Elfenblume – Standort, Pflanzen und Pflege

Elfenblume – Standort, Pflanzen und Pflege

© emer - Fotolia.com
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Die horstig wachsende Elfenblume (Epimedium) trägt ihren Namen nicht umsonst. Vor allem ihre asiatische Unterart, die Großblütrige Elfenblume (Epimedium grandiflorum) mutet mit ihren filigranen, weiß bis dunkelrosa Kelchblütenspornen an, als käme sie aus einer magischen Welt. Kaum verwunderlich also, dass die Epimedium grandiflorum von versierten Ziergärtnern gerne als origineller Bodendecker genutzt wird, um ihrem Gartenidyll eine zauberhafte Note zu verleihen.

Eine seltenere, deshalb aber nicht weniger beliebte Art der Epimedium ist die Alpen-Elfenblume (Epimedium alpinum). In europäischen Gefilden heimisch, gilt sie als traditionelles Gewächs in Bauerngärten und bietet mit ihren herzförmigen, gelb-dunkelroten Blüten eine optische Alternative zur Epimedium grandiflorum.


Wissenswertes: Die immergrüne Elfenblume hat viele Beinamen, wie zum Beispiel Sockenblume oder Bischofsmütze. Großblütrige Elfenblumen im Speziellen sind in Asien und Europa auch unter dem Namen Ziegenkraut bzw. Ziegenwurzel bekannt. Die aphrodisierende Wirkung der Elfenblume wurde nämlich erstmals an einem Ziegenbock beobachtet, der sich mit Vorliebe von der Epimedium ernährte.


Elfenblumen pflanzen – Standort und Ablauf

Elfenblumen gehören zur Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae). Neben ihren Hauptstandorten in Asien gedeiht die Pflanze auch prächtig in Europa, wo sich ihre Blütezeit zwischen April und Mai bewegt. Dabei erreicht sie Wuchshöhen von 10 bis 40 cm und fühlt sich auf windgeschütztem, hellem bis halbschattigem Terrain am wohlsten. Einige Zuchtformen tolerieren auch Vollschatten, weshalb Sie bei der persönlichen Sortenwahl strategisch vorgehen sollten.

Auch die Standortwahl ist in mancher Hinsicht von der Sorte abhängig. So sind die asiatischen Sorten der Epimedium grandiflorum beispielsweise schwächer im Wurzelwuchs und sollten deshalb in Tuffs, gemeinsam mit wurzelarmen Farnen, Funkien, Schattengräsern oder Zwiebelblumen gepflanzt werden. Sorten der Epimedium alpinum können Sie hingegen problemlos neben starker Wurzelkonkurrenz wie Christophskraut oder Salomonspiegel ausbringen.

Mit einem frisch-feuchten Sand- oder Lehmmischboden können Sie Ihre Elfenblumen sehr glücklich machen. Neutrale Gartenerde reicht hierzu völlig aus. Wenn Sie aber möchten, dass die Epimedium reichblühend gedeiht, sollten Sie ein Substrat wählen, das nicht kalkhaltig ist und genug nährstoffreiche Humusanteile (z.B. Lauberde oder Torfmull) aufweist.


Tipp: Elfenblumen zählen zu den Schattenstauden der Berberidaceae. Aus diesem Grund werden sie gerade im Schattengarten gerne kultiviert. Hier machen sich Arten der Epimedium gut mit Primeln und Christrosen. Wer asiatische Gartenformate bevorzugt, kann seine Exemplare auch stilecht unter einem Japanischen Ahorn bzw. einer Zierkirsche arrangieren.


Einzelheiten zum Standort für Elfenblumen:

© Volker Z  - Fotolia.com
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  • Hauptblütezeit der Epimedium zwischen April und Mai
  • für Elfenblumen windgeschützten Standort im hellen Halbschatten
  • Zuchtsorten mit höherer Schattentoleranz erhältlich
  • Epimedium grandiflorum nur neben wurzelarmen Pflanzennachbarn ansiedeln
  • Epimedium alpinum verträgt wurzelstarke Konkurrenz
  • Pflanze bevorzugt frische Sand- und Lehmmischböden mit neutralem pH-Wert
  • auf ausreichenden Feuchtigkeits-, Nährstoff- und Humusgehalt achten
  • von kalkhaltigen bzw. alkalischen Substraten absehen
  • Epimedium ist ideal für Schattengärten neben Primeln und Christrosen
  • unterstützt mit Japanische Ahorn und Zierkirsche asiatische Gartenkonzepte
  1. Schritt – Stauden auswählen: Elfenblumen werden entweder im Herbst oder im Frühjahr gepflanzt. Besorgen Sie sich am besten eine vorgezogene Staude aus dem Gartenhandel, da diese erfahrungsgemäß besser gedeiht als sehr junge Pflanzen.


  2. Schritt – Erde mulchen: Um einem Feuchtigkeitsverlust der Standorterde nachhaltig vorzubeugen, empfiehlt sich bei Elfenblumen ein ausgiebiges Mulchen mit Stallmist oder Kompost. Gehen Sie hier gewissenhaft vor, denn die richtige Bodenqualität garantiert Ihnen langjährige Freude an Ihren elfischen Zaubergewächsen.


  3. Schritt – Epimedium setzen: Setzen Sie einzelne Elfenblumen je nach Sorte im Pflanzabstand von 15 bis 35 cm zu etwaigen Artverwandten. Bei Tuffs ist zudem die finale Wuchsgröße etwaiger Nachbargewächse zu beachten.


  4. Schritt – Stauden der Elfenblume wässern: Unmittelbar nach der Ausbringung sollten Sie Ihre Elfenblume gleichmäßig feucht halten, um ihr beim anwurzeln zu helfen. Vermeiden Sie schon hier größere Trockenphasen, damit ihre Epimedium nicht verkümmert.


Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Epimedium im Herbst oder Frühjahr
  • vorgezogene Stauden erhöhen Chance einer erfolgreichen Kultivierung
  • Pflanzabstand von 15 bis 35 cm einhalten
  • Elfenblume nach dem Pflanzen gut wässern
  • Trockenheit der Epimedium vermeiden

Pflege der Elfenblumen – gießen, ausputzen, vermehren

© E. Schittenhelm - Fotolia.com
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Auch wenn die Elfenblume feuchte Böden liebt, ist Staunässe tunlichst zu vermeiden. Gießen Sie demnach erst, sobald die oberste Erdschicht getrocknet ist. Da Elfenblumen ferner keinen Kalk vertragen, ist es bei der Bewässerung sinnvoll, auf kalkfreies Regenwasser zurück zu greifen.

Tun Sie Ihrer Epimedium im Frühjahr etwas Gutes und helfen Sie ihr mit Kompost, Laubspreu oder Torf, sich nach den nährstoffzehrenden Wintermonaten zu erholen. Eine wohldosierte Frühlingseinheit Langzeitdünger ist zur Unterstützung eines üppigen Wachstums ebenfalls ratsam.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Elfenblume stets feucht halten, ohne Staunässe zu produzieren
  • oberste Erdschicht vor dem Gießen auf Trockenheit überprüfen
  • zur Bewässerung der Epimedium kalkfreies Regenwasser nutzen
  • Düngung im Frühjahr mit Kompost, Laubspreu oder Torf
  • Langzeitdünger sorgt für üppiges Wachstum

Ein regelmäßiges Ausputzen der Epimedium ist ungemein wichtig, um die Staude vor Krankheiten und Schädlingen zu bewahren. Entfernen Sie also noch im Frühjahr alle abgestorbenen Blätter. Ältere Elfenblumen profitieren von einem bodennahen Rückschnitt im Frühling. Auf diese Weise treibt die Pflanze während und nach der Blütezeit wieder kräftiger aus, was zu einer schöneren und volleren Blüte führt.


Vermehren durch Rhizome: Sofern Sie den Wuchs Ihrer Epimedium für zu stark erachten, können Sie die Ausläufer der Schattenstauden im Herbst zurück stutzen. Bei dieser Gelegenheit lassen sich auch gleich Wurzelableger der Pflanze sammeln. Gehen Sie bei der Abteilung der Rhizome behutsam vor und bedecken Sie die jungen Ableger nach dem Einpflanzen mit einer schützenden Laubschicht und Reisig. Für größere Elfenblumen ist ein Winterschutz gemeinhin unnötig, da Stauden der Gattung Epimedium gegen Temperaturen von bis zu -15 °C frostresistent sind.

Kurztipps zum Ausputzen und Vermehren:

  • abgestorbene Blätter im Frühjahr vor der Blütezeit entfernen
  • Ältere Stauden der Epimedium im Frühjahr bodennah zurück schneiden
  • bei zu starkem Wuchs Ausläufer der Elfenblume im Herbst entfernen
  • Vermehrung der Epimedium durch Rhizomteilung ebenfalls im Herbst
  • Winterschutz mit Laub und Reisig nur bei Jungpflanzen notwendig

Übersicht zu interessanten Sorten der Epimedium

Epimedium alpinum und Epimedium grandiflorum sind Teil der bis zu 60 Arten umfassenden Pflanzengattung der Elfenblumen, welche der Bund deutscher Staudengärtner 2014 sogar zur Staude des Jahres kürte. Speziell die Zuchtsorte Epimedium grandiflorum verdanken wir dabei dem bayerischen Arzt Phillipp Franz von Siebold. Dieser Betrieb neben seiner medizinischen Arbeit auch Japan- und Naturforschung und entdeckte die großblütrige Elfenblume 1830 bei einer Asienreise. Als Heimat der Sorte gelten die japanischen Inseln Honshū und Shikoku. Die genaue Herkunft des Wildtyps ist jedoch unbekannt, auch wenn Botaniker davon ausgehen, dass die Epimedium grandiflorum entweder in Korea, China oder in Japan selbst beheimatet ist.

Mit den Hybridkreuzungen der großblütrigen Elfenblume, der Alpen-Elfenblume und einigen anderen Arten der Epimedium steht heimischen Gärtnern eine bunte Vielzahl an Blüten- und Blattfarben zur Verfügung. Einige Sorten möchten wir Ihnen im Folgenden etwas genauer vorstellen.

SorteBeschreibung
Cambridge-Elfenblume
Epmedium cantabrigiense
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: hellgelb bis gelb, ungespornte Blüten
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: reichblühend, hohe Schattenverträglichkeit
Frohnleiten-Elfenblume
Epimedium perralchicum
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: leuchtend gelb, gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: reichblühend, horstig und buschig
Großblütrige Elfenblume 'Lilafee'
Epimedium grandiflorum 'Lilofee'
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: blauviolett, gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: horstig, gut als kissenbildender Bodendecker
Großblütrige Elfenblume 'Rose Queen'
Epimedium grandiflorum 'Rose Queen'
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: hell- bis dunkelrosa, gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 10 bis 25 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: reichblühend, horstig und kissenbildend
Großblütrige Elfenblume 'Rubinkrone'
Epimedium grandiflorum 'Rubinkrone'
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: purpur mit weißer Mitte, gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 20 bis 25 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: horstig; gut im Tuff und als Gehälzbegrenzung
Rote Elfenblume
Epimedium rubrum
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: rubinrot, ungespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: horstig; gut im Tuff und als Gehölzbegrenzung
Weiße Elfenblume
Epimedium diphyllus
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: reinweiß, gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 15 bis 20 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: horstig; gut im Tuff und als Gehölzbegrenzung
Schwefel-Elfenblume
Epimedium versicolor
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: schwefelgelb, leicht gespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: horstig und buschig; gedeiht gut als Bodendecker
Warley’s Elfenblume ‘Orangekönigin’
Epimedium warleyense
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: hellorange, ungespornte Kelchblüten
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: polsterartig; kissen- und teppichbildend

Elfenblumen – Mögliche Schädlinge

Bei guter Pflege sind Elfenblumen weitestgehend resistent gegen Schädlinge. Einzig Schnecken könnten ihr gefährlich werden, da die Epimedium zu den bevorzugten Fresspflanzen der kleinen Kriechtiere gehört. Um einem Schneckenfraß vorzubeugen, sollten Sie schon im Frühjahr notwendige Vorkehrungsmaßnahmen treffen:

  • Mulchen sie nicht mit frischen Pflanzenresten – Die Epimedium erleidet Schneckenfraß gerne dann, wenn sie von zu feuchten Pflanzenresten umgeben ist. Arbeiten sie daher immer mit trockenen Mulchkomponenten und bringen Sie Dünger stets dünn auf den Standortboden aus.


  • Gießen sie sprenkelnd, flächendeckend und nur am Morgen – Schnecken sind abends am aktivsten und fühlen sich von frischen Feuchtstellen im Laub angezogen.


  • Bewegungsraum der Schnecken begrenzen – Barrieren wie Schneckenzäune, Salathauben, Asche- und Sägemehlstreifen sind ein gutes Mittel, um Schnecken höflich des Pflanzgeländes zu verweisen. Ergänzend müssen um die Epimedium größere Schneckenaufläufe regelmäßig aufgesammelt werden, um einen hartnäckigen Tumult im Gartenbeet zu unterbinden.


  • nützliche Schutzpflanzen – Geruchsintensive Pflanzen wie Lavendel, Salbei und Thymian genießen den Ruf, Schmecken durch aromatische Abwehr fernzuhalten. Probieren Sie es doch einfach mal aus und setzen Sie die Duftpflanzen gemeinsam mit Elfenblumen im Tuff.


Fazit

Mit ihren märchenhaften Blüten machen Elfenblumen, die zur Familie der Berberidaceae gehören, aus jedem Garten einen mystischen Hain. Um entsprechende Effekte zu erzielen, sind die floralen Schmuckstücke aber dringend vor Trockenheit zu schützen. Auch Staunässe und Wind bekommen der Epimedium nicht sehr gut, wohingegen Forst ihr kaum etwas anhaben kann. Wer seine Elfenblume gewissenhaft pflegt und sie weder ertrinken, noch vertrocknen lässt, hat in ihr ein wunderbares Dekorationselement und einen traumhaften Bodendecker für den eigenen Garten.

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