Buchsbaum – Pflanzen, Pflege, Schädlinge

Buchsbaum – Pflanzen, Pflege, Schädlinge

© Stefan Körber - Fotolia.com
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Als Zierstrauch ist der Buchsbaum (Buxus) eine immer wieder gern genutzte Pflanze zur Gartengestaltung. Dabei gibt es unter den einzelnen Gattungen des Buchs sowohl Riesen- als auch in Miniaturausgaben. In ihren subtropischen Ursprungsländern erreichen Buchsbäume beispielsweise eine Höhe von bis zu 20 Metern. Hierzulande sind jedoch eher Wuchshöhen von 7 bis 8 Metern üblich, was immer noch ausreicht, um aus der Pflanze mit den ovalen, ledrigen Blättern einen echten Blickfang im Garten zu machen. Wie Ihnen das gelingt, was sie bei der Pflege Ihres Buchsbaums beachten sollten und was sich gegen mögliche Schädlinge tun lässt, erfahren Sie hier.

Buchsbaum pflanzen – Standort und Ablauf

Eigentlich bevorzugt der Buchsbaum mediterranes bis tropisches Ozeanklima. Jedoch trugen zahlreiche Spezialzüchtungen der letzten Jahrhunderte dazu bei, anpassungsfähige Sorten des Buchs hervorzubringen, welche heute auch Botanik-Liebhabern in kühleren Klimazonen bei ihrer Gartengestaltung zur Verfügung stehen. Nichts desto trotz sollten Hobbygärtner ihren Buchsbaum an sonnigen, mäßig feuchten Standorten pflanzen. Hier gedeihen Blätter und Triebe des Buchs wesentlich besser, welche im Vergleich zu anderen Pflanzen relativ langsam wachsen. Der pH-Wert des Bodens sollte für einen Buchsbaum idealer Weise zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Da Buchsbäume ab einer gewissen Höhe regelmäßig geschnitten werden müssen, ist zudem eine frei zugängliche Lage des Buxus zu empfehlen.

Kurztipps zum Standort für Buchsbäume:

  • anpassungsfähige Sorten des Buchs erhältlich
  • bevorzugen sonnige Standorte
  • Boden sollte mäßig feucht gehalten werden
  • ph-Wert der Erde bei 6,5 bis 7,5


  1. Pflanze vorbereiten: Vor dem Pflanzen von Buchsbäumen ist es zunächst wichtig, die immergrünen Heckengewächse ausreichend zu bewässern. Dies dient unter anderem dem besseren Einwurzeln der Pflanze in den Standortboden, kann den Buxus aber auch vor größeren Frostschäden im ersten Winter bewahren. Bei Containerpflanzen sollte die Bewässerung einen Tag vor dem Pflanztermin durchgeführt werden. Hierzu nehmen Sie einen Eimer voll Wasser und stellen den Buchsbaum über Nacht darin ab. Auf diese Weise saugen die Wurzeln sich gut voll.


  2. Boden ausheben: Beim Ausheben der Pflanzgrube ist eine Mindestgröße von doppeltem Durchmesser und doppelter Tiefe der Grube in Relation zum Wurzelballen des Buchsbaums zu beachten. Sofern die Buchsbäume kleinere Vertreter ihrer Gattung bilden, können Sie ca. vier bis fünf Exemplare pro Meter ansetzen. Bei groß wachsenden Sorten sollten hingegen nicht mehr als drei Pflanzen auf selber Fläche Platz finden.


  3. Buchsbaum pflanzen: Setzen Sie Ihren Buchs aufrecht in die vorbereitete Erdmulde und füllen Sie diese mit nährstoffangereicherter Erde auf. Eine Anreicherung kann hierbei zum Beispiel durch Kompost, Hornspänen oder Urgesteinmehl erfolgen.

Kurzschritte im Überblick:

  • Buchsbaum bzw. dessen Wurzeln vor dem Pflanzen im Eimer bewässern
  • Pflanzgrube mit doppelter Breite und Tiefe des Wurzelballens ausheben
  • je nach Sorte nicht mehr als drei bis fünf Buchsbäume pro Meter pflanzen
  • Erde zum Befüllen mit Nährstoffen (z.B. Kompost) anreichern
  • Nach dem Pflanzvorgang den Buxus nochmals gut wässern

Pflege der Buchsbäume – gießen, düngen und schneiden

© Franz Peter Rudolf - Fotolia.com
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Auch wenn der Buchsbaum sonnige Standorte liebt, ist er stetig vor Austrocknung zu schützen. Insbesondere nach dem Anpflanzen ist die festgetretene Erde um den Buchsbaum deshalb weiterhin gut zu wässern. Dies dient zum einen dem besseren Anwachsen des Buxus im Boden. Zum anderen kann der Buchsbaum durch gutes Gießen in der Anfangsphase schneller Wasser speichern, was für eine verbesserte Abhärtung in Trockenphasen sorgt. Allerdings sollte auch hier regelmäßig gegossen werden, um eine Austrocknung zu verhindern. Insgesamt ist eine eisen- und kalkhaltige Wasserzufuhr sinnvoll. Gemeinsam unterstützen beide Mineralien einen üppigen Wuchs der Blätter und Triebe.

Kurztipps zum Gießen:

  • Buxus nach dem Anpflanzen nochmals gut wässern
  • Auch in der Anwachsphase ausreichend gießen
  • Bei großer Trockenheit gelegentlich bewässern, um Reserven aufzufüllen
  • Buchsbaum bevorzugt Wasser mit reichem Vorkommen an Eisen und Kalk

Was das Schneiden von Buchsbäumen anbelangt, so gibt es mehrere Möglichkeiten, um einen Buchsbaum bei der Gartengestaltung in Form zu bringen. Grundsätzlich sollte in den Sommermonaten ein alljährlicher Rückschnitt erfolgen. Hierbei sind Blätter und Triebe des Buxus von oben nach unten abzutragen. Ferner sind vertrocknete Zweige zu entfernen.

Je nach Belieben lassen sich aus Buchsbäumen traditionelle Hecken, aber auch kunstvolle Säulen, Solitäre und Tierformen schneiden. Selbst ein Schneiden zum Bonsai ist bei einem Buchsbaum durchaus möglich. Geschehen sollte ein derartiger Kunstschnitt aber erst, wenn das Gewächs eine Mindesthöhe von 1,5 Metern erreicht hat. Davor ist es sinnvoll, die spätere Form beim Jahresrückschnitt im Kopf zu behalten und den Buchsbaum entsprechend zu begradigen.

Kurztipps zum Schneiden:

  • Jahresschnitt beim Buchs im Sommer
  • überschüssige Blätter und Triebe nach Belieben zurück schneiden
  • auch vertrocknetes Geäst aus dem Buchsbaum entfernen
  • Buchs erst ab einer Höhe von 1,5 m in Form schneiden
  • Heckengestaltung bei Buchsbaum im Voraus planen

Übersicht zu verschiedenen Sorten der Buchsbäume

Dank Züchtung gibt es heute bis zu 70 verschiedene Untersorten des Buchsbaums. Nicht alle davon sind gleichermaßen zur Gartengestaltung geeignet, wie sich an folgenden Beispielen zeigt:

SorteBeschreibung
Balearen Buchsbaum
(Buxus balearica)
Blütezeit: April bis Mai
Wuchshöhe: 3 m
Herkunft: Balearen, mediterranes Klima
Eignung für Anbau: mäßig
Besonderheiten: giftig, anfällig für Starkfrost
kleinblättriger Buchsbaum
(Buxus microphylla)
Blütezeit: April bis Mai
Herkunft: Japan, gemäßigtes Klima
Eignung für Anbau: gut
Besonderheiten: bevorzugt sandigen bzw. kiesigen Lehmboden
großblättriger Buchsbaum
(Buxus sempervirens rotundifolia)
Blütezeit: April bis Mai
Wuchshöhe: 7 m
Herkunft: Südeuropa, mediterranes Klima
Eignung für Anbau: sehr gut
Besonderheiten: winterfest, bevorzugt kalkhaltige Böden
Zwergbuchsbaum
(Buxus sempervirens suffruticosa)
Blütezeit: April bis Mai
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Südeuropa, mediterranes Klima
Eignung für Anbau: sehr gut
Besonderheiten: Einfassungsbuchs für Gräber und kleine Beete
baumwüchsiger Buchs
(Buxus sempervirens arborescens)
Blütezeit: März bis April
Wuchshöhe: 7 m
Herkunft: Afrika
Eignung für Anbau: gut
Besonderheiten: sehr schnittfest, für Skulpturschnitt geeignet

Der Buchsbaum – mögliche Schädlinge und deren Bekämpfung

© FJM - Fotolia.com
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An und für sich sind Buchsbäume sehr genügsame Pflanzen. Leider gibt es einige Schädlinge, die den Bäumen stark zusetzen können. Neben Spinnmilben und Schildläusen gehören hierzu vor allem:

  • Buchsbaumfloh – Diese Laus lässt sich am Anfang nur schwer am Buchsbaum ausmachen, da sie die Unterseite seiner dichten Blätter als Sichtschutz nutzt. Bei geringem Befall kann ein Abbrechen der betroffenen Triebe helfen. Ein Großbefall der Schädlinge macht den Einsatz von pflanzenfreundlichen Insektiziden am Buchsbaum nötig.


  • Buchsbaumkrebs – Ein Pilz, der sich wie Rost über frisch geschnittene Blätter der Buchsbäume legt. Um ein Vordringen des Pilzes in gesunde Triebe zu vermeiden, müssen Sie befallene Zweige frühzeitig schneiden. Wegen hoher Pilzgefahr nicht im Kompost entsorgen!


Vorsicht, Buchsbaumzünsler!

Der Buchsbaumzünsler stellt für den deutschen Buchsbaum eine immer größer werdende Schädlingsgefahr dar. Die 5 cm lange, gelb-grün-schwarz gestreifte Raupe wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus Ostasien eingeschleppt. 2007 zunächst in der Schweiz entdeckt, arbeitete sich der Buchsbaumzünsler schon bald bis ins südliche Baden-Württemberg vor.

Heute gilt die Raupenart auch hierzulande als gefährlicher Schädling für jeden Buchsbaum, wobei sich eine Bekämpfung der gefräßigen Insekten als äußerst kompliziert erweist. Grund hierfür ist die Tatsache, dass Buchsbaumzünsler sich vom inneren Stamm der Buchsbäume zu deren äußeren Trieben vorarbeiten. Ein Schaden am Buchsbaum wird somit meist erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Zur Bekämpfung der Buchsbaumzünsler kann es helfen, Schlupfwespen gezielt im neben dem Buchsbaum anzusiedeln. Die Nützlinge sollten, ähnlich wie Marienkäfer, in keinem Garten fehlen, da sie erfolgreich gegen eine Vielzahl an Schädlingen vorgehen. Des Weiteren lassen sich biologische Spritzmittel wie Calypso und Neem-Azal gegen Buchsbaumzünsler und deren Raupen anwenden. Auch eine Behandlung der befallenen Äste am Buchsbaum mit Spülmittel ist denkbar.

Fazit

Der Buchsbaum ist in seiner Anpflanzung und Pflege relativ unkompliziert. Für das Schneiden in die gewünschte Form und das Erkennen möglicher Schädlinge ist jedoch ein geschultes Auge und Fingerspitzengefühl von Nöten. Wer sich aber intensiv mit dem Charakter der Gewächse beschäftigt, der wird in seinem Buchsbaum eine wahre Bereicherung für die Gartengestaltung erkennen.

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