Bohnen – Anbauen, Aussaat, Pflege und Ernte

Bohnen – Anbauen, Aussaat, Pflege und Ernte

© bergamont - Fotolia.com
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Um die Gattung der Bohnen (Phaseolus) rankt sich nicht nur einiges an eigensinnigem Pflanzegrün, sondern auch so manche Legende. Gerade dem außergewöhnlichen Wuchs der Stangenbohnen werden dabei häufig magische Fähigkeiten zugeschrieben. Beispielsweise berichtet das englische Märchen „Jack und die Bohnenranke“ von verzauberten Stangenbohnen, die bis in den Himmel wachsen. Für Bohnengärtner kaum verwunderlich, denn da es sich bei Stangen- und vielen anderen Bohnensorten um Kletterpflanzen handelt, muss man dem wuchernden Rankenzauber im Garten oft schon frühzeitig Einhalt gebieten, wenn man im Bohnenbeet den Überblick behalten möchte. Hat man die sich neckisch nach oben schraubenden Stängel aber erst einmal gebändigt, so bescheren Stangenbohnen und Co. ihrem Gärtner nicht nur eine üppige Ernte, sondern auch eine nahrhafte und heilsame Hülsenfrucht, die unter anderem blut- und harnreinigende Wirkung besitzt. Wie auch Sie den Bohnenzauber in Ihrem Garten in geordnete Bahnen lenken und worauf Sie beim Anbauen von Bohnen noch achten müssen, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Bohnen anbauen – Standort und Ablauf

Bohnen gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und hier speziell zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Sie stammen überwiegend aus Mittel- und Südamerika, und werden bei uns meist in Form von Buschbohnen und Stangenbohnen kultiviert. Diese stellen die zwei gängigsten Kulturformen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) dar und zählen zu den wohl beliebtesten Bohnenarten Deutschlands.

Während sich Buschbohnen im Beet eher bodennah ausbreiten und gerade einmal 50 Zentimeter hoch werden, bilden Stangenbohnen die allseits bekannten Bohnenranken aus, welche bis zu 4 Meter in die Höhe wachsen. Für einen schönen und aufrechten Wuchs benötigen Stangenbohnen deshalb unbedingt eine gute Rankhilfe, die schon früh im Beet verankert werden muss.

Ungeachtet ihrer Wuchsform bevorzugen Bohnen im Garten windgeschützte und sonnige Standorte, sowie einen humusreichen, sandig-lehmigen und tiefgründig aufgelockerten Boden. Dieser sollte einen sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 4,5 und 8,0 Punkten, sowie eine warme und sonnige Lage haben. Als Begleitpflanzen für Bohnen eignen sich vor allem Kohlsorten, Erdbeeren und Radieschen. Ein besonderer Tipp sind zudem Mischkulturen mit Tagetes und Bohnenkraut, lassen sich Schädlinge hierdurch doch erfolgreich fernhalten. Abzuraten ist hingegen von Pflanzpartnern wie Zwiebel- und Lauchgemüse. Auch andere Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen) sollten Sie nicht in unmittelbarer Nähe zu Bohnen anbauen.

Einzelheiten zum Anbau von Bohnen:

  • in Deutschland werden vorwiegend Busch- und Stangenbohnen kultiviert
  • Buschbohnen wachsen bodennah und werden ca. 50 cm hoch
  • Stangenbohnen sind bis zu 4 m hohe Kletterpflanzen und benötigen eine Kletterhilfe
  • sowohl Busch- als auch Stangenbohnen lieben sonnige und windgeschützte Standorte
  • der Boden sollte humos, sandig-lehmig und tiefgründig aufgelockert sein
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis neutral, von 4,5 bis 8,0
  • Bohnen nicht neben anderen Hülsenfrüchten, Zwiebel- oder Lauchgemüse anbauen
  • gute Pflanzpartner: Bohnenkraut, Erdbeeren, Kohl, Radieschen und Tagetes

Bohnen lassen sich am besten durch Aussaat in Töpfen oder Beeten anbauen. Entsprechendes Saatgut erhalten Sie in großer Sortenvielfalt im Garten- bzw. Online-Handel. Hier finden sich neben Formen der Gartenbohne oftmals auch originelle Bohnenarten, so zum Beispiel Ackerbohnen, Feuerbohnen, Mondbohnen oder Jackbohnen. Sie alle folgen ungefähr den selben Anbaubedingungen und werden vie folgt im Garten ausgebracht:

  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Bohnensamen sollten erst nach den Eisheiligen ins Freilandbeet ausgesät werden, wenn die Bodentemperatur über 10 Grad beträgt. Zudem fühlen sich Bohnenpflanzen in mitteleuropäischen Gärten erst wohl, wenn die Außentemperaturen bereits zwischen 20 und 30 Grad betragen. Aus diesem Grund sollten Sie die Hülsenfrüchte erst ab Mitte Mai anbauen, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Sofern es sich um eine Beetkultur handelt, muss der Boden vor der Aussaat der Bodensamen tiefgründig umgegraben werden. Je nach Bodenbeschaffenheit können Sie auch noch Kompost untermischen, um optimale Nährstoffverhältnisse zu schaffen. Im Topf genügt die Ausbringung einer guten Drainage, sowie die Wahl einer geeigneten Anzuchterde.
  3. Schritt – Bohnen aussäen: Setzen Sie die Samen der Buschbohne in Gruppen zu je 6 Samen und mit einem Reihenabstand von 40 Zentimetern in 2 bis 3 Zentimeter tiefe Löcher. Für Stangenbohnen sollte bereits während der Aussaat eine Kletterhilfe in die Erde gesetzt werden. Die Samen der Stangenbohnen werden dann ebenfalls in 6er Grüppchen um jeweils ein Klettergerüst gesät. Der Abstand zwischen einzelnen Rankenpflanzungen sollte auch hier 40 Zentimeter betragen.
  4. Schritt – Saatgut bewässern: Bei Stangenbohnen ist bis zur ersten Keimbildung sparsam zu gießen. Buschbohnen dürfen Sie hingegen bereits vor der Keimung regelmäßig wässern. Vermeiden sie aber in beiden Fällen Staunässe, um kränkelnde Keimlinge und Fäulnis zu vermeiden.
  5. Schritt – Jungpflanzen pikieren und stabilisieren: Bohnen müssen nur bei einer Anzucht in Töpfen oder Kästen pikiert werden. Dies geschieht, sobald die Bohnenpflanzen eine Höhe von 15 Zentimetern erreicht haben. Die ersten Triebe der Stangenbohnen können zu diesem Zeitpunkt bereits vorsichtig um die Kletterhilfe gelegt und angebunden werden, was auch für Freilandkulturen gilt. Nach der Blüte bildet die Bohne dann ihre langen Hülsen aus, die sich bereits ab Juli ernten lassen.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Bohnen: Mitte Mai, nach den letzten Spätfrösten
  • Boden im Freiland vor der Aussaat gut auflockern
  • Substrat ggf. mit Kompost anreichern
  • bei Topfkultur Drainage im Gefäß ausbringen
  • Saattiefe für Bohnen: 2 – 3 cm
  • Buschbohnen in Gruppen zu je 6 Samen mit Reihenabstand von 40 cm setzen
  • Stangenbohnen in Gruppen zu je 6 Samen um ein je ein Rankengerüst anbauen
  • Buschbohnen schon nach der Aussaat regelmäßig gießen
  • Stangenbohnen bis zur Keimung nur sparsam bewässern
  • bei Topfkultur Bohnen ab einer Höhe von 15 cm pikieren
  • bei Freilandkulturen ab derselben Größe Jungtriebe an Rankhilfe fixieren
  • Ernte der Bohnen ist ab Juli möglich
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Pflege der Bohnenpflanzen – gießen, ernten und vermehren

Busch- wie auch Stangenbohnen entwickeln je nach Zeitpunkt der Aussaat von Juni bis September in weiße bis rotviolette Blüten. Für die Blüten-, ebenso wie für die Fruchtbildung benötigen die Bohnenpflanzen dabei sehr viel Wasser. Der Boden sollte daher konstant feucht gehalten, Staunässe aber dennoch vermieden werden.

Eine intensive Düngung der Bohnen ist bei geeignetem Boden normalerweise nicht nötig. Stattdessen reicht es aus, ab und an ein wenig Kompost unter die aufgeharkte Erde zu mischen. Falls das Bodensubstrat nicht ausreichend Nährstoffe enthält, sollte zur Nachoptimierung nur stickstoffarmer, organischer Dünger verwendet werden. Hierzu eignen sich Knochenmehl oder Holzasche am besten.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Blütezeit der Bohnenpflanzen reicht von Juni bis September
  • während der Blüte herrscht erhöhter Wasserbedarf
  • Boden sollte stetig feucht gehalten, aber nicht überschwemmt werden
  • Düngung erfolgt nach Bedarf mit Kompost, Holzasche oder Knochenmehl
  • auf jeden Fall sollte das Düngemittel organisch und stickstoffarm sein

Neben der richtigen Bewässerung und einer wohl bemessenen Düngung erfordert das Anbauen von Bohnenpflanzen auch gelegentliches Unkrautjäten und Harken der Erde. Zudem müssen die Triebe in ihrem Wuchs gelegentlich an die Kletterhilfe angepasst werden. Ein Rückschnitt der Pflanzen ist allerdings nicht erforderlich.

Die Ernte der Bohnenhülsen erfolgt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, sobald diese beim Biegen glatt aufreißen. Die Hülsen werden hierbei vorsichtig von der Pflanze abgenommen, zum Beispiel durch Abzwicken der Fruchtstände. In ein feuchtes Tuch gewickelt, können Sie Ihre Bohnen dann bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Da die Hülsenfrüchte im rohem Zustand das giftige Protein Phasin enthalten, müssen sie vor dem Verzehr aber unbedingt gut erhitzt werden.

    Vermehrung durch Aussaat: Bohnensamen erhalten Sie, wenn Sie einige Hülsen an der Pflanze aufreifen lassen. Pflücken Sie die reifen Hülsen erst, wenn sich die Kerne von innen durchzeichnen und lagern Sie diese an einem warmen und trockenen Platz. Wenn die Bohnen spröde geworden sind, können Sie die Samen leicht entfernen und dann im nächsten Jahr wie gewohnt aussäen.

Kurztipps zur Ernte und Vermehrung:

  • bis zur Ernte hin und wieder Unkraut jäten und Boden durchharken
  • Pflanzentriebe müssen gelegentlich an der Rankhilfe nachfixiert werden
  • ca. 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat können die Bohnen geerntet werden
  • hierfür die Hülsenfrüchte vorsichtig von der Pflanze lösen
  • für eine Lagerung von bis zu 3 Tagen die Hülsen im Kühlschrank aufbewahren
  • für längere Haltbarkeit Bohnen einfrieren
  • Vorsicht, rohe Bohnen sind schwach giftig und müssen vorm Verzehr erhitzt werden
  • für Vermehrung durch Aussaat einige Hülsen an der Pflanze belassen
  • erst absammeln, wenn sich die Bohnenkerne durch die Hülse abzeichnen
  • danach die Hülsenfrüchte warm und trocken lagern
  • Samen können entfernt werden, sobald die Hülsen spröde geworden sind

Interessante Arten und Sorten der Phaseolus

Die Gattung Phaseolus weist über 100 verschiedene Kultursorten auf. Hierzu zählen neben den bekannten Formen der Gartenbohne auch Feuerbohnen und Mondbohnen. Darüber hinaus werden auch einige Hülsenfrüchte aus anderen Gattungen als Kulturbohnen genutzt.

Beispielsweise gehört die Jackbohne, welche ihren Namen dem berühmten Märchen von Jack und der verzauberten Bohnenranke verdankt, zur Gattung Canavalia. Die bei uns ebenfalls sehr beliebte Ackerbohne wiederum entstammt der Gattung Vicia, deren Arten viele als Wicken kennen dürften. Zur besseren Übersicht haben wir hier ein paar interessante Bohnenvarianten für Sie zusammengefasst:

SorteBeschreibung
Gartenbohne (Grüne Bohne)
Phaseolus vulgaris


  • Buschbohnen
    Phaseolus vulgaris var. nanus

  • Stangenbohnen
    Phaseolus vulgaris var. communis

Erntezeit: Juli bis September
Frucht: weiße, grüne, rotbraune oder schwarze Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: ideal für Suppen, Eintöpfe, Salate und Gemüsebeilagen; rote Gartenbohnen sind als Kidney-Bohnen bekannt und eine beliebte Zutat für Chili con Carne
gute Sorten: 'Alubia', 'Amethyst', 'Apollo', 'Blauhilde', 'Burke', 'Cristal', 'Diacol-Calima', 'Othello', 'Maverick', 'Red Kidney', 'Redkloud', 'Sierra', 'Sigma', 'White'
Feuerbohne
Phaseolus coccineus





Erntezeit: Juli bis November
Frucht: weiße, rotbraune oder schwarzviolette Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: Feuerbohnen sind wunderbar für Suppen, Gemüsebeilagen und Bohnensalat geeignet
gute Sorten: 'Butler', 'Fasolia Gigantes', 'Hestia', 'Meienbohne', 'Preisgewinner', 'Primado', 'Rotblühende', 'Red Run', 'Summer Medley', 'Weiße Riesen'
Mondbohne (Limabohne)
Phaseolus lunatus

Erntezeit: August bis September
Frucht: grünweiße oder rotbraune Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: kastanienähnlicher Geschmack; ausgezeichnet für Delikatessen und extravagante Bohnengerichte
Ackerbohne
Vicia faba





Erntezeit: Mai bis Juni
Frucht: grünliche bis braunschwarze Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: ideal für nahrhafte Eintöpfe; Hülsen der Ackerbohnen nur im sehr jungen Zustand genießbar
gute Sorten: 'Karmesin', 'Perla', 'Piccola', 'Witkiem'
Augenbohne
Vigna unguiculata





Erntezeit: August bis September
Frucht: weiße bis schwarze Hülsenfrüchte mit markantem Auge
Kocheigenschaften: gut für exotische und außergewöhnliche Bohnengerichte; gerne auch als Bohnengemüse zubereiten
gute Sorten: 'Biflora', 'Black Eye', 'Brown Crowder', 'Butter Peas', 'Liane', 'Sesquipedalis', 'Tapir', 'Unguiculata'
Jackbohne
Canavalia ensiformis
Erntezeit: August bis September
Frucht: grünliche bis elfenbeinweiße Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: Heil- und Gemüsepflanze; zum Verzehr werden meist nur die Bohnensamen aus unreifen Hülsen genutzt
Pferdebohne
Macrotyloma uniflorum
Erntezeit: Juli bis September
Frucht: hellrote bis braunschwarze Hülsenfrüchte
Kocheigenschaften: gut für asiatische und orientalische Bohnengerichte


Bohnen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Die pflegeleichte Bohne wird vor allem von Bohnenrost gefährdet. Die Pilzerkrankung lässt sich durch frühzeitiges Abzupfen der befallenen Blätter allerdings eindämmen. Im Folgejahr sollte die Beetfläche vorsorglich gewechselt werden. Bei Erkrankungen durch den Bohnenmosaikvirus und die Brennfleckenkrankheit müssen die Pflanzen allerdings vollständig aus den Beeten entfernt und dürfen nicht kompostiert werden. Einige Bohnenzüchtungen sind gegen diese Krankheiten bereits resistent, wie zum Beispiel Feuerbohnen der Sorte ‚Primado‘.

Gegen Schädlinge wie Schnecken, Bohnenblattläuse und Bohnenfliegen helfen Gemüseschutznetze an den Bohnenpflanzen. Auch das Besprühen der Bohnen mit Brennnesselaufguss kann einem Befall vorbeugen. Ein guter Trick ist es zudem, Bohnenkraut und Tagetes neben den Bohnen zu pflanzen. Der Geruch dieser Gewächse hält eine Vielzahl an Schädlingen auf gebührendem Abstand.

Fazit

Bohnen sind pflegeleichte Gemüsepflanzeeignen, die mit einem warmen Platz an der Sonne und einer guten Grunddüngung bereits rundum wohl fühlen. Außer beliebten Formen der Gartenbohne wie zum Beispiel Stangen- und Buschbohnen, gibt es dabei noch eine Reihe anderer Bohnenarten, die allesamt mit einer üppigen Farbvariation, sowie einer Fülle an Zubereitungsmöglichkeiten aufwarten. Eine Ernte ist bei den meisten Bohnenpflanzen schon ab Juli möglich. Die Haupterntezeit erstreckt sich dann von Spätsommer bis Frühherbst.

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