punkten liegen. Da die bis zu 4 m hohen Forsythien zudem Flachwurzler sind, sollte ein gebührender Pflanzabstand der Ziersträucher zu jedweden Pflanznachbarn eingehalten werden. Alternativ ist auch eine Pflanzung im Topf möglich, wobei hier zum Winterschutz eine Folie um den Kübel gewickelt werden sollte. Ansonsten sind Forsythiensträucher bis -29 °C winterhart.

Einzelheiten zum Standort für Forsythien:

  • Forsythia gedeiht sowohl an schattigen als auch an sonnigen Standorten
  • da der Zierstrauch giftig ist, einen vor Kindern und Haustieren geschützten Ort wählen
  • der Standortboden sollte frisch-feucht, durchlässig und kalkarm sein
  • gewöhnliche Garten- oder Blumenerde reicht hier meist aus
  • pH-Wert des Bodens: schwach sauer bis neutral, zwischen 5,6 und 1,5
  • Forsythien sind Flachwurzler und benötigen daher genügend Platz
  • gute Pflanzpartner: Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen
  • Forsythiensträucher sind bis -29 °C winterhart
  • nur Topfkulturen benötigen im Winter ggf. einen Folienschutz
  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Da Forsythiensträucher zu den Frühlingsblühern gehören, werden sie gemeinhin auch im Frühjahr gepflanzt. Allerdings sollte der Boden keinen Starkfrost mehr erleiden, damit die Wurzeln der Ziersträucher nicht erfrieren.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Graben Sie zur Pflanzvorbereitung eine Erdgrube von der doppelten Größe des Wurzelballens Ihrer Forsythie aus. Bei Topfpflanzungen ist hier natürlich ein entsprechend großer Pflanzkübel zu wählen. Eine gute Drainage zur Wasserableitung ist für Forsythia sehr empfehlenswert, weshalb das Pflanzloch bzw. der Pflanzkübel mit einer Schicht Kies oder Tonscherben versehen werden sollte. Zur Grunddüngung genügt eine handvoll Hornspänen oder Kompost, welche über die Drainage gestreut wird.
  3. Schritt – Forsythie pflanzen: Setzen Sie die Forsythie aufrecht in das vorbereitete Pflanzloch und treten Sie die Erde nach dem Auffüllen der Grube gut fest. Der Pflanzabstand bei Solitärpflanzungen muss mindestens 1 m betragen, bei Heckenpflanzungen reicht je nach Größe der Forsythien ein Abstand von 25 bis 50 cm aus. Nach dem Einsetzen ins Erdreich muss die Forsythie ausreichend angegossen werden. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, denn diese bekommt den Forsythien trotz ihrer anspruchslosen Art nicht besonders.

Kursschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Forsythia: Frühling, wenn kein Starkfrost mehr droht
  • Pflanzloch bzw. Topf sollten doppelt so groß wie der Wurzelballen sein
  • zur Drainage Kies oder Tonscherben im Pflanzloch ausbringen
  • ergänzend eine Hand voll Hornspäne oder Kompost über die Drainage streuen
  • anschließend Forsythie aufrecht ins Pflanzloch stellen
  • danach die Grube mit Erde auffüllen und diese gut festtreten
  • Pflanzabstand bei Solitärpflanzung: 1 m
  • Pflanzabstand bei Heckenpflanzung: je nach Pflanzengröße 25 – 50 cm
  • bei der Erstbewässerung darauf achten, Staunässe zu vermeiden
Wissenswertes: Neben ihrer Verwendung als Zierpflanze ist dabei auch eine heilpflanzliche Anwendung denkbar. Insbesondere in der traditionellen Chinesischen Medizin ist die Verwendung von Früchten der Lian Qiao oder Hänge-Forsythie seit mehr als 4000 Jahren zur Therapie von Eitergeschwüren, Fieber, bakteriellen Entzündungen und Pilzinfektionen bekannt. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass Forsythien giftig sind, weshalb Laien von einer Nutzung als Heilpflanze dringend abgeraten wird.


© pilat666 - Fotolia.com
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Pflege der Forsythie – gießen, düngen, schneiden

Nach der Frühjahrspflanzung bilden sich an Sträuchern der Forsythia die charakteristischen, goldgelben Trichterblüten aus. Erstaunlicher Weise braucht der Zierstrauch für deren Entwicklung aber nicht viel Wasser. Lediglich in anhaltenden Trockenperioden muss hier etwas häufiger gegossen werden. Die Bewässerung ist in diesem Fall immer dann angezeigt, wenn die Blätter der Forsythie schlaff nach unten hängen. Zum Gießen verwenden sollten sie ausschließlich Regen- oder Teichwasser, denn Leitungswasser enthält fast immer schädliche Mengen Kalk, die den Forsythiensträuchern alles andere als gut tun.

Eine Düngung ist an Sträuchern der Forsythia nicht erforderlich. Allenfalls etwas Mulch ist hier sinnvoll, der neben sanften Nährstoffgaben auch den Wasserhaushalt der Pflanze verbessert. Wesentlich wichtiger als Gießen und Düngen ist bei der Forsythie dagegen das Schneiden, auf das wir im nächsten Pflegeabschnitt etwas genauer eingehen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Forsythie benötigt kaum künstliche Bewässerung
  • nur in längeren Trockenphasen muss gegossen werden
  • zum Gießen ausschließlich Regen- oder Teichwasser nutzen
  • Leitungswasser schadet der Forsythia durch zu viel Kalk
  • eine Düngung des Zierstrauchs ist nicht notwendig
  • gelegentliches Mulchen kann jedoch den Wasserhaushalt der Pflanze verbessern

Sträucher der Forsythie sind äußerst schnittverträglich und brauchen besagten Schnitt auch in regelmäßigen Abständen. Da sie sehr schnell und ausladend wachsen, kommt es beim Schneiden vor allem auf die Formerhaltung an. Insbesondere Heckenpflanzungen und ältere Sträucher müssen Sie für einen kompakten Wuchs etwa alle drei Jahre zurückschneiden, denn nur so lässt sich eine gute Verzweigung erzielen. Entfernt werden vorrangig dreijährige und blühfaule Triebe, wobei insgesamt das äußere Drittel des Strauchs abgetragen werden darf.

Anders sieht es bei Forsythiensträuchern aus, die bewusst als überhängende Solitäre gehalten werden oder, zum Beispiel durch ein kürzliches Umpflanzen, vorgeschwächt wurden. Hier sollte man die Triebe nur sehr vorsichtig auslichten, um die Blütenbildung zu fördern. Ein Radikalschnitt ist in solchen Fällen nicht ratsam, da er die Pflanze zu viel Energie kosten und somit zum Absterben führen könnte. Generell sei darauf hingewiesen, dass durch ein Schneiden der Forsythie deren Blüte möglicherweise für ein Jahr aussetzt. Die Folgeblüte im zweiten Jahre ist dann aber umso prächtiger.

    Vermehrung durch Stecklinge: Die Forsythie durch Aussaat zu vermehren, ist äußerst langwierig und kaum zu empfehlen, wenn man nach relativ kurzer Zeit ein blühendes Sträuchlein erhalten möchte. Besser ist daher eine Stecklingsvermehrung. Schneiden Sie hierzu nach der Blüte einen gesunden Trieb in einer Länge von 10 cm ab. Dieser wird im Anschluss einfach in einen geeigneten Standortboden gesteckt und zuvor ggf. mit Bewurzelungspulver bestäubt. Auch ein spezielles Anzuchtsubstrat kann nicht schaden, da auch dies die Bewurzelung beschleunigt. Bei ausreichender Bewässerung sollte der Steckling schon nach einigen Wochen angewurzelt sein und kann dann an seinen finalen Standort gepflanzt werden.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • alte Forsythien und in Heckenpflanzungen spätestens alle 3 Jahre schneiden
  • vorrangig dreijährige und blühfaule Triebe zurückschneiden
  • insgesamt darf bis zu einem Drittel der äußeren Triebe abgetragen werden
  • geschwächte Sträucher hingegen nur sehr vorsichtig auslichten
  • gleiches gilt für Solitäre mit gewünscht überhängendem Wuchs
  • nach dem Schnitt kann die Blüte der Forsythia für ein Jahr aussetzen
  • Vermehrung durch Stecklinge erfolgt nach der Blüte
  • hierfür gesunden und 10 cm langen Trieb aus dem Strauch schneiden
  • spezielles Anzuchtsubstrat und Bewurzelungspulver erhöht die Erfolgschancen
  • bei ausreichender Bewässerung hat der Steckling nach wenigen Wochen gewurzelt
  • danach den Steckling an finalen Standort pflanzen

Interessante Arten und Sorten der Forsythia

Insgesamt gibt es etwa 13 Arten der Forsythia, die je nach Erscheinungsbild und Herkunft in Asiatische bzw. Koreanische, Europäische, sowie in Grün- und Hänge-Forsythien unterschieden werden. Besonders beliebt ist zudem die Hybridzüchtung der Garten-Forsythie, welche den Beinamen Goldglöckchen trägt und eine Kreuzung aus Hänge- und Grün-Forsythie ist. Zur besseren Übersicht, hier einige Empfehlungen zu gartentauglichen Forsythienarten:

SorteBeschreibung
Europäische Forsythie
Forsythia europaea
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: gelbe Blüten
Wuchshöhe: 1,5 bis 2,5 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: aufrecht wachsende Forsythienstrauch; kann sowohl für Hecken- als auch für Solitärpflanzungen verwendet werden
Garten-Forsythie (Goldglöckchen)
Forsythia x intermedia

Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: goldgelbe Blüten
Wuchshöhe: 3 bis 4 m
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: aufrecht wachsender Forsythienstrauch mit guter Eignung zur Heckenpflanze; Hybridkreuzung aus Forsythia suspensa und Forsythia viridissima
gute Sorten: 'Arnold Dwarf', 'Beatrix Farrand', 'Courtasol', 'Golden Time', 'Goldrausch', 'Goldzauber', 'Lynwood Gold', 'Mikador', 'Minigold', 'Spectabilis', 'Spring Glory', 'Variegata', 'Weekend'
Grüne Forsythie
Forsythia viridissima
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: gelbe Blüten mit gelb-oranger Zeichnung
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: aufrechter Wuchs; Elternart der beliebten Garten-Forsythie
gute Sorten: 'Bronxensis', 'Kumson', 'Selektion Weber'
Hänge-Forsythie (Lian Qiao)
Forsythia suspensa

Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: goldgelbe Blüten
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Elternart der Garten-Forsythie; hängende Triebe und ist vor allem für Solitärpflanzungen geeignet; wird in China als Heilpflanze genutzt
Koreanische Forsythie
Forsythia ovata
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: hellgelbe Blüten
Wuchshöhe: 1 bis 1,5 m
Herkunft: Korea
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Zwergforsythie mit kompaktem und aufrechtem Wuchs; ideal für kleinere Hecken- und Beetpflanzungen
gute Sorten: 'Dresdner Vorfrühling', 'Robusta', 'Tetragold'


Forsythien – mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Es sind keine Krankheitserreger und Schädlinge bekannt, die der Forsythie im Garten gefährlich werden könnten.



Fazit

Forsythiensträucher sind einfach zu kultivieren, vorausgesetzt, man wählt ein kalkarmes und durchlässiges Substrat. In Sachen Schnitt könnte jedoch etwas Arbeit anfallen, denn um einen kompakten Wuchs zu erzielen muss man gerade ältere Sträucher und Heckenpflanzungen immer wieder einmal zurückschneiden. Ansonsten zeigt sich Forsythia aber äußerst pflegeleicht und stellt kaum Ansprüche an ihren Standort. Auch machen Krankheiten und Schädlinge einen hohen Bogen um die Pflanze, weshalb kaum Schadbilder an dem Zierstrauch auftreten. Mit einer Pflanzung vorsichtig sein sollten Sie aber, wenn Kinder und Haustiere bei Ihnen leben, denn obgleich zumindest die Hänge-Forsythie in China heilpflanzlich genutzt wird, sind Sträucher der Gattung Forsythia giftig.

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