Feldsalat – Standort, Aussaat und Ernte

Feldsalat – Standort, Aussaat und Ernte

Er ist ein Highlight vielen mediterranen Salatrezepten und wird aufgrund seines Aussehens gerne mal mit Spinat verwechselt. Die Rede ist vom Feldsalat (Valerianella) – einer eher kleinwüchsigen Salatpflanze, die optisch nicht viel mit ihren großen Namensvettern aus dem Bereich der Salatpflanzen gemein hat. Im Geschmack zwar ähnlich mild, wächst Valerianella nicht in Salatköpfen, sondern in büscheligen Knäueln, die maximal 15 Zentimeter hoch werden. Damit ist Feldsalat damit wie geschaffen für kleinere Gemüsebeete im Garten, sowie Pflanzungen im Balkonkasten oder Topf. Erfahren Sie hier, was Sie bei der Aussaat und Pflege von Varinella beachten sollten.

Wissenswertes: Pflanzen der Gattung Valerianella tragen bisweilen einen sehr märchenhaften Beinamen. Rapunzel schimpft man den Salat, weil er ähnlich wie die Nachtkerze und die Glockenblume im Verdacht steht, die sagenumwobene Wunderpflanze aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm zu sein. Auf jeden Fall sieht Feldsalat ähnlich „frisch und grün“ aus, wie das im Kindermärchen beschriebene Gewächs und verleitet beim Anblick auf dem Teller gleichermaßen gerne zum Stibitzen.



Aussaat von Feldsalat – Standort und Ablauf

Feldsalat gehört zur Familie der Geißblattgewächse und hier speziell zu den Baldriangewächsen (Valerianoideae). Der Salat ist neben Asien, Nordafrika und Nordamerika auch in Europa heimisch und übersteht hier winterliche Temperaturen von bis zu -20 Grad meist Problemlos. Erstaunlich ist es deshalb, dass Valerianella bei uns erst seit knapp 100 Jahren kultiviert wird. Inzwischen sind die Vorzüge seines Anbaus im Garten aber längst kein Geheimnis mehr, was nicht zuletzt auch an der unkomplizierten Aussaat und Pflege des Blattgemüses liegt. Am liebsten pflanzen Gärtner hierzulande dabei den Gewöhnlichen Feldsalat (Valerianella locusta) alias Rapunzel.

Ob nun locusta oder eine andere Art der Valerianella – sie alle sind ähnlich anspruchslos wenn es um die Standortwahl im Garten geht. Ein sonniger Standort im Beet, Balkonkasten oder Topf, sowie ein kalkhaltiges und lehmiges Standortsubstrat reichen bereits aus, um die genügsamen Pflanzen zufrieden zu stellen. Selbst anders geartete Böden verschmäht der Salat meist nicht, solange der pH-Wert des Bodens neutral ist und zwischen 6,5 und 7,5 Punkten liegt. Gute Beetnachbarn für Feldsalat sind Tomaten, Radieschen und Porree.

Pflanztipp: Valerianella eignet sich wunderbar als Nachfolger für Standorte, an denen zuvor Starkzehrer kultiviert wurden. Da der Salat nicht viele Nährstoffe benötigt, schon er den Boden und gibt diesem die Möglichkeit, sich nach starker Beanspruchung zu erholen.

 

Einzelheiten zum Standort für Feldsalat:

  • Valerianella ist winterhart und verträgt Temperaturen bis -20 °C
  • besonders beliebt ist der Gewöhnliche Feldsalat (Valerianella locusta)
  • sonnige, kalkhaltige und lehmige Substrate sind ideal
  • mit anderen Böden kommt Feldsalat aber auch zurecht
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 6,5 und 7,5
  • gute Pflanznachbarn im Gemüsebeet: Tomaten, Radieschen und Porree
  • Valerianella locusta ist auch als Rapunzel bekannt

 

Feldsalat ‚Rapunzel‘ | © Das Grüne Archiv

1. Schritt – Aussaattermin wählen: Aussäen können Sie Feldsalat zweimal pro Jahr. Die erste Aussaat erfolgt dabei im Frühjahr, etwa gegen April. Eine erneute Anzucht sollte dann entweder im August oder gegen Spätherbst, also Anfang November möglich sein, wobei während der Keimphase auch in herbstlichen Monaten eine Temperatur von mindestens 5 Grad herrschen sollte. Ist dies nicht der Fall muss die Herbstsaat vorerst mit Gartenvlies geschützt werden.

2. Schritt – Feldsalat aussäen: Ein aufgelockerter Boden schadet beim Pflanzen von Gemüse nie. Auch könnten Kalkbeimengungen die Standortbedingungen verbessern. Weitere Bodenoptimierungen sind im Falle des Feldsalats aber nicht nötig. Säen Sie die Salatsamen einfach in einer Tiefe von 1 bis 2 Zentimetern aus und achten Sie bei Balkonkasten- und Beetkulturen auf einen Pflanzen- bzw. Reihenabstand von 10 Zentimeter. Ein guter Tipp ist es kleine Furchen vorzuziehen und das Saatgut dann in gebührendem Abstand auszubringen. Im Topf sollten nie mehr als 6 bis 7 Samenkörner Platz finden.

3. Schritt – Feldsalat pikieren: Bis die Salatpflanzen ausgewachsen sind, können bis zu 3 Monate vergehen. Währenddessen wird aber eventuell ein Pikieren der Jungpflänzchen nötig. Wurde der Salat im Herbst ausgebracht, könnte sich die Wachstumsphase aufgrund der kühleren Temperaturen etwas verlängern.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Erstaussaat von Valerianella ab April möglich
  • Zweitaussaat erfolgt im August oder November
  • während der Keimung auf eine konstante Temperaturen von mind. 5 °C achten
  • bei Aussaat in sehr kalten Herbstmonaten die Anzucht ggf. mit Vlies abdecken
  • bei Bedarf Boden vor der Aussaat auflockern und mit Kalk anreichern
  • Saattiefe für Feldsalatsamen: 1 – 2 cm
  • Pflanzen- bzw. Reihenabstand im Beet und Balkonkasten: 10 cm
  • bei Topfkultur max. 7 Samenkörner pro Gefäß ausbringen
  • bei zu dichter Aussaat müssen die Jungpflanzen pikiert werden
  • Feldsalat ist von Frühling bis Sommer nach ca. 10 – 12 Wochen erntereif
  • bei Herbstsaaten verlängert sich der Reifeprozess ein wenig



Feldsalat pflegen – gießen, ernten und vermehren

So unkompliziert wie in seinen Standortansprüchen ist Feldsalat auch in Sachen Pflege. Gleichmäßige Wassergaben unter Vermeidung von Staunässe sind primär in der Keimphase wichtig. Danach sind gerade Herbstkulturen nur noch auf Wenig Wasser angewiesen. Alles in Allem müssen Jungpflanzen bis zur Erntereife allenfalls mäßig gegossen werden. In anhaltenden Trockenperioden hat der Salat natürlich einen etwas höheren Wasserbedarf. Zum Gießen geeignet ist mit Blick auf die Vorliebe von Feldsalat für Kalk durchaus kalkhaltiges Leitungswasser sinnvoll. Weitere Mineral- oder Nährstoffgaben sind jedoch nicht erforderlich.

Kurztipps zum Gießen von Feldsalat:

  • in der Keimphase von für gleichbleibende Bodenfeuchtigkeit sorgen
  • danach das Gießen auf ein moderates Maß reduzieren und Staunässe vermeiden
  • in trockenen Perioden die Wasserzufuhr dementsprechend anpassen
  • kalkhaltiges Leitungswasser deckt den Mineralbedarf des Feldsalat
  • eine Düngung ist bei Arten der Valerianella nicht nötig

 

Außer der Bewässerung konzentrieren sich die Pflegeschritte am Feldsalat lediglich auf Unkrautjäten und Scheckenjagd. Gehen Sie hier behutsam vor, wenn Sie im Wurzelbereich der Pflanzen arbeiten, um die Rhizome nicht zu gefährden.

Hühnchen und Tomaten an Feldsalat | © Das Grüne Archiv

Die Ernte von Valerianella kann wie bereits erwähnt 2,5 bis 3 Monate nach der Aussaat erfolgen. Schneiden Sie hierzu die Salatblätter einfach mit einer Küchenschere ab. Die Wurzeln verbleiben im Boden und treiben mit viel Glück erneut aus, was eventuell eine Zweiternte ermöglicht. Mit Blick auf den Nitratgehalt des Salats, welcher in der Nacht seinen Zenit erreicht, sollte Feldsalat immer kurz nach Sonnenuntergang geerntet werden.

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