Eberesche (Vogelbeere) – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Eberesche (Vogelbeere) – Pflanzen, Pflege, Schneiden

© Myst - Fotolia.com
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Anders als die echte Esche wird die auch als Mehlbeere, Elsbeere oder Vogelbeere bekannte Eberesche (Sorbus) häufig als kleiner Zierbaum oder Strauch kultiviert. Da die Pflanze relativ unempfindlich gegen Autoabgase und ähnliche Schadstoffbelastungen der Luft ist, findet man sie vor allem in verkehrs- und fabriknahen Gegenden. Allerdings machen sich Vogelbeere und Co. dank ihrer leuchtend orange-gelben bis rot-braunen Früchte auch in Privatgärten sehr gut und haben in Sachen Verwendungsmöglichkeiten einiges zu bieten. So können ihre in Dolden angeordneten Beeren beispielsweise zur Herstellung von Konfitüre verwendet werden, was einige sehr verwundern dürfte. Immerhin hält sich der Irrglaube, Vogelbeeren seien giftig, recht härtnäckig in der Allgemeinheit. Tagsächlich verursacht die in den Beeren enthaltene Parasorbinsäure beim Verzehr der rohen Früchte aber nur leichte Magenreizungen und kann durch Erhitzung zu unbedenklicher Sorbinsäure umgewandelt werden. Diese wird in der Lebensmittelindustrie sogar als natürlicher Konservierungsstoff genutzt.

Wissenswertes: Auch wenn der Begriff Vogelbeere gerne für alle Sorbumarten benutzt wird, handelt es sich hierbei eigentlich nur um eine Unterart der Ebereschen, nämlich Sorbus aucuparia. Dessen Früchte wissen vor allem Vögel sehr zu schätzen, die über ihren Kot auch für die Ausbreitung der Sorbussamen sorgen. Einen Hinweis auf jene Vögel, die sich im Falle der Vogelbeere besonders um die Samenverbreitung verdient machen, geben Trivialnamen einzelner Arten, so zum Beispiel Drosselbeere, Krammetsbeere, Kreienbeere, Gimpelbeere, Sperberbaum und Elsterbaum.


Eberesche pflanzen – Standort und Ablauf

Für namentliche Verwirrung sorgt bei der Eberesche auch die Vorsilbe ‚Eber‘. Sie ist nicht dem männlichen Schwein gewidmet, sondern leitet sich vom altdeutschen Begriff aber ab, der auch in Aberglaube zu finden ist und ‚wider‘ oder ‚falsch‘ bedeutet. Der altertümliche Name der Vogelbeere, Aberesche, wie auch die moderne Wortform Eberesche lassen sich demnach mit ‚Falsche Esche‘ oder ‚Scheinesche‘ übersetzen. Gründe hierfür gibt es einige. So sind die ganzrandigen Fiederblätter mancher Sorbusarten beispielsweise leicht mit denen der echten Esche zu verwechseln. Außerdem liegt das ursprüngliche Verbreitungsgebiet beider Bäume in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Allerdings zählt die Eberesche nicht wie die echte Esche zu den Ölbaumgewächsen, sondern zu den Rosengewächsen (Rosaceae).

Auch in Sachen Bodenverhältnisse unterscheiden sich Esche und Eberesche bisweilen stark. Zwar bevorzugt auch die Eberesche vollsonnige bis halbschattige Standorte und durchlässige Humusböden mit guten Wasserspeicherfähigkeiten, auf den von Eschen geforderten Nährstoffgehaltdes Bodens kann Sorbus aber getrost verzichten. Ebenso sind Ebereschen weitaus weniger wählerisch, was Boden-pH-Werte anbelangt. Von sauren bis hin zu alkalischen Substraten kommt die Pflanze eigentlich mit allen Böden wunderbar zurecht. Einzig, was die Pflanzumgebung anbelangt, sollten Sie umsichtig planen, denn die aggressiven Wurzeln der bis zu 25 m hohen Vogelbeere dringen ganze 2 Meter tief ins Erdreich ein und nehmen weder auf Rohrleitungen, noch angrenzende Nachbargewächse Rücksicht. Darüber hinaus ist von einer Pflanzung neben hitzespeichernden Hauswänden abzuraten, reagieren Mehl- bzw. Vogelbeeren auf zu viel Hitze doch relativ empfindlich.

Pflanztipp: Die Gattung Sorbus weist sowohl Baum- als auch Straucharten auf, deren Artenbezeichnungen für die vielfältigen Beinamen der Hauptgattung sorgten. Als Baum besonders beliebt sind diesbezüglich der Vogelbeerbaum alias Echte Vogelbeere (Sorbus aucuparia), der Sperberbaum alias Speierling (Sorbus domestica), sowie die Elsbeere alias Elsterbaum (Sorbus torminalis). Als Sträucher der Eberesche werden Echte Mehlbeere (Sorbus aria) und Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus) gerne gepflanzt. Vogelbeere und Echte Mehlbeere dienen dabei traditionell zur Herstellung von Eingemachtem.


Einzelheiten zum Standort für Ebereschen:

  • Vogelbeeren benötigen Standort in der Sonne oder im hellen Halbschatten
  • Standortboden sollte durchlässig, humos, wasserspeichernd und nährstoffarm sein
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis schwach alkalisch zwischen 5,5 und 8,5
  • Eberesche ist hitzeempfindlich, daher nicht an hitzespeichernden Mauern pflanzen
  • Pflanze entwickelt bis zu 2 m tiefe Senkwurzeln
  • Standort sollte deshalb frei von Rohrleitungen und anderen Gewächsen sein
  • beliebte Sorbusarten: aria, aucuparia, chamaemespilus, domestica und torminalis
  • Echte Vogelbeere und Echte Mehlbeere sind beliebte Fruchtzutaten

Die Eberesche kann stolze 100 Jahre alt werden und entwickelt nicht selten eine Wuchsbreite von 4 bis 6 Meter. Wählen Sie den Standort deshalb von vorn herein entsprechend aus. Im Notfall können Sie den Baum- und Strauchexemplare der Vogelbeere auch nachträglich umsetzen, wobei dies nur geschehen sollte, solange die Gewächse zwischen 4 und 7 Jahren alt sind. Hier lässt sich aus den tiefgehenden Wurzeln noch relativ leicht ein ausreichend großer Wurzelballen abstechen, was den Wuchs der Pflanzen enorm schont.

  1. Pflanzschritt – Pflanztermin wählen: Wie bei vielen Gewächsen bietet sich auch bei der Eberesche eine Pflanzung im Frühjahr nach den letzten Bodenfrösten an. Insbesondere junge Containerpflanzen nehmen leicht Frostschaden, was das Anwachsen im Boden deutlich erschwert.


  2. Pflanzschritt – Boden vorbereiten: Ein Auflockern und Drainieren der Erde ist bei Arten der Vogelbeere sehr ratsam. Nehmen Sie hierfür am besten etwas Mulch oder Sand, sowie ein drainierfähiges Tongranulat zur Hand und arbeiten Sie dieses in den Boden ein. Störende Wurzelreste und andere Bodenhindernisse sind selbstverständlich ebenfalls zu entfernen. Bei einem Umsatz der Eberesche muss zur Vorbereitung ein mit Kompost und Sand gefüllter Graben vorbereitet werden. Dieser sollte etwa ein Jahr lang ruhen, ehe Sie die Vogelbeere umpflanzen.


  3. Pflanzschritt – Eberesche pflanzen: Wie bereits erwähnt, benötigten Ebereschen sehr viel Platz, weshalb ein adäquates Pflanzloch mit etwa 70 Zentimetern Tiefe und Breite sehr großzügig bemessen sein sollte. Was den Pflanzabstand anbelangt, so gilt ein Richtwert von drei bis vier Metern zu jedem anderen Baum oder Großstrauch. Bei kleineren Nachbarpflanzen, Sträuchern oder Büschen reichen ein bis zwei Meter Distanz aus.


  4. Pflanzschritt – Eberesche angießen: Gießen Sie Ihre Vogelbeere nach der Pflanzung gut an, um ihr das Anwachsen im Standortboden zu erleichtern. Vermeiden Sie aber schon hier Staunässe, denn diese bekommt Ebereschen trotz all ihrer Liebe zur Feuchtigkeit nicht besonders gut.

Kurztipps zur Pflanzung im Überblick:

  • Eberesche wird bis zu 100 Jahre alt und zwischen 4 und 6 m breit
  • Pflanzung deshalb sehr gut planen und Standort richtig auswählen
  • Pflanztermin für Vogelbeeren: Frühling nach den Eisheiligen
  • Boden vor dem Einpflanzen von störenden Bodenhindernissen befreien
  • ergänzend Substrat mit Mulch oder Sand auflockern
  • Drainage aus Tongranulat ist ebenfalls sinnvoll
  • Pflanzloch sollte mind. 70 cm tief und breit sein
  • Pflanzabstand zu anderen Bäumen und Großsträuchern: 3 bis 4 m
  • Pflanzabstand zu kleineren Sträuchern, Büschen und Pflanzen: 1 bis 2 .
  • Eberesche nach der Pflanzung gut angießen, Staunässe aber dennoch vermeiden
  • im Falle eines Umsatzes der Vogelbeere 1 Jahr vor der Pflanzung Graben ausheben
  • Pflanzgrube mit Kompost und Sand auffüllen und bis zum nächsten Jahr ruhen lassen
  • zur Schonung Wurzelballen vor der Pflanzung großflächig abstechen
  • Eberesche dann in die Grube setzen und erstbewässern

Pflege der Eberesche – gießen, düngen und schneiden

© Pink Badger - Fotolia.com
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Ob Vogelbeere, Elsbeere, Speierling oder eine andere Eberesche – alle Arten des Sorbus schätzen konstante Bodenfeuchtigkeit. Dies bedeutet allerdings nicht, dass in starren Intervallen gegossen werden muss. Herrscht beispielsweise ein anhaltender Regenfall, ist das Gießen komplett einzustellen, damit der Standortboden nicht übernässt. In trockenen Sommermonaten ist der Mangel an Feuchtigkeit dagegen durch zusätzliche Bewässerung auszugleichen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig die oberste Erdschicht und gießen Sie erst nach, wenn diese vollständig aufgetrocknet ist. Für die Bewässerung nutzen können Sie hierbei sowohl gesammeltes Regenwasser als auch Leitungswasser. Der Kalkgehalt des Wassers spielt weder bei Baum- noch bei Strauchexemplaren der Ebereschen eine Rolle.

Düngen müssen Sie Ihre Eberesche nur, wenn es sich beim Standortboden um extrem karge Substrate handelt, Sie bei der Pflanzung auf ein Mulchen verzichtet haben, der Baum bzw. Strauch sehr windig steht, oder bereits langjährig an einem Standort beheimatet ist. In diesen Fällen könnten die Blüten und Beeren der Pflanze mit einem dürftigem Wuchs auf die Nährstoffknappheit des Bodens reagieren. Zur Düngung geeignet sind hier herkömmlicher Kompost, Gesteinsmehl oder das pflanzeneigene Herbstlaub. Arbeiten Sie die Materialien im September in den Wuchsgrund ein und wässern Sie die Pflanze nach dem Düngen ausgiebig, um die Nährstoffe rasch im Untergrund zu verteilen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Eberesche nur in anhaltenden Trockenphasen gießen
  • Regenfälle halten den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens normalerweise konstant
  • zur Sicherheit oberste Erdschicht auf Trockenheit prüfen
  • sowohl kalkhaltiges Leitungs- als auch Regenwasser eignet sich für den Gießvorgang
  • Pflanze nur bei Bodenkargheit, windigem Standort oder langjähriger Standzeit düngen
  • ein Mulchen der Erde vor der Pflanzung kann die Düngung für eine Weile ersetzen
  • idealer Zeitpunkt für die Düngung: September
  • empfohlene Düngemittel: Kompost, Gesteinsmehl oder pflanzeneigenes Laub

Ungeachtet dessen, ob Sie Ihre Vogelbeere als Baum oder Strauch kultiviert haben, bringen zu starke Rückschnitte Ebereschen schnell aus der Form. Schneiden Sie darum nur, wenn die Pflanze in jungen Jahren extrem wuchert oder Ihr Sorbusstrauch bzw. -baum bewusst klein bleiben soll. Entfernen Sie hierfür sehr gezielt abgestorbene, vertrocknete und unansehnliche Pflanzenteile. Um die Eberesche nicht zu schwächen, sollten Sie immer knapp über dem Triebansatz schneiden und ausschließlich scharfe Scheren oder Sägen verwenden. Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt liegt im Frühjahr nach der Blüte. Bedenken Sie aber, dass frisch geschnittene Ebereschen womöglich an Kernobst einbüßen und deshalb nur mäßig Früchte entwickeln.

Wer die Beeren der Eberesche ernten möchte, tut dies am besten gegen Herbstmitte. Zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte der meisten Sorbusarten ausgereift und haben den bitteren Beigeschmack ihrer Parasorbinsäure weitestgehend abgelegt. Alternativ können Sie die Beeren aber auch als bunten Blickfang im Winter stehen lassen. Vogelbeeren halten sich nämlich bis weit in die kalte Jahreszeit an Baum und Strauch, was Vögeln und anderen Tieren eine willkommene Futterquelle liefert, wenn viele andere Bankettfrüchte längst aus dem Freiland verschwunden sind. Einen weiterer Vorzuge gegenüber anderen Gartengewächsen bieten Ebereschen durch ihre enorme Frosthärte, die je nach Art bis zu -40 °C beträgt und Winterschutzmaßnahmen gänzlich überflüssig macht.

    Vermehrung durch Aussaat: Die Beeren der Eberesche eignen sich nicht nur zur Weiterverarbeitung und als Futterquelle für Tiere. Auch die Vervielfältigung des Rosengewächses klappt dank seiner Früchte wunderbar. Allerdings sollten die Samenkerne der Beeren vor der Ausbringung komplett von Fruchtfleisch befreit werden. Neben Parasorbinsäure beinhalten Vogelbeeren nämlich noch einige weitere Stoffe, die den Keimvorgang des Saatguts behindern. Haben Sie die Samen jedoch erst einmal gesäubert, können Sie diese umkompliziert in einem Anzuchtgefäß heranziehen. Stellen Sie das Gefäß an einen warmen, lichtreichen Ort im Haus (z.B. auf die Fensterbank) und halten Sie die Erde bis zum Frühjahr gleichmäßig feucht. Sobald die aus den Samen gekeimten Jungpflanzen eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht haben, sind sie bereit für ihren neuen Standort im Garten.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Ebereschen nur schneiden, wenn sie als Kleinbaum oder -strauch gehalten werden
  • vornehmlich verdorrtes und unansehnliches Gehölz entfernen
  • für den Schneidvorgang stets scharfes Schneidwerkzeug verwenden
  • für Ernte und Vermehrung durch Samen die Früchte der Pflanze im September sammeln
  • zur Vervielfältigung Saatgut von Fruchtfleisch befreien und gut säubern
  • danach in Anzuchtgefäß geben und dauerhaft hell, warm und feucht halten
  • ab einer Höhe von 20 cm junge Baum- bzw. Strauchexemplar ins Freiland setzen
  • bester Zeitpunkt zum Auspflanzen junger Vogelbeeren ist der Frühling
  • Winterschutz ist für die Gewächse nicht erforderlich

Einzelheiten zu Arten und Sorten des Sorbus

Die etwa 100 Arten des Sorbus unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wuchsform und der Farbe ihrer Beeren. Auch haben sie bisweilen sehr unterschiedliche Blattformen. Erinnern die Blätter mancher Sorbusarten stark an die lanzettlichen, ganzrandigen Fiederblättchen der Esche, weisen andere gesägt-gefiederte Blätter auf oder besitzen gar gelapptes Laub. Daneben variiert auch die finale Wuchshöhe einzelner Ebereschen, weshalb wir die wichtigsten Artenunterschiede nachstehend für Sie zusammengefasst haben:

SorteBeschreibung
Elsbeere (Elsterbaum)
Sorbus torminalis
Blütezeit: Mai bis Juni
Beerenfarbe: schokoladenbraune Beeren, gelappte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 12 m
Herkunft: Eurasien, Nordwest-Afrika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: sehr seltene Eberesche mit einem der härtesten Hölzer Europas; beliebte Zutat für Schnäpse und Liköre
Speierling (Sperberbaum)
Sorbus domestica
Blütezeit: Mai bis Juni
Beerenfarbe: gelbe Beeren, gesägte Fiederblättchen
Wuchshöhe: bis zu 15 m
Herkunft: ganz Eurasien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: beliebte Zutat für Apfelwein; Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden
Vogelbeere (Vogelbeerbaum)
Sorbus aucuparia
Blütezeit: Mai bis Juni
Beerenfarbe: orange-gelbe bis rote Beeren, gesägte Fiederblättchen
Wuchshöhe: bis zu 15 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Carpet of Gold', 'Endulis', 'Fastigiata', 'Konzentra', 'Rosina'
Weißfrüchtige Hupeh-Eberesche
Sorbus hupehensis
Blütezeit: Mai bis Juli
Beerenfarbe: weiße bis rosa Beeren, ganzrandige Fiederblättchen
Wuchshöhe: bis zu 10 m
Herkunft: Asien
Eignung für Kultivierung: gut
gute Sorte: 'Rosea'
Echte Mehlbeere
Sorbus aria
Blütezeit: Mai bis Juni
Beerenfarbe: orange Beeren, gesägte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 15 m
Herkunft: Europa, Nordwest-Afrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: 'Lutescens', 'Magnifica', 'Majestica'
Zwerg-Mehlbeere
Sorbus chamaemespilus
Blütezeit: Mai bis Juli
Beerenfarbe: rote Beeren, gesägte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 1,5 m
Herkunft: Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: kleinste Form der Eberesche in Strauchform

Eberesche – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© Leonid Ikan - Fotolia.com
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An und für sich sind Ebereschen sehr robuste Bäume. Gravierende Pflanz- und Pflegefehler machen die Pflanzen jedoch äußerst anfällig für so manches Schadbild. Zudem gibt es einige Bakterien und Pilze, die auch vor gesunden Gewächsen nicht halt machen:

    Feuerbrand – Das Bakterium Erwinia amylovora befällt mit Vorliebe Kernobstgehölze, zu denen auch die Vogelbeere und ihre Artverwandten gehören. Die Bakterien verursachen den sogenannten Feuerbrand, der in Deutschland selbst bei bloßem Verdacht meldepflichtig ist. Befallene Pflanzen müssen umgehend unter Quarantäne gestellt werden, die eine Zone von 5 Kilometern umfasst. Bei leichten Krankheitsfällen genügt aber häufig das entfernen befallener Pflanzenteile, wobei wirklich tief ins gesunde Holz zurück geschnitten werden muss, um die Pflanze zu retten. Starkem Befall erfordert hingegen oftmals die Vernichtung der erkrankten Wirtspflanze.


    Pilzkrankheiten – Grauschimmel, Ebereschenmehltau und andere Baumpilzkrankheiten sind meist die Folge einer zu hohen Luft- oder Bodenfeuchtigkeit am Standort. Ein Pilzbefall äußert sich hier in der Regel durch vertrocknete und welke Blätter oder Früchte. Wie beim Feuerbrand ist das Ausschneiden befallener Pflanzenteile bei Pilzkrankheiten oberstes Gebot. Sollten Sie den zusätzlichen Einsatz von Fungiziden erwägen, achten Sie bitte auf umweltverträgliche Mittel.

Wichtig: Entsorgen Sie erkrankte Pflanzenteile niemals auf dem Kompost, sondern im Restmüll. Pilze und Bakterien finden sonst schnell Mittel und Wege, um sich erneut auszubreiten.


Fazit

Entgegen weitläufiger Meinungen ist die in Eberesche bzw. Vogelbeere enthaltene Parasorbinsäure nicht giftig, sondern lediglich magenreizend. Ausreichend erhitzt kann der Pflanzenstoff aber unschädlich und die Früchte der Pflanze so zur schmackhaften Zutat für Konfitüren, Kompott oder Liköre gemacht werden. Außerdem hält sich das Kernobst bis in den Winter hinein, was dank seiner leuchtenden Farbspiele wunderschöne Akzente in der tristen Winterlandschaft setzt. Dabei sind Ebereschen auch noch äußerst pflegeleicht und bedürfen kaum Zuwendung. Achten Sie aber dennoch auf die richtige Handhabe der Gewächse, da es bei Vernachlässigung der ohnehin wenigen Pflegeschritte leicht zur Schwächung der Pflanzen kommt.

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