Dill – Anbauen, Pflege und Ernte

Dill – Anbauen, Pflege und Ernte

© Leonid Nyshko - Fotolia.com
© Leonid Nyshko – Fotolia.com

Der auch als Gurkenkraut bezeichnete Dill (Anethum) ist eine pflegeleichte Pflanze, die sowohl in Topfkultur auf dem Balkon oder der Fensterbank, als auch in Freilandbeeten angebaut werden kann. Der einjährige Doldenblütler wird heute weltweit kultiviert und kann bis zu 1 m hoch werden. In den Sommermonaten bilden sich am Dill duftende, hellgelbe Blüten, die von Doppeldolden getragen werden. Das Blattwerk des Anethum enthält neben ätherischen Ölen wertvolle Mengen an Calcium, Natrium und Kalium, weshalb das Würzkraut gelegentlich auch als Heilpflanze gegen Krämpfe und Verdauungsprobleme eingesetzt wird. Wie Sie den schmackhaften und gesunden Dill bei sich zu Hause anbauen können, verraten wir Ihnen in diesem Pflanzratgeber.

Wissenswertes: Die Bezeichnung Gurkenkraut für Dill rührt vor allem daher, dass das Küchenkraut gerne zum Verfeinern von Gurkensalat und eingelegten Gurken genutzt wird. Auch lässt sich Anethum wunderbar gemeinsam mit Gurken kultivieren. Geht es um eine mögliche Verwechslungsgefahr, so sei darauf hingewiesen, dass auch das Würzkraut Borretsch gerne als Gurkenkraut bezeichnet wird. Bei ihm geht der Beiname jedoch auf seinen gurkenähnlichen Geschmack zurück.




Dill anbauen – Standort und Ablauf

Dill gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist überwiegend auf dem eurasischen Kontinent heimisch. Bei uns wird das Küchenkraut vor allem durch Aussaat in Töpfen, zum Beispiel auf dem Balkon, der Veranda oder der Fensterbank kultiviert. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Arten des Anethum meist einjährig sind und sich deshalb nur bedingt für Dauerpflanzungen im Garten eignen. Generell spricht jedoch nichts gegen eine Freilandkultur, solange der lichtkeimende und wärmeliebende Dill einen vollsonnigen Standort bekommt.

An den Boden stellt Dill nur wenige Ansprüche. Humose, gut aufgelockerte und durchlässige Gartenerde mit einem neutralen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,6 ist eigentlich immer geeignet. Wird das Substrat dann noch mit etwas Sand angereichert, fühlt sich Dill an seinem Balkon- oder Gartenstandort rund um wohl. Besonders beliebt ist bei uns im Übrigen der Gartendill.

Pflanztipp: Geeignete Beetnachbarn für Dill gibt es viele. Neben anderen Küchenkräutern wie Kümmel, Fenchel, Basilikum oder Kresse kann der Doldenblütler auch in Nachbarschaft von Gemüsepflanzen wie Gurken, Erbsen, Karotten, Kohl, Rote Beete, Salat oder Zwiebeln kultiviert werden.

Einzelheiten zum Standort für Dill:

  • Anethum ist einjährig und benötigt vollsonnige Standorte
  • der Doldenblütler schätzt humose, lockere, durchlässige und sandige Böden
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 7,0 und 7,6 Punkten
  • ein Anbau erfolgt am besten durch Aussaat in Töpfen
  • eine besonders beliebte Dillart ist der Gartendill
  • gute Pflanzpartner im Kräuterbeet: Basilikum, Fenchel, Kresse und Kümmel
  • im Gemüsebeet: Gurken, Erbsen, Karotten, Kohl, Rote Beete, Salat und Zwiebeln
  1. Schritt – Termin für Aussaat wählen: Die Vorzucht von Dill via Aussaat ist bereits ab März möglich. Halten Sie das Kraut hier aber unbedingt noch im Warmen auf der Fensterbank, denn erst nach den Eisheiligen im Mai, wenn die Temperaturen dauerhaft warm bleiben, kann Anethum auch im Freiland oder auf dem Balkon bestehen.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Aussaat sollte der Boden für die Bedürfnisse des Dills tiefgründig aufgelockert werden, da der Doldenblütler tiefreichende Wurzeln entwickelt. Auch das Sieben der Erde, sowie das Entfernen störender Bodenhindernisse ist diesbezüglich sehr empfehlenswert, damit der Tiefwurzler Dill in seinem Wachstum nicht behindert wird. Abschließend können Sie das Bodensubstrat mit etwas Sand vermengen, um die Bodendurchlässigkeit zu erhöhen und so Staunässe am Standort effektiv vorzubeugen. Wer seinen Dill in Töpfen kultiviert, sollte darauf achten, dass das Pflanzgefäß eine Mindesthöhe von 30 cm besitzt.
  3. Schritt – Dill aussäen: Säen Sie die Samen des Anethum in 1 bis 2 cm tiefe Pflanzlöcher aus. Bei Beetpflanzungen im Gewächshaus oder Freilandbeet muss zudem auf einen Reihenabstand von 20 bis 20 cm geachtet werden. Die ideale Keimtemperatur für Dill beträgt zwischen 10 °C und 30 °C. Ist diese gegeben, zeigen sich bereist nach 2 Wochen erste Keimlinge. Diese sollten mit Blick auf die Standorttreue von Dillpflanzen nicht nachträglich pikiert oder umgetopft werden. Eine regelmäßige Bewässerung der Jungpflanzen ist hingegen äußerst wichtig. Diese führen Sie am besten mit einer Sprühflasche durch, um Staunässe keine Chance zu geben.

Kurzschritte zum Anbau im Überblick:

  • Aussaattermin für Vorkultur im Haus: März bis April
  • Aussaattermin im Freiland: Mai bis August
  • vor der Aussaat den Standortboden gut auflockern und fein sieben
  • zusätzliche Bodenhindernisse entfernen und Sand ins Substrat einbringen
  • bei Topfkultur nur Pflanzgefäße mit einer Mindesthöhe von 30 cm wählen
  • Pflanztiefe für Gurkenkraut: 1 – 2 cm
  • Reihenabstand im Freiland oder Gewächshaus: 20 – 30 cm
  • optimale Keimtemperatur für Dill beträgt 10 °C – 30 °C
  • Keimung der Dillsamen erfolgt innerhalb von 2 Wochen
© vvoe - Fotolia.com
© vvoe – Fotolia.com

Dill pflegen – gießen, düngen, schneiden

Dill bildet von Juni bis August seine leuchtend gelben Blütenstände aus. Vor allem in dieser Phase benötigt die Pflanze regelmäßige Bewässerung, wobei sich allerdings kein Stauwasser ansammeln sollte. Um eine durchgehend moderate Bodenfeuchte zu erhalten, ist es deshalb ratsam, eine Mulchschicht um die Dillpflanze auszubringen.

Ansonsten gestaltet sich die Pflege der Dillpflanzen relativ unkompliziert. Zusätzliche Düngungen oder Rückschnitte sind eigentlich nicht notwendig. Wenn überhaupt eine Nährstoffgabe erfolgt, reicht eine dünne Kompostschicht am Standort völlig aus. Das Unkrautjäten sollte dagegen regelmäßig erfolgen, um den Dill in seinem Wachstum zu unterstützen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Dill während der Blüte ausreichend gießen, ohne Staunässe zu verursachen
  • ideal ist das Ausbringen von Mulch im Wurzelbereich der Pflanze
  • gedüngt wird allenfalls mit einer dünnen Schicht Kompost
  • wesentlich wichtiger als das Düngen ist regelmäßiges Unkrautjäten

Die Ernte der leckeren Dillblätter erstreckt sich von Juni bis zum Verwelken der Pflanze in den Herbstmonaten. Für besonders aromatische Dillspitzen sollten Sie diese direkt zu Beginn der Blütezeit abzupfen und als Frischdill verwenden. Für die Ernte von Körnerdill muss bis Herbst gewartet werden, wenn die Fruchtstände des Dills voll ausgereift sind und sich braun verfärben. Die Samenkörner können dann leicht abgesammelt und getrocknet werden.

Wie bereits erwähnt, verzehrt man Dillblätter am besten als Frischdill gleich nach der Ernte. Sie können aber auch kleingeschnitten eingefroren oder im Ganzen getrocknet werden. Eingeschlagen in Frischhaltefolie halten sich die Dillspitzen ebenfalls bis zu 3 Wochen im Kühlschrank. Die Blätter eignen sich hervorragend als Würzkraut in Kräuterbutter, Salatdressings oder als aromatisches Beiwerk in Fleisch- und Fischgerichten. Ein besonderer Tipp ist es, Körnerdill und Frischdill als Würze für eingelegte Gurken zu nutzen, welche durch das Aroma des Gurkenkrauts einen äußerst erfrischenden Geschmack erhalten.

    Vermehrung durch Aussaat: Im Rhythmus von 3 bis 4 Wochen kann Dill bis zum August immer wieder neu ausgesät werden. Für eine Aussaat im Folgejahr werden die im Herbst geernteten Fruchtstände nicht als Körnerdill verwendet, sondern ihre Samen entfernt und bis zum nächsten Frühling dunkel, kühl und trocken gelagert. Die Aussaat erfolgt dann wie gewohnt.

Interessante Sorten des Anethum

Die Gattung Anethum enthält bislang nur eine bekannte Art namens Anethum graveolens. Allerdings weist diese eine Vielzahl verschiedener Variationen und Sorten auf, die sich in ihrer Wuchshöhe und in ihrem Aroma unterscheiden. Einzelheiten zu verschiedenen Varianten des Anethum entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht:

SorteBeschreibung
Ackerdill
Anethumg graveolens var. graveolens
Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: hellgelbe Doldenblüten
Wuchshöhe: 50 bis 60 cm
Herkunft: Europa, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: beliebte Zier- und Duftpflanze mit fein würzigem Aroma
Gartendill
Anethum graveolens var. hortorum
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: gelbe Doldenblüten
Wuchshöhe: 50 bis 100 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: besonders hoher Gehalt an ätherischen Ölen und deshalb sehr aromatisch
gute Sorten: 'Delikat', 'Elefant', 'Hera', 'Mariska', 'Sari', 'Tetra', 'Vierling'
Indischer Dill
Anethum graveolens var sowa
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: tiefgelbe Doldenblüten
Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
Herkunft: Indien, Asien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: besonders mildes Aroma


Dill – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© mates - Fotolia.com
© mates – Fotolia.com

Aufgrund ihres charakteristischen Geruchs hält die Dillpflanze zahlreiche Schädlinge fern. Nichts destotrotz können Blattläuse das Würzkraut befallen, wogegen jedoch das Spritzen mit Brennnesselsud hilft. In Sachen Pflanzenkrankheiten zeigt sich Dill etwas anfälliger, vor allem gegenüber dem Gurkenmosaikvirus, dem Luzernemosaikvirus oder dem Selleriemosaikvirus, die zu Wachstumsstörungen und dem Absterben der Blätter führen können. Die Erkrankungen lassen sich allerdings durch eine gute Vorbeugung gegen Blattlausbefall verhindern, denn die Schädlinge sind häufig für die Übertragung der Viruskrankheiten verantwortlich.

Dem Auftreten des Doldenbrandes kann ebenfalls vorgebeugt werden, indem das Wasser beim Gießen nicht über die Dillblätter verteilt wird. Bei einem Befall durch Pilzkrankheiten wie die Fusarium-Welke hilft dagegen leider nur die umgehende Entfernung der erkrankten Dillpflanzen aus dem Beet. Damit die Pilzerreger nicht streuen, sollte die Entsorgung im Hausmüll und nicht auf dem Kompost stattfinden.



Fazit

Dill ist ein besonders aromatisches und schmackhaftes Würzkraut, das mit geringem Pflegeaufwand in Töpfen und Freilandbeeten angebaut werden kann. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort, durchlässigen Boden und erfreut sich an regelmäßigen Gießgängen. Eine zusätzliche Düngung oder Rückschnitte sind hingegen nicht notwendig. Nach der Ernte, die bis in die Herbstmonate hinein vorgenommen werden kann, können entweder die Blätter und Körner des Dills gleichermaßen als Würzkraut verwendet werden. Kultivieren lässt sich Anethum dabei sowohl im Kräuter- als auch im Gemüsebeet, wo er dank seines Geruches als natürliche Schädlingsabwehr fungiert.

Die Kommentare sind geschloßen.