Folientunnel im Garten

Folientunnel im Garten

Folientunnel im Garten – Ernteverfrühung im eigenen Garten

© ThKatz - Fotolia.com
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Ein Folientunnel bietet gleich mehrere Vorteile. Unter seiner Folie erwärmt sich die Luft bei Sonnenschein, sodass die Temperaturen im Tunnel um einige Grade über den Außentemperaturen liegen. Die Aussaat und das Auspflanzen von jungen Pflanzen kann daher schon etwas früher als im Freiland erfolgen. Dadurch beginnt auch die Ernte oder bei Zierpflanzen die Blüte etwas früher. Gleichzeitig bietet die Folie aber auch einen guten Schutz vor Nässe, die den Pflanzen schaden oder zur Ausbreitung von Krankheiten führen kann. Ein Beispiel hierfür sind die Tomaten, die in nassen Sommern häufig von einer Pilzkrankheit befallen werden. Einen Folientunnel können Sie außerdem als Schutz vor Insekten verwenden. Die Folie verhindert, dass Insekten wie die Kartoffelkäfer ihre Eier auf den Pflanzen ablegen. Wenn Sie immer wieder Probleme mit Schädlingen haben, können Sie sich daher erkundigen, wann bei den entsprechenden Insekten die Eiablage stattfindet und in dieser Zeit Ihre Beete abdecken.

Der Folientunnel entspricht in seiner Wirkung einem Frühbeet, hat jedoch den Vorteil, dass er mobil ist. Mit ihm können Sie daher nacheinander verschiedene Beete abdecken und auf das Umsetzen Ihrer Pflanzen vom Frühbeet bzw. aus den Töpfen auf der Fensterbank in das Freiland verzichten. Selbst im Winter ist ein Folientunnel noch von Nutzen, denn in dieser Zeit können Sie mit ihm Ihren Feldsalat abdecken, um den ganzen Winter frischen Salat aus dem Garten zu ernten. Im gewerblichen Anbau werden Folientunnel außerdem beim Anbau von Erdbeeren genutzt, um den Reifeprozess der Früchte ein wenig zu beschleunigen. Diesen Trick können Sie natürlich auch in Ihrem Garten anwenden. Mit einem Folientunnel schützen Sie Ihre Erdbeeren gleichzeitig vor Vogelfraß.

Der Aufbau eines Folientunnels

Ein Folientunnel besteht aus einigen Metallbügeln, die sich zusammenstecken oder wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen lassen. Zwischen ihnen ist bzw. wird die Folie gespannt, bevor der Tunnel einfach in den Erdboden gesteckt wird. In Zeiten, in denen Sie den Tunnel nicht benutzen, benötigen Sie für seine Aufbewahrung daher nur wenig Platz. Bei der Größe der Folientunnel gibt es große Unterschiede. Mit einigen werden nur die Pflanzen abgedeckt, andere haben die Größe eines Gewächshauses und können daher zur Pflege der Pflanzen betreten werden. Letztere eignen sich daher auch für den Anbau von wärmeliebendem Gemüse wie den Tomaten, Paprika und Schlangengurken. Große Folientunnel sind meist mit einem zusätzlichen Dachfenster ausgestattet, damit die Temperatur im Innenraum des Tunnels im Sommer nicht zu hoch wird. Idealerweise lässt sich jedoch auch bei einem kleinen Tunnel die Abdeckung öffnen, um für den nötigen Luftaustausch zu sorgen und problemlos gießen und Unkraut jäten zu können. Hochwertige Folien werden mit einem UV-Schutz versehen. Dieser sorgt für eine längere Haltbarkeit der Folie, denn Kunststoffe werden unter dem Einfluss der Sonnenstrahlen spröde und reißen dadurch leicht.

Die Vor- und Nachteile eines Folientunnels im Überblick:

  • die Folie wärmt die Pflanzen und schützt sie vor Regen
  • die Aussaat und das Auspflanzen kann früher stattfinden
  • die Ernte bzw. die Blüte beginnt früher
  • der Innenraum des Folientunnels kann sich überhitzen
  • die Pflanzen müssen bewässert werden, weil sie vor Regen geschützt sind

Neben den Folientunneln, die mit einer Kunststofffolie bespannt werden, gibt es Pflanztunnel mit einer Abdeckung aus einem feinmaschigen Netz. In diesen Tunneln staut sich die Hitze nicht so leicht, allerdings entstehen nicht ganz so hohe Temperaturen wie unter einer geschlossenen Folie. Dies kann vor allem beim Vorziehen von Pflanzen zum Ende des Winters von Nachteil sein. Auch ein Schutz vor Nässe ist bei diesen Modellen nicht gegeben. Dennoch unterstützen Pflanztunnel mit Netz das Wachstum der Pflanzen und schützen sie vor Wind und starkem Regen. Ist das Netz sehr engmaschig, haben auch Insekten keine Chance.

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