Erbsen – Anbauen, Pflege und Ernte

Erbsen – Anbauen, Pflege und Ernte

© Leonid Nyshko - Fotolia.com
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Bei den süßlich schmeckenden Erbsen (Pisum sativum) handelt es sich um robuste Rankpflanzen, die eng verwandt sind mit Bohnen. Zu unterscheiden sind hierbei Schalenerbsen, Zuckererbsen und Markerbsen. Während Schalenerbsen meist als Trockenerbsen gelagert und erst im gegarten Zustand verzehrt werden, kann man Mark- und Zuckererbsen auch roh genießen. In Sachen Samenbeschaffenheit ähneln sich wiederum Zucker- und Schalenerbsen sehr, denn beide besitzen Samenkörner mit glatter Oberfläche. Ganz anders als die Markerbse, deren Samen eine schrumpelige Außenschale aufweisen. Ungeachtet ihrer Unterschiede stecken Erbsengewächse jedoch allesamt voller gesunder Nährstoffe. Beispielsweise reichen bereits 150 g der kleinen grünen Gemüseperlen aus, um den täglichen Bedarf an Vitamin B zu decken. Wie sie den Erbsengewächsen besonders viele Vitamine entlocken und wo Sie Pisum sativum im Garten am besten anbauen, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Erbsen anbauen – Standort und Ablauf

Erbsengewächse zählen zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), welche gemeinhin auch als Leguminsoen bekannt sind. Ursprünglich stammen sie aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien, werden heute aber auch in Mitteleuropa, Afrika und Nordamerika häufig kultiviert. In Sachen Wuchshöhen erreichen die einjährigen Rankpflanzen bis zu 2 m. Eine geeignete Kletterhilfe am Beetstandort ist deshalb unerlässlich für einen aufrechten und ertragreichen Wuchs.

Bei der Auswahl des Standorts sollten Sie daran denken, dass Erbsen zur gehaltvollen Ausbildung ihrer Schoten einen sonnigen Standort benötigen. Am besten gedeihen sie in durchlässigen Lehmböden, die mit Sand und Humus angereichert wurden. Ebenso sollte das Substrat Kalk und einen leicht basischen pH-Wert, zwischen 6,0 und 7,0 aufweisen. Nur so können die Erbsen einen hohen Nährstoffgehalt ausbilden. In Mischkultur wachsen Erbsen am besten neben Radieschen, Rettich, Salaten, Möhren und Kohlsorten.

Anbautipp: Nach einer erfolgreichen Kultur dürfen Sie am Standort der Erbsengewächse etwa 6 Jahre keine Leguminosen mehr anbauen. Die Hülsenfrüchtler weisen nämlich eine starke Unverträglichkeit gegen sich selbst auf. Dies kann bei einer unzureichenden Einhaltung der Fruchtfolge zu schwächelnden Pflanzen und einem erhöhten Schadbildrisiko führen.


Gartentipps zum Standort für Erbsen:

  • Erbsen benötigen einen sonnigen Standort, sowie eine geeignete Rankhilfe
  • die Leguminosen fühlen sich in humosen und kalkhaltigen Lehmböden am wohlsten
  • für eine bessere Durchlässigkeit sollte das Substrat mit Sand angereichert werden
  • pH-Wert des Bodens: leicht basisch, bei 6,0 bis 7,0 Punkten
  • geeignete Beetnachbarn sind Möhren, Salate, Rettich, Radieschen, Kohlsorten
  • nach dem Anbauen dürfen am Standort für 6 Jahre keine Leguminosen mehr stehen


  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Die Aussaat von Schalerbsen und Zuckererbsen kann bereits ab Mitte März erfolgen. Die Markerbse wird dagegen etwas später, etwa ab Anfang April ausgesät, da sie deutlich kälteempfindlicher ist als ihre Artgenossen. Die Samen der Zuckererbsen können Sie vor der Ausbringung einen Tag in Wasser vorquellen lassen. Dies macht die Samenkörner keimfähiger und erhöht somit den Anbauerfolg.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor dem Einbringen der Samen wird der Boden für die Ansprüche der Erbsen tiefgründig umgegraben. Bei Bedarf können Sie das Substrat noch mit Sand, Humus und Kalk anreichern, ehe Sie mit dem Anbauen beginnen.
  3. Schritt – Erbsen aussäen: Erbsen werden in Reihen mit einem Reihenabstand von 40 cm und einem Pflanzabstand von 5 cm Abstand gesät. Die Pflanztiefe beträgt 10 cm. Nachdem Sie das Saatgut mit Erde bedeckt haben, gilt es, die Anzucht bis zur Keimung regelmäßig zu wässern. Zum Schutz vor Vögeln ist ferner ein Gartenvlies zur Abdeckung ratsam.
  4. Schritt – Saatgut abstützen: Sobald die Jungpflanzen eine Wuchshöhe von 20 cm erreicht haben, wird eine adäquate Rankhilfe notwendig. Ansonsten drohen die Erbsenranken, einen kriechenden Wucherwuchs zu entwickeln. Auch ist ohne eine geeignete Stütze die Gefahr groß, dass die Pflanzen bei starken Winden abknicken. Stellen Sie jeder Ranke deshalb ein Klettergerüst oder zumindest einen stabilen Bambusstab als Wuchshilfe zur Seite.


Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Schalen- und Zuckererbsen: März bis April
  • Aussaattermin für Markerbsen: April
  • Samen der Zuckererbsen vor der Aussaat 1 Tag lang in Wasser vorquellen
  • unterdes den Standortboden tiefgründig umgraben und gut auflockern
  • bei Bedarf das Substrat mit Humus, Sand und Kalk anreichern
  • Aussaat der Erbsen erfolgt dann in Reihen bei einer Saattiefe von 10 cm
  • Pflanzabstand: 5 cm / Reihenabstand: 40 cm
  • nach der Aussaat Erbsensamen konstant feucht halten und mit Gartenvlies schützen
  • Rankhilfen sind ab einer Wuchshöhe von 20 cm dringend notwendig
© Vladyslav Siaber - Fotolia.com
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Pflege der Erbsen – gießen, düngen und ernten

Während ihrer Blütezeit von Mai bis Juni blühen Erbsen in einem vielfältigen Farbspektrum, das von Weiß bis Violett reicht. In dieser Phase haben die Leguminosen einen erhöhten Wasserbedarf. Bewässern Sie die Pflanzen hier also regelmäßig, jedoch ohne Staunässe dabei zu erzeugen. Kalkhaltiges Leitungswasser macht den Erbsengewächsen diesbezüglich nichts aus. Im Gegenteil, freuen sich die Erbsenranken sogar über ein gewisses Maß an Kalk und bedanken sich dafür mit besonders schmackhaften Hülsenfrüchten.

Neben regelmäßigen Gießgängen sollte das Gemüsebeet, in dem die Erbsen stehen, durch gelegentliches Hacken von Unkraut befreit werden. Unmittelbar danach kann die aufgelockerte Erde um die Erbsenpflanzen angehäufelt werden, was ihnen zusätzliche Stabilität gibt und sie vor Schädlingsbefall zu schützt. Wer die Fruchtbildung der Erbsen im Rahmen der Blütezeit fördern möchte, mischt ergänzend noch etwas Holzasche unter die Erde.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • in ihrer Blütezeit von Mai bis Juni benötigen Erbsen sehr viel Wasser
  • ein regelmäßiges Gießen der Leguminosen ist hier besonders wichtig
  • Staunässe sollte trotz großzügiger Bewässerung vermieden werden
  • für mehr Stabilität hin und wieder Erde im Wurzelbereich der Pflanzen anhäufeln
  • Ergänzend Unkraut jäten und die Erbsenranken gelegentlich mit Holzasche versorgen

Die Ernte von Erbsen erfolgt je nach Sorte von Mai bis Ende Juli. Markerbsen und Zuckererbsen werden diesbezüglich bereits geerntet, bevor die Schoten voll ausgereift sind. Bei Schalerbsen können Sie die Vollreife hingegen getrost abwarten. Pflücken Sie die Erbsenschoten vorsichtig von den Ranken ab, ohne dabei die Pflanze aus der Erde zu ziehen. Nach der Ernte werden Markerbsen und Zuckererbsen am besten frisch verwendet. Anders als Markerbsen können Sie Zuckererbsen mitsamt ihrer Schote verzehren, die frisch besonders knackig und saftig ist.

Schalenerbsen müssen bis zum Verzehr erst noch trocknen. Sie sind deshalb als Lagergemüse gut geeignet. Wer Saatgut fürs nächste Jahr gewinnen möchte, kann auch Mark- und Zuckererbsen trocknen und sie im nächsten Frühling erneut aussäen. Sobald alle Schoten von den Erbsengewächsen abgeerntet sind, wird der oberirdische Pflanzenanteil aus dem Beet entfernt. Das Wurzelwerk kann in der Erde belassen werden, da es dem Boden weiterhin wichtigen Stickstoff zuführt.

Kurztipps zum Ernten und Lagern:

  • Erntezeit für Erbsen: Mai bis Juli
  • Ernte erfolgt durch Abzupfen der Erbsenschoten
  • Mark- und Zuckererbsen können danach frisch und sogar roh verzehr werden
  • Schalenerbsen müssen dagegen erst getrocknet werden
  • hier ist die Vollreife der Erbsen abzuwarten
  • zur Gewinnung von neuem Saatgut lassen sich auch Mark- und Zuckererbsen trocknen
  • die Aussaat erfolgt dann wie gewohnt im nächsten Frühjahr
  • nach der Ernte oberirdischen Teil der Erbsenpflanze entfernen
  • das Wurzelwerk zur Stickstoffdüngung des Bodens in der Erde belassen

Interessante Varianten und Sorten der Erbse

Wie bereits erwähnt, existieren bisweilen verschiedene Unterarten der Erbse. Neben Schalen-, Mark- und Zuckererbsen ist hier auch die Ackererbse zu erwähnen. Diese wird heute zwar überwiegend als Futtermittel für Milchkühe und Geflügel verwendet, diente früher aber auch als Nahrungsmittel und zur Mehlherstellung. Auch ist die Ackererbse noch um einiges anspruchsloser als ihre ohnehin schon pflegeleichten Artgenossen. Zur besseren Übersicht hier eine kleine Artenkunde zu Varianten der Pisum sativum:

SorteBeschreibung
Ackererbse (Futtererbse)
Pisum sativum convar, speciosum
Erntezeit: Juli bis August
Besonderheiten: besonders pflegeleichte und standfeste Erbsenranken mit hohem Proteingehalt in den Schoten
gute Sorten: 'Alvesta', 'Attika', 'Auckland', 'Belmondo', 'Casablanca', 'Gregor', 'Hardy', 'Kleopatra', 'Konto', 'Amiata', 'La Mancha', 'Macrinas', 'Madonna', 'Mascara', 'Metaxa', 'Navarro', 'Nette', 'Respect', 'Rocket', 'Salamanca', 'Santana', 'Starter'
Markerbse
Pisum sativum convar. medullare
Erntezeit: Juni bis August
Besonderheiten: sehr süß schmeckende Erbsen für den Frischverzehr mit hohem Zuckeranteil
gute Sorten: 'Alderman', 'Blauschocker', 'Evita', 'Grandera', 'Lancet', 'Novelia', 'Rondo', 'Sima', 'Spring', 'Sublima', 'Vitara', 'Wunder von Kelvedon'
Schalenerbse (Palerbse)
Pisum sativum convar. sativum
Erntezeit: Juni bis Juli
Besonderheiten: die süßlich-mehligen Schalenerbsen werden als Trockenerbsen verwendet; für einen Frischverzehr müssen die Erbsen sehr jung geerntet werden
gute Sorten: 'Blauschoker', 'Douce Provence', 'Erster Mai', 'Frühe Harzerin', 'Germana', 'Grüne Serpette', 'Kleine Rheinländerin', 'Petit Provencal', 'Primavil'
Zuckererbse (Zuckerschote / Kefe)
Pisum sativum convar. axiphium
Erntezeit: Mai bis Juli
Besonderheiten: sehr süß schmeckende Erbsen; die Schoten können mitversehrt werden
gute Sorten: 'Ambrosia', 'Delikata', 'Früher Heinrich', 'Graue Rotblühende', 'Hendriks', 'Heraut', 'Norli', 'Oregon Sugar', 'Progress', 'Schweizer Riesen', 'Zuccola'


Erbsen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© govindji - Fotolia.com
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Erbsenranken sind robuste und pflegeleichte Pflanzen. Dennoch können sie von manchen Schädlingen befallen werden. Besonders häufig nisten sich Erbsenwickler und der Erbsenblattrandkäfer in den Ranken ein. Sie haben meist das Absterben der Pflanze oder die Vernichtung der essbaren Samenkörner zur Folge. Gegen die Schädlinge vorgehen können Sie aber mit dem Einsatz von Schlupfwespen. Auch das regelmäßige Absammeln der Erbsenblattrandkäfer und Erbsenwickler, sowie das Anbringen von Gemüseschutznetzen können helfen.

Neben Schädlingen machen den Erbsengewächsen hin und wieder auch Pflanzenkrankheiten wie die Brennfleckenkrankheit oder der Echte Mehltau zu schaffen. Pflanzen mit starkem Befall sollten Sie dabei umgehend aus dem Beet entfernen und im Restmüll entsorgen. Bei schwachem Befall können Sie es dagegen zunächst mit einer Spritzung aus Brennnesselsud versuchen. Die Behandlung schafft es immer wieder leichte Schadbilder an Pflanzen einzudämmen.

Fazit

Erbsen sind pflegeleichte und wuchsfreudige Gemüsepflanzen. Da sie aber zu den Rankenpflanzen gehören, benötigen für einen schönen Wuchs unbedingt eine Rankhilfe. Zudem sollten Sie ein kalkhaltiges, nährstoffreiches und kalkhaltiges Standortsubstrat in sonniger Lage wählen, damit sich die Leguminosen optimal entwickeln. Etwas mehr Aufmerksamkeit ist den Erbsengewächsen während der Blütezeit von Mai bis Juni zu schenken. Hier bilden die Hülsenfrüchtler ihre Schoten aus und brauchen darum eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Bei guter Pflege lassen sich die Erbsenranken dann schon ab Mai ernten.

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