Chrysanthemen – Pflanzen, Pflege, Überwintern

Chrysanthemen – Pflanzen, Pflege, Überwintern

© Roman Rybaleov - Fotolia.com
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Die auch als Winteraster bezeichnete Chrysantheme (Chrysanthemum) ist eine beliebte Zierpflanze, die vor allem in den Herbstmonaten ihre leuchtenden Sternblüten hervorbringt. Besagte Blüten treten je nach Art und Sorte in zahlreichen Form- und Farbvariationen auf. Die gefiederten Blätter der Chrysantheme sind ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt, besitzen aber zumeist eine dunkelgrüne Färbung. Wie Sie die Pflanze am besten bei sich zu Hause kultivieren, und was es in Bezug auf die Überwinterung von Chrysanthemen zu beachten gilt, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Chrysanthemen pflanzen – Standort und Ablauf

Chrysanthemen gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und sind ursprünglich in Ostasien und Osteuropa heimisch. In China reicht ihre Verwendung als Zierpflanze mehr als 1600 Jahre zurück. Nach Mitteleuropa und somit nach Deutschland gelangte die Pflanze hingegen erst im 17. Jahrhundert. Seither sind die Arten und Sorten der Gattung Chrysanthemum bei uns vor allem als Schnittblumen äußerst beliebt. Allerdings eignet sich die bis zu 1,5 m hohe Zierstaude auch als mehrjährige und widerstandsfähige Gartenpflanze, wenn man ihr denn beim Überwintern etwas unter die Arme greift.

Chrysanthemum bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der ausreichend vor Wind und praller Mittagssonne geschützt ist. Für eine Kultivierung in Töpfen und Balkonkästen eignet sich am besten nährstoffreiche Blumenerde. In Freilandbeeten sollte der Boden frisch-feucht, humusreich und lehmig sein. Des Weiteren sollte das Bodensubstrat ein Mindestmaß an Kalk enthalten und für eine bessere Durchlässigkeit mit etwas Sand angereichert werden. Der ideale Boden-pH-Wert für Chrysanthemen liegt zwischen 6,5 und 6,7 Punkten.

Pflanztipp: Je früher die Pflanzung der Chrysantheme im Garten erfolgt, desto länger haben die Pflanzen Zeit, während der Vegetationsphase einen robusten Wurzelballen auszubilden. Dies macht die Pflanzen nicht nur widerstandsfähiger gegen Schädlinge, sondern auch gegen winterlichen Frost. Gute Beetnachbarn für Chrysanthemen sind im Übrigen ähnlich hoch wachsende Zierstauden wie Astern, Mohn, Phlox, Rosen und Salbei. Auch neben hohen Gräsern wie dem Pfeifengras machen sich die schönen Blumen gut.


Einzelheiten zum Standort für Chrysanthemen:

  • Chrysanthemum benötigt sonnigen bis halbschattigen Standort
  • die Pflanze muss geschützt vor Wind uns starker Sonneneinstrahlung stehen
  • als Standortsubstrat im Freiland frisch-feuchten, humosen und lehmigen Boden wählen
  • im Topf reicht gewöhnliche Gartenerde aus
  • Substrat ggf. mit etwas Kalk und Sand anreichern
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 6,5 bis 6,7
  • gute Beetnachbarn: Astern, Mohn, Phlox, Rosen, Salbei und Gräser

Da die Chrysantheme vor Wintereinbruch einen robusten und widerstandsfähigen Wurzelballen ausbilden sollte, empfehlen wir zur Freilandkultivierung die Auspflanzung vorgezogener Exemplare. Entsprechende Sorten finden sie in jedem gut sortierten Gartenhandel. Nachdem Sie sich für eine Chrysantheme entschieden haben, gehen Sie bei der Pflanzung bitte wie folgt vor:

  1. Schritt – Pflanztermin wählen: Die Pflanzung von vorgezogenen Chrysanthemen in Freilandbeete kann bereits im Frühjahr von März bis April erfolgen. Gleiches gilt für eine Pflanzung in Töpfen. Hier ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß von Bedeutung, damit sich die Wurzeln der Chrysantheme ungehindert entfalten können.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor der Einpflanzung der Chrysantheme sollte der Boden tiefgründig gelockert und ggf. mit Humus, Kalk und Sand angereichert werden. Entfernen Sie auch störende Bodenhindernisse wie grobe Wurzelreste oder große Steine, damit sich die Chrysanthemenwurzeln später an nichts stören.
  3. Schritt – Chrysantheme pflanzen: Bevor die Chrysanthemen in die Erde gesetzt werden, sollte ihr Wurzelballen ausgiebig gewässert werden. Stellen sie die Pflanzen hierzu einfach in einen Topf voll Wasser und lassen Sie sie etwa eine Stunde lang im kühlen Nass baden. Anschließend wird die Chrysantheme bis zum Wurzelansatz in die Erde gesetzt und die Erde rings um ihren Wurzelballen gut festgedrückt. Der Mindestabstand zu Nachbarpflanzen sollte im Gartenbeet etwa 50 cm Betragen.
  4. Schritt – Chrysantheme erstbewässern und stabilisieren: In den ersten Tagen nach der Einpflanzung benötigen die Chrysanthemen regelmäßige und ausreichende Bewässerung. Damit sich die Pflanzen zu kräftigen Stauden entwickeln, werden sie darüber hinaus mit einem stabilen Bambus- oder Rankstab gestützt.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Chrysanthemum: März bis April
  • Boden vor der Pflanzung gut auflockern und von Bodenhindernissen befreien
  • ggf. Sand, Humus und Kalk ins Substrat einbringen
  • Wurzelballen der Chrysantheme vor der Auspflanzung gut vorwässern
  • danach die Pflanze bis zum Wurzelansatz in ein vorbereitetes Erdloch setzen
  • Pflanzabstand zu Beetnachbarn: 50 cm
  • Chrysanthemen in den ersten Tagen nach der Pflanzung regelmäßig gießen
  • für zusätzliche Stabilität Chrysanthemum mit Stab abstützen
Wissenswertes: Ihren Beinamen „Winteraster“ erhielt die Chrysantheme, weil ihre form- und farbenfrohen Sternblüten denen der Aster sehr ähnlich sind. Neben ihrer Verwendung als Zierpflanze und Schnittblume findet Chrysanthemum dabei auch in der Naturheilkunde, zum Beispiel gegen Hautprobleme und Augenentzündungen Verwendung.


© onepony - Fotolia.com
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Pflege der Chrysanthemen – gießen, düngen, schneiden

Die Blütezeit der Chrysanthemen reicht von Ende Juli bis November. Es erklärt sich von selbst, dass die Blumen in dieser Phase etwas mehr Pflege benötigen. Gegossen wird Chrysanthemum regelmäßig, sodass der Boden niemals austrocknen kann. Vermeiden Sie aber dennoch Staunässe, könnte diese doch zu Wurzelsterben, Pflanzenkrankheiten und einem erhöhten Schädlingsrisiko führen.

Benutzen dürfen Sie für die Bewässerung übrigens auch kalkhaltiges Leitungswasser, denn Chrysanthemen bedanken sich für die zusätzlichen Kalkgaben mit einem besseren Wuchs. In der ersten Wachstumsphase im Frühjahr können Sie das Wachstum Ihrer Chrysanthemen ergänzend durch monatliche Düngungen mit Kompost und Brennnesselsud unterstützen. Ebenso sollten welke Blüten und Blätter regelmäßig entfernt werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Blütezeit von Chrysanthemum: Juli bis November
  • regelmäßige Gießgänge sind vor allem in den Sommermonaten ratsam
  • trotz gleichmäßiger Bodenfeuchte unbedingt Staunässe vermeiden
  • kalkhaltiges Leitungswasser kommt dem Wachstum der Pflanze zu Gute
  • Düngung erfolgt im Frühling monatlich mit Kompost und Brennnesselsud

Die Blütenpracht der Chrysanthemen kann durch einen Rückschnitt im Frühsommer gesteigert werden. Hierzu werden die jungen Triebe um die Hälfte zurück geschnitten, sobald die Zierstauden eine finale Höhe von 50 cm aufweisen. Durch den Schnitt fördern Sie nicht nur die Bildung neuer Blütenknospen, sondern sorgen gleichzeitig auch für einen kräftigeren und gleichmäßigeren Wuchs der Pflanzen. In diesem Zusammenhang sollten auch welke Blüten und Blätter regelmäßig entfernt werden, um Platz für neuen Austrieb zu schaffen. Zudem verringern Sie durch die Entfernung verwelkter Pflanzenteile das Schädlings- und Krankheitsrisiko.

    Vermehrung durch Wurzelteilung und Kopfstecklinge: Chrysanthemen können im Frühjahr durch Kopfstecklinge vermehrt werden. Für die Stecklingsvermehrung entnehmen Sie aus der Krone der Staude etwa 10 cm große Stecklinge. Diese sollten gut entwickelt sein und noch keine Knospen gebildet haben. Im Anschluss setzen Sie die Kopfstecklinge in einen mit Anzuchterde gefüllten Topf. Bei ausreichender Bewässerung sollten sich innerhalb weniger Wochen die ersten Wurzeltriebe bilden. Alternativ können Sie den Wurzelballen der Chrysantheme im Frühling ausgraben und mit einem scharfen Messer in der Mitte teilen. Achten Sie hier aber darauf, die Wurzeln nicht allzu stark zu beschädigen.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • ein regelmäßiger Rückschnitt ist ab einer finalen Wuchshöhe von 50 cm ratsam
  • Schnitt erfolgt im Frühsommer und fördert die Blütenbildung von Chrysantemum
  • zusätzlich welke Blüten und Blätter entfernen
  • für Stecklingsvermehrung 10 cm lange Kopfstecklinge aus der Krone entnehmen
  • die Stecklinge anschließend in Topf mit Anzuchsubtrat setzen
  • Wurzelaustrieb erfolgt bei konstanter Bewässerung nach ca. 2 – 3 Wochen
  • alternativ Wurzelballen der Chrysantheme ausgraben und mit Messer mittig teilen
  • sowohl Stecklingsvermehrung als auch Wurzelteilung im Frühling durchführen

Chrysanthemen überwintern – so klappt’s

Es sei darauf hingewiesen, dass bei Chrysanthemum zwischen winterharten und nicht-winterharten Sorten zu unterscheiden ist. Nicht-winterharte Chrysanthemen müssen diesbezüglich vor Einsetzen des ersten Nachtfrostes unbedingt ins Haus geholt werden, wo sie an einem kühlen und hellen Standort überwintern. Winterharte Chrysanthemen überwintern dagegen problemlos im Freiland. Hier ist nach der Blüte ein Rückschnitt notwendig, bei dem die Stauden auf ein Viertel ihrer gesamten Höhe eingekürzt werden. Bedecken Sie die Wurzelballen im Anschluss mit Tannenzweigen und Laub. Bei Topfkulturen sollte zudem schützendes Gartenvlies um das Pflanzgefäß gewickelt werden. Ab April können dann sowohl winterharte, als auch frostempfindliche Chrysanthemen wieder ohne Schutz im Freiland bestehen.

Interessante Arten und Sorten der Gattung Chrysanthemum

Unter den über 5000 verschiedenen Sorten der insgesamt 40 Chrysanthemenarten gibt es Varianten mit gefüllter und ungefüllter Blüte. Unterschiede gibt es hierbei vor allem mit Blick auf die Winterhärte, wobei Sorten der Garten- und Herbst-Chrysantheme gemeinhin gut im Freien überwintern können. Problematisch sind hingegen Sorten der Korea-Chrysantheme. Insbesondere Varianten der Unterart coreanum vertragen hier meist nur -18 °C, wobei es durchaus auch Korea-Chrysanthemen mit besserer Winterhärte gibt. Zur besseren Übersicht haben wir nachstehend die wichtigsten Arten und Sorten der Gattung Chrysanthemum für Sie zusammengefasst:

SorteBeschreibung
Garten-Chrysantheme
Chrysanthemum hortorum
Blütezeit: August bis Oktober
Blütenfarbe: gefüllte oder ungefüllte Sternblüten in allen Farben
Wuchshöhe: 30 bis 150 cm
Herkunft: China und Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -29 °C winterhart
gute Sorten: 'Anastasia', 'Beppie Bronce', 'Feuerzauber', 'Gerrie Hoek', 'Herbstbrokat', 'Poesie', 'Shippi Apricot', 'Sonja'
Herbst- Chrysantheme
Chrysanthemum indicum
Blütezeit: Oktober bis November
Blütenfarbe: gefüllte oder ungefüllte Sternblüten in allen Farben
Wuchshöhe: 40 bis 80 cm
Herkunft: China und Indien, Asien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis - 23 °C winterhart; Art mit besonders vielen Sorten in vielfältigen Gelbtönen
gute Sorten: 'Altgold', 'Denise', 'Eissternchen', 'Gartenmeister Vegelhahn', 'Goldmarianne', 'Hansa', 'Herbstsonne', 'Kleiner Bernstein', 'Anneliese Kock', 'Morgentraum', 'Oktobergold', 'Pompon Rose', 'Rehauge', 'Romantic Red', 'White Bouquet'
Korea-Chrysantheme
Chrysanthemum zawadskii
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: gefüllte oder ungefüllte Sternblüten in allen Farben
Wuchshöhe: 5 bis 70 cm
Herkunft: Korea und Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: mäßig bis sehr gut
Besonderheiten: je nach Sorte bis -18 °C oder -35 °C winterhart
gute Sorten:

subsp. coreanum: 'Citrus', 'Edelgard', 'Edelweiß', 'Fellbacher Wein', 'Goldmarianne', 'Isabellarosa'

subsp. rubellum: 'Paul Boissier', 'Andy Pandy', 'Clara Curtis', 'Duchess of Edinbourgh', 'Huddle', 'Janet', 'Lante Wells', 'Nebelrose', 'Mary Stoker', 'Tommy Trout', 'Vrenly'


Chrysanthemen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

© gitusik - Fotolia.com
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Die Chrysantheme ist eine robuste Pflanze, die nur selten mit Schädlingen zu kämpfen hat. Lediglich Spinnmilben können sich mit kleinen Spinnweben auf der Blattunterseite der Pflanze bemerkbar machen. Gegen die Schädlinge hilft, ebenso wie gegen einen Befall der Blattfleckenkrankheit, das Spritzen der Chrysantheme mit Brennnesselsud.

Um dem Auftreten von Chrysanthemenrost vorzubeugen, sollten die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinander stehen. Ansonsten könnte die Krankheit für weiße bis gelbe Flecken auf der Blattoberseite sorgen. In solch einem Fall hilft nur das Entsorgen der befallenen Pflanze. Schmeißen Sie diese auf keinen Fall in den Kompost, sondern in den Hausmüll, damit sich die Erkrankung im Garten nicht weiter ausbreitet.

Fazit

Chrysanthemen sind beliebte Zierpflanzen, die mit ihren form- und farbenfrohen Sternblüten originelle Akzente in jeden Garten zaubern. Zudem lassen sich die Pflanzen auch als Schnittblumen und Heilkräuter nutzen, was ebenfalls für eine Kultivierung spricht. Besonders Pflegeintensiv ist Chrysanthemum dabei nicht. Solange das Gewächs regelmäßig gegossen und vor extremen Wetterlagen geschützt wird, fühl sie sich eigentlich rundum wohl. Zur Förderung der Blüte, wie auch zur Schädlingsabwehr ist vor allem Brennnesselsud sehr hilfreich. Geht es ums Überwintern muss beim Kauf der Chrysanthemen unbedingt auf die individuelle Winterhärte einzelner Sorten geachtet werden.

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