Blutweiderich – Standort, Pflanzung und Pflege

Blutweiderich – Standort, Pflanzung und Pflege

© frilled_dragon - Fotolia.com
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Der auch als Weiderich bekannte Blutweiderich (Lythrum) wird im Garten gerne als Zierstaude im Gewässerbereich kultiviert. Der Zierwert von Lythrum entsteht maßgeblich durch seine radförmigen Ährenblüten, die je nach Art in kräftigem Rosa, Rot oder Purpur erstrahlen. Daneben beinhaltet Blutweiderich auch zahlreiche Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Flavone, Gerbstoffe und Pektine, deretwegen die die Staude auch als Heilpflanze, beispielsweise zur Behandlung von Blut-, Durchfall- und Hauterkrankungen genutzt wird. Selbst als Schnitt- und Trockenblume zur Dekoration lässt sich Weiderich hervorragend verwenden. Welche Ansprüche die Staude im Garten stellt und was bei der Pflege zu beachten ist, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.



Blutweiderich pflanzen – Standort und Pflanzablauf

Der sommergrüne und bis zu 1,5 m hohe Blutweiderich gehört zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) und ist sowohl in Europa, als auch in Asien und Amerika heimisch. Hier wächst er vorzugsweise an feuchten Standorten wie Bächen, Wassergräben oder Teichen. Ähnliche Standortbedingungen sollte Lythrum folglich auch im Garten vorfinden, wo er am besten mit hoch wachsenden Gräsern wie Rutenhirse oder Reitgras, sowie mit Beifuß, Gauklerblumen, Gelbweiderich und Iris harmoniert. Ein spezieller Winterschutz ist für Blutweiderich nicht erforderlich, denn die Zierstaude verträgt Temperaturen bis -40 °C

Für eine ausreichende Lichtzufuhr ist bei Blutweiderich ein sonniger Standort zu empfehlen. Bei schattiger bis halbschattiger Lage könnte es zu einer verminderten Blütenbildung kommen. Beim Standortboden zeigt sich Lythrum relativ anspruchslos. Hier reicht normale Gartenerde oder Blumenerde mit einem sauren bis schwach alkalischen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 Punkten vollkommen aus. Wer die Bodenverhältnisse perfektionieren möchte, der greift zu einem nährstoffreichen, lehmig-torfigen Substrat.

Pflanztipp: Steht Ihr Blutweiderich nicht in Wassernähe oder gar im Topf, sollte dem Substrat zudem Mulch und Kompost untergemischt werden. Besonders gern gepflanzte Arten des Blutweiderichs sind der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) und der Ruten-Blutweiderich (Lythrum virgatum).


Einzelheiten zum Standort für Blutweiderich:

  • Blutweiderich benötigt feuchten und sonnigen Standort
  • Standortboden sollte nährstoffreich und lehmig sein
  • pH-Wert des Bodens: sauer bis schwach alkalisch von 5,5 bis 6,5
  • bei Standort im Topf oder fernab einer Wasserquelle Kompost oder Mulch beimengen
  • gute Pflanzpartner: Beifuß, Gauklerblume, Gelbweiderich, Iris und Ziergräser
  • beliebte Weidericharten: Lythrum salicaria und Lythrum virgatum
  • Blutweiderich ist bis -40 °C winterhart
  1. Schritt – Aussaattermin wählen: Pflanzen Sie Ihren Blutweiderich am besten zwischen März und April, oder von September bis Oktober in den Garten. Wer die Pflanze am Teichbereich pflanzen möchte, sollte sich an die Pflanzzeit Mai bis Juni halten, damit Lythrum in der ersten Zeit einen optimalen Mix aus Sonnenlicht und Feuchte abbekommt.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Wenn Sie den Boden für die Bedürfnisse des Blutweiderichs optimieren möchten, sollten Sie das Substrat vor der Pflanzung mit Torf und Kompost anreichern. Trockene Böden, die nicht in Gewässernähe liegen (z.B. bei Pflanzung im Topf), müssen zudem ausreichend gemulcht werden, damit der Standortboden der Staude immer schön feucht bleibt. In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, die Weideriche vor der Pflanzung in einen Eimer mit Wasser zu stellen, damit sich der Pflanzballen vorab gut mit Feuchtigkeit vollsaugen kann.
  3. Schritt – Blutweiderich pflanzen: Sofern Sie den Blutweiderich in Teichnähe oder an einem anderen Gewässer ansiedeln, sollten Sie die Pflanze zuvor in einen Teichkorb setzen. Dieser wird anschließend in die Erde gesetzt, wobei der Pflanzabstand 30 cm zu jedweden Nachbarpflanzen betragen sollte. Erfolgt die Pflanzung im Topf oder Gartenbeet muss die Pflanze nach dem Einsetzen ausreichend gewässert und die Bodenfeuchtigkeit ab da konstant aufrecht erhalten werden.


Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin der Lythrum: März bis April oder September bis Oktober
  • Boden vor der Pflanzung mit Torf und Kompost anreichern
  • trockene Standortsubstrate zusätzlich mulchen
  • Blutweiderich vor dem Einsetzen ins Substrat in Eimer voll Wasser stellen
  • bei Pflanzung in Gewässernähe den Weiderich zunächst in Teichkorb setzen
  • Pflanzabstand: 30 cm
  • bei Topf- und Beetstandorten Lythrum nach dem Pflanzen ausreichend Wässern
  • Bodenfeuchtigkeit muss im Anschluss konstant gehalten werden
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Blutweiderich pflegen – gießen, düngen und schneiden

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gartenpflanzen kommt Blutweiderich mit dauerhaft feuchten Böden wunderbar zurecht. Mehr noch, benötigt die Staude wie bereits aufgezeigt sogar eine konstante Bodenfeuchtigkeit um prächtig zu gedeihen. Solange die Zierstaude aber in Gewässernähe steht, ist kein zusätzliches Gießen erforderlich. Lediglich an Topf- und Beetstandorten muss der Weiderich regelmäßig gewässert werden. Verwenden Sie hier ausschließlich Regenwasser, Teichwasser oder abgestandenes Leitungswasser, denn eine zu hohe Wasserhärte schadet der Pflanze enorm.

Mit der Düngung verhält es sich beim Blutweiderich ähnlich wie mit dem Gießen. An Teich- und anderen Gewässerstandorten entfällt die Nährstoffgabe völlig. Bei zusätzlicher Bewässerung muss hingegen öfter einmal mit organischem Dünger, wie etwa Kompost nachgeholfen werden, da die Wassergaben langsam aber stetig wichtige Nährstoffe aus dem Boden schwämmen. Auch ist das Standortsubstrat bei einer Haltung im Topf, sowie bei Beetkultur alle zwei Jahre auszutauschen. Ein gelegentliches Mulchen hält zudem die Feuchte besser im Boden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • in Gewässernähe ist Lythrum sehr pflegeleicht
  • weder zusätzliche Bewässerung noch Düngung der Pflanze sind hier nötig
  • bei Topf- und Beetkultur muss hingegen regelmäßig gewässert werden
  • der Boden darf hier niemals völlig austrocknen und sollte ab und an gemulcht werden
  • gegossen wird mit Regen-, Teich- oder abgestandenem Leitungswasser
  • zur Düngung der Staude im Topf oder Beet Kompost nutzen
  • ergänzend alle 2 Jahre das Standortsubstrat austauschen

Ein regelmäßiger Schnitt am Weiderich ist zu empfehlen. Kürzen Sie aber ausschließlich vertrocknete Blütentriebe der Staude ein, die ansonsten zu einer unkontrollierten Selbstaussaat führen. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt liegt im Herbst oder Frühjahr.

    Vermehrung durch Wurzelteilung: Der einfachste und schnellste Weg zur Vermehrung des Blutweiderichs ist die Wurzelteilung. Nehmen Sie hierzu ein scharfes Messer und teilen Sie den ausgegrabenen Wurzelstock mittig entzwei. Anschließend können die beiden Teilstücke neu verpflanzt werden. Dringend ratsam ist dieses Vorgehen für ältere Pflanzen, denn Weideriche können zwar gute 10 bis 20 Jahre am Standort überdauern, halten sich jedoch länger, wenn sie hin und wieder über eine Wurzelteilung verjüngt werden.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • im Frühjahr oder Herbst welke Blüten vom Blutweiderich abschneiden
  • ohne Rückschnitt neigt die Zierstaude zur unkontrollierten Selbstaussaat
  • für Vermehrung des Weiderichs am besten Wurzelteilung vornehmen
  • hierzu den Wurzelballen ausgraben und mit einem Messer mittig teilen
  • ratsam ist die Wurzelteilung v.a. für ältere Pflanzen
  • bei regelmäßiger Teilung der Wurzeln wird Blutweiderich bis zu 20 Jahre alt

Interessante Arten und Sorten des Lythrum

Die Gattung Lythrum umfasst ca. 35 Arten, die sich maßgeblich durch ihre Blütenfarbe, Wuchshöhe und Blütezeit unterscheiden. Die meisten Blutweideriche sind dabei in Europa heimisch und lassen sich problemlos im Garten kultivieren. Einige besonders schöne Varianten haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst:

SorteBeschreibung
Binsen-Weiderich
Lythrum junceum
Blütezeit: April bis September
Blütenfarbe: purpur-violette Blüten
Wuchshöhe: 20 bis 70 cm
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: mittelgroße Blutweiderichart; gute Nützlingsweide

Geflügelter Blutweiderich
Lythrum alatum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: zartrosa Blüten
Wuchshöhe: 50 bis 120 cm
Herkunft: Amerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: selten genutzte Zierpflanze für Uferstandorte
Gewöhnlicher Blutweiderich
Lythrum salicaria
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: rosa, rot-violette, rote oder dunkelrote Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 160 cm
Herkunft: Europa, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: beliebte Uferpflanze mit aufrechten Blütenähren
gute Sorten: 'Augenweide', 'Blush', 'Feuerkerze', 'Rakete', 'Robert', 'Stickflamme', 'Zigeunerblut'
Ruten-Blutweiderich
Lythrum virgatum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: violette Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
Herkunft: Europa, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bildet leicht gebogene Blütenruten aus
gute Sorten: 'Dropmore Purple', 'Rose Queen', 'Swirl'
Ysopblättriger Weiderich
Lythrum hyssopifolia






Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: rotviolette Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 30 cm
Herkunft: Arabische Halbinsel, Europa, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: geschützter und stark gefährdeter Zwergweiderich


Blutweiderich mögliche Erkrankungen und Schädlinge

© Raffalo - Fotolia.com
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Krankheiten und Schädlinge machen am robusten und unempfindlichen Blutweiderich nur selten Halt. Zudem ist die Staude eine beliebte Nützlingsweiden, und halten durch stetige Besuche von Marienkäfern und anderen nützlichen Insekten zuverlässig Schädlinge fern. Dennoch kann gelegentlich eine Blattfleckenkrankheit an Lythrum auftreten. Die Pilzkrankheit zeigt sich vor allem an der Blattunter- und Blattoberseite und fällt durch dunkelschwarze, scharf umrandete Flecken auf. Sofern Sie Ihren Blutweiderich nicht als Heilpflanze nutzen, können Sie in solch einem Fall mit Fungiziden arbeiten. Ansonsten muss die erkrankte Pflanze separat im Hausmüll entsorgt werden.



Fazit

Blutweiderich ist eine unglaublich pflegeleichte Staude und gehört deshalb mit Recht zu den beliebtesten Uferpflanzen am Teichrand. Doch auch im Topf und Staudenbeet machen Weideriche eine gute Figur. Hier müssen sie allerdings zusätzlich gegossen und gedüngt werden, um ein nährstoffreiches und durchgehend feuchtes Ufergebiet ausreichend zu simulieren. Beliebte Blutweidericharten sind unter anderem Lythrum salicaria und Lythrum virgatum. Wer etwas für den Arterhalt tun möchte, der sollte allerdings auf die vom Aussterben bedrohte Art Lythrum hyssopifolia setzen und ihr im eigenen Garten ein sicheres Zuhause bieten.

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