Flieder – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Flieder – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© M. Schuppich - Fotolia.com
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Der Flieder (Syringa) umfasst etwa 20 bis 25 Arten und gehört zur Familie der Ölbaumgewächse. Insgesamt erreicht der violett bis gelb-weißlich blühende Zierstrauch Wuchshöhen von 2 bis 6 Meter hoch und besticht nicht nur durch seine farbenfrohe Blüte, sondern auch durch seinen einzigartigen süßlichen Geruch. Am häufigsten gepflanzt wird dabei der Gemeine Flieder >(Syringa vulgaris).

Flieder pflanzen – Standort und Ablauf

Pflanzen der Gattung Flieder sind hauptsächlich in Asien sowie in Südosteuropa verbreitet. 1565 brachte ein Händler ein erstes Exemplar der Syringa vulgaris aus der Türkei nach Wien. Von dort aus eroberte Farbintensität ihrer Blüten die Gärten Mitteleuropas im Sturm. Seither gedeiht er im mitteleuropäischen Freiland bevorzugt auf nährstoffreichen, kalkhaltigen und humusreichen Böden. Auch liebt der Gemeine Flieder sonnenreiche Garten- oder Balkonplätzen, denn Hitze stellt für die Syringa vulgaris kein Problem dar. Wer den intensiven Geruch der Blüten genießen möchte, sollte jedoch auf einen windgeschützten Standort achten, damit der Duft nicht ins umliegende Freiland verfliegt.

In einem schwach sauren bis alkalischen Boden, also bei einem pH-Wert von 6 bis 7,5, fühlt sich die Syringa vulgaris am wohlsten. Sandhaltiger Boden kann ggf. mit Kompost vermengt werden, doch auch herkömmliche Gartenerde erfüllt die Kriterien normalerweise gut. Besondere Standortvorkehrungen zum Winterschutz sind beim Gemeinen Flieder nicht nötig, denn trotz ihrer Herkunft ist die Pflanze erstaunlich winterhart.

Einzelheiten zum Standort für den Flieder:

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  • pH-Wert des Bodens von 6 bis 7,5 ist für den Flieder ideal
  • sonniger Standort ist nötig für das Blütenwachstum der Pflanzen
  • Hitze wie Kälte werden vom robusten Flieder gut vertragen
  • an windgeschützten Standorten entfaltet sich der Blütenduft der Syringa vulgaris jedoch besser

In einem größeren Garten kann aus den Pflanzen der Gattung Flieder innerhalb von 3 bis 4 Jahren eine schöne und nützliche Hecke entstehen, deren Blüten einen effizienten Sichtschutz und Blickfang zugleich bilden. Darüber hinaus verträgt sich Flieder wunderbar mit Rosenbüschen, von welchen er dank seines intensiven Duftes Blattläuse fernhält. Kleinere Sorten der Pflanzenart sind hingegen schöne Schmuckstücke für den Balkon. Der geeignete Pflanztermin liegt in beiden Fällen im Frühjahr, sobald kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist. Im Folgenden soll kurz schrittweise beschrieben werden, wie Sie Flieder pflanzen:

  1. Schritt – Erde vorbereiten: Den auserwählten Standort für Ihre Syringa vulgaris sollten Sie zunächst mit der Harke auflockern. Anschließend ist ein Pflanzloch mit doppeltem Durchmesser der Wurzelballen auszuheben.
  2. Schritt – Flieder pflanzen: Setzen Sie den Flieder in das ausgehobene Erdloch ein und bedecken Sie die Wurzelballen großzügig mit Erde. Jene ist im Anschluss gut festzutreten, damit die Syringa einen guten Halt hat. Der Reihenabstand zu Nachbargewächsen beträgt 1 bis 1,5 Meter.
  3. Schritt – Flieder angießen: Nach dem Pflanzen der Syringa ist das Angießen an der Reihe. Verwenden Sie hierzu einen Bewässerungsaufsatz und vermeiden Sie es, den Wurzelballen zu überschwemmen. Zwar mag der Flieder Feuchtigkeit, von großer Nässe profitiert er jedoch nicht.
  4. Schritt – Flieder umpflanzen: Von Mai bis Juni kann der Flieder zum verbesserten Wachstum umgesetzt werden. Vorgegangen wird hierbei wie beim erstmaligen Pflanzen. Allerdings setzen die Pflanzen nach dem Standortwechsel für ein Jahr ihre Blüte aus.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanzgrube mit doppelter Breite und Tiefe des Wurzelballens ausheben
  • Reihenabstand von 1 bis 1,5 Meter beim Pflanzen einhalten
  • Wurzelballen großzügig mit Erde bedecken und gut festtreten
  • Flieder mit einem Bewässerungsaufsatz angießen, aber nicht überschwemmen
  • beim Umsetzen der Syringa fällt die Blüte im betreffenden Jahr aus

Pflege der Syringa – gießen, düngen und schneiden

Im Allgemeinen verträgt Flieder Trockenheit deutlich besser als Nässe. Erst wenn die Blätter anfangen schlaff zu werden, muss gegossen werden. Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist die Syringa jedoch auf mehr Wasser angewiesen, bis die Wurzeln tief genug verwachsen sind, um genügend Feuchtigkeit aus dem Boden zu ziehen.

Phosphorhaltiger Dünger unterstützt bei Flieder zuverlässig die Blüte. Auch Kompost kann hierzu verwendet werden. Wichtig ist es aber, mit Stickstoffdünger vorsichtig zu sein, da der Flieder sonst primär in die Höhe wächst, anstatt Blüten auszubilden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

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  • Pflanze ist im ersten Jahr auf mehr Wasser angewiesen
  • Flieder aber nicht überwässern, da er Trockenheit lieber mag als Feuchtigkeit
  • schlaffe Blätter der Syringa zeigen an, wenn ein Gießen fällig ist
  • für schönere Blüten Phosphordünger oder Kompost verwenden
  • stickstoffhaltiger Dünger ist mit Blick auf die Blüte nicht zu empfehlen

Normalerweise muss der Flieder nicht geschnitten werden. Insbesondere unmittelbar vor und nach der Blüte ist sogar darauf zu verzichten, da die Pflanze hier bereits neue Triebe entwickelt. Wenn die Syringa vulgaris zu groß geworden ist, kann ein Schneiden allerdings notwendig werden, wobei ein radikaler Rückschnitt aber die letzte Lösung sein sollte. Sinnvoller ist es, beim Rückschnitt nur altes Holz der Pflanzen zurück zu stutzen und den Vorgang in die späten Herbst- bzw. frühen Wintermonate zu legen. Bis die Pflanze nach dem Schneiden wieder formschön wird, kann es aber eine Weile dauern.

Neben dem Rückschnitt kann alle drei Jahre nach Belieben ein Verjüngungsschnitt erfolgen. Dabei wird das älteste Drittel aller Äste, die dicker als 4 cm sind, auf ungefähr 30 bis 40 cm zurückgesetzt. Zusätzlich lässt sich durch das Entfernen alter Blüten eine Versamung und somit ein Verwuchern der Syringa verhindern.

Vermehren: Es ist möglich, den Flieder über die Samen, Wurzelausläufer oder Stecklinge zu vermehren. Mit etwas Glück lassen sich die einzelnen Pflanzen auch absenken. Hierfür wird ein Ast der Syringa zur Erde gebogen, angebunden und mit Erde bedeckt. Nach einigen Monaten wurzelt der Ast dann separat in der Erde. Somit existierten also viele Möglichkeiten, die Syringa vulgaris zu vermehren.

Kurztipps zum Schneiden:

  • Rückschnitt beim Flieder wegen langer Erholungsphase nicht zu oft durchführen
  • lieber alle drei Jahre einen Verjüngungsschnitt ansetzen
  • hierzu ein Drittel der alten Äste um 30 bis 40 cm zurückschneiden
  • alte Blüten der Pflanze entfernen, um Versamung zu verhindern
  • Vermehren der Syringa durch Samen, Stecklinge, Wurzelausläufer oder Absenker

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Syringa vulgaris

Dank fleißiger Züchter gibt es heute sehr viele verschiedenfarbige Arten der ursprünglichen Syringa vulgaris. Speziell für die Pflanzung in kleinen Gärten oder auf Balkonen wurden Zwergsorten kultiviert. Aus diesem Grund nachfolgend eine Aufstellung der beliebtesten Sorten:

SorteBeschreibung
Madame Lemoine
(Syringa vulgaris 'Mme Lemoine')
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: reinweiß mit intensivem Duft
Wuchshöhe: 3,5 bis 6 m
Herkunft: Mitteleuropa
Eignung für Anbau: sehr gut für Garten & Balkon
Besonderheiten: frosthart, verträgt Rückschnitt sehr gut
Zwergflieder 'Palibin'
(Syringa meyeri 'Palibin')
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: purpur bis blass-rosa
Wuchshöhe: 1,5 m
Herkunft: China
Eignung für Anbau: sehr gut für Balkon & Garten
Besonderheiten: reichhaltige Nachblüte im frühen Herbst
Edelflieder Michel Buchner
(Syringa vulgaris 'Michel Buchner')

Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 2,5 bis 3,5 m
Blütenfarbe: Hellblauviolett
Herkunft: Frankreich
Eignung für Anbau: sehr gut als Heckenpflanze
Besonderheiten: äußerst frost- und kälteresistent
Kleinblättriger Flieder
(Syringa Microphylla)
Blütezeit: Mai bis Juni, Oktober
Blütenfarbe: rosa
Wuchshöhe: 1 bis 2 m
Herkunft: Frankreich
Eignung für Anbau: gut für Einzelstand
Besonderheiten: winterhart, blüht mehrfach

Gemeiner Flieder – mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

Der Gemeine Flieder ist nicht nur sehr hitze- und kälte-, sondern äußerst krankheits- und schädlingsresistent. Dennoch kann es vorkommen, dass eine Pflanze von Motten oder Pilzen befallen wird. Zu erkennen ist ein solcher Befall durch unregelmäßige, braune und trockene Flecken, welche von Schädlingsraupen und oder Pilzerkrankungen verursacht werden.


Miniermotte (Fliedermotte) – Miniermotten sind kleine, braun-weiße Falter, die hauptsächlich während der Abenddämmerung fliegen. In Ruhestellung halten sie den Vorderkörper aufrecht, ihre Flügel sind schmal und besitzen an den Enden kleine Fransen. Wird ein Befall der Schädlinge festgestellt, müssen die betroffenen Blätter der Pflanze sofort entfernt werden, das gilt auch für diejenigen, die am Boden liegen. Die eingesammelten Blätter nicht im Kompost entsorgen, sondern luftdicht verschließen und in den Hausmüll werfen. Ist der Befall weit fortgeschritten, eignen sich Brennnesseljauche oder Pyrethrum – ein Auszug aus Chrysanthemen, den es im Handel zu kaufen gibt. Eine regelmäßige Nachkontrolle im Abstand von zwei bis drei Tagen ist bei jeder Behandlung wichtig. Auf diese Weise lässt sich gewöhnlicher Flieder eventuell wieder retten.

Verticillium-Welke – Da sich der auslösende Pilz in den Wasserleitungsbahnen des Flieders verbreitet, hilft es leider nicht, nur die betroffenen Blätter abzuschneiden. Auf keinen Fall dürfen Teile der kranken Pflanze in den Kompost gelangen, da der Pilz hoch ansteckend ist! Leider lässt sich diesem Schädling bei der Syringa kaum beikommen, außer durch einen kompletten Bodenaustausch. Ist eine Pflanze befallen, muss sie daher meist leider aus dem Garten entfernt werden.


Fazit

Die zahlreichen Sorten des Gemeinen Flieders sind dank ihrer farbenfrohen Blüten ein wahrer Blickfang. Auch die Nase etwaiger Betrachter zeigt sich von dem intensiven, süßlichen Duft der Syringa begeistert. Darüber hinaus ist der Flieder unglaublich hitze- bzw. frostresistent und benötigt wenig Aufwand, um im Garten oder am Balkon mit Farbakzenten optische und aromatische Akzente zu setzen. Gewöhnlicher Flieder kann also für eine echte Bereicherung im Garten sorgen.

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