Fenchel – Standort, Anbauen und Ernte

Fenchel – Standort, Anbauen und Ernte

© mates - Fotolia.com
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Der vitamin- und kaliumreiche Fenchel (Foeniculum) ist ein vielseitiges Gewächs, das nicht nur in der Küche gerne zum Einsatz kommt. Neben der Verwendung als Gemüse oder Küchengewürz lässt sich Fenchel nämlich auch hervorragend als antibakterielle, schleimlösende und sekretfördernde Heilpflanze nutzen. So hilft Foeniculum beispielsweise gegen Erkältungen, Magenkrämpfe, Harnwegsinfekten oder bei der Anregung der Milchproduktion. Im Garten kultiviert werden dabei fast ausschließlich Varianten des Echten Fenchels (Foeniculum vulgare). Insbesondere der auch als Gemüsefenchel bekannte Knollenfenchel, welcher eine Unterart des Echten Fenchels ist, erfreut sich bei Gärtnern großer Beliebtheit. Was es braucht, um Knollenfenchel privat erfolgreich zu kultivieren, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Fenchel anbauen – Standort und Ablauf

Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist im milden Klima der Mittelmeerküste heimisch. Wer die einjährige Pflanze gerne anbauen möchte, sollte zunächst sicher stellen, dass Foeniculum am Gartenstandort auch genügend Platz hat, denn mit seinen dicken Stängeln und einer Wuchshöhe von bis zu 2 m gehört Fenchel definitiv zu den Großstauden. Auch ist zu überlegen, welchem Zweck der Fenchelanbau dienen soll. Für eine heilpflanzliche Nutzung, ebenso wie für die Verwendung als Gemüse ist Knollenfenchel (Foeniculum vulgare var. arzoricum) zum Beispiel die beste Wahl. Er liefert heilsame und gesunde Knollen, die sich später vielfältig weiterverarbeiten lassen. Gewürzliebhaber sollten hingegen eher auf die Samen des Gewürzfenchels (Foeniculum vulgare var. dulce) setzen. Diese haben von allen Fenchelsorten den intensivsten Süßgeschmack und sind damit ideal zum Würzen leckerer Speisen. Eine weitere Alternative bildet schließlich noch der Wilde Fenchel (Foeniculum vulgare var. vulgare). Die Wildform des Fenchels bietet mit ihrem urigen Bittergeschmack eine rustikale Abwechslung und lässt sich ähnlich unkompliziert im Garten anbauen wie ihre Artgenossen.

Unabhängig von ihrer Verwendung benötigen Knollenfenchel und Co. im Garten einen sonnigen und trockenen Standort. Ratsam ist ein nährstoffreicher, humoser und gut durchlässiger Lehmboden, der neutrale pH-Werte zwischen 6,5 und 7,5 Punkten aufweist. Für einen Anbau in Mischkultur eignen sich Salate, Radieschen, Blumenkohl und Tomaten. Neben anderen Doldenblütler wie Möhren, Pastinaken, Dill, Petersilie oder Kümmel sollte man Fenchel hingegen nicht anbauen. In diesem Zusammenhang sei auch die richtige Fruchtfolge erwähnt, denn Doldenblütler sollten erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder am selben Standort gepflanzt werden.

Einzelheiten zum Standort für Fenchel:

  • Wild-, Gewürz- und Knollenfenchel an sonnigen und trockenen Standorten anbauen
  • ideal ist ein nährstoffreicher, humoser und gut durchlässiger Lehmboden
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 6,5 bis 7,5 Punkten
  • geeignete Pflanznachbarn: Tomaten, Salate, Blumenkohl, Radieschen
  • eine Gemeinschaftspflanzung mit anderen Doldenblütlern ist nicht ratsam
  • hier beträgt die Anbaupause zwischen einzelnen Kulturen 3 Jahre


  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Anbauen lässt sich Fenchel je nach Sorte zwischen Frühjahr und Herbst. Wer starke Knollen ernten möchte, greift am besten zu Herbstsorten, die Anfang Juli im Garten ausgesät werden. Manche Frühsorten können zudem bereits ab Januar vorgezogen und ab April in Freilandbeete gesetzt werden.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Aussaat von Wild-, Gewürz- und Knollenfenchel wird der Boden gut aufgelockert und mit Humus, Kompost und Lehm angereichert. Für eine üppige Ernte von Knollenfenchel sollten ferner störende Bodenhindernisse aus dem Substrat entfernt werden, damit sich die Knollen optimal entwickeln können.
  3. Schritt – Fenchel säen: Das Saatgut des Fenchels wird in einer Saattiefe von 2 cm direkt ins Freilandbeet oder in Keimschalen mit Anzuchterde ausgebracht. In Freilandbeeten erfolgt die Aussaat in Reihen mit einem Abstand von 30 cm. Anschließend müssen Sie die Fenchelsamen bis zur Keimung vorsichtig aber regelmäßig bewässert.
  4. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Vorgezogene Fenchelkeimlinge werden pikiert, sobald sie erste Keimblätter gebildet haben. Etwa 5 Wochen später dürfen Sie dann in den Garten umziehen. Bei Freilandkulturen sollte der zuvor festgelegte Reihen- bzw. Pflanzabstand bereits ausreichend sein. Hier müssen allenfalls zu dicht wachsende Pflanzen umgesetzt werden. Sofern Sie eine Herbstsorte anbauen, kann zusätzlich ein Gartenvlies die zarten Jungpflanzen vor frühem Nachtfrost schützen.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaat von Fenchel: je nach Sorte April bis September
  • Boden vor dem Anbauen gut auflockern und mit Humus, Kompost und Lehm anreichern
  • für Knollenfenchel im Speziellen auch störende Bodenhindernisse entfernen
  • Aussaat des Fenchels erfolg in Reihen, sowie in einem Abstand von 30 cm
  • Saattiefe für Fenchel: 2 cm
  • Fenchelsamen bis zur Keimung vorsichtig bewässern
  • Jungpflanzen pikieren, sobald erste Keimblätter entstehen
  • beim Anbauen von Herbstsorten die Pflanzen mit Gartenvlies vor Frost schützen
© Rostichep - Fotolia.com
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Pflege des Fenchels – gießen, düngen und ernten

Während seiner Blütezeit zwischen Juli und Oktober bildet der Fenchel seine bis zu 15 cm hohen, doppeldoldigen Blütenstände aus. An diesen entfalten sich kleine hellgelbe Blüten, die gerne von Bienen aufgesucht werden und im Falle des Gewürzfenchels auch aromatische Samen hervorbringen. Beim als Gemüsefenchel bekannten Knollenfenchel erfolgt in dieser Zeit auch die Ausbildung der essbaren Knollen. Eine ausreichende Bewässerung ist hierbei sowohl für die die Knollen- als auch die Blütenbildung der Fenchelsorten wichtig. Staunässe am Standort ist natürlich trotz regelmäßiger Gießgänge zu vermeiden

Als Düngung reicht für Fenchel eine einmalige Gabe von Kompost oder Brennnesselsud aus. Um den Boden zu belüften und das Wachstum von Foeniculum zu unterstützen, sollte ferner regelmäßig Unkraut gejätet werden. Kurz vor der Ernte ist es zudem sinnvoll, die nährstoffhaltige Erde um die Knollen des Fenchels anzuhäufeln, damit diese ihre weiße Färbung beibehalten und vor Austrocknung geschützt bleiben.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Gewürzfenchel bildet während der Blütezeit seine würzigen Samen aus
  • Knollenfenchel investiert hier zudem viel Energie auf die Entwicklung seiner Knollen
  • in beiden Fällen muss während der Blüte eine regelmäßige Bewässerung stattfinden
  • Düngung des Fenchels erfolgt einmalig mit Brennnesselsud oder Kompost
  • ergänzend hin und wieder Unkraut jäten und Erde um die Knollen anhäufeln

Bei Gewürzfenchel muss zur Ernte die Vollreife der Samen abgewartet werden. Überprüfen Sie im Sommer daher kontinuierlich den Blütenstand und ernten Sie nur Samenkörner, die bereits deutlich braun verfärbt sind. Knollenfenchel wird dagegen geerntet, sobald seine Knollen einen Durchmesser von ca. 10 cm erreicht haben. Spätestens Anfang November sollten alle Knollen abgeerntet sein, da sie bei stärkerem Nachtfrost bitter werden. Die Ernte erfolgt durch eine Messerschnitt, der die Fenchelknolle knapp über dem Boden abtrennt. Fenchelblätter können bereits zuvor je nach Bedarf geerntet werden.

Fenchelknollen und -blätter schmecken am besten bei Frischverzehr unmittelbar nach der Ernte. In Frischhaltefolie verpackt können aber zumindest die Knollen bis zu 2 Wochen im Kühlschrank überdauern. Für eine noch längere Haltbarkeit sollten Sie die Fenchelknollen in einen Topf mit Sand setzen und sie dann kühl und dunkel im Keller lagern. Geht es um die Heilwirkung von Fenchel, ist ein Tee aus getrockneten Knollen oder Fenchelblättern empfehlenswert.

Tipp: Auch die getrockneten Samen des Fenchels lassen sich als Heilkraut nutzen. Darüber hinaus liefern die Samenkörner neues Saatgut fürs nächste Jahr, weshalb man sie auf jeden Fall miternten sollte.


Kurztipps zum Ernten und Lagern:

  • Erntezeit für Fenchel: Juli bis November
  • Knollenfenchel mit einem Messer knapp über dem Boden abschneiden
  • in Frischhaltefolie verpackt sind die Knollen bis zu 2 Wochen im Kühlschrank haltbar
  • für längere Haltbarkeit Knollen in Topf mit Sand setzen und im Keller verwahren
  • Samen des Gewürzes nach Vollreife aus den vertrockneten Blütenständen sammeln
  • auch die Fenchelblätter lassen sich nach Bedarf ernten und frisch verzehren
  • alternativ kann man getrocknete Knollen, Blätter und Samen als Heilkraut nutzen
  • besonders Fencheltee ist hier eine gute Anwendungsmöglichkeit

Interessante Varianten des Foeniculum sativum

Wie zu anfangs erwähnt, existieren drei verschiedene Varianten des Foeniculum sativum, von denen jeweils unterschiedliche Pflanzenteile verwendet werden. Optisch kaum zu unterscheiden, liegt das Alleinstellungsmerkmal der Fenchelvarianten in deren Geschmack verborgen. Hier ein kleiner Überblick:

SorteBeschreibung
Gemüsefenchel (Knollenfenchel)
Foeniculum vulgare var. arzoricum

Erntezeit: Juni bis Oktober
Geschmack: süß-würziges Aroma
Verwendung: der auch als Gemüsefenchel bekannte Knollenfenchel ist eine Gemüse- und Heilpflanze; es werden vorrangig die Knollen und Blätter der Pflanze geerntet
Gewürzfenchel (Süßfenchel)
Foeniculum vulgare var. dulce

Erntezeit: Juni bis Oktober
Geschmack: sehr süßliches Aroma
Verwendung: der süße Gewürzfenchel ist ein Gewürzkraut; es werden maßgeblich die Samen der Pflanze geerntet
Wilder Fenchel (Bitterfenchel)
Foeniculum vulgare var. vulgare

Erntezeit: Juni bis Oktober
Geschmack: rustikales, bitteres Aroma
Verwendung: Wilder Fenchel lässt sich als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze gleichermaßen verwenden; geerntet werden bei dieser Variante alle Pflanzenteile


Fenchel – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© Paulista - Fotolia.com
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Der Anbau von Fenchel kann durch den Befall von Pilzkrankheiten wie Fenchelrost, Falschem Mehltau, Sclerotinia-Fäule und Cercosporidium-Flecken erschwert werden. Die Erkrankungen führen meist zum Welken der Pflanzen oder sorgen für deren vorzeitiges Absterben. Um das Auftreten solcher Pilze zu verhindern, sollten Sie darauf achten, dass beim Gießen keine Staunässe entsteht. Bereits befallene Fenchelpflanzen müssen sofort aus dem Beet entfernt und im Restmüll entsorgt werden.

Neben Pilzerkrankungen können auch Schädlinge wie Thripsen, Blattläuse, Erdraupen und Schnecken das Anbauen von Fenchelpflanzen erschweren. Oftmals können Gemüseschutznetze und das regelmäßige Spritzen der Pflanzen mit Brennnesselsud einen Schädlingsbefall aber verhindern. Sind dennoch Blattläuse oder Thripsen am Fenchel zu erkennen, so hilft der Einsatz von Schlupfwespen. Schnecken müssen Sie dagegen regelmäßig abgesammeln und eventuell mit Schneckenzäunen und Bodensperren aus Splitt oder Eierschalen auf Distanz halten.

Fazit

Fenchel ist ein besonders vielseitiges Gemüse, das sich von April bis November in Freilandbeeten anbauen lässt. Verwenden können Sie sowohl die Knollen, als auch die Blätter und Samen des Fenchels, welche nicht nur sehr aromatisch sind, sondern darüber hinaus auch heilsame Wirkung besitzen. Unterschieden wird zwischen dem bitter schmeckenden Wildfenchel, sowie den süßlich schmeckenden Varianten Gewürz- und Knollenfenchel. Wer eine Variante des Heil- und Küchenkrauts zu Hause anbauen möchte, der wählt am besten einen sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Standort. Eine aufwändige Düngung ist nicht notwendig, solange der Boden voroptimiert und während der Blütezeit einmalig Kompost oder Brennnesselsud ausgebracht wurde.

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